Pokerface für mehr Kohlen

von Gastautor_in

In der Diskussion um eine Coaching-Aktion am Equal Pay Day verrät unser User David seine Tricks für Gehaltsverhandlungen. Ich kann nur sagen: Nachmachen, Ladys!

1. Als allererstes sollten Frauen sich dieses unsägliche Klein-Mädchen-Grinsen verkneifen. Ist nicht bös gemeint, aber Frauen (z.B. Kolleginnen) machen das oft so. Mal davon abgesehen, dass es irgendwann einfach nervt, weil man das Gefühl hat, man hätte es mit einem Kind zu tun, impliziert es Opferstatus und eine “Mit-mir-kann-man-alles-machen”-und-”Ich-lass-mich-hier-so-mitschleifen-”Mentalität. Mit “alles machen” meine ich: sich z.B. auch in Gehaltsverhandlungen klein machen und abwatschn lassen.

2. Ich denke tatsächlich, dass es auf Verhandlungsgeschick ankommt, aber insbesondere auch darauf, dass du auch wirklich beste Arbeit leistest und nicht etwa mit einer “Ach-ich-probiers-jetzt-mal”-Laune in die Verhandlung gehst. Du selbst musst felsenfest davon überzeugt sein, dass deine Arbeit deutlich mehr wert ist – ganz egal, ob du schon mehr als gut verdienst.
Ich z.B. beginne die meisten Verhandlungen mit der Eingangsfrage danach, ob mein Vorgesetzter zufrieden mit meiner Arbeit ist. Da er es ist – ich weiß das – kann ich ihm nach seiner wohlwollenden Zustimmung eröffnen, dass wir aber natürlich künftig noch besser sein müssen (woraufhin ich ihm dies mit Zahlen, Fakten, Ist-Soll, Perspektiven und möglichst aktuellen Marktzahlen belege, auf die die genannten Punkte aufbauen).
Das stellt ihm in Aussicht, was er von mir für mehr Patte erwarten kann, ist aber auch gleichzeitig eben Message an ihn: “Wenn du das willst, kostet dich das was. Gute Arbeit kostet Geld. Viel bessere Arbeit kostet viel Geld. Wenn du dich das nichts kosten lassen willst – auch gut. Dann mache auch ich weiter wie bisher, bzw. schaue mich nach was Neuem um, wenn mir mein Posten nicht mehr schmeckt.” Noch bin ich jung genug, um mir diese Arroganz raus zu nehmen.

3. Zum Habitus: Ich lächle eigentlich meist gar nicht, selbst bei einem seiner “lustigen Sprüche” (mit denen er dich schon mal vorab auf die “private kumpelhafte Ebene” ziehen will) ziehe ich nur leicht einen Mundwinkel zur Bestätigung für sein Ego hoch. Egal, wie der sich bei dir einschleimt – das ist keine Grillparty. Morgen , wenn ich wieder am Schreibtisch sitze, ist seine “Grillparty” vorbei und Pustekuchen ist’s mit “Kumpelstimmung”. Klar bin ich nervös und angespannt, wenn ich da sitze, aber jede Wette: Der merkt nichts davon, ich bin die Ruhe selbst. Ich weiß nicht, ob man das “üben” kann, denke aber, dass diese Art von Souveränität dich äußerlich schon mal von einem Newbie oder Youngster unterscheidet.

4. Ach ja: Ich bin fest der Meinung, dass Frauen (aber auch Männer mit höherer Stimme) versuchen sollten, die Stimmlage etwas runter zu drücken. Natürlich nicht so, dass du klingst, wie ‘ne chinesische Schwimmathletin ;-) – außerdem muss jede selbst wissen, ob sie das “Stück Frausein” dafür “hergibt”.

Was soll ich sagen – bisher bin ich immmer mit Erfolg, breitem Grinsen und tieeefer Stimme rausgegangen.

DAVID

Danke für den Einblick. Und alle anderen: Fehlt noch was? Welche Tipps habt ihr  für eine bessere Entlohnung?




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 25. März 2009 um 10:32 Uhr unter Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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18 Kommentare

  1. Anne sagt:

    Die Tipps klingen plausibel.
    Mir fehlt in den meisten Beiträgen zu Gehaltsverhandlungen die Differenzierung nach Arbeitsbereichen.
    Gehaltsverhandlungen finden ja auch ausserhalb von Unternehmen statt. Wie gehe ich als Absolventin von Sozialwissenschaften in ein Gespräch mit meinem Arbeitgeber/ meine Arbeitgeberin, indem ich als „Beweis“ für die Qualität meiner Arbeit nicht mit Zahlen jonglieren kann. Einmal weil diese (z. B. wissenschaftliche Mitarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Referententätigkeiten etc.) nicht in Zahlen messbar ist und weil (noch schwierige zu händeln) es keine Vorbildlöhne, also Tarife oder so ähnlich für diesen Bereich gibt. Von der Verschwiegenheit der KollegInnen über Gehälter zu sprechen wird immer wieder berichtet, das kenne ich z. T. auch aus eigenen Erfahrungen.
    Ja und was mir auch fehlt, ist eine Ratshlag für ein Gegen-Argument, wenn der Vorgesetzte sagt: „Ich kann Ihnen nicht mehr Gehalt zahlen, obwohl ich gerne würde, weil mein Buget für Gehälter ausgeschöpft ist. Ich kann ja schließlich niemand anderen für Ihr Gehalt entlassen.“
    Hat irgendjemand Ideen dazu?
    Das geht doch bestimmt vielen so, die nicht in Unternehmen arbeiten oder arbeiten wollen, oder?
    Es grüßt

  2. elbu sagt:

    Ich finde auch, dass die Tipps plausibel klingen.

    Über Punkt vier ärgere ich mich allerdings. Auf einem feministischen Blog will ich eigentlich keine Witze über „chinesische Schwimmathletinnen“ lesen oder darüber, dass Frauen ein „Stück Frausein“ fehlt, wenn sie keine Piepsstimmen haben.

  3. Susanne sagt:

    @ elbu: Hm, wenn Schwimmer_innen bis oben hin gedopt sind, darf man immer über sie Witze machen – also meiner Meinung nach; und zwar egal, ob Männlein oder Weiblein. Und zu deinem zweiten Kritikpunkt: Da finde ich das Beachten der Anführungszeichen, die David gesetzt hat, sehr wichtig.

  4. hanna sagt:

    Erst Mal Danke an David fuer seine Zeit und seine Gedanken.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass mir der Ton in Davids erstem und zweiten Beitrag etwas aufgestossen ist („erster Fehler… zweiter Fehler… Maedechen.. Mann“ „Klein-Mädchen-Grinsen“ plus Elbus Anmerkungen). Ich wuerde mir einen etwas respektvolleren Umgangston wuenschen.

    Nun zum Thema: Unsicheres Grinsen mag vielleicht nicht so gut kommen, aber man sollte auch nicht ueberreagieren und nur noch mit starrer Miene rumlaufen. Ich bin zwar noch ganz am Anfang und mache meine ersten zarten Erfahrungen mit der Arbeitswelt, aber ich habe zumindest bis jetzt immer sehr positives Feedback dafuer bekommen, dass ich freundlich, zugaenglich, positiv und motiviert wirke. Man kann auch kompetent und selbstbewusst laecheln! Ausserdem glaube ich nicht, dass es „DAS“ Rezept gibt, sondern dass man sich auch auf die Charaktere verschiedener Vorgesetzer und die jeweilige Situation einlassen koennen muss.

  5. hanna sagt:

    Schraegstrich unterschlagen: Vorgesetze/r

    Sorry.

  6. Matze sagt:

    Vorgesetzten/r oder Vorgesetzter/n.

    Oder Vorsitzenden, aber das klingt wieder ziemlich chinesisch.

  7. Judith sagt:

    Tut mir leid, aber ich kann mit dieser Art Tipps überhaupt nichts anfangen.
    Auf Mimik, Gestik, Stimme achten, das ist ja alles richtig und wahr.
    Bringt aber alles nix, wenn es komplett unauthentisch rüberkommt.
    Wenn ich meinem Chef mit versteinertem Gesicht und künstlich sonorer Stimme meine Gehaltsvorstellungen zuraune, wirkt das mit Sicherheit eher verkrampft als selbstsicher.
    Außerdem kenne ich ein paar Menschen, weiblich wie männlich, die eben gerade mit ihrem individuellen Humor Forderungen an den Mann/Chef bringen können, die in Pokerface-Manier vorgetragen eher für Reaktanz beim Gegenüber sorgen würde.
    Das gleiche Verhalten, einmal von einer Frau gezeigt und einmal von einm Mann, kommt anders rüber. Is halt so. Gibt’s unzählige Studien dazu. Auch aus diesem Grund, halte ich es für sinnvoll weniger Verhaltensregelnn auswendig zu lernen, als an seinem eigenen individuellen selstsicheren Auftreten zu arbeiten.
    Was dann je nach Temperament, Persönlichkeit, Geschlecht, Körpergröße, Branche in der man tätig ist, Abteilung, individuellem Verhältnis zum Chef oder der Chefin (was ja wohl auch einen riesigen Unterschied machen kann, oder?), Stellung in der Abteilung und Firma, usw. usf. stark variieren kann.

    Ein „Klein-Mädchen-Grinsen“ nervt übrigens eigenltich fast immer bei Frauen, die älter als 14 sind. Genauso wie dieser „Orlando-Bloom-Dackel-Blick“, den manche Männer drauf haben.

  8. Schnatterinchen sagt:

    Grundsätzlich teile ich Davids Beobachtungen. Man kann sich als Frau sogar einen leichten strategischen Vorteil daraus basteln: Dadurch dass viele Frauen eben nicht in kühl-sachlicher Pokerface-Manier versuchen zu punkten, hat es einen gewissen Überraschungseffekt beim Gegenüber, wenn eine Frau strategisch-abwartend und emotional gebremst agiert. Von Männern wird so was ohnehin erwartet, aber wenn Frauen so sind, heißt es schon mal: Vorsicht, die darf man nicht unterschätzen! (Bsp. Angela Merkel)

    Wobei mir auch klar ist, dass man sich so was nicht mal eben in der Kaffeeküche antrainiert. Vermutlich geben sich solche Ratschläge am leichtesten, wenn man sowieso schon immer so war und irgendwann merkt, dass man mit einer solchermaßen gestrickten Persönlichkeit Erfolg im Berufsleben hat.

  9. Noomi sagt:

    Ich denke, man sollte vielleicht nicht alle von David Tipps zuuuuuu wörtlich nehmen.
    Also z.B. glaube ich, dass ein Lächeln fast nie schadet (vor allem bei Frauen erwarten die Leute das fast schon).
    Aber es ist eben ein Unterschied zwischen einem selbstbewussten Lächeln und einem Klein-Mädchen-Grinsen.

    Und ich würde auch nicht meine Stimme verstellen. Das merkt jeder und würde doch auch seltsam wirken.
    Aber manche Frauen neigen manchmal dazu, gerade wenn sie viel und schnell reden, Piepser/Überschläge in der Stimme zu haben. Also irgendwie „schrill“ zu klingen.
    Also würde ich versuchen, vor allem _ruhig_ und bestimmt, in halbwegs gleichmäßiger aber meiner normalen Tonlage zu sprechen.

    Und so „interpretiert“ klingen die Tipps schon irgendwie plausibel für mich.

    Die Dinge die Anne aufzählt, fehlen mir aber auch irgendwie (auch als Angestellte in einem Unternehmen!).
    Ich kann meine Leistung auch nicht immer in Zahlen ausdrücken, und vor allem fehlen mir Gehaltsvergleiche.

    Ich hätte auch gerne ein Gegenargument, auf so Einwände, dass es der Firma im letzten Jahr nicht so gut ergangen sei… so dass man/frau auf nächstes Jahr vertröstet wird, u.ä.
    (Und wenn man diese Argumente zu oft hört, glaubt man’s irgendwann nicht mehr…)

  10. Sappi sagt:

    Ich kann zu diesem Thema das Buch „Women Don’t Ask“ von Linda Babcock und Sara Laschever empfehlen. Die Autorinnen setzen sich damit auseinander, wie man als Frau gut verhandeln kann. Dabei kommt allerdings auch raus, dass viele Strategien, die gut ankommen, wenn sie von Männern angewendet werden, auf Ablehnung stossen, wenn sie von Frauen angewendet werden. D.h. Frauen werden beim Verhandeln schlechter bewertet, auch wenn sie sich genau gleich wie Männer verhalten.
    Das Problem, wie man als Frau beim Verhandeln weder zu nett noch zu aggressiv wirkt, ist deshalb leider nicht einfach zu lösen. Trotzdem kann es einen riesigen Unterschied machen, eine Gehaltsverhandlung überhaupt einmal zu versuchen!

  11. Juli_K sagt:

    Gehaltsverhandlungen sind echt ’ne knifflige Sache. Ich habe bei meinen ehemaligen Bossen vor allem immer ganz klar gesagt, was ich mir vorstelle und was ich kann, habe von mir aus mehr Verantwortung eingefordert und die dann auch bekommen – mit dem Hinweis, dass sie es selten erleben, dass jemand so klare Ansagen macht und dass sie das sehr super finden.

    Allerdings kam irgendwann auch der Punkt, an dem mir gesagt wurde, eine Gehaltserhöhung sei nun mal einfach nicht drin, es sei nunmal einfach kein Geld da etc. Wie soll man angemessen darauf reagieren? Das würde mich wie Anne interessieren.

    Und ich weiß aus erster Hand, dass mein ehemaliger Arbeitgeber Frauen in gleicher Position mit gleicher Ausbildung schlechter bezahlt hat als Männer – egal, wie souverän man da auftritt. Da bedienen leider manche (meine ehem.) Chefs noch das alte Klischee, dass eine Frau sich nur etwas dazuverdient, während ein Mann mit seinem Gehalt eine Familie ernähren muss. Besser wäre: Alle Gehälter werden offengelegt. Wir Deutschen krampfen in der Hinsicht schon ganz schön rum. Jeder Hanswurst erzählt in Talkshows, Blogs, Foren über sein Sex-Leben, aber das Gehalt soll dann plötzlich „zu privat“ sein…

  12. Ich erkenne auch so ein wenig das Problem, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen eher schlechter bewertet werden, egal ob sie sich „weiblich“ oder „männlich“ verhalten. Wahrscheinlich ist es so, dass das weibliche Verhalten zu zurückhaltend ist und das männliche Verhalten ist für das Gegenüber unerwartet und wird deshalb negativ bewertet. Ausweg sehe ich leider nur den, dass Frauen das männliche Verhalten mehr an den Tag legen, so dass es irgendwann als für normal gehalten wird.

    Das Dumme ist eben, dass das der gerade verhandelnden Frau nichts bringt.

    Den Vorschlag, die Gehälter offenzulegen, finde ich durchaus eine Überlegung wert. In Schweden wird das soweit ich weiß so praktiziert. Auch wenn ich mich nicht in Blogs und Talkshows über mein Sexleben auslasse … Gehalt veröffentlichen … gäbe Schlimmeres. Müsste aber nochmal durchdiskutiert werden.

  13. Miriam sagt:

    Gerade bei Spiegel Online gelesen:
    http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,615276-5,00.html

    Bleiben Sie hartnäckig, falls Ihr Chef „nein“ sagt; jetzt hört die Verhandlung nicht auf, jetzt fängt sie erst an. Bei großem Widerstand hilft die Frage: „Was müsste ich leisten, um eine Gehaltsanpassung in der angesprochenen Höhe zu bekommen?“ Nun ist er gezwungen, Ihnen eine Perspektive aufzuzeigen. Nicht selten lässt sich daraus doch noch ein Prämienziel ableiten.

  14. Schnatterinchen sagt:

    Juli_K: „Allerdings kam irgendwann auch der Punkt, an dem mir gesagt wurde, eine Gehaltserhöhung sei nun mal einfach nicht drin, es sei nunmal einfach kein Geld da etc. Wie soll man angemessen darauf reagieren? Das würde mich wie Anne interessieren.“

    Eine Möglichkeit erschließt sich aus Deinem eigenen Text:

    „Und ich weiß aus erster Hand, dass mein ehemaliger Arbeitgeber Frauen in gleicher Position mit gleicher Ausbildung schlechter bezahlt hat als Männer – egal, wie souverän man da auftritt.“

    Wie wäre es denn, den Chef darauf mal hinzuweisen (am besten natürlich mit einem neuen Arbeitsvertrag in der Tasche)? Wäre die Firma wirklich so klamm, wie sie es darstellt, dann wäre doch das zusätzliche Geld, was Männer für die gleiche Arbeit bekommen, glatt zum Fenster rausgeschmissen. Warum werden stattdessen nicht mehr Frauen beschäftigt, wenn man mit denen Geld sparen kann? Also warum nicht mal die Frage stellen: ‚Chef, nennen wir es einfach nicht Gehaltserhöhung, sondern nur Gehaltsangleichung an das, was mein männlicher Kollege bei gleicher Ausbildung und für die gleiche Arbeit bekommt.‘ Dann muss man sich seiner Sache, was die unterschiedliche Bezahlung für angeblich gleiche Arbeit betrifft, natürlich sicher sein, sonst geht der Schuss nach hinten los.

  15. profin sagt:

    Danke David.
    Volle Zustimmung
    Du schilderst die Sachen, die besonders von jungen ArbeitnehmerInnen am häufigsten falsch gemacht werden. Daher: zu Herzen nehmen und üben.

  16. David Reimer sagt:

    @elbu:
    „Auf einem feministischen Blog will ich eigentlich keine Witze über “chinesische Schwimmathletinnen” lesen oder darüber, dass Frauen ein “Stück Frausein” fehlt, wenn sie keine Piepsstimmen haben.“

    Mal ehrlich, auch wenn’s dir vielleicht schwer fällt: Gehaltsverhandelungen funktionieren nicht „feministisch“. Das denke ich mir nicht aus und du auch nicht, oder?

    @hanna:
    „Allerdings muss ich auch sagen, dass mir der Ton in Davids erstem und zweiten Beitrag etwas aufgestossen ist (”erster Fehler… zweiter Fehler… Maedechen.. Mann” “Klein-Mädchen-Grinsen” plus Elbus Anmerkungen). Ich wuerde mir einen etwas respektvolleren Umgangston wuenschen.“

    Auch hierzu nochmal ein Tipp: Das sind meiner Erfahrung nach Fehler. Und da braucht man nichts zu schönigen. Ich schreibe das eben klar raus, ganz einfach. Meine Güte – mal ernsthaft. Je mehr Ihr Euch an solchen Dingen hochzieht, desto schwieriger wird es doch, zu erkennen, worauf es ankommt. Gerade die Themen Business und Gehalt sind eben oft rational anzugehen. Und genau diese Rationalität spiegelt meine Tonalität wieder. Gehaltsverhandlungen erlächelst du dir nicht – du erkämpfst sie – mit Empathie, Psychologie, (deinen) klaren Regeln.

    Und, wenn ich das mal anmerken darf, in Bezug auf einen “ respektvolleren Umgangston“: Ich bin hier auf dem Blog neu und habe mich mal ein wenig umgesehen – mit und Männern wird hier ja ebenfalls oft pauschal nicht besonders respektvoll umgegangen.

    @Judith
    „Ein “Klein-Mädchen-Grinsen” nervt übrigens eigenltich fast immer bei Frauen, die älter als 14 sind. Genauso wie dieser “Orlando-Bloom-Dackel-Blick”, den manche Männer drauf haben.“

    „D’Akkordeon, wie der Franzose sagt …“ ;-)

    @schnatterinchen:
    „Wobei mir auch klar ist, dass man sich so was nicht mal eben in der Kaffeeküche antrainiert. “

    Natürlich nicht. Aber ernsthaft: Ruhig vor den Spiegel stellen, Mimik üben, „Stillsitzen“ üben, Souveränität üben. Authentizität ist alles.

    @Noomi:
    „Ich denke, man sollte vielleicht nicht alle von David Tipps zuuuuuu wörtlich nehmen.“

    Jepp – wie gesagt, Tipps, nicht Anleitung.

    „Und ich würde auch nicht meine Stimme verstellen. Das merkt jeder und würde doch auch seltsam wirken.“

    Das soll auch gemerkt werden. Achte mal auf manche Tagesschausprecherinnen …

    „Die Dinge die Anne aufzählt, fehlen mir aber auch irgendwie (auch als Angestellte in einem Unternehmen!).

    Nochmals: Das sind meine persönlichen Erfahrungen und nicht ein Gehaltsverhandlungsbaukasten. Es gibt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

    „Ich kann meine Leistung auch nicht immer in Zahlen ausdrücken, und vor allem fehlen mir Gehaltsvergleiche.“

    Aber die Zahlen, die es gibt, sollten (rhetorisches) Gewicht bekommen. Gehaltsvergleiche habe ich auch noch nie gehabt. Ich sage mir schlicht und einfach: Das kann ich – das will ich. Wir sind nicht im Sozialismus, wo alle gleich „verdienen“.

    „Ich hätte auch gerne ein Gegenargument, auf so Einwände, dass es der Firma im letzten Jahr nicht so gut ergangen sei… so dass man/frau auf nächstes Jahr vertröstet wird, u.ä.“

    Also ganz ehrlich, so’n bisi müsstet Ihr schon noch selbst rausfinden …

    @Juli_K
    „Allerdings kam irgendwann auch der Punkt, an dem mir gesagt wurde, eine Gehaltserhöhung sei nun mal einfach nicht drin, es sei nunmal einfach kein Geld da etc. Wie soll man angemessen darauf reagieren?“

    Ganz einfach. Wie gesagt, ich kann mir diese Arroganz wohl nur raus nehmen, solange ich jung genug dazu bin (32) und – natürlich auch wirklich angemessene Arbeit leiste. Wenn ich merke, dass nichts, aber auch wirklich nichts mehr geht – es aber „muss“ (könnte ja auch sein, dass der Job mich exakt in dieser Firma derat befriedigt (Klima, Kollegen etc.)), dann lege ich dem Verantwortlichen nahe, dass bei mir motivationsmäßig auch nicht mehr so richtig was geht, tja, schade. Ich arbeite ja eigentlich gerne bei Ihnen (ich SAGE das natürlich nicht genau so!).

    Ich habe bei einer ehemaligen Arbeitgeberin z.B. auch schon mal behauptet, dass versucht wurde, mich abzuwerben (war natürlich Quatsch) – kann die mir denn das Gegenteil beweisen? Ergebnis: Zögern, zögern (natürlich Zitterpartie für mich), abermals zögern, dann – Gehaltswunsch erfüllt („naja, wir haben aber schon mit „spitzem Stift“ rechnen müssen, ha-ha-ha-bla-bla-bla …“). – Hmm, klar … Vollpfostin.“ ;-)

    „Besser wäre: Alle Gehälter werden offengelegt.“

    Glaube mir – nee, das willst du nicht wirklich. Der/die Deutsche platzt auch vor Neid, wenn der/die NachbarIn ’nen neuen Wagen hat. Stell dir mal vor, jetzt wüssten Hans und Hanna Wurst, bzw. Sandra und Thomas in deiner Firma zusätzlich, dass du auch noch mehr verdienst!!! Ui-ui-ui, nein, das funktioniert nicht.

    „Wir Deutschen krampfen in der Hinsicht schon ganz schön rum. Jeder Hanswurst erzählt in Talkshows, Blogs, Foren über sein Sex-Leben, aber das Gehalt soll dann plötzlich “zu privat” sein…“

    Das passiert aber – von der Talkshow abgesehen – zumeist anonym. Und das ist der Punkt.

    @Miriam:
    “Was müsste ich leisten, um eine Gehaltsanpassung in der angesprochenen Höhe zu bekommen?“

    Sehr guter Ansatz.

    @Schnatterinchen:
    „Wäre die Firma wirklich so klamm, wie sie es darstellt, dann wäre doch das zusätzliche Geld, was Männer für die gleiche Arbeit bekommen, glatt zum Fenster rausgeschmissen.“

    Genau das ist m.E. das Knock-Out-Argument für die Behauptung, dass Frauen 23%(?) weniger bei GLEICHER Leistung verdienen. Hat UvdL ja aber bereits zurück gerudert.

    Aber – klar gibts das partiell immer noch.

  17. David Reimer sagt:

    Tja, was soll man sagen – sooo scharf seid Ihr jetzt auf Kohle wohl doch nicht, was …?

    ;-)

  18. Neeva sagt:

    Da sitzt du gerade der – typisch männlichen – Annahme auf, dass wer nichts sagt, nichts denkt oder tut. Vielleicht stehen ja gerade welche vorm Spiegel?

    Selbstsicheres Verhalten ist sicherlich bei allen Verhandlungen das A und O. Allerdings kann der zu starke Gebrauch von Dominanzgesten auch nach hinten losgehen, gerade bei Frauen. Da kommts aber auch immer auf das Gegenüber an.
    Körpergröße hilft auch. Also bei Verhandlungen nicht das am schmalsten geschnittene Oberteil anziehen. Und evt. Absätze.