Einträge mit dem Tag ‘Feminismus!’


Lesbische Fundstücke zum Thema Klasse

4. Juni 2015 von Julia
Dieser Text ist Teil 101 von 104 der Serie Die Feministische Bibliothek

Nadine Kegeles Roman Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause ist gespickt mit großartigen – analytisch scharfen, Nadine Kegele_Eidechsenwütenden, humorvollen – Sätzen, die Klassismus und Klassenunterschiede zwischen Freundinnen auf den Punkt bringen. Eine ausführliche Rezension dazu habe ich bereits in der Feministischen Bibliothek abgelegt. Heute will ich einige weitere und zwar lesbische Romane vorstellen, die aus Working-Class-Perspektive geschrieben sind und/oder die sonst wie kritisch mit Geldfragen, Lohnarbeit, Klassenherkunft oder Klassismus umgehen.

Der Roman Camille im Oktober der bereits verstorbenen Autorin Mireille Best dreht sich um die jugendliche Hauptprotagonistin Camille. Diese wächst in einem proletarischen, kleinstädtischen Umfeld in Südfrankreich auf, das stark durch materiellen Mangel geprägt ist. Camille verliebt sich in die Frau des Zahnarztes, die nicht nur älter ist als sie, sondern auch – und das ist das Entscheidende – einer anderen Klasse angehört. Was das bedeutet für Camilles Begehren und für das Aufeinandertreffen der beiden, das beschreibt Mireille Best auf treffende, berührende und zudem sprachlich originelle Art und Weise. Dasselbe gilt für das Leben der Müttergeneration, das mit erzählt wird: wenn die Mütter beisammen sitzen und miteinander reden, ohne viel zu wollen; wenn sie ausharren, ohne Veränderungsperspektive …

Camille im Oktober hat mich berührt wie wenige andere Bücher, es ist schmerzhaft traurig, ohne hoffnungslos zu sein.

Wanderurlaub von Regina Nössler ist ein lesbischer Krimi – und mehr als das. Die Autorin entführt die Leser_innen in eine Reisegesellschaft, die sich die Schönheit der kanarischen Inseln erwandern will, angeführt von einem urlaubsreifen Wanderführer. Was die Beteiligten vereint, sind Ängste und Unsicherheiten rund um Klasse(nherkunft), Jobs und Geld.
Einen Mord gibt es natürlich auch …

Nössler verknüpft die Spannung eines Krimis gekonnt mit den Themen Arbeitsverhältnisse und Klassenherkunft, und all dies vor einer schön-bedrohlichen Urlaubskulisse.

Aufhänger des Romans Eine Milliarde für Süderlenau von Astrid Wenke ist der Vorschlag einer maßlos reich gewordenen Süderlenauerin, sämtlichen EinwohnerInnen ‚ihrer‘ Kleinstadt ein Grundeinkommen zu finanzieren. Die Idee politisiert, weckt die Begeisterung und die Träume der SüderlenauerInnen, sie stößt aber auch auf Gegenwind: von Seiten der lokalen Wirtschaftselite.

Der Roman verbindet alltägliches und authentisches Kleinstadtleben, das Thema Grundeinkommen, Fragen familiärer Herkunft und eine lesbische Liebesgeschichte miteinander, auf unaufgeregte und amüsante Weise.

Auch für Science-Fiction-Fans habe ich eine Empfehlung: Gefährliche Sehnsucht von Toni Lucas. Gefährliche SehnsuchtKlingt nach Liebesschmonzette, und das ist es auch und zwar gekonnt. Obendrauf gibts ein durchaus interessantes Zukunftsszenario: Nach einer weltweiten Seuche fristen die überlebenden Erdenbewohner_innen ihr Dasein in streng nach Klassen separierten Gebieten. Die Hauptprotagonistin Anais entstammt einer zuhöchst stigmatisierten Gruppe, den Omegas, die ihre Herkunft in der Regel geheim halten (müssen). Ihre Überlebenschancen sind gering und ein ökonomischer Aufstieg ist kaum möglich, da gute Jobs ein Vermögen kosten. Anais entschließt sich zur Arbeit als Katze in einem der superreichen Haushalte der reichen Städte der Zukunft, gekleidet in einen Catsuit mit allerhand technischen Raffinessen. Zwischen Anais als Katze und ihrer Katzenbesitzerin auf Zeit entspinnt sich eine – strengstens verbotene – Liebesgeschichte …

Zum Nachdenken regen die konkreten Beschreibungen der auf den ersten Blick abstrus erscheinenden Jobsituation als menschliche Katze an. – Vieles davon ist auf den zweiten Blick eben doch recht vertraut, unheimlich vertraut: Lohnarbeit in Privathaushalten etwa oder Ansprüche an eine möglichst vollständige Identifizierung mit dem eigenen Job. Unterschiede zur fiktiven Live-in-Katze der Zukunft sind fraglos da, aber irgendwie scheinen sie doch eher gradueller Natur zu sein. Und was das Bezahlenmüssen für Jobs anbelangt: In Großbritannien verlangt eine Zeitungsgruppe nun Geld von ihren Praktikant_innen. Dafür erhalten sie ein schönes Empfehlungsschreiben zum Abschluss. Miau.


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Frauenkampftag, Germany’s Next Top Model und Punk – die Blogschau

7. März 2015 von accalmie
Dieser Text ist Teil 270 von 277 der Serie Die Blogschau

Die trans*geniale f_antifa ruft zum Inter*- und Trans*-Block auf der Demonstration zum Frauenkampftag in Berlin auf und kritisiert die mangelnde Intersektionalität des Demonstrationsaufrufs des Organisationsbündnisses. Treffpunkt des Inter*- und Trans*-Blocks sowie des Sexarbeiter_innen-Blocks ist morgen, 8. März, an der Ecke Rosa-Luxemburg-Str. / Hirtenstr. (vor dem Kino Babylon), um 13 Uhr.

Die Stiftung Zurückgeben (Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft) gab ihre Stipendiatinnen des Jahres 2015 bekannt, deren Projekte mit insgesamt 30.000 Euro gefördert werden.

Noah Sow plädiert für mehr Kontinuität und gegen vermeidbare Unterbrechungen in der Community-Arbeit.

10 Jahre Germany’s Next TopmodelCandy Techno schreibt über die „Lieblingsorgie des Neoliberalismus (= Castingshow)“, Paris Teilnahme, Cisnormativität und Empowerment.

Ein Fest queerer Femininitäten: In Wien fand die Veranstaltung „Purrr! _Femme!-ance!: Queer Feminities in Action“ statt – Sugarbox berichtet.

Punk ist nicht nur was für heterosexuelle, weiße Typen In_Frage_Stellen: Musik stellt den Comic von Suzy X vor.

Genderfail analysiert die „Hart aber fair“-Sendung zum Thema „Gender Mainstreaming“ und resümiert, dass die Ausgabe „eine Machtdemonstration par excellence und ein Tiefpunkt des Journalismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen“ war.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) fordert Gesetzgeber_innen in Bund und Ländern zur Streichung des Begriffs „Rasse” aus dem Grundgesetz, den Landesverfassungen und allen Gesetzestexten auf.

Die Bundesagentur für Arbeit plant offenbar, soziale Medien mithilfe eines Social Media Monitoring-Programms auszuwerten und so die Aktivitäten von bestimmten Personen, die zum Beispiel Kritik an Hartz IV oder der Bundesagentur üben, gezielt verfolgen und potenziell sanktionieren zu können. Christel T.’s Blog analysiert dieses Vorhaben und bereits vergangene Vorfälle.

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Rassismus, Scheindebatten und Neujahrsvorsätze – Die Blogschau

10. Januar 2015 von Sabine
Dieser Text ist Teil 267 von 277 der Serie Die Blogschau

„Fremde klopfen mir anerkennend auf die Schulter allein deswegen, weil ich existiere.“ Die verstorbene Aktivistin Stella Young bezeichnete dies als „inspirational porn„, wenn eine Gruppe von Menschen, nämlich Menschen mit Behinderung behinderte Menschen, als Objekt der Inspiration dargestellt würden.

„Tweet, tweet, tweet, wir haben uns alle lieb“:  In diesem Artikel widmet sich Emine dem australischen Hashtag“#I’llRideWithYou“ und erklärt, weshalb der Slogen schon einen Anfangsfehler hatte und weshalb sie keine Toleranz möchte.

In „Entweder Oder“ wird das vermeintliche Dilemma der Zugehörigkeits-Gruppen anhand der vergangenen 31c3-Konferenz beschrieben. Was bedeutet es, sich sowohl autistisch und gender-queer zu verstehen, aber in bestimmten Räumen auf ein „Entweder Oder“ zu stossen?

Neujahrsvorsätze? Reizende Rundungen hat schon einmal eine wichtige Liste für uns – und warum unser Körper unser Hoheitsgebiet sein sollten, vorbereitet.

Rassismus oder Leipziger Tradition? „Schon seit jeher ist Silvester in Leipzig für mich mit Stress verbunden. Zu oft habe ich erlebt, wie rein „zufällig“ Böller und Raketen in meine Richtung geflogen sind.“ Ein Bericht über das jährliche Silvester in Leipzig und warum die eigene Kapunze unter Umständen gefährlich werden kann.

Schleuser_innen, die Menschen auf ungesteuerten Schiffe transportieren, sorgen im EU-Flüchtlingskontext für Empörung und gelten als gewissenlos. Während des Nationalsozialismus wurden Schleuser_innen (im Nachgang) heroisiert, weil sie Menschen retteten. Mehr dazu auf andersdeutsch.

Ein lesenswerter Text von Antje Schrupp über „Männer, die auf Feministinnen starren“.

Neues Jahr, neuer Style-Crush, indeed: Ein tolles Interview mit der modischen Wahlberlinerin JJ auf Queer Vanity.

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#emmaistfürmich oder: Deutschland, dein Netzfeminismus.

5. November 2014 von Nadine

Das „feministische“ Magazin Emma wollte wohl auch mal bei diesem Netzaktivismus mitspielen und rief unter #emmaistfürmich ihre Leser_innen dazu auf, Videobotschaften, Emails, Selfies, Tweets usw an die Redaktion zu senden. Auf Twitter kam der Hashtag besonders gut an und erfreut sich derzeit großer Beliebtheit, damit alle ™ endlich ™ mal sagen können, was vom Zentralorgan Alice Schwarzers zu halten ist. Nun sollte es nicht wirklich verwundern, dass an diesem Heft kein gutes Haar gelassen wird und der überwiegende Teil der Emma-Fans offenbar Twitter selten bis gar nicht benutzt.

Allerdings ist ja nicht erst seit gestern bekannt, dass die Emma so ziemlich alles ist, nur nicht feministisch. Bereits die fast zeitgleich gegründete, oft als „Gegenmagazin“ gewertete, Courage, und viele andere feministische, lesbische und frauenbewegte gedruckte Publikationen, die heute nicht mehr existieren (wen wundert’s?), verfolgten andere Strategien feministische Bewegungen und Debatten abzubilden und zu diskutieren als Paternalismus pur, auch wenn sie es oft genug nicht schafften, über den eigenen weißen, christlich geprägten, deutschen, frau=feminismus Tellerrand hinauszublicken. Alice Schwarzers Meinungen, die im übrigen keine Erfindung von Alice Schwarzer selbst sind, sondern gerade hierzulande auf fruchtbaren, anschlussfähigen Boden fallen, wurden, seitdem sie das erste Mal den Stift und öffentlich Reden geschwungen hat, als mindestens unzureichend und verkürzt kritisiert – so wie es die gesamte weißdeutsche FrauenLesbenbewegung wurde. Festgehalten in unzähligen Schriftstücken, archiviert und auffindbar mit ein bisschen Recherche. Im Allgemeinwissen haften geblieben dürften lediglich wenige „Interventionen“ (eher Inszenierungen) sein, z.B. das gruselige Gespräch mit Antifeministin Esther Vilar und Verona (damals noch) Feldbusch. Aktivist_innen erinnern sich auch gern an die großzügigen Geldspenden der ehemaligen Frauenministerin Kristina Schröder für das Schwarzer-Imperium.

Sich von der Emma und Alice Schwarzer zu distanzieren ist leicht, dienten beide doch schon immer als perfekte Projektionsfläche für antifeministische Diskurse und Schuldzuweisungen, dass der Feminismus(tm) so einen schlechten Ruf hat. Beides hängt leider miteinander zusammen. Schuldzuweisungen werden erteilt, weil Antifeminismus (auch) auf dem Rücken von Emma/Alice Schwarzer ausgetragten wird, allerdings wäre dann die Verantwortung eher in einer durch und durch antifeministischen Gesellschaft zu suchen. Solange Antifeminismus als Abwehr von Gleichstellungsbestrebungen verstanden wird. Dass auch letztere antifeministisch wirken, weil sie in dem Sinne nur eine marginale Gruppe von lediglich Frauen überhaupt im Blick haben und ein sehr eindimensionales Verständnis von Feminismus besitzen, ja das Gleichstellungsbestrebungen in Deutschland auf anderen Diskriminierungen aufbauen, wird gar nicht erst gesehen oder kritisiert. Intersektionale Praxis bedeutet auch im hiesigen Netzfeminismus oft: Erst ich (also weiß, middle-class, hetero) und (wenn überhaupt) dann alle anderen.

Im Grunde wird hier mal wieder eine Scheindebatte initiiert, um sich selbst als die_der bessere Feminist_in zu fühlen, die_der alles richtig_er macht. Nun ja, höchst problematische Personen und ihre Werke (aktuelles Beispiel: Lena Dunham, Emma Watson) werden solange abgefeiert, bis eine andere Schwarze Feminist_in, die nicht in Europa lebt und in den Augen der hiesigen weiß dominierten feministischen Gemeinde genügend Credibility und Famefaktor besitzt, sie kritisiert. Dann wird entweder mitkritisiert oder stillschweigend vergessen, was mal für gut und richtig befunden wurde. Das ist dann intersektional. Street Harassment, sexualisierte und häusliche Gewalt gilt solange als Bürde weißer Heteras, bis zu eben jenen mal vorgedrungen ist, dass weder alle Typen gleichermaßen Gewalt im öffentlichen Raum ausüben oder vom Patriarchat profitieren noch weiße Heteras der enormen Gewaltrealität ausgesetzt sind, die z.B. Schwarze Trans* Frauen und Trans* Frauen of Color erleben. Hauptsache #aufschrei lässt sich gut kapitalisieren. Über „die Migrantinnen und Transgender“ kann ja nicht auch noch gesprochen werden. Mein Körper gehört mir, solange er weiß, dünn, normschön ist und der deutsche Staat an seiner Reproduktion interessiert. Aber mitdenken, das tun wir. Irgendwie. Das ist nämlich intersektional. Und die Alice macht das nicht, deswegen ist die auch voll doof. Außerdem hat sie Queen Bey als Schlampe betitelt.

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Triggerwarnungen, Skinhead-Looks und Anti-Homo-Demo in Stuttgart – die Blogschau

27. Oktober 2014 von Sabine
Dieser Text ist Teil 260 von 277 der Serie Die Blogschau

Nele Tabler schreibt für das Magazin Vice ihre Erfahrungen mit den Bildungsplan-Gegnern auf der Anti-Homo-Demo in Stuttgart auf. Die Aussagen der sogenannten Bildungsplan-Gegner sind homophob, heteronormativ und beinhalten auch eine NS-Rhetorik.

Warum Triggerwarnungen problematisch sind und auch die Vorstellung von schwachen, fragilen Gewaltopfern reproduziert lest ihr auf Identitätskritik.

„Jetzt bewohne ich einen Zwischenort mit der Sammeladresse ‚non-binary‘, und das ist erst mal okay so.“ Bluespunk über W_ortfindungsstörungen beim Benennen des eigenen Körpers und den Erfahrungen damit.

In Nina LaGrandes Kurzgeschichte geht es um das Innenleben einer „internetaffinen“-Protagonistin beim Bewerbungsgespräch.

Auf Queer Vanity thematisiert Heng die Problematiken hinter Skinhead-Looks, die von weißen Menschen getragen werden.

In der aktuellen Progress erklärt Anne Pohl am Beispiel des #gamergate (wir berichteten), wie stereotype Rollen und organisierte Hasskampagnen miteinander zu tun haben.

Über (Netz)Feminismus als Selbstinszenierung schreibt Nadine auf ihrem Blog Medienelite.

Deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher, die queer sindqueerdenke_n mit einem Überblick.

Auf die rassistisch motivierte Frage „Woher kommst du?“ kontert Heng auf Tea-Riffic mit witzigen Antworten.


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Diskussionen über Triggerwarnungen und Mansplaining-Belege – kurz verlinkt

16. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 247 von 283 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die russische Aktivistin und Publizistin Walerija Iljinitschna Nowodworskaja ist im Alter von 64 Jahren gestorben.

Englischsprachige Links

Der Us-amerikanische Profi-Fussballer Landon Donovan ist nicht derjenige, der in seiner Zeit als aktiver Spieler die meisten Tore schoss (wie viele Medien berichten), sondern die Fussball-Spielerin Abby Wambach. Männerfussball scheint in der Berichterstattung wohl wieder mal der Maßstab zu sein, wie die Huffington Post berichtet.

Wurde Eure Timeline auch von diesem Jack Halberstam-Text heimgesucht, der letzte Woch viral ging? Auf Teile des Ganzen gibt es einen Antworttext auf „You Are Triggering me! The Neo-Liberal Rhetoric of Harm, Danger and Trauma“, kurz und knapp: Snarking Back.

Andrea Smith kontextualisiert Triggerwarnungen und schreibt über deren Bedeutungen in einer größeren Befreiungs- und Anti-Gewalt-Bewegung. Dabei zeigt sie auf, wie wichtig es ist Bewegungen zu bauen, in denen traumatisierte Menschen Platz haben.

Für alle, die noch „Beweise“ benötigen: Bitch Magazine hat sieben Studien zusammengestellt, die zeigen, dass „mansplaining“ existiert und wie es funktioniert.

Eine Empfehlungsliste zu Werken die sich mit Themen rund um LGBT und Judentum/jüdische Identitäten/jüdische Erfahrungen drehen, bzw. von jüdischen LGBT-Autor_innen verfasst wurden.

Im Juni war eine studentische Gruppe unter Leitung der Professorin Heidi Reneé Lewis vom Colorado College in Berlin zu Gast und veranstaltete eine Reihe von tollen Diskussionsrunden zu den Themen Feminisimus_Anti-Rassismus. Mit dabei war u.a. Sharon Dodua Otoo mit ihrer Witnessed-Reihe und Magda zu fetten Aktivismus in Deutschland.

Termine

Vom 11. bis 14. September findet in Hannover das Hip Hop-biggerthanfest statt. Infos findet Ihr hier.


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Quotenfragen, feministische Sexualkunde und das eigene Herz – die Blogschau

12. Juli 2014 von Nadia
Dieser Text ist Teil 252 von 277 der Serie Die Blogschau

Über die Zusammenhänge von „Essstörungen“, sexistischen Verhältnissen, Pathologisierung, Veganismus und die Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen in und außerhalb der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung erschien ein sehr lesenswerter Text auf Antispe Dresden.

Über nervige Fragen zur Fauenquote und Zahlen schrieb Anne Schüssler: „Was Sie schon immer über Frauenzählen wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten“.

Der Kaiserin ihre neuen Kleider: reizende Rundungen präsentiert ein neues Layout.

Asaekante plädiert für zeitgemäßen Sexualkundeunterricht und gegen die Tabuisierung von Sexualität, die oftmals mit sexistisch-patriarchaler R*pe-Culture einhergeht. Auf Das Ende des Sex wurde zudem eine Solidaritätserklärung für die Wissenschaftlerin Elisabeth Tuider veröffentlicht, die seit Anfang Juli einem Shitstorm ausgesetzt ist, nachdem medial ihre Ansätze für Sexualkunde diskutiert wurden.

Wie in Zeiten der Trauer im sozialen Nahfeld aus Fat Shaming auf einmal die Konstruktion von „tröstendem Essen“ und „Körper als Schutzschild“ hervorgeht – riotmango hat sich darüber gewundert.

Auf umstandslos. wurden Wörter rund um Schwangerschaft und Feminismus gesammelt und mit entprechenden Verlinkungen versehen.

lightsneeze hat ein sehr schönes Gedicht veröffentlicht: mein herz gehört mir.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Lego-Wissenschaftlerinnen und Feminismusdebatten – die Blogschau

14. Juni 2014 von Nadia
Dieser Text ist Teil 249 von 277 der Serie Die Blogschau

Es wird bald ein Lego-Set mit Wissenschaftlerinnen geben. Charlott hat über die angekündigte Reihe geschrieben.

Helga hat nochmal Meredith Haafs Text über verfehlte Feminismusdebatten ergänzt.

Denkwerkstatt stellt eine Arbeit vor, die sich mit Care-Migrantinnen aus der Slowakei, die in Österreich in der 24-Stunden-Pflege tätig sind, beschäftigt.

Hannah hat anlässlich des internationalen Tags gegen Kinderarbeit einen ausführlichen Text zum Thema geschrieben.

Über das umstritttene Exoskelett bei der Fußball-WM erschien ein Artikel auf Leidmedien.

safeblogging hat 109 Bloggerinnen zu ihren Erfahrungen mit dem Schreiben im Netz befragt. Daraus hat sie eine Reihe von Tipps entwickelt, die beim Einstieg in Blogaktivitäten helfen könnten. Sie geht dabei auch auf die Anfeindungen und Angriffe im Netz ein, von denen die Befragten berichteten. Ein sehr lesenswerter Beitrag und in einigen Punkten aber auch durchaus diskussionswürdig (z.B. was die kritische Rahmung betrifft).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Ein queer_feministisches Festival trotz*t den Verhältnissen: Das Antifee in Göttingen

2. Juni 2014 von Magda

Ein queer_feministische Festival trotz*t den Verhältnissen: Alle Jahre wieder findet das Antifee in Göttingen statt. Das Antifee ist ein selbstorganisiertes Festival, welches dieses Jahr bereits zum neunten Mal stattfindet. Am 6. und 7. Juni wird es auf dem Campus beim Blauen Turm eine bunte Mischung aus Party & Politik geben.

Antifee 2014

Bisher bestätigt sind u.a. Workshops zu Safer Sex, Bisexualität, antimuslimischen Rassismus, Graffiti oder eine fette Empowerment Diskussion. Auf der Bühne rocken unter anderem Rae Spoonfriend crush, Bad Kat und Leah King.

Die Orga-Gruppe hat sich viele Gedanken um Barrieren gemacht und wie diese etwas abgeschwächt werden können. Gesucht werden auch noch Helfer_innen: Wenn ihr euch vorstellen könnt, eine Sicherheitsschicht zu übernehmen, schreibt bitte an ansprechgruppe [at] antifee.de


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Intrigen zum Muttertag, perfide Willkommenspolitik und billige Erdbeeren – kurz velinkt

15. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Heribert Prantl seziert die deutsche „Willkommenskultur“ anhand eines neuen Gesetzentwurfs zur Asylpolitik. Für Flüchtlinge heißt es darin entweder Abschiebe- oder Aufnahmehaft.

Hier eine passende Petition, die Ausdruck der perfiden Asylpolitik ist. Ein Hungerstreik von Asylsuchenden in Berlin, ein Gesuch an den Innenminister Thomas de Maizière sie als Geflüchtete anzuerkennen.

Der queere kanadische Singer-Songwriter Rae Spoon ist gerade in Berlin und wurde von der Siegessäule zu „Heimatgefühlen und Identität“ interviewt.

Woher kommen die billigen Erdbeeren im Supermarkt, die es ganzjährig zu kaufen gibt, und auf Kosten von wem? Hier eine Auswertung über marokkanische Migrantinnen in Südspanien und die sexistischen Arbeitsbedingungen.

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat ihren Info-Stand am vergangenen Samstag in Münster von einem rechten, der NPD nahen Schlägertrupp bewachen lassen. Bei kritischen Stimmen und journalistischen Nachfragen wird mit Gewalt gedroht.

Aus dem Selbermachsonntag ein Hinweis: Miranda und ihre Freundin haben eine neue Facebook-Seite gegründet: „Curls Pride„: Dort werden kleine Portraits von Personen mit Locken gezeigt, die wir zu ihren Erfahrungen mit ihrem Haar befragen. Es geht dabei um Empowering für Lockenträger_innen (vor allem bei People of Colour), welche sich oft im jungen Alter unwohl/anders damit fühlen und sie deswegen glätten.

englischsprachige Links

Die Plus Size Bloggerin Gaby Fresh gibt dem Lied „***Flawless“ von Queen Bey eine wichtige, weitere Perspektive. Jeder Körper ist makellos (flawless), das ist die Botschaft an die Medien, Werbe- und Modeindustrie:

Wer kennt Coya Knutson? Knutson war erfolgreiche Politikerin im US-amerikanischen Kongress, bis ihr Ehemann zum Muttertag (vor 56 Jahren) eine bitterböse Intrige spinnt und sie öffentlich zur Aufgabe ihres Amtes „bittet“ zwingt.

Ein Interview mit dem Künstler Ricardo de Paula, über die Ränder („margins“) in der brasilianischen Gesellschaft, Widerstand, das Überleben, Schaffen von (Tanz-)Räumen und der brasilianischen Philosophin Estamira. Estamira ist eine Persönlichkeit, die eben dies symbolisiert.

Eine wissenschaftliche Studie hat den Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt und chronischer Erkrankung untersucht (Inhaltswarnung: Gewaltbeschreibungen).

#BringBackOurGirls – Was steckt eigentlich dahinter und wie viel ist das Leben von Schwarzen Frauen und Mädchen in Nigeria eigentlich wert? Eine dichte Analyse von Brittney Cooper.

Die Times hat sie zu den 100 einflussreichsten Menschen gewählt, für das Cover wählt Beyoncé Hot Pants. bell hooks nennt die Musikerin eine Terroristin und ihr Bild die Verkörperung der Sklaverei. Warum hooks‘ Bild und Annahmen über Beyoncé nicht die richtigen Fragen stellen, und die intellektuelle Dekonstruktivistin und Feministin vielleicht selbst in eine Falle tappt, lest ihr hier.

Das Pentagon zieht es in Erwägung, Chelsea Manning von einem Militärgefängnis in eine zivile Haftanstalt zu transferieren. Der Grund sollen die medizinische Bedürfnisse für Trans* sein, für welche ein Militärgefängnis nicht ausgestattet ist. Es ist allerdings auch bekannt, dass Gefängnisse für Trans* gewaltvolle Orte sind und stellt Anschlussfragen.

Termine

Heidelberg – Aufgepasst: am 23. Mai findet im Café Unterstrich aka Gegendruck in Heidelberg die Soli-Party für das Lady-Fest am 10. bis 13. Juli statt.

Dresden – Ljil­ja­na Ra­do­nic hält einen Vortrag mit dem Titel „Von weib­li­chen Op­fer­my­then. Deut­sche Frau­en­be­we­gun­gen und An­ti­se­mi­tis­mus“. Er wird am 21.​05. um 19 Uhr im kos­mo­tique (Mar­tin-​Lu­ther-​Stra­ße 13) statt­fin­den. Der Ein­tritt ist frei.

Dresden – Am 20. Mai gibt’s einen Vortrag von Nadine Lantzsch: „War’s das schon? Feministischer Aktivismus im Netz: Möglichkeiten, Grenzen und Handlungsräume im Digitalen“ im Rahmen der Vortragsreihe „Das Private ist Politisch“.

Berlin – Am 16. Mai findet im Mio’L in Berlin die Soli-Party für Asylum Rights Evolution statt.

Berlin – Am 17. Mai gibt es einen Open Space für Schwarze Mütter im interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I. Der Workshop wird von der wunderbaren Sharon Dodua Otoo geleitet.

Berlin – Cool, es wird am 20. Mai ein Dokumentarfilm über die feministische, ikonische Punksängerin (Bikini Kills, Le Tigre) und Feministin Kathleen Hanna gezeigt. Sogar Open Air, bei Regen findet es trotzdem statt – nur drinnen.

In Kiel soll ein feministisches Café entstehen. Dafür findet am 21. Mai ein Planungstreffen statt.


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