Nicht Gott schenkte uns Brüste, Hugh Hefner wars…

von Verena

Die Zeiten ändern sich. Weibliche Brüste auch. Zumindest, wenn man dem Playboy glauben will, der eine nostalgische Rückschau auf Busenformen und Brustwarzen-Stile im Lauf der Jahrzehnte zeigt. Jezebel-Autorin Margaret Hartmann hat sich dort mal umgesehen und entdeckt, dass die Nachkriegsbrust „natural, wholesome, fun“ war, während man in den 60er Jahren als Reaktion auf den angespannten Ost-West-Konflikt und seiner atomaren Bedrohung gerne Raketen-Brüste in Szene setzte. Die kamen in den 70ern aber wieder schnell aus der Mode, da, dank feministischer Bewegung und Büstenhalter-Scheiterhaufen, der Busen auch mal hängen durfte. Wow, es lebe die Vielfalt – so lange sie nackt und in Verbindung mit einer schlanken Blondine daher kommt, wie Hartmann bemerkt

Was  die Autorin aber wirklich nervt: Weibliche Brüste gibt es seit jeher in allen erdenklichen Erscheinungsformen. Bloß gäbe der Pin-Up Markt vor, welche gerade in Mode sind und schon müssen sich alle anderen Brüste als unmodern aussortieren lassen. Nicht die Launen der Natur entscheiden, wie Frauen nackt auszusehen haben, Hugh Hefner tut es. Mit kleinen Brüsten warst du in den 50er Jahren uninteressant, große Brüste hatten in den 90ern kein gutes Standing. Wer denkt, dass der Einfluss von Playboy und Co. sich doch in Grenzen halte, dem erzählt Hartmann die Geschichte ihrer in den spitz-aufgerichteten 60ern verwurzelten Mutter, die sich nur schwer damit abfinden konnte, dass die Brüste ihrer Tochter „zu rund“ seien.

Ferner ist Hartmann der Meinung, kein Körperteil werde so obsessiv bewertet, wie die weibliche Brust. Naja, die Big-Butt-Revolution, die einst Jennifer Lopez auslöste hat sich genauso in den Schönheitsidealmaßen nieder geschlagen, wie der metrosexuelle David Beckham auf die Jungs aus Wanne-Eickel. Und auch wenn es keine offensichtlichen Diskussionen um den Ideal-Penis gibt, die Size-Matters-Frage hat durchaus so ihre Anhänger – auch wenn deren Beantwortung seit den 50ern weniger abwechslungsreich war als die Playboy-Cover

Hartmann findet die Idee von In-Körperformen nicht nur verrückt, weil es nun mal nicht im geringsten abbilde, wie Menschen wirklich aussehen sondern auch, weil es oft nicht das repräsentiere, was Menschen anziehend fänden. Nur weil der Playboy die Dekade der kleinen Brüste feiere, würde wohl kaum ein Mann großbusigen Frauen aus dem Weg gehen.




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Eintrag geschrieben: Montag, 14. Juni 2010 um 12:41 Uhr unter Körper. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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Ein Kommentar

  1. Skreee sagt:

    Die Büsenhalter-Scheiterhaufen sind übrigens grösstenteils eine urban legend:
    http://www.snopes.com/history/american/burnbra.asp

    Danke für den Hinweis auf den schönen Artikel!