Über Sexismus reden – Antisexismus-Tage Wuppertal
3. August 2012 von VirulettaSexismus und sexualisierte Gewalt sind Alltag. Auch in linken Zusammenhängen. Um dieses oft tabuisierte und kleingeredete Thema zur Sprachen zu bringen, organisieren Aktivist*innen aus Wuppertal und Berlin nun die Antisexismus Tage Wuppertal vom 10. bis 12. August.

Linke und/ oder autonome Zentren labeln sich in der Regel als antisexistisch. An Türen und Wänden kleben meist Zettel, auf denen steht, dass Macker*innen hier nicht gerne gesehen und sämtliche *ismen bekämpft werden würden. Dies soll zum einen ein Gefühl von Sicherheit und Willkommensein vermitteln, zum anderen das Selbstverständnis der dort arbeitenden Gruppen zum Ausdruck bringen. Doch leider genügt eine gute Absicht, auch wenn sie noch so plakativ nach außen getragen wird, noch lange nicht, um einen tatsächlich gewaltfreien Raum zu schaffen. Zettel und Schilder halten Menschen nämlich nicht davon ab, sich wie Arschlöcher zu verhalten, Privilegien auszuspielen und anderen Menschen Gewalt anzutun.
Diese Erkenntnis ist nicht neu. Zumindest nicht für Menschen, die von den *ismen betroffen sind, deren Bekämpfung sich linke Gruppen nur zu gerne auf die Fahnen schreiben. Aber trotzdem wird all das viel zu selten thematisiert, was nicht zuletzt daran liegt, dass in linken Zusammenhängen in den meisten Fällen dieselben Hierarchien bestehen wie in der restlichen Gesellschaft. Lieber wird abgelenkt, indem der Fokus auf die „richtigen“ Sex-, Rass- oder sonstige -ist*innen gelenkt wird. Die Probleme werden ausgelagert, die eigene Position im System totgeschwiegen. In Wuppertal wurde Anfang Mai eine Kampagne gestartet, die sagt: Es reicht! (PDF) In einer 8-seitigen Stellungnahme wird dort die Schließung des AZ Wuppertals gefordert.
Indem ein Raum existiert, der ein angeblicher Freiraum ist, schafft er Hoffnungen und zerstört sie umso gründlicher. In der Schule, auf der Arbeit, im Supermarkt, im Bus, werden wir zu angeblich “anderen”/”nichtdeutschen”, in unserer Existenz unsichtbar gemacht, widerlich angebaggert, einer permanent, latenten Bedrohung durchs nicht-weißmännlichdeutschhetero sein ausgesetzt – im AZ auch. Und das ist tausendmal schlimmer als im Bus. Denn es verbleibt kein Ort mehr. Ihr nehmt den Raum weg. Den Raum den es geben könnte.
FÜR DIE FOLGENDEN ZWEI ABSÄTZE GILT EINE TRIGGERWARNUNG! (weiterlesen …)
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