Einträge mit dem Tag ‘Kolonialismus’


25 Jahre Mauerfall: Deutsche Selbstverständlichkeiten

10. November 2014 von Nadine

In der Erinnerungsarbeit und Aufarbeitung der DDR-Geschichte, auch in den vergangenen Tagen, wird deutlich: Es sind die immer gleichen Geschichten, die erzählt werden: Staatliche Verfolgung, Überwachung, Repression, Morde, die – zum Glück – mit dem Fall der Mauer am 9.11.1989 und dank einer „friedlichen Revolution“ beendet wurden. Die langersehnte deutsche Einheit 1990, ein einig „Volk“. Es kam endlich zusammen, was schon immer zusammengehörte?

Viel wurde getan nach 1989, damit die ehemaligen IMs, SED- und Stasifunktionäre aufgespürt, sanktioniert und ausgegliedert werden konnten. Nicht allen widerfuhr ihre „rechtmäßige“ Bestrafung, doch es ist auffällig, mit welchem Nachdruck die gesamtgesellschaftliche Verurteilung des DDR-Regimes bis heute passiert – eine positive Bezugnahme auf die DDR ist tabuisiert. Das Urteil „Unrechtsstaat“ ist unwiderruflich. Die Linkspartei muss sich immer wieder legitimieren. Selbst der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin dürfen ihre Bedenken zur Regierungsbildung in Thüringen äußern und damit demokratische Prozesse auf den Prüfstand stellen. Wo die Linke mitregiert, ist die SED nicht weit. Während zeitgleich Koalitionsüberlegungen der CDU mit der rechten AfD okay sind. „Man wird ja wohl noch koalieren dürfen“, gilt eben nicht für die Linke, eine Partei mit SED-Vergangenheit, eine Partei mit sozialistischen Grundsätzen.

Noch immer mischen sich antisozialistische und antikommunistische Ressentiments in der Bundespolitik genauso wie in der westdeutschen Gesellschaft mit klassistischen und klassenspezifischen Abwertungen, die die Linkspartei treffen und viele weiße Ostdeutsche, die ihre Herkunft nicht hinter einer dialektfreien Sprache oder neoliberalen, sozialchauvinistischen Ideologien verbergen können oder wollen. Wer sich rot äußert oder darauf aufmerksam macht, dass sich die Lebensqualität der meisten Ostdeutschen nach 1989 eher verschlechtert als verbessert hat, gerät unter Generalverdacht ein Gesellschaftssystem zu präferieren, das dem Faschismus gleicht. Linksradikale Bewegungen werden kriminalisiert und dem Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit und Volkszersetzung ausgesetzt. Während Nazis weiterhin von staatlicher Seite ungehindert marschieren und morden dürfen.

Es verwundert nicht. Es ist die Fortsetzung deutscher Geschichte, die schon immer darum bemüht war, die Errungenschaften sozialer Bewegungen möglichst schnell zu revidieren. Dass sich ein sozialistisches Gesellschaftsmodell auch nach 1945 hierzulande nicht behaupten konnte, geschweige denn in seinem kurzen Bestehen für alle ein besseres Zusammen_Leben ermöglichen konnte, ist nicht nur Folge von globalen gesellschaftspolitischen Machtkämpfen und einem aggressiven Kapitalismus, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.

Es verwundert nicht. Es ist die Aktualisierung eines deutschen Bewusstseins, das bis heute von weißen, christlichen, völkisch-nationalistischen Allmachts- und Überlegenheitsfantasien und einem soziopathologischen Begehren nach Obrigkeit und Führung geprägt ist. Dass in den Erzählungen um den 9. November weder die staatlichen verordneten Pogrome 1938, die Verfolgung und Ermordung von Jüd_innen und allen anderen, die zu Nicht-Menschen degradiert wurden, einen dem Mauerfall ebenbürtigen Platz in der Erinnerungsarbeit bekommen, ist nicht nur Folge eines Jubeltaumels über den Zerfall der DDR mit Bier und Bratwurst, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.

Es verwundert nicht. Es ist die unhinterfragte und ungebrochene Hervorhebung weißer, deutscher Opfer historischen Unrechts, die die Erzählungen der ehemaligen Vertragsarbeiter_innen aus BRD und DDR, der migratisierten und kolonialisierten Generationen, die hier lebten und leben, den Geflüchteten, die hier leben wollen, systematisch aus deutscher Erinnerungsarbeit ausgeschlossen werden. Hoyerswerda, Solingen, Lichtenhagen, Mölln – bedauerlich für das Ansehen von Deutschland, aber nicht betrauernswert für die Angehörigen, Hinterbliebenen, Vertriebenen. Dass 1884, 1938, 1989, 1991, 1992 und 2014 oft einseitig erinnerte und zusammenhangslose Jahreszahlen bleiben, ist nicht nur Folge kollektiver Geschichtsamnesie, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.


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Wer war … Zitkala-Ša?

11. September 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 40 von 51 der Serie Wer war eigentlich …
Zitkala-Ša. (Foto 1898 aufgenommen von Gertrude Käsebier)

Zitkala-Ša. (Foto 1898 aufgenommen von Gertrude Käsebier)

Am 22. Februar 1876 wurde die Schriftstellerin, Aktivistin, Lehrerin und Musikerin Zitkala-Ša geboren. Wie viele Native American Kinder wurde sie in einem Internat beschult, welches Teil des kolonialistischen System der USA war. Sie musste ausschließlich Englisch sprechen, ihre Haare wurden abgeschnitten und zum Christentum sollte sie umerzogen werden. Zitkala-Ša wehrte sich schon früh – vor allem schreibend – gegen dieses System. Ihr Leben lang kämpfte sie ob in politischen Organisationen oder durch ihre schrifstellerische Tätigkeiten für die Selbstbestimmungsrechte von Native Americans. Sie verstarb am 26. Januar 1938.

Ihrem poltischen, künstlerischen, aktivistischen Schaffen in einem Blogpost gerecht zu werden, ist eigentlich unmöglich. Hier sollen nur einige ihrer Auseinandersetzungen und Errungenschaften angedeutet werden:

  • Während ihrer Zeit am Earlham College veröffentlichte sie eine Reihe von Essays in der Schulzeitung. Eines dieser Essays, in welchem sie die Zwangs-Christianisierung von Native American Schüler_innen an den Internaten anprangerte, gewann den Indiana State Oratorical Contest. (Als sie den Preis entgegennahm wurde sie mit rassistischen Bannern anderer Schüler_innen konfrontiert.)
  • Eine zeitlang arbeitete Zitkala-Ša selbst als Lehrerin. Gleichzeitig veröffentlichte sie aber Texte, die das Schulsystem vehement kritisierten. Aufgrund dieser Aktivitäten verließ sie dann auch den Schuldienst. Ihre eigenen Erlebnisse als Schülerin verarbeitete sie auch in späteren Geschichten.
  • Gemeinsam mit William Hanson schrieb sie The Sun Dance, ein Oper basierend auf Nakota Liedern. Die Oper wurde 1913 uraufgeführt und ist bis heute wohl die einzige (bekannter aufgeführte) Oper, die von Native Americans geschrieben wurde.
  • Sie war eine treibende Kraft für die Veränderungen der Staatsbürger_innenschafts-Rechte von Native Americans. Sie setzte sich dafür ein, dass Native Americans die US-amerikanische Staatsbürger_innenschaft erhalten konnten, ohne dass sie sich zu erst von ihren eigenen Nationen lossagen mussten. (Ein wichtiger Punkt, z.B. auch hinsichtlich von (rechtlichen) Landansprüchen.)
  • Im Jahr 1926 gründete Zitkala-Ša den National Council of American Indians und war bis zu ihrem Tod die Präsidentin.
  • Und dann ist natürlich auch nicht ihre schrifststellerische Tätigkeit zu vergessen, welche überhaupt Geschichten von und über Native Americans (hier in erster Linie Sioux) auf’s Papier brachte – und das nicht als Nebencharaktere in den (rassistischen) „Abenteuer“romanen weißer Menschen. In Geschichten wie beispielsweise „A Warrior’s Daughter“, wo die Protagonistin ihren Liebhaber retten muss, da er gefangen genommen wurde, schrieb sie vor allem auch Heldinnen in die Literatur ein.

Zum Weiterlesen auf Englisch:

Zitkala-sa“ auf Native American Writers.

Zitkala-Ša: Nom de Defiance“ beim Ms. Magazine.

 


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Ablasshandel oder solidarische Handlung? Über Umverteilung mittels Geldspenden

17. Juli 2014 von Nadine

Alok Vaid-Menon hat vor kurzem einen sehr lesenswerten Artikel über Spenden als politische Handlung geschrieben. In seinem_ihrem Artikel geht es vor allen Dingen um Geldspenden an politische Graswurzel-Organisationen, die ressourcenarme queere Trans* of Color in ihrer Arbeit zentralisieren, also den immer miteinander verschränkten Kämpfen gegen Rassismus, Klassismus und Sexismus ihr Handeln widmen. Die Arbeit dieser Organisationen ist fundamental wichtig, da sie einem rassistischen, sexistischen und kapitalistischen System vor allem jene Menschen fokussieren, die nicht auf staatliche Unterstützung hoffen können, da sie (auch) von staatlicher Seite Repressionen und Gewalt ausgesetzt sind. Mainstream LGBT-Organisationen und Vereine sind hauptsächlich an „Gleichstellung“ mit einer hetero_sexistischen und weißen Norm interessiert und verlagern öfter ihre Schwerpunkte ins Ausland. Damit nähren sie die stereotype Vorstellung, dass es „anderswo“ Homophobie zu bekämpfen und westlich-europäische Grundwerte zu verteidigen und den „undemokratischen Anderen“ vorzuzeigen gilt. Dabei geraten die Ursachen und spezifischen gesellschaftlichen Kontexte ehemals kolonisierter Staaten und die noch immer hohe ökonomische Einflussnahme westlicher Industrienationen – also ehemaliger Kolonialmächte – aus dem Blick, ebenso das rassistisch wie kapitalistisch motivierte Interesse, mit einem Pseudokampf für die Gleichberechtigung von z.B. Lesben und Schwulen Ausbeutung, Gewalt und Krieg in diesen Staaten zu rechtfertigen.

Ebenso vernachlässigt wird in diesem Zusammenhang Rassismus und Hetero_Sexismus innerhalb der eigenen Staatsgrenzen bishin zu rassistischen Kampagnen eben dieser LGBT-Organisationen, die damit einen vermeintlich unvereinbaren Gegensatz zwischen queer und of Color kreieren oder mal nebenbei die eigene lesbischwule Involviertheit in staatliche Verbrechen der NS-Vergangenheit unter den Tisch kehren. Kurz: der Staat hat ein hohes Interesse daran, besonders jene LGBT-Organisationen mit infrastrukturellen Mitteln auszustatten, die gesellschaftliche Normen (wie weiß_deutsch oder heterosexuell) nicht in Frage stellen, sondern sich an ihnen orientieren.

Vaid-Menon hat in ihrem_seinen Artikel allerdings nicht nur die staatliche Seite im Blick mit seiner_ihrer Kritik, sondern auch Aktivist_innen, die zwar die Anliegen der Graswurzel-Organisationen unterstützen, jedoch bisher nur ideell und weniger bis gar nicht finanziell. An sie appelliert sie_er, eigene ökonomische Privilegiertheit und sozialen Status in das eigene politische Handeln einzubeziehen und Geld zu spenden. Es kann nicht nur um Anerkennung und Repräsentation von politischer Arbeit gehen, Umverteilung muss stärker in den Blick gerückt werden.

Ich bin die meiste Zeit in Berlin politisch aktiv und halte mich viel in den hiesigen queer_feministischen Kontexten auf. Kontexte, die auch die Arbeit von Mainstream-LGBT-Organisationen oft genug kritisieren. Ich bekomme trotzdem selbstverständlich nur ausschnittweise Debatten mit, die hier geführt werden, z.B. wenn mal wieder Kritik an den rassistischen Ausschlüssen oder intransparent arbeitenden Strukturen dieser Kontexte geübt wird. Im vergangenen Frühling und Sommer gab es einige für mich wahrnehmbarere Auseinandersetzungen mit diesen Kritiken und Umverteilung/Spenden an antirassistische Organisationen waren ebenfalls Teil dieser Auseinandersetzungen. Ich habe mitbekommen, dass Spenden kritisch diskutiert wurden, weil die Umverteilung von Geld an antirassistische Projekte mittels Soli-Partys, Geld spenden, das von Veranstaltungen über ist auch an „Entwicklungshilfe“-Diskurse anschlussfähig ist, weiße sich damit von ihrer Verantwortung „freikaufen“ wollen, Ablasshandel etc. Im Gegenzug habe ich es auch schon erlebt, dass auf Antira-Soli-Partys kaum ein Euro über ist für die Spendenbox oder den Eintritt, allerdings mehrere für Alkohol.

Obwohl ich die Kritik, die auch von PoC an einer ausruhenden Spenden-Mentalität geäußert wurde, teile, halte ich jeden Euro für prekäre politische Arbeit, die nicht auf etablierte (staatliche) Fundraising-Strukturen zurückgreifen kann, für wichtig. Egal von wem und mit welcher Intention. Anders als bei „Entwicklungshilfe“-Non-Profit- und -Nichtregierungsorganisationen (kurz: NPO oder NGO), die mit kolonialrassistischen und paternalistischen Spendenaktionen das schlechte Gewissen der weißen (Bürgerlichen) anticken wollen und bekannt ist, dass das Geld dieser Non-Profits und NGOs eher in die eigene Tasche, denn in sinnvolle Unterstützung fließt (siehe NGO industrial complex), sprechen wir bei alternativen/herrschaftskritischen Polit-Kontexten von illegalisierten Projekten und/oder Projekten, die aufgrund ihrer politischen Haltung und Arbeit nicht für (staatliche) Fördertöpfe in frage kommen, weil Kompromisshaltung und Anbiederung schlicht im Widerspruch zu ihrer Arbeit steht.

Auch bei Berliner Projekten, die vom Senat gefördert werden, ist zu verzeichnen, dass eher die personell und finanziell gut aufgestellt sind, die ihren Schwerpunkt nicht in mehrdimensional ausgerichteter Antigewalt- und Antidiskriminierungs- arbeit haben, während andere Senats- und staatlich geförderte Projekte, die Wert darauf legen mit ihrer emanzipatorischen Arbeit nicht an anderen Stellen Diskriminierung fortzuschreiben, zusehen müssen, wie sie überhaupt ihre Arbeit tun können. Geldspenden sind auch bei diesen Organisationen wichtig, um die Eigenmittel zu erhalten/erhöhen, damit überhaupt Gelder in bestimmter Höhe von staatlicher Seite beantragt werden können.

Insofern halte ich es für Luxus und wenig praktikabel erstmal unter uns weißen zu diskutieren, ob Spenden an unterstützenswerte Organisationen, Vereine und Projekte dem weißen Gönnertum zuträglich sind, das eigene Gewissen erleichtern oder sonst wie problematisch im Hinblick auf die Reproduktion von white supremacy (weißer Überlegenheit) sind. Es geht schließlich auch nicht um ein Entweder (spenden) – Oder (anders unterstützen). Solidarische Handlungen sollten im besten Falle auf mehreren Ebenen erfolgen, angefangen bei eigener Weiterbildung oder Übernahme von Tätigkeiten, die keine repräsentativen Zwecke haben (infrastrukturelle, organisatorische arbeiten im Hintergrund, für die in diesem fall weiße keine öffentliche Anerkennung erhalten).

Doch nicht nur Vereine und Organisationen sind mit Geld unterstützenswert, auch die Arbeit von einzelnen Aktivist_innen ist es. Crowdfunding-Plattformen bieten neben direkten Überweisungen z.B. eine Möglichkeit konkrete Projekte und Kampagnen mit Geld zur Realisierung zu bringen. Einfach Augen und Ohren offenhalten, dank sozialer Medien und eigener Netzwerke kommt einer_m selten an Spendenanfragen vorbei.

Es ist bekannt, dass die weiß-dominierten queer_feministischen Kontexte hier in Berlin zwar nicht reich sind, sich jedoch selten kritisch mit Klassen-, Geld-, Eigentums- und Besitzverhältnissen beschäftigen, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass zwar Ressourcen zur Verfügung stehen, diese jedoch nicht oft geteilt werden wollen, wenn sie nicht der Befriedigung eigener Bedürfnisse dienen. Klassismus in queer_feministischen Kontexten is a thing, vor allen Dingen dann, wenn Personen permanenter struktureller Gewalt (z.B. Rassismus) ausgesetzt sind und damit der Zugang zu Ressourcen beschränkt wird, die für die meisten weißen wie mich selbstverständlich sind, z.B. Anspruch auf staatliche Sozialleistungen.

Auch dass häufig Energie und andere Ressourcen auf die Organisation gut besuchter Partyreihen und anderen Konsumveranstaltungen verwendet werden kann, könnte ein Marker dafür sein, wer mehr als andere in der Lage ist, über die eigene Ressourcenverteilung selbst zu entscheiden und politische Arbeit im Sinne der eigenen Bedürfnisse zu tun.

Zu guter Letzt: Alok Vaid-Menon beschäftigt sich in dem verlinkten Text auch mit der Frage, wie theoretisieren und diskutieren _über_ etwas mit praktischen Konsequenzen zusammenhängen sollte:

„[…] I’ve always had the financial security to discuss political theory in the abstract, without facing the material consequences of these ideas. In these spaces ‘radical’ is less about your actual impact (ability to redistribute capital and resources) and more about the quality and ambition of your argument“

„Ich habe immer die finanzielle Sicherheit gehabt, um politische Theorie im Abstrakten zu diskutieren, ohne mich den materiellen Konsequenzen dieser Ideen zuwenden zu müssen. In diesen Kontexten geht es bei „radikal“ weniger um den tatsächlichen Einfluss (Möglichkeit, Kapital und Ressourcen umzuverteilen) und mehr um die Qualität und die Zielrichtung des eigenen Arguments“


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„Songs of Gastarbeiter“, Gewaltandrohungen und Kriminialisierung antifaschistischer Proteste – kurz verlinkt

11. Juni 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 245 von 355 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Josef S. sitzt seit vier Monaten in Untersuchungshaft in Wien, weil er als angeblicher „Rädelsführer“ der antifaschistischen Proteste gegen den im Januar durchgeführten Burschenschaftlerball angeklagt ist. Über den Mangel an Beweisen und fabrizierte Vorwürfe, die für das Gericht trotzdem keine Schwierigkeit darzustellen scheinen, berichtet Der Spiegel.

Aktivistinnen veranstalteten in der Wiener Secession eine Intervention gegen Kolonialismus, Rassismus und Sexismus und sprachen mit dieStandard.at über die Notwendigkeit, anwesend zu sein.

Der Frauenverband Courage war bei der Präsentation des 18. Grundrechte-Reports dabei, wo es auch um die Aberkennung des Gemeinnützigeitsstatus des Verbands ging.

Die Frauenstiftung filia ruft angesichts der aktuellen Flutverheerungen auf zur Unterstützung für Frauengruppen auf dem Balkan.

Die Purple Velvet International Female Hip Hop Tour mit Sookee, Shirlette Ammons, Lex LaFoy & DJ Doowap, nobigbutL & DJ Boogie Dan ist zu Ende gegangen. Ein Video fasst ein paar Eindrücke zusammen.

Ein Mann hat die taz aufgrund einer Ausschreibung, die sich ausschließlich an Frauen mit Migrationshintergrund richtete, verklagt – und Recht bekommen. Das Arbeitsgericht Berlin hat der Klage des Mannes tatsächlich entsprochen, berichtet der Tagesspiegel.

Hengameh Yaghoobifarah hat für das Migrazine die Musik-Compilation „Songs of Gastarbeiter“ besprochen.

englischsprachige Beiträge

„Wenn Du aufhörst, etwas zu fühlen“: Reni Eddo-Lodge schrieb über Depressionen und Angstzustände.

Gerade läuft in den USA die zweite Staffel der Serie „Orange Is The New Black“ an. Der New Yorker schreibt über die katastrophalen Zustände in einem der realen Gefängnisse (Riverhead), in dem gedreht wurde, und die Kampagne „Humanity Is The New Black“.

Reporting Around R. Kelly’s Child Shows Depth of Trans Ignorance“ stellt Kat Callahan fest und zeigt anhand eines Artikels auf, wie Medienberichterstattung gewaltvoll misgendered und Stereotype re_produziert.

Shakesville wendet sich gegen die Rhetoriken a la „Beachte die Drohungen im Netz doch einfach nicht“, „Wenn du darauf eingehst, dann machst du doch nur, dass sie weiter machen“; stattdessen fordert sie: „And because I can talk about it, I’m going to. We need to talk about this. Those of us who can.“ [Inhaltshinweis: Beschreibung von Gewalt(androhungen)]

Die Autorin und Cartoon-Zeichnerin Alison Bechdel hat für den The New Yorker ein Skizzenbuch angefertigt. Es geht um eine verflossene Liebe und wie diese Erinnerungen Jahre später eine immer noch treffen. Eine schöne Skizze für den Sommer.

Termine in Berlin und Hamburg:

Am 12.06.2014 in Hamburg: Vom Recht auf Selbstbestimmung – Sexarbeit und Migration. Vortrag und Diskussion.

Vom 14. 06. bis 10.08.2014 in Berlin: What is queer today is not queer tomorow. Ausstellung und Veranstaltungen.


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Ein „menschlicher Zoo“ in Norwegen, Erinnern an den Holocaust und queere Kunst in Armenien – kurz verlinkt

30. April 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 240 von 355 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Das Programm für die diesjährige Frauen*FrühlingsUni (F*FU14) ist nun online und die Anmeldung eröffnet! Programm, Anmeldung und weitere Infos findet ihr hier.

Auf dem Oranienplatz in Berlin protestieren immer noch Geflüchtete. Dieser Protest sollte wegen des anstehenden Myfest geräumt werden… Doch nun gibt es doch eine Einigung, berichtet die taz.

englischsprachige Links

Am 27. April jährten sich in Südafrika die ersten Wahlen nach dem Ende der Apartheid zum 20. Mal. In einer Woche, am 07. Mai, werden die nächsten Wahlen stattfinden. Mail&Guardian hat genauer hingesehen, was einige der größeren/ bekannteren Parteien auf dem Papier zu Gender/Frauenrechten/LGBTI-Rechten etc. verkünden – und wie sich diese Themen in sonstiger Rhetorik oder Taten ausdrücken.

Can a misogynistic country have a female president? Brazil proves that the answer is yes.„, schreibt und beschreibt die brasilianische Journalistin Vanessa Barbara bei der New York Times. [Inhaltshinweis: Misogynie, body policing und rape culture]

Im nächsten Monat wird in Norwegen ein „menschlicher Zoo“ eröffnen. Bitte was?! Ja, laut den Künstlern soll diese Aktion – ein Re-Enactment kolonialer Ausstellungsformen – Diskussionen zu Rassismus und dem kolonialen Erbe initiieren. Bwesigye bwa Mwesigire analysiert auf This Is Africa wie diese Aktion rassistische Stereotypen stattdessen re_produziert und in einer weiterhin rassistisch strukturierten Gesellschaft nicht funktionieren kann, sondern nur mehr Gewalt ausübt.

Barbara Eder interviewte das Künstler_innen- und Aktivist_innenkollektiv Queering Yerevan über ihre Aktionen, die Zurückeroberung des öffentlichen Raums und den Begriff „Queer“ im armenischen Kontext.

Zum noch immer unklaren Verbleib der 243 von „Boko Haram“ entführten Schülerinnen in Nigeria schrieb allAfrica.com. Auf Twitter werden unter den hashtags #BringBackOurDaughters und #BringBackOurGirls weitere Informationen und Aktionen kommuniziert. [Inhaltshinweis: Misogynie, Gewalt und rape culture]

In einem Fotoprojekt stellen Schwarze Mädchen Porträts von Frauen nach, die als Vorbilder fungieren – von Audre Lorde bis Gabby Douglas.

Anlässlich des Yom HaShoah (Holocaust Tags) in Israel schreibt The Mamafesto über ihre Familiengeschichte und die Bedeutung von Erinnerung.

Termine in Berlin, Bremen, Frankfurt a.M., München:

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Ein Hoch auf die Introvertierten – „Liebe mich, weil“

9. April 2014 von Jayrôme

Jayrôme C. Robinet ist freier Autor und Spoken Word-Künstler. Gender fluid mit Variationshintergrund, weiß, wird in Deutschland meistens als Person of Color gelesen, Akademiker aus einer bildungsbürgertumsfernen Familie und besitzt die französische Staatsbürgerschaft. Im Mai leitet er eine Workshopreihe für queere LSBT*I* zu Spoken Word bei xartsplitta. Für mehr Infos: contact@xartsplitta.net. Auf Jayrômes Blog veröffentlicht er Gedichte, Analysen und Gedanken in schriftlicher und audio_visueller Form in französischer, deutscher und englischer Sprache. Darunter auch nachfolgendes Gedicht, das wir mit seiner Genehmigung hier zweitveröffentlichen und mit ihm gemeinsam zusätzlich ins Deutsche übersetzt haben.

a tribute to introverts – „love me because“

sometimes I’m afraid
someone could
like me
I’m afraid someone could like me
because
just because
they’d see me as exotic
a curiosity
an exciting novelty

this girl, telling her homies she’s dating a transperson
maybe in order to make her life sound more interesting?

this girl, thinking of herself as “open-minded“
yes, “so open-minded she can even date me“
is actually not a compliment

this girl, outing me as trans’ to the world
because she’s sooo queer she does NOT want to be seen as straight
I understand… but which space is left for me?

this girl so fucking loving the fact I’m trans – in public
in fact in private she’s bothered
bothered because I’m not behaving the way she expects or wants me to
bothered because I’m too masculine and not masculine enough
bothered because I grew up believing there’s something wrong with me
therefore I would need time
I’d need time
sometimes I’m afraid someone could
dislike me
just because
I am

sometimes I’m afraid someone could like me
because
just because
I’m french

so „charming“
so „cute“

this guy, smiling at my mispronunciation
„so cute“

those people, charmed whenever I create my own idioms:
– well, in my opinion european immigration politic and death sentence are as like as two drops of water –
„so cute!“

this woman, delighted when she gets to know:
“you’re from France? oh my god, that’s fantastic!!”
as if I had just given her the formulation of a cancer vaccine
please learn this:
France is a mosquito
France is a mosquito that thinks it is an ant
France is a mosquito-ant sucking blood, oil and gold 40 times its own weight
a bug confusing its bugs colony and colonialism
a stupid bug that some day may die of colon cancer
and I don’t have the formulation against it

sometimes I’m afraid someone could love me
just because
I’m sexy
it may sound like a joke
or a luxury problem
and in fact I guess it is
but I do not want to be dated for the way I look, period
I’m on the fence between finally feeling good
longing to dress up and work out to balance my mood and
wishing to hide so nobody can get attracted to me because of my appearance

sometimes I’m afraid someone loves me and it has nothing to do with ME

sometimes I’m afraid when someone loves me
sometimes I’m afraid someone loves me
sometimes I’m afraid
you
wouldn’t love me
I’m afraid you wouldn’t love me
if you’d meet up deep inside the inner me

therefore
if one day you feel like wanting to love me
please know that sometimes I cross the street in order to avoid making small talk
even if three years ago I attended a small talk class at an adult evening center
because I thought there was something wrong with my social skills
please know that most of the time when I arrive at a party the first thing I want to do is
leave
would you mind going over to my place and being quiet together?
let’s lay down on my bed and play Scrabble all night
or I could read my fav book while you’re playing video games?
ooh… can I watch you play video games, please?

if one day you feel like wanting to love me
please know that I need time to trust
please know that it takes quite long for me to make decisions
please know that sometimes I can even be an extrovert
plus, that I’m prone to sadness and anxiety
believe me, I’m funnier online

if anytimes you feel like wanting to love me
first I have to confess
that the first time you called me
I was home
but I couldn’t pick up the phone
my phone was ringing in my hand and I was starring at your name on the display and I was overwhelmed with happiness oh my god I couldn’t believe that YOU were calling ME and Jesus I was so NOT prepared to chat with you

I would like you to know that sometimes I feel peace a whole week just because I’ve received a single email of you
it happened three times that after reading your message I felt so blessed that I cried
so deep inside I decided to redefine the meaning of tears
see, every time I see you I want to write you

if you feel like one day you want to love me
please know that I will never kiss you
I will never kiss you
first
I will never kiss you
the first time
without asking
and perhaps the second time neither
I want you to know that I know we’re both shy and afraid
and that’s ok

if anytimes you want to feel like loving me
I would love you to know what a mess I can be
how moody and stupid I can get
how hard I am sometimes to handle
and I would love you to love me for those reasons
I would love you to love me
just for those reasons

I would love you to love me
because of the way I speak
to you
because of that very specific tone of my voice
when I speak to you

but please know that I may open your kitchen cupboard and won’t be able to find the granulated sugar box even if it’s right up in front of my eyes

therefore
if anytimes you feel like wanting to love me
if anytimes you want to feel like loving me
I’d love to give you what you deserve
making you happy in ways you didn’t expect nor ask for
and it’s ok if you don’t know how to respond
if you love me
please do
please do so because you want to see me grow
please do so because you want to see us grow
but first
please
let me worship you
exactly the way you are

if one day you feel like wanting to love me
if one day you feel like loving me
please do
for the purpose of nurturing our spiritual growth
yours and mine
mine and yours
but first
please
first
let’s keep loving each other
exactly the way we are

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Kundgebung zur Rückgabe menschlicher Gebeine

18. März 2014 von Charlott

Seit dem Jahr 1966 ist am 21. März der Welttag gegen Rassismus. Die Vereinten Nationen hatten dieses Datum gewählt als Reaktion auf das so genannte Sharpeville-Massaker vom 21.März 1960, bei welchem 69 Anti-Apartheids-Demonstrant_innen in Südafrika ermordet wurden.

In Berlin findet in diesem Jahr ab 11 Uhr eine Kundgebung zur Rückgabe menschlicher Gebeine stat. Treffpunkt ist der Sitz des Präsidenten der SPK, Von-der-Heydt-Straße 16-18. Im Aufruf heißt es:

Die bundeseigenen Staatlichen Museen zu Berlin / Stiftung Preußischer Kulturbesitz nennen nicht nur zahlreiche geraubt Kunstschätze aus aller Welt ihr Eigen. Sie verwahren auch Tausende von menschlichen Gebeinen, die während der europäischen Kolonialzeit zu rassistischen Forschungen nach Berlin verschleppt wurden.

Am Welttag gegen Rassismus rufen der Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland sowie die NG-Bündnisse „No Humboldt 21!“ und „Völkermord verjährt nicht!“ zur Protestkundgebung auf:

Gegen die geplante Abschiebung der Gebeine an eine Institution, die sie erneut zu anthropologischen Forschungen nutzen soll.
Gegen die anhaltende Weigerung der Bundesregierung, sich Deutschlands kolonialhistorischer Verantwortung zu stellen.
Für die umgehende Rückgabe von menschlichen Gebeinen und angeeigneten Kulturschätzen an die Nachfahren der Kolonisierten.


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Heutigen Kolonialismus im Blick: Indigene Feminismen

11. März 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 77 von 129 der Serie Die Feministische Bibliothek

Erst gestern twitterte Lauren Chief Elk mal wieder eine Erinnerung, dass „Dekolonisation“ (Und auch „Kolonisation“) nicht einfach eine Metapher sei, vor allem keine, die vorwiegend weiße Menschen verwenden sollten in ihren Reden gegen Gentrifikation oder zu anderen sozialen Themen. Das ist kein Phänomen allein im englischsprachigen Raum. Als im letzten Sommer Angela Merkel das Internet als „Neuland“ bezeichnete, dauertes es auch nicht lang bis entsprechende Metaphern folgten. Damals schrieb ich:

Neuland (also das Internet) wurde mit Amerika gleichgesetzt. Einige Internet-User_innen (was ich gesehen habe vor allem weiße Typen) sehen sich als Native Americans, wobei natürlich immer der rassistische Begriff verwendet wird, und vergleichen in das Internet eingreifende Politken mit Jahrhunderten kolonialer Gewalt_Unterdrückung. Mit diesem Vergleich wird bis heute andauernde Gewalt verharmlost und das Erleben von rassistischer Gewalt affirmiert. Mit eigenem, hier oftmals auch besonders privilegiertem, Leid gleichgesetzt. Soll das die Ebene sein auf der Netzpolitiken verhandelt werden?

Auseinandersetzungen mit Kolonialismus/Dekolonisation sollten nicht nur als Quelle für Metaphern herhalten, sondern Bestandteil feministischer Gesellschaftschaftsanalysen sein. Indigener Feminismus (oder auch hier gleich besser im Plural „indigene Feminismen“), der dies selbstverständlich tut und Ansätze bietet, ist im deutschsprachigen Raum allerdings kaum Thema. Häufig wird die Relevanz nicht erkannt, die bis heute andauernden kolonialen Strukturen ignoriert oder höchstens weit weg (lies nach Amerika) geschoben (als wäre es dann weniger schlimm und als gäbe es keine Verknüpfungen). Ausgeblendet werden dabei beispielsweise auch die Kämpfe der Sami in Nordeuropa um ihre Rechte. Letzte Woche wurde der @sweden-Twitteraccount, in dem jede Woche eine andere schwedische Person schreibt, von Ylva Maria Pavval befüllt, die diese Möglichkeit nutze um eben über dieses Thema zu berichten.

Auf Deutsch habe ich leider noch keine guten Bücher gefunden, die sich mit feministischem Aktivismus und_oder feministischen Theorien indigener Frauen auseinandersetzen, aber in den letzten Jahren erschienen im englischsprachigen Raum zunehmend solche Werke, vor allem in Kanada. Drei Sammelbände möchte ich heute kurz vorstellen.

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DDR-Barbies, antirassistisches Kinderbuch, Free CeCe, Protest gegen Sarrazin – kurz verlinkt

26. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 231 von 355 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die aktuelle Ausgabe der an.schläge ist erschienen,  diesmal mit dem Schwerpunktthema Wohnpolitik, und wieder sind einige Beiträge online lesbar, z.B. das Interview mit einer lesbischen Bloggerin aus Jordanien.

Katrin Gottschalk und Margarita Tsomou widerlegen im Freitag die so steilen wie schlotterigen „Barbiefeminismus!“-Thesen, die von dort aus kürzlich die Runde machten (geschickter Move, diese kräftebindenen  These-Gegenthese-Zirkel, die in einer Staubwolke von Rabatz letztlich zurück auf Null führen… kennen wir ja auch von der taz) – zum Beispiel so: „Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, in der DDR wären Frauen und Männer gleichberechtigt gewesen.“

Die Tageschau berichtet: Bis Ende Juni 2014 soll es eine neue gesetzliche Regelung zur sukzessiven Adoption für nichthetero Paare geben – liberaler wird’s aber wohl nicht mit der Großen Koalition.

„‚Das Wort, das Bauchschmerzen macht‘ ist eine spannende Geschichte, die (nicht nur) Kindern zeigt, wie verletzend rassistische und diskriminierende Sprache ist. Aber auch, wie sich Eltern, Lehrer_innen und nicht zuletzt die Kinder selbst aktiv für ein respektvolles Miteinander einsetzen“- Nancy J. Dilla sammelt Funding, um ihr Kinderbuch gegen rassistische Sprache veröffentlichen zu können. Noch wenige Wochen könnt ihr das Projekt unterstützen!

Die Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung hat eine Broschüre über trans* Kinder und Jugendliche heraus gegeben. Sie kann hier herunter geladen und auch bestellt werden unter broschuerenstelle(at)senaif.berlin.de

Schon im letzten Jahr erschienen, aber (leider) immer aktuell: „Un_mögliche Bildung. Kritische Stimmen und verschränkte Perspektiven auf Bildungsun_gleichheiten.

englischsprachige Links

Ein weiteres wichtges Projekt, das auf Förderung angewiesen ist: die Dokumentation „Free CeCe“ über und gegen Gewalt gegen Transfrauen, von Laverne Cox und CeCe McDonald.

In Spanien mehren sich die Proteste gegen die kürzlich verschärfte regressive Abtreibungsrechtspolitik, berichtet der Independent.

Anita Little stellt im Ms. Magazine eine Reihe früher Schwarzer Feministinnen vor.

Aaminah Khan schreibt bei Black Girl Dangerous über Intersektionalität und auf welchen (unter anderem) rassistischen Narrativen der Vorwurf, dass Kritiken an weißem Mainstream-Feminismus „toxisch“ oder „Mobbing“ seien, aufbaut.

Bei Autostraddle geht es um das kolonialistische Erbe, welches der heterosexistischen Diskriminierung in einigen afrikanischen Ländern zugrunde liegt und beim kritischen Blicken dorthin oftmals unter den Tisch fällt.

Welche Veränderungen können feministische Bewegungen international bewirken? Ein Podcast beim Guardian widmet sich dieser Frage.

Der Guardian berichtet auch über die Pianistin Alice Herz-Sommer, die mit 110 Jahren als älteste bekannte Überlebende der Shoah verstorben ist.

Termine

Berlin: Heute um 19:30 Uhr im K-Fetisch findet die erste Veranstaltung der Reihe „Mir lebn ejbik – Wir leben ewig“ über Widerstand, Gedenken und Befreiung statt: „Frauen* im jüdischen Widerstand – die Meijdalach aus Bialystok.“

Auch in Berlin: Am 2. März (11 Uhr) will Thilo Sarrazin sein neues Buch im Berliner Ensemble vorstellen. Am 2. März findet daher auch eine Kundgebung dagegen auf dem Bertolt-Brecht-Platz statt – hier geht es zum Facebook-Event.

Vom 8. bis 13. März, ebenfalls in Berlin: die Berlin Feminist Film Week.

Das erste Kieler laDIYfest findet vom 18. bis 20. April 2014 statt. Spenden sind erwünscht!

Vom 12. bis 15. Juni  in Sachsen auf Gut Frohberg: Die frauensommerakademie*2014  – schon mal vormerken!


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Theatertipp: „Wo genau liegt nochmal Togo?“

22. Januar 2014 von Anna-Sarah
Veranstaltungsfoto zum Stück "Wo genau liegt nochmal Togo?" - vier Personen, die in Rückenansicht zu sehen sind, blicken auf eine Museumsvitrine voller Zigarettenverpackungen

Szenenfoto (c) Juliane Kremberg

Im vergangenen Herbst sah ich in Oldenburg ein Stück, das eigentlich gar kein „fertiges“ Stück, sondern ein sicht- und erlebbar gemachter Arbeitsprozess war: Wo genau liegt nochmal Togo? von und mit Simone Dede Ayivi, Katharina Kellermann, Juliane Kremberg und Anahi Pérez. Und wenn ich in Berlin wäre, hätte ich eine_n Kindersitter_in aufgetrieben, um es mir noch einmal anzusehen, auch wenn es diesmal Eintritt kostet. Was ich hiermit allen, die es einrichten können, ans Herz legen möchte.

Aus der Ankündigung:

Was hat sich als rassistische (Bild)-Sprache und koloniale Projektion in unserem Alltag bis heute festgesetzt? Anhand der deutsch-togoischen Geschichte forschen Ayivi, Kellermann, Kremberg und Pérez zum Kolonialismus. Sie thematisieren deutsche Kolonialgewalt als das, worüber MAN nicht spricht und verweigern sich strikt dem, was MAN kennt. Mit dem Ziel, Deutschland vor einer kolonialen Amnesie zu bewahren, macht sich die Gruppe auf die Suche nach Spuren afrikanischer Geschichte, nach Fundstücken kolonialer Vergangenheit und Gegenwart. Ist es möglich, sich im Raum des Theaters wahrhaftig zu erinnern?

Am kommenden Dienstag, 28.1., um 19:30 in den Sophiensaelen in Berlin-Mitte. Hier geht’s zu Facebook-Event.


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