Einträge mit dem Tag ‘Barack Obama’


Sommer, Hitze und mal wieder Rassismus-Fails – die Blogschau

22. Juni 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 207 von 260 der Serie Die Blogschau

Auf kleinerdrei gibt es einen sehr umfangreichen und mit vielen Hinweisen und Tipps gespickten Text zu Programmieren für Mädchen.

Me Myself and Child schreibt über Sommer_Ferien mit Kind.

RagingJosefine thematisiert ihre Versuche an einer Schauspielschule angenommen zu werden und was das alles mit Lookismus zu tun hat.

Accalmie nimmt auf ihrem privaten Blog den letzten rassistischen “Satirebeitrag” der taz zu Barack Obama auseinander.

Angela Merkel hat während Obamas’ Besuch in Berlin Internet als “Neuland” bezeichnet. Das sorgte für einige Lacher, das Hashtag #neuland auf Twitter und gleichzeitig jede Menge rassistische Vergleiche und Metaphern, analysiert Femgeeks.

In die Reihe der Webseiten, die bei Gewalt gegen Frauen nicht sensibilisiert sind, reiht sich nun auch die Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein, berichtet Helga auf Femgeeks.

Wenn sich Oberschenkel beim Laufen in der sommerlichen Hitze ständig berühren, kann das mitunter sehr schmerzhaft werden. Auf Identitätskritik gibt es praktische Tipps, was eine_r gegen vorbeugend tun kann.

Schläge und Prügel waren vor einiger Zeit gesellschaftlich anerkannte Erziehungsmethoden. Somlu schreibt einen sehr persönlichen Text über Gewalterfahrungen in ihrer Kindheit.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Barack Obama, Frauen in der Musik und sexuelle Belästigung in Frankreich – kurz notiert

16. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 152 von 253 der Serie Kurz notiert

daStandard.at berichtet über Migrant_innen und ihre „Vorbildfunktion“ in bestimmten Berufen.

Barack Obamas Bekenntnis zur Homo-Ehe sorgte für weltweiten Jubel. Aber warum wird ein Bekenntnis, dass allen Menschen gleiche Rechte zustehen sollten, eigentlich mit einem “Danke” bedacht, fragt sich beispielsweise blackgirldangerous und zählt auf, welche Gruppen Obama in seinem “Selbstfindungsprozess zur Homofreundlichkeit” nicht mitbedacht hat.

Auf 20000Frauen gibt es Fotos von der Zeltstadt der Frauen in Wien zu sehen.

Menschen mit Namen, die nicht mit einer weißen, deutschen Person in Verbindung gebracht werden, sind häufiger rassistischen Diskriminierungen ausgesetzt. Das stellt jedoch keinen hinreichenden Grund dar, diesen ändern zu lassen, entschied das Verwaltungsgericht in Göttingen und wies damit die Klage einer aserbaidschanischen Familie ab, nachzulesen bei welt.de

Shirley Manson, Frontfrau von Garbage, ärgert sich in einem Interview mit dem Musikmagazin NME über die Tatsache, dass mittlerweile zwar mehr Frauen im Musikbusiness repräsentiert sind, diese aber lediglich Feigenblätter in einem weiterhin männlich dominierten Umfeld sind.

Angrapschen in Frankreich derzeit legal, weil das Gesetz von jetzt auf heute gestrichen wurde. Ein Neues soll kommen, bis dahin gilt weitgehende Straffreiheit, berichtet die taz.

Fakten über die Situation von Frauen im Agrarsektor von Afrika hat africanfeminism.

Julia Lemmle und Atif Hussein von der antirassistischen Interventionsgruppe “Bühnenwatch” sprechen im Interview mit der taz über rassistische Darstellungspraxen an deutschen Theaterbühnen.

Die Festplatten der südafrikanischen Fotografin Zanele Muholi sind gestohlen worden, so Diva Magazine. Sie dokumentiert seit mehreren Jahren das Leben von Schwarzen Lesben.

Einen Monat dauerte es – dann schwappte der Elektronista-Blogbeitrag über eine Dell-Veranstaltung durch die Blogosphäre. Der Computerhersteller hatte einen „lustigen“ Moderator engagiert, der allen Männern riet, zu Hause ihren Frauen „halt die Klappe, Schlampe“ zuzurufen. Inzwischen hat die Firma sich entschuldigt, so Wired.

WORSE THAN QUEER ist nicht nur eine Zeile aus einem Bikini Kill Song, sondern auch der Name eines kleinen Riot Grrrl inspirierten Festivals, das im Januar 2012 zum ersten Mal in Nürnberg stattfand. Dessen Initiatorinnen, eve massacre und jessthreat, hatten die Idee, anlässlich dessen eine Compilation zu machen – eine Compilation mit einem Thema: Grrrls Drinking Songs.

Witnessed, ein Buchprojekt von und über Schwarze Autor_innen in Deutschland, startet einen neuen Finanzierungsversuch und bittet um eure Mithilfe.

Termine und eine Stellenausschreibung (mehr …)


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Ein Krieg gegen Frauen

18. Mai 2011 von Magda

Wenn ich in der letzten Zeit einen Blick über den großen Teich wage, möchte ich mir kräftig die Augen reiben und hoffen, dass dies alles nur ein schlechter Traum sei: Eine schier unglaubliche Zahl an Ge­setzes­ent­würfen wurde in den letzten Monaten in den USA von überwiegend re­publikanischen Ab­geordneten auf den Weg gebracht, die nur auf eines ab­zielen: das Recht auf kör­perliche Un­versehrt­heit und aus­reichende gesund­heitliche Ver­sorgung von Frauen ein­zu­schrän­ken. Die US-Amerikaner_innen sprechen in diesem Kon­text schon von einem War on Women (“Krieg gegen Frauen”).

Buttons für Abtreibungsrechte

So ist die teil­weise aus Bundes­mitteln finan­zierte Gesund­heits­organisation Planned Parent­hood, die sich als pro choice versteht und die nicht nur in Fra­gen Ver­hütung, Geschlechts­krank­heiten und Schwanger­schaft berät, son­dern u.a. auch Krebs­vorsorge­unter­suchungen anbietet, in mehreren Bundes­staaten stark unter Be­schuss.

Einer der wohl schwer­wiegendsten An­griffe auf re­produktive Rechte ist der im Januar ein­gereichte No Taxpayer Funding for Abortion Act (“Keine Steuergelder für Abtreibungen”), kurz: H.R. 3, der Ab­­trei­bungen enorm erschweren würde – noch mehr, als dies bereits schon der Fall ist.

Trotz der Ent­kriminalisierung von Ab­treibungen in den USA Anfang der 1970er wurde die Möglichkeit zum Schwanger­schafts­ab­bruch wenige Jahre später durch eine Zusatzklausel deutlich ein­geschränkt: Bundes­mittel dürfen seit jeher nur für Ab­treibungen verwendet werden, wenn sich eine Frau durch die Schwanger­schaft in Lebens­gefahr befindet, ver­ge­waltigt und/oder Opfer von Inzest wurde. Wer trotz­dem einen Schwanger­schafts­ab­bruch vornehmen lassen möchte, muss tief in die Tasche greifen und möglicher­weise sogar weit reisen, da in vielen Gegenden gar keine Ab­treibungs­kliniken existieren. Frauen, die keinerlei finan­zielle Mittel für einen Abbruch haben, können auf Hilfs­­pro­gramme wie Medicaid zurück­greifen (was allerdings nur in einigen Bundesstaaten überhaupt möglich ist).

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Was die US-Gesundheitsreform (nicht) leistet

6. April 2010 von Magda

Vor knapp zwei Wochen wurde die US-Gesundheitsreform mit Barack Obama’s Unterschrift in Kraft gesetzt. Eine so genannte Executive Order (“Verfügung des Präsidenten”), die im Sinne des Hyde Amendments das Verbot bestätigte, Bundesmittel für Abtreibung zu nutzen, überzeugte wohl noch in letzter Minute einige reformkritische Abtreibungsgegner_innen, doch für das Paket zu stimmen. Die Entscheidung im US-Respräsentantenhaus war knapp: 219 zu 212 Stimmen für die Gesundheitsreform, sehr zum Ärger der Republikanischen Partei und auch einiger Demokrat_innen, die sich von Anfang an gegen die Reform stellten.

Laut MsMagazine werden ab 2014 jene 15 Millionen Amerikaner_innen Versicherungsschutz durch Medicaid (eine staatliche Vorsorge für die Ärmsten) bekommen, die weniger als 133% des offiziellen Armutslevels zur Verfügung haben. Nach und nach werden die im Gesetz formulierten Erneuerungen in Kraft treten, so dass künftig ca. 95% der Bevölkerung krankenversichert sein wird, ohne dass die aktuell noch existenten diskriminierenden Mechanismen greifen können.

So werden Arbeitgeber_innen mit mehr als 50 Angestellten dazu verpflichtet, ihren Arbeitnehmer_innen Versicherungsschutz bereitzustellen oder eine Strafe von $2.000 zu zahlen. Es wird Versicherungen untersagt, Verträge im Krankheitsfall der Versicherten zu kündigen und Bürger_innen mit so genannten pre-existing conditions (“Vorerkrankungen”) abzulehnen; dies gilt für Kinder schon ab diesem Jahr. Als “Vorerkrankungen” zählen bei einigen Krankenversicherungen u.a. Vergewaltigung, Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen waren oder schon mal einen Kaiserschnitt hatten.

Wie die New York Times nach der Inkraftsetzung der Reform passend bemerktBeing a woman is no longer a pre-existing condition (“Frau zu sein ist keine Vorerkrankung mehr”).

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Die Gesundheitsreform in den USA und ihre Chancen für Frauen

5. November 2009 von Magda

Die USA und die Notwendigkeit einer Gesundheitsreform

Gestern vor einem Jahr wurde Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA gewählt. Knapp zehn Monate nach seinem Amtseintritt im Januar 2009 werden im US-amerikanischen Repräsentantenhaus und im Senat aktuell Gesetzesentwürfe einer neuen Gesundheitsreform diskutiert. Das Reformpaket sieht neben Kostensenkungen im Gesundheitswesen einen Versicherungsschutz für 97-98% der US-AmerikanerInnen vor. Für jene AmerikanerInnen, die jetzt schon eine Krankenversicherung haben und zufrieden sind, ändert sich nichts. Die Reform versucht jene Menschen zu erreichen, die sich bisher keine Versicherung leisten konnten.

Wie diestandard.at berichtete, haben gegenwärtig etwa 46 Millionen der 300 Millionen AmerikanerInnen keinen Versicherungsschutz, obwohl die USA pro Kopf die weltweit höchsten Ausgaben für Gesundheit haben. 15% der US-AmerikanerInnen müssen demnach entweder auf medizinische Hilfe verzichten oder verschulden sich im Falle eines Krankenhausbesuches enorm.

Im Repräsentantenhaus hat man sich nun auf einen Gesetzentwurf zu einer staatlichen Krankenversicherung verständigt, die u.a. durch eine Reichensteuer (in Form von Einkommensteuererhöhungen für jene, die mehr als $500.000 im Jahr verdienen) und Einkürzungen bei Medicare&Medicaid finanziert werden soll, um so Krankenversicherungsleistungen für bisher Unversicherte bereitzustellen. Für die Umsetzung des Entwurfs würden die Kosten über zehn Jahre unter der von Obama vorgegebenen Höchstsumme von 900 Milliarden Dollar bleiben.

“Health Care is a Women’s Issue”

Auch Michelle Obama, First Lady & Mom-in-Chief, macht sich für eine Reformierung des Gesundheitssystems stark und betonte in einer Rede Mitte September, dass eine Gesundheitsreform aus zweierlei Gründen wichtig für Frauen sei:

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Christliche FundamentalistInnen und Abtreibung

7. September 2009 von Magda

Terrorismus klingt nach Islam und Selbstmordattentaten? In der Huffington Post schreibt Shannyn Moore über eine andere, stetig wachsende Bedrohung für die amerikanische Gesellschaft: der christlich fundamentalistische Terror.

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Quelle: faithfulwordbaptist.org

Pastor Steven Anderson von der Faithful Word Baptist Church in Tempe (Arizona, USA)  beispielsweise wünscht dem US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama den Tod, weil dieser sich für Abtreibungsrechte einsetzt. Anderson besuchte nie eine Universität, kann aber über 100 Kapitel der Bibel und die Hälfte des neuen Testaments auswendig, denn das Wort Gottes sei die Säule der Wahrheit und nicht etwa eine weltliche Universität. Auf der Homepage der Kirche gibt man freimütig zu, dass man sich nicht schämt  “altmodisch, unabhängig, und fundamental” zu sein.

CNN berichtete Ende August über die stetig wachsende Gefahr eines christlich fundamentalistisch motivierten Attentats auf Obama und zitierte eine von Anderson’s Hasspredigten, in der dieser seinen Wunsch, Barack Obama tot zu sehen, mit Bibelstellen wie dem Psalm 58 rechtfertigte. Im Psalm 58 wird beschrieben, wie Gott allein der Richter dieser Welt sei und es dem Menschen nicht zustünde, selbst zur richten. Jene, die dies doch wagen, werden mit Gottes Strafe rechnen müssen. Eine Abtreibung wäre ein Eingriff in Gottes Plan und dessen VerfechterInnen müssten demnach bestraft werden.

So heißt es in einem Teil des Psalms beispielsweise:

Laß sie, wie Wasser fließt, zerfließen!
Ihr Pfeil zersplittre in der Hand,
wenn sie ergrimmt den Bogen spannt,
und eh sie noch zu morden schießen,
laß sie, die sich im Stolze blähn,
wie Schnecken schmelzen und zergehn!

Auf diesen Psalm verweisend rechtfertigt Anderson seine Aussage, Obama hätte den Tod verdient, folgendermaßen:

“Why should Barack Obama melt like a snail? Why should Barack Obama die like the untimely birth of a woman? Why should his children be fatherless and his wife a widow, as we read in this passage? Well, I will tell you why. Because, since Barack Obama thinks it is OK to use a salty solution, right, to abort the unborn, because that’s how abortions are done, my friend, using salt — and I would like to see Barack Obama melt like a snail tonight (…) I am going to pray that he dies and goes to hell.”

(zu deutsch: “Warum sollte Barack Obama wie eine Schnecke schmelzen? Warum sollte Obama sterben wie die vorzeitige Geburt einer Frau? Warum sollten seine Kinder vaterlos und seine Frau zur Witwe werden, wir wir dies in dem Absatz lesen? Nun, ich werde euch sagen, warum: Weil Obama denkt, es sei ok eine salzige Lösung zu benutzen, um ein Ungeborenes abzutreiben, weil so Abtreibungen durchgeführt werden, meine Freunde, mit Salz – würde ich gerne sehen, wie Obama heute Nacht wie eine Schnecke schmilzt (…) Ich werde dafür beten, dass er stirbt und zur Hölle fährt.”)

Barack Obama, dessen Abstimmungsprotokolle darauf hinweisen, dass er im Zweifelsfalle für das Recht auf Abtreibung einsteht, ist demnach Verfechter der Roe v. Wade Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofes, welches 1973 Schwangerschaftsabbrüche unter das Recht auf Privatsphäre stellte. Gesetzliche Abtreibungsverbote der einzelnen amerikanischen Bundesstaaten sind im zweiten Trimester nur eingeschränkt und im dritten Trimester ohne Beschränkung möglich, wohingegen die ersten drei Monate der Schwangerschaft der Privatssphäre der Frau unterliegen und somit ein Schwangerschaftsabbruch möglich ist. Anstatt allerdings öffentlich zu betonen, dass Abtreibung das Recht einer jeden Frau (und ihres/ihrer Partner/in) sei, steht Obama insbesondere für präventive Maßnahmen wie Verhütung und eine angemessene Aufklärung in Schulen.

Pastor Anderson und seine drastischen Aussagen sind keinesfalls ein Einzelfall. So gab es gerade in letzter Zeit enormen Aufwind christlicher FundamentalistInnen, was mit dem Mord am Abtreibungsbefürworter Dr. George Tiller, der Abtreibungen auch noch nach dem ersten Trimester durchführte, einen seiner traurigen Höhepunkte erreichte (feministing berichtete). Auch in Deutschland sind christlich-fundamentalistische GegnerInnen von Abtreibung auf dem Vormarsch. Mit ihren 1000 Kreuze für das Leben organisiert der Bundesverband Lebensrecht immer wieder Schweigemärsche “um der ca. 1000 Kinder zu gedenken, die an einem gewöhnlichen Werktag in Deutschland abgetrieben werden” und erinnern uns daran, dass Abtreibungsrechte auch heute noch verteidigt werden müssen.

Danke an unsere fleißige Leserin Anne für den CNN Link!


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Obamas erste 100 Tage

28. April 2009 von Verena

Seit 100 Tagen ist Barack Obama jetzt im Amt. Ein Zeitraum, in dem für gewöhnlich die entscheidenen Weichen der kommenden Amtsperiode gestellt werden. Für das feministische US-Magazin Ms. Magazine sind Obamas erste hundert Regierungstage ein großer Fortschritt in der Frauenpolitik.

He not only reversed some of the most egregious Bush policies, but also took powerful actions to advance and empower women {…} In employment, reproductive rights, and global women’s rights, thus far he is keeping his promises

Außerdem hat das Ms. Magazine sich die Mühe gemacht, Obamas Regierungsmaßnahmen seit dem 20. Januar 2009 aufzulisten. Darunter das ‘Lilly Ledbetter Fair Pay Gesetz’, wonach Frauen Klage gegen diskriminierende Bezahlung einreichen dürfen. Aber auch eine verbesserte Gesundheitsfürsorge, legitimierende Richtlinien für Verhütung und Abtreibung sowie die erklärte Dekriminalisierung von Homosexualität fallen unter die pro-femininen Neuerungen der Demokraten.

Bedauerlich ist nur, dass die hiesige Medienlandschaft von der positiven Entwicklung in der US-Frauenpolitik so gut wie gar keine Notiz nimmt. Als Obama im März einen Mädchen-und Frauenrat gründete, wurde dies in den deutschen Medien nicht mal erwähnt. Vielleicht braucht es zur Änderung der Wahrnehmung mehr als hundert Tage…


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Zum Thema Gesellschaftskritik

19. Februar 2009 von Barbara

Wegen der großen “Wir haben abgetrieben”-Geschichte im Zeit Magazin der vergangenen Woche (hier ist die Diskussion auf der Mädchenmannschaft darüber) blieb die “Gesellschaftskritik” über “Obamas neue Mitarbeiterin”, verfasst von Florian Illies, fast unbemerkt. Er schrieb über die Problemfrau Alejandra Compoverdi, eben eine neue Mitarbeiterin im Stabe Obamas, die früher als Unterwäsche-Model und Schauspielerin gearbeitet habe. Illies schloss nach sauberer Recherche in Blogs, Texten und Fotos, dass man sich wegen der Mitarbeit dieser Frau Sorgen um den neuen Präsidenten machen müsse. Wegen ihrer schönen Augen. Und dass ihre Berufung wohl mehr mit Chauvinismus denn mit Feminismus zu tun hätte. Hier ein kurzes Zitat:

Zwar hofft die Internetseite “Gawker”, dass die Berufung von Campoverdi “eine Debatte über neuen Feminismus” in Gang setzen wird. Doch da müssen wir die Kollegen aus Amerika enttäuschen. Die Abfolge von Büchern und Artikeln zum Thema “Neuer Feminismus” in Deutschland im Jahre 2008 vermittelte auch wohlwollenden Beobachterinnen nicht den Eindruck, als hätte das Reflexionsniveau je eine vernünftige Reiseflughöhe erreicht.

Die inzwischen über zehn Jahre alte Geschichte von Monica Lewinsky, Praktikantin im Weißen Haus in der Clinton-Ära, hat uns demnach vor allem beigebracht, dass junge Frauen in Regierungshauptquartieren nur der sexuellen Belustigung dienen. Von Präsidenten und deren Redenschreibern, so Illies:

Als Erstes erklärte sich offenbar Jon Favreau, der 27-jährige Redenschreiber Obamas, bereit, ihr Boyfriend zu werden. Da Favreau selbst den Spruch “Yes we can” erfunden hat, sei ihm verziehen, dass er beim Blick in Campoverdis Augen dachte: Yes, we can auch zusammenarbeiten.

Ach ja. Heute erscheint wieder ein Zeit Magazin mit neuen Themen, neuen Kritiken und neuen Meinungen. Das ist jetzt nicht als Reklame, sondern als einfacher Schluss-Satz zu verstehen.


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