Einträge mit dem Tag ‘Aids’


Systematische Gewalt an Frauen in Simbabwe

13. Dezember 2009 von Magda
Quelle: Open Parachute

Quelle: Open Parachute

Robert Mugabe, simbabwischer Diktator und Chef der Zimbabwe African National Union (ZANU) ist mit Sicherheit kein unbeschriebenes Blatt: Bei der Liste an bekannt gewordenen Missetaten, die Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung von politischen GegnerInnen, Folter, Einschränkung der Pressefreiheit und gewaltsame Wahlbeeinflussung beinhalten, überrascht folgende Horror-Nachricht leider kaum:

Die Organisation Aids-Free World (“Welt Ohne Aids”) veröffentlichte letzten Donnerstag einen Report, in dem 380 politisch motivierte Vergewaltigungen in jeder der zehn Provinzen in Simbabwe dokumentiert wurden, welche während der letzten Wahl im Jahre 2008 als politische Waffe gegen Oppositionelle und ihre Familien eingesetzt wurden. Massenvergewaltigungen, bei denen auch Kinder nicht verschont wurden, fanden mitunter auch in eigens dafür bereitgestellten Einrichtungen statt. Bei einer Rate von 18% HIV-Infizierten im Land fördern die Vergewaltigungen außerdem die Verbreitung des Virus an die Opfer und ihre Familien.

Basierend auf Aussagen von über 70 Frauen aus allen Teilen Zimbabwes klagt der Report Folter, systematische Vergewaltigung und Mord an GegnerInnen des Mugabe Regimes in der Zeit von März 2008 bis zu dem Zeitpunkt an, als Mugabe sich unter internationalem Druck dazu bereit erklärte, die Macht mit seinem Rivalen Morgan Tsvangirai zu teilen. Es sei als Mittel benutzt worden, GegnerInnen und insbesondere jene, die in der Oppositionspartei Movement for Democratic Change aktiv waren, zu demoralisieren und “bestrafen”. ZeugInnen berichteten, dass die Täter oftmals ZANU-Abzeichen trugen und ihren Opfern sagten, dass sie dafür “büßen” sollen, nicht für Mugabe gestimmt zu haben.

Systematische Vergewaltigungen im Krieg sind kein Novum. Dass Vergewaltigung als Waffe der Demoralisierung und Erniedrigung von GegnerInnen genutzt wird, haben in jüngster Zeit auch die Leidtragenden der Kriege im Kongo oder Bosnien erfahren müssen.

via GenderAcrossBorders.com und dieStandard.at.


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Vergiss AIDS nicht II: Erinnerungen und Einblicke

1. Dezember 2008 von Katrin

Quelle: wikimedia commons
Am heutigen Welt-AIDS-Tag wird eine Krankheit in Erinnerung gerufen, die viele Menschen gerne verdrängen. Dabei sterben jährlich fast drei Millionen Menschen daran, über vier Millionen infizieren sich neu und knapp 40 Millionen leben mit dem Virus in sich. Vergessen und verdrängt wird sie vor allem deshalb gerade in unserer Gesellschaft sehr leicht, weil die meisten Infizierten auf dem vergessenen Kontinent leben: Afrika. In manchen südlichen Afrikanischen Ländern, wie Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe liegt der Anteil der mit dem HI-Virus infizierten Erwachsenen über 15 teilweise bei fast 20 Prozent. Die Zahl könnte drastisch gesenkt werden, würden Politik und Weltgesellschaft sich endlich konsequent des Problems annehmen, das beweist das Beispiel Uganda: Innerhalb von 10 Jahren, in der Zeit von 1990 und 2000, konnte in Uganda die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von HIV bei schwangeren Frauen von 30 auf 20 Prozent gesenkt werden, Sexualkundeunterricht, Kampagnen zum Gebraucht von Kondomen und HIV-Tests, deren Ergebnisse noch am selben Tag bekannt gegeben wurden führten zu diesem Erfolg. Aufklärung und Entstigmatisierung – gerade auch für Frauen! – sind der Weg.

Ausbreitung wikimedia commons

Verbeitung von HIV weltweit – Quelle: wikimedia commons (beide Bilder)

Doch auch wenn die Immunschwächekrankheit auf dem afrikanischen Kontinent ein viel größeres Problem darstellt, als bei uns, dürfen wir die Augen nicht davor verschließen. Jedes Jahr stecken sich auch hierzulande immer mehr Menschen mit dem Virus an, über 60.000 Menschen tragen ihn in sich. War die Zahl der Neuinfektionen viele Jahre lang stabil (ca. 2.000 pro Jahr) so gibt es seit einigen Jahren einen Anstieg, was auf eine größere Gleichgültigkeit und weniger Vorsicht zurückschließen lässt.

Was mich ganz persönlich heute in Bezug auf dieses Thema berührt hat, waren zwei Artikel, die ich euch kurz vorstellen möchte.

Der eine Artikel mit dem Titel “Kondome statt Progrome” erschien in der Rubrik einestages bei Spiegel Online. Der Autor Guido Vael erinnert sich an die AIDS-Hysterie, die Anfang der 80er in Deutschland ausbrach, als die Krankheit auch hier ankam und vor allem konservative Politiker sich unfassbare Methoden ausdachten, ihr zu begegnen: Im Fokus standen natürlich die Schwulen. Schließlich hieß die Krankheit in den USA nicht umsonst GRID, also „Gay Related Immun Deficiency“. Peter Gauweiler (CSU) muss sich dieses Thema besonders zu Herzen genommen haben: Mit einem berühmtberüchtigten Maßnahmenkatalog, der dann auch in der Stadt München umgesetzt wurde, verordnete er Zwangs-Tests und Absonderung von Infizierten. Vael schreibt in seinem Text dazu:

„Gauweiler hatte Angst, mit Praktiken der Nazis, mit der Erinnerung an Konzentrationslager in Verbindung gebracht zu werden. Aber er sagte uns wortwörtlich, dass sein Ziel sei, die Schwulen-Infrastruktur zu zerschlagen.“

Der zweite Artikel erschien in der heutigen Taz. Waltraud Schwab schreibt unter dem Titel “Hetero, Mutter, HIV-positiv” über die Stigmatisierung HIV-infizierter Frauen in Deutschland und wie diese langsam versuchen, das Tabu zu brechen, indem sie reden. Marianne Rademacher von der Deutschen AIDS-Hilfe erklärt in diesem Artikel, dass mehr Frauen als Männer heute weltweit mit dem HI-Virus infiziert sind und sagt dazu:

„Wenn mehr Frauen positiv sind als Männer, dann muss nicht nur HIV neu gedacht werden. Dann müssen auch die sozialen, ökonomischen und emotionalen Abhängigkeiten der Frauen von Männern auf den Tisch.“

Schwab portraitiert eine deutsche Infizierte, 50 Jahre, zwei Kinder. Sie erzählt ihren Alltag, beschreibt die Vorurteile, die Häme, die über sich ausgeschüttet werden; erzählt von den Nebenwirkungen der Medikamente und warum diese bei Frauen viel heftiger sind (weil nämlich die Medikamente nur an Männer getestet werden). Sie beschreibt eindringlich, wie schwer es für eine Frau sein kann, neben all dem sich selber zu lieben. In zwei weiteren Kurzportraits schildern Frauen ihren Umgang mit der Infektion und warum es wichtig ist, darüber zu reden. Denn:

„Stigmatisiert werden die HIV-Positiven, weil alle, die kein HIV haben, meinen, es geht sie nichts an. Das allerdings meinen sie, weil Leute wie wir nicht darüber sprechen.“


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Vergiss AIDS nicht

1. Dezember 2008 von Susanne

Heute ist Weltaidstag. In ganz Deutschland finden Aktionen statt, du kannst Veranstaltungen besuchen oder dich selbst engagieren.

In Deutschland stagniert die Zahl der Aidskranken auf hohem Niveau, wenn man so will, kann man das schon als gute Nachricht lesen. Denn in vielen Regionen der Erde explodieren die Zahlen der Neuinfizierten und Erkrankten regelrecht. Zum Beispiel in der Ukraine gibt es mehr Kranke als in allen anderen europäischen Ländern.

Die überwiegende Mehrheit aller infizierten lebt in Entwicklungsländern. Laut Unicef starben zwischen 2005 und 2007 mehr als 1,2 Millionen Kinder unter 15 Jahren an den Folgen von Aids. Deutschland will in Zukunft denjenigen unter ihnen die Staatsschulden erlassen, wenn sie die freiwerdenden Gelder für die Aids-Bekämpfung nutzen.

Also, sprecht mit euren Freundinnen und Freunden, Partnerinnen und Partnern, Geschwistern, Kindern über AIDS und

Benutzt Kondome!

 


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