Einträge mit dem Tag ‘Heinrich Böll Stiftung’


Feministische Bündnisse zwischen Generationen – und darüber hinaus!

20. Oktober 2015 von Magda

Ich habe wirklich mächtig geschwitzt vor und während dieser Podiumsdiskussion: „Berlin bleibt feministisch – ein Generationendialog.“ Die Diskussion war Teil der dreitägigen feministischen Konferenz «Dare the im_possible / Wage das Un_mögliche», die vergangenes Wochenende in Berlin stattgefunden hat. Viiiiele Menschen, Kameras und quasi Live-Kommentierung auf Twitter – mensch, war ich aufgeregt! Ein Fan-Grrrl Moment erleichterte mir das Ankommen: Vor der Diskussion traf ich eine Musikerin der legendären Flying Lesbians, yippieh!

Panelbild_dare2015

Dr. Claudia Neusüß, Cristina Perincioli und Magda Albrecht #dare2015 (v.l.n.r.)

Das Gespräch zu feministischen Bündnissen zwischen verschiedenen Generationen mit Cristina Perincioli, der Autorin des Buches „Berlin wird feministisch“ (2015, Querverlag), und mir ist nun online. Ein paar Konflikte kamen auf den Tisch, unter anderem die unterschiedliche Gewichtung von Rassismuskritik (milde ausgedrückt…). Das ist allerdings, so meine These, kein Generationenkonflikt, sondern eine politische Debatte und eine Frage der Perspektive.

Eine wichtige Erkenntnis der Podiumsdiskussion war die Tatsache, dass Bündnisse punktuell und themenspezifisch immer möglich sind – sofern das politische Ziel klar ist. Bündnisse können, aber müssen nicht zwangsläufig an Identitäten geknüpft sein. Und sind (zumindest für mich) nicht bedingungslos: Bestimmte Politiken sind mir wichtig – z.B. queere, rassismuskritische Perspektiven – und diese wünsche ich mir auch von Mitstreiter_innen in politischen Bündnissen.

Eine zentrale Voraussetzung ist, dass Feminist_innen unterschiedlicher Generationen überhaupt zusammenfinden (und solche Zusammenkünfte gibt es bereits, siehe die Diskussion). Das heißt, dass mensch mitunter auch mal in Räume gehen könnte, wo mensch sonst nicht so oft ist. Mein persönliches Fazit nach der Diskussion ist, dass feministische Gruppen und Räume zwar nach Alter strukturiert sind (neben anderen Kategorien, das fällt bei Generationendiskussionen leider häufig hinten runter). Es ist dennoch wenig sinnvoll, in stereotype Erzählungen zu verfallen von „den jungen hippen Feminist_innen im Netz“ und „den alten Frauenrechtlerinnen in ihren Frauenräumen“. Es gibt nämlich bereits viele hippe Feminist_innen aller Altersgruppen, die zusammen coole Sachen machen – auch im Netz ;)

Viele Diskussionen der Konferenz sind auf youtube zu finden und wurden auf einem extra für die Veranstaltung eingerichteten Blog zusammengefasst und kommentiert. Zu weiterlesen auch mein Text aus dem Jahre 2013: „Generationsübergreifende Bündnisse, Konflikte und Chancen


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„Dossier Asian Germany – Asiatische Diaspora in Deutschland“ ab sofort online

4. März 2014 von Naekubi

Dieser Beitrag erschien im Februar bei Danger! Bananas. Wir danken der Autorin Naekubi für die Erlaubnis zur Zweitveröffentlichung!

Ich möchte euch ausdrücklich auf das soeben veröffentlichte Dossier „Asian Germany“ von der Heinrich-Böll-Stiftung hinweisen, das einen facettenreichen Blick auf asiatisches Leben in Deutschland wirft.

In besagtem Dossier finden sich Beiträge von Kien Hoang Le, Trang Thu Tran, Carmen Wienand, You Jae Lee, Kim Gŭn-ch’ŏl, Lee Mun-sam, Kim Ch’ang-sŏn, Alisa Anh Kotmair, Nya Luong, Indira Hong Giang Berghof, Bé Điểm Nguyễn-Xuân, Baly Nguyen, Dan Thy Nguyen, Kimiko Suda, Sun-ju Choi, Nguyen Phuong-Dan, Stefan Canham, Angelika Nguyen, Yoko Tawada, Linda Koiran, Hanna Hoa Anh Mai, Miriam Nandi, Smaran Dayal, Noa Ha uvm.

Das Dossier wurde von Kien Nghi Ha konzipiert, der auch für den offenen Brief an den Heimathafen Neukölln verantwortlich zeichnet, und entstand in Kooperation mit korientation e.V. und dem Kultur- und Gesellschaftsmagazin freitext.

Anders als die Medien immer suggerieren, sind AsiatInnen in Deutschland zu einem kleinen, aber vitalen Teil der Gesellschaft geworden. Asiatische Deutsche sind keineswegs Fremde oder das Andere. Ich zitiere weiter aus der Pressemitteilung:

Vor diesem Hintergrund stellt das vorliegende Dossier „Asian Germany – Asiatische Diaspora in Deutschland“ Positionen und Perspektiven vor, welche die Norm der Fremdwahrnehmung mit ihren oftmals ausgrenzenden Grundannahmen in Frage stellen und diese mit den Innenansichten asiatisch-deutscher Eigensinnigkeit konfrontieren.

Das Dossier geht mittels literarischer Verdichtungen, Gesprächen und oral history-Narrationen und fotografischen wie analytischen Essays der Frage nach, wie postmigrantisches Leben aus asiatisch-deutschen Perspektiven reflektiert werden kann. Was passiert, wenn die Migration zu ihrem Ende kommt? Welche Identitäten, Identifikationen und Identitätspositionen entstehen dann?

Das Dossier besteht aus fünf Teilen:

  • Community und kulturelle Identität
  • Fokus: 50 Jahre koreanisch-deutsche Arbeitsmigrationsgeschichte
  • Kulturelle Selbstverortungen und Imaginationen
  • Salon der Kurzgeschichten
  • Transnationale Verbindungen und Hybridität

Ich finde das Dossier sehr gelungen – es zeigt in aller Deutlichkeit die Vernetzungen zwischen Asien und Deutschland in einer tatsächlich globalen Welt. Selbst ich entdecke weitere Wirklichkeiten von Asiatisch-Sein in diesem Land.

Das Dossier steht auch als PDF zum Download zur Verfügung.


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Nächsten Freitag Konferenz in Berlin: Energize, Polarize, Mobilize

15. März 2013 von der Mädchenmannschaft

Unter diesem Motto „Energize, Polarize, Mobilize. Menschenrechte. Beteiligung. Aktivismus. Internet“ veranstaltet die Heinrich-Böll-Stiftung am kommenden Freitag, den 22. März 2013 eine internationale Workshopkonferenz.

„Was sind die Werkzeuge und Trends, die Chancen und Herausforderungen für den Aktivismus im Jahr 2013?“

Das ist die zentrale Frage, um die es gehen wird. Welche neue Möglichkeiten haben Aktivist_innen zu kommunizieren und zu mobilisieren? Welche Chancen und Herausforderungen bieten digitale Technologien?

Es wird Panels geben, die diese Fragen in unterschiedlichen Bereichen und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und diskutieren werden. Angefangen von:

  • Wie lässt sich Aktivismus in eine politische Aktion übersetzen?
  • Feministische Bündnisse über Grenzen hinweg, welche gemeinsamen Kämpfe, Strategien zeigen sich?
  • Internetfreiheit vs Regulation und Überwachung, welche Methoden gibt es, wie können Aktivist_innen sich schützen?
  • Bis hin zu Panels, die eben jener Frage nach Meinungsfreiheit sowie den Menschenrechten auf den Grund gehen möchten.

Es sind spannende, mutige Aktivist_innen aus rund 20 Ländern dabei u.a.:

Jillian York, key note speaker, Electric Frontier Foundation
Elisabeth Ngari, Women in Exile, Deutschland
Jérémie Zimmerman, Internet-Bürgerrechtler, La Quadrature du Net
Maya Indira Ganesh, Tactival Technologie Collective
Reem Al-Masri, 7iber.com, Jordanien
Sheena Gimase Magenya, Sister Namibia, Windhoek
Vera Franz, Open Society Foundations, New York
Miss Kaewmala, thaiwomantalks.com, Thailand
Christian Mihr, Reporter ohne Grenzen, Berlin
Borka Pavicevic, Gründerin des Centre for Cultural Decontamination, Belgrad

Gemeinsam mit Digitale Gesellschaft e.V. und Reporter ohne Grenzen e.V. sind wir Kooperationspartner_innen dieser Konferenz.

Mehr Informationen findet ihr hier.


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Film, Fernsehen, feministische Forschung – kurz verlinkt

25. Januar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 143 von 343 der Serie Kurz notiert

In Computerspielen ist der Standardcharakter meist … standard. Weiß, männlich, durchtrainiert. Aber genau wie Gamerinnen die Nase voll haben von leicht bekleideten Busenwundern, sind auch Computerspieler langsam angenervt vom 08/15-Helden. The Mary Sue über Vorlieben bei der Wahl von Spielcharakteren.

Nach Korruptions- und Manipulationsskandalen ist die südkoreanische Parteienlandschaft in Bewegung geraten, berichtet Bikya Masr. Gleich drei Parteien werden nun von Frauen geführt, die zusammen 262 der 299 Sitze der Nationalversammlung kontrollieren. Trotz enormer Fortschritte in den letzten Jahren ist der Anteil von Politikerinnen in Süd-Korea noch relativ niedrig.

Zehn Autoren, die mal so richtig gegen das Literaturestablishment rebelliert hätten, stellte neulich Flavorwire vor. Ob man wen vergessen habe, fragte man immerhin auch. Hatte man: Keine einzige Autorin erschien in der Liste! Aufgrund der Kritik zog die Seite dann nach und stellte zehn „Bad Girls“ der Literaturgeschichte vor.

Nichts wirklich Neues bei Disney: Jungs sind clever, Mädchen werden nach ihrem Aussehen beurteilt, zumindest wenn es nach einer neuen T-Shirt-Kollektion geht. Goofy, Micky und Donald werden nach ihrem Charakter dargestellt, Minnie ist einfach nur “hot”, so Shine.

Sexuelle Belästigung ist, trotz Gesetzen, in Indien weiter ein großes Problem. Care2 berichtet von einem Vater, dessen Sohn erstochen wurde, als er Frauen schützen wollte. Er appelliert an die Regierung, endlich entschlossen gegen Belästigung vorzugehen.

Wahrscheinlich klettern die meisten von uns nicht unbedingt voller Vorfreude auf den gynäkologischen Stuhl. Aber für Frauen, die eine Vergewaltigung erlebt haben, sind diese Untersuchungen nicht selten einfach nur der blanke Horror. Bei Jezebel gibt es  einen Erfahrungsbericht über die  nötigen Vorbereitungen, damit die Untersuchung dennoch so erträglich wie möglich verläuft.

Der Jahresreader 2011 vom Feministischen Institut in Hamburg ist da.

Warum der Gebrauch des vermeintlich cool-subversiven Begriffs „tranny“ problematisch ist, ist nachzulesen bei funkyfest.

Sex and the City-Star Cynthia Nixon hat für Kontroversen gesorgt, als sie in einem Interview verkündete, ihre eigene Homosexualität sei frei gewählt.

Die Historikerin Yasemin Shooman hat für die Deutsche Islamkonferenz die Stereotypisierung muslimischer Frauen in öffentlichen Diskursen untersucht.

2012 geht der Marburger Kamerapreis an die Französin Agnès Godard. Godard wurde für ihre exzellente Arbeit in den vergangenen 20 Jahren sowie für ihren Einfluss und ihren Beitrag zum europäischen Kino ausgewählt. Am 2. März wird der Preis im Rahmen der 14. Marburger Kameragespräche verliehen. Die Vorreihe zu den Kameragesprächen beginnt am 8. Februar mit der Vorführung von Zusammen ist man weniger allein (Ensemble, c’est tout) im Marburger Filmkunsttheater.

Allerhand wissenswertes über die explizit antifeministische,  gerne mal am äußeren rechten Rand entlanglavierende Männerrechtsbewegung und ihre Aktivitäten hat das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung in einer umfangreichen Studie  zusammen getragen. Die komplette Publikation ist als pdf gratis herunterzuladen. Auch der österreichische derstandard berichtet und zitiert einen beteiligten Wissenschaftler: „Es geht den Akteuren – und das sind nicht nur Männer – um die Stärkung oder zumindest den Erhalt männlicher Vorrechte und das Zurückdrängen feministischer Argumentationen bzw. Institutionen. Dies gipfelt teilweise in Vernichtungsphantasien gegen den Feminismus und auch gegen einzelne feministische Personen.“

Und noch ein paar Termine: (mehr …)


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Fleißige Ladies im Web: Die Blogschau

2. Oktober 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 61 von 295 der Serie Die Blogschau

Anne Roth twitterte Anfang der Woche, dass die Heinrich Böll-Stiftung zur „gänzlich frauenfreien Netzpolitikveranstaltung“ lädt. Ein paar Tage später konnte man doch ein paar Frauen unter den Referent_innen finden. Anne Roth resümiert in einem späteren Blogartikel:

Natürlich gibt es ausreichend Frauen, die zu den Themen etwas sagen können. Sicher weniger als Männer, aber auf jeden Fall genug, um so ein Tagesseminar zu füllen. Falls doch mal eine Lücke entsteht, gibt es diese praktische Website: geekspeakr.com.

Der Mädchenblog hat einen grandiosen Buchtipp – Girls to The Front – über die Riot Grrrl Bewegung, empfohlen von den Musikerinnen von Le Tigre Kathleen Hanna und Johanna Fateman.

Onyx schreibt auf Gedankensalat über unhinterfragte Sexismen.

Auf Don’t you Believe the Hype gibt es eine Zusammenfassung der Broschüre “Starke Frauen, schwerer Weg” über die Benachteiligung muslimischer Frauen in der Gesellschaft, herausgegeben vom Interkulturellen Rat in Deutschland.

Gwen Dragon macht sich auf Biblio Draconis über den so genannten gender gap – dem Unterstrich_i – Gedanken und befindet, dass das Binnen-I besser sei.

Auf DieStandard.at gibt es einen kritischen Gastbeitrag von Marina Rauchenbacher zur Frida Kahlo-Ausstellung im Wiener Bank Austria Kunstforum.

Die Stadtpiratin schreibt in ihrem Artikel „Hand aufs Herz, Lady“ über Alice Schwarzer, Post-Feminismus und eine neue Weiblichkeit. Mehr zu Schwarzer und ihrem neuen Buch gibt es auf dem Theorieblog.

Zur Zeit findet die Young Media Summit in Kairo statt

Was bedeutet Bloggen in Deutschland, was in der arabischen Welt? Was können Blogger zum interkulturellen Dialog beitragen? Gibt es Gleichberechtigung beim Zugang zum Netz zwischen Männern und Frauen? 18 Blogger aus Deutschland und arabischen Ländern werden vom 2. bis 4. Oktober beim Young Media Summit 2010 in Kairo Antworten auf diese Fragen suchen.

Mit dabei sind Fräulein Tessa (flannel apparel), Annina Luzie Schmid (Girls Can Blog) und Julia Seeliger (Zeitrafferin).

Termine nach dem Sprung (mehr …)

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