„Pirat! Gehe 5 Uhr früh ins Büro. Zähle weiße Mittelschichtsmänner, die putzen. Sage: „Race, class, gender sind überholte Kategorien.“ (Bov Bjerg im Mai 2010)
Zur Piratenpartei ist eigentlich alles gesagt und geschrieben worden. Nach dem letzten Bundesparteitag in Bingen am vergangenen Wochenende haben auch die Piraten selbst alles gesagt: Dass sie unwählbar sind für die Mehrheit der Gesellschaft und ihr zukünftiges Dasein lieber als kleine, unbedeutende Randpartei fristen wollen, statt mit frischen und konstruktiven Ideen die fünf großen Parteien mindestens zu verunsichern. Ebenso legen sie wenig Wert darauf, dass politische Arbeit in einer Partei Spaß machen kann, außer für eine bestimmte Gruppe von Menschen. So irren sie weiter ziellos umher in ihrem kleinen parteipolitischen Kosmos auf der Suche nach dem Sündenbock für ihre bisher eher bescheidenen politischen Meilensteine: die Anderen. Und Aaron König, der nach dem unbefriedigenden Wahlergebnis in NRW aus der Partei ausgetreten ist.
Nachfolgend eine kleine Zusammenschau von Menschen, die Ursachenforschung betreiben:
- Antje Schrupp sieht eines der Hauptprobleme darin, dass die Partei für Frauen keine Anreize schafft, sich zu engagieren.
- Malte Welding fordert eine rigorose 50%-Quotierung als logische Konsequenz von historisch gewachsenen Machtungleichheiten und Förderung von Geschlechtergerechtigkeit.
- Anke Gröner hält die Piratenpartei ohne das Zulassen feministischer Ansätze für unwählbar.
- Kathrin Ganz meint, dass die Piraten weit weniger post-gender sind, als sie von sich behaupten.
- Nilz Bokelberg konstatiert ein merkwürdiges Verständnis von demokratischem Handeln, das eher an Handlungsunfähigkeit erinnert.
- Chris von FIXMBR! ist schockiert, wie Mitglieder der Partei versuchten, die einzige Kanditatin für den Vorstandsposten, Leena Simon, mit sexistischen und dummdreisten Fragen zu diffamieren.
- mspro fragt sich, ob das niedrige weibliche Engagement in der Partei wirklich nur mit dem „Nichtvorhandensein von Frauenpolitik“ zu tun hat.
- Piratenweib berichtet von ihren ganz persönlichen Eindrücken des Bundesparteitages und hat viele Links zum Thema zusammengetragen.

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