rp11 – Machtverhältnisse im Internet

von Nadine

hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, BerlinBereits vor 25 Jahren entwirft die feministische Theoretikerin Donna Haraway in ihrem Cyborg Manifesto die Utopie einer freieren, ge­rechteren Ge­sell­schaft, die sich gegen Re­pressionen und Dominanz auflehnt. Neue Kommunikations­techniken sind die Waffen, mit de­nen die Aktivist_innen und mar­ginalisierten Subjekte für Frei­heit kämpfen. Heute scheint Haraways Utopie Wirk­lichkeit geworden zu sein: Re­volutionen, Soziale Be­wegungen und politisches Han­deln passieren im Netz selbst­verständlich und global. Oder?

Auf der re:publica 2011 wollen Helga, Magda und ich analysieren, welche globalen Macht­verhältnisse sich in Zei­ten un­auf­haltsamer Digi­talisierung und Demo­kratisierung wei­ter fort­schreiben. Ist das Inter­net der freie und partizi­pative Raum, für den er oft genug gehalten wird? Bietet das Netz für alle die Möglich­keit an politischen Ideen- und Entscheidungsfindungen teilzunehmen? Und wer schafft die kommunikativen Struk­turen, in denen wir uns bewegen und auf deren Grund­lage wir täglich politisch theoretisieren und han­deln?

Am gleichen Tag diskutieren Verena und Meredith Ein- und Aus­schlüsse inner­halb der deutschsprachigen Blogosphäre. Eine zentrale These: Die Blog­landschaft agiert in einer weißen, west­lichen und hetero­normativen Matrix ist, die Pluralismus unsichtbar macht oder gänzlich ver­hindert. Mit dabei sind u.a. Urmila Goel und unsere Kolumnistin Kübra Gümüsay.

Wer_welche von feministischem Aktivismus im Netz nicht genug be­kommen kann, dem_der seien auch folgende Panels wärmstens empfohlen: Social Media Hacking mit Helga und Kathrin Ganz sowie das Gespräch mit Cyberfeministinnen, moderiert von Anne Roth.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 12. April 2011 um 15:21 Uhr unter Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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Ein Kommentar

  1. Irene sagt:

    Eine zentrale These: Die Blog­landschaft agiert in einer weißen, west­lichen und hetero­normativen Matrix ist, die Pluralismus unsichtbar macht oder gänzlich ver­hindert.

    Für die Blogosphäre von vor knapp 10 Jahren stimmt das nicht. Da waren etliche offen schwule Männer mittendrin, was auch damit zu tun haben dürfte, dass die Bloggerszene eher links und libertär war. Es gab jedenfalls den Webring „Ringelpietz – schwule Weblogs auf deutsch“, der damals als Button in einige gut besuchte Blogs eingebaut war: http://www.0000ff.de/webring/index.php

    Einzelne Lesben gab es ebenfalls, aber die waren zurückhaltender, wie anderswo auch. Bei der, die mir zuerst einfällt, weiß ich jetzt gar nicht, ob ihr das recht wäre, wenn ich sie erwähne, und warum ich mir da unsicher bin.

    Falls das mit der Hetero-Matrix überhaupt stimmt, stellt sich die Frage, was sich seit damals wesentlich geändert hat.

    (Soziologendeutsch ist übrigens auch eine Matrix für sich…)