Neues aus dem Web

von Katrin
Dieser Text ist Teil 14 von 358 der Serie Kurz notiert

Das Thema „Festnahme von Roman Polanski“ wurde auch in euren Diskussionen schon aufgegriffen und hitzig debattiert. Bei feministing wurde diese Woche ein sehr schönes Video von Jay Smooth dazu verlinkt, das wir euch nicht vorenthalten wollen:

Auch die Gewissensfrage im Süddeutsche Zeitung Magazin beschäftigt sich mit der Frage:

„Als ich hörte, dass der Regisseur Roman Polanski in Zürich verhaftet wurde, war ich empört. Er soll vor über 30 Jahren in den USA eine 13-Jährige verführt oder vergewaltigt haben. Heute sagt sein Opfer, sie habe ihm verziehen, und wünscht, dass das Ganze ein Ende habe. Ich finde, dann gibt es keinen Grund mehr, einen alten, verdienten Mann einzusperren. Liege ich so falsch mit meinem Gefühl von Gerechtigkeit?“

– Die Antwort von Dr. Dr. Rainer Erlinger ist lesenswert.

Ein anderes Thema dieser Woche war die Nachricht, dass die Brigitte keine Models mehr abdrucken werde. Susanne Lang fragt sich im Freitag, ob das so eine gute Idee ist.

Außerdem spricht Beate Wedekind, Gesellschaftsreporterin und Bloggerin, mit dem Freitag über das Web 2.0, Nerds und Bloggerinnen- wie in diesem sehr schönen Interview nachzulesen ist.

Nein, wir bekommen dafür kein Geld vom Freitag, aber es gibt einfach sehr viel Verlinkenswertes auf seiner Website – und was zum Lachen: Wie diese „Bastelanleitung“. Sie erklärt uns, wie wir trotz mangelnder Witzigkeit und mangelndem Talents reich und berühmt werden können – so wie Mario Barth.

Was zieht Frauen in die Leitungspositionen von Wissenschaft und Wirtschaft? Eine österreichische Studie sagt: Frauen – wie Science ORF.at berichtet.

Eine erfreuliche Nachricht aus Österreich bringt uns dieStandard.at: Finanzstaatssekretär Andreas Schieder ist toll, denn er sagt: „Wir wollen nicht die zehntausendste Studie machen, dass die Verteilung zwischen Männern und Frauen nicht gerecht ist. Wir wollen, dass sich daran etwas ändert, indem jedes Ministerium spezifische Maßnahmen setzt, um Frauen zu fördern“ – und konzipiert Gender Budgeting für sein Land. Schade, dass so ein Konzept für Deutschland wohl nach dem 27. September in noch weitere Ferne gerückt ist.

Die X-te Studie über die Auswirkungen der Pille auf das weibliche Männerwahlverhalten wird auf Focus Online vorgestellt. Das besondere: Sie ist eine Sekundäranalyse aller bisher dazu gemachten Studien der vergangenen Jahr(zehnt)e. Und was kann sie uns sagen: „Die Pille hingegen hält die Hormonkonzentrationen während des gesamten Zyklus relativ konstant. Dadurch verschwindet die Tendenz zu maskulineren Männern, und die Frauen scheinen sich dauerhaft zuverlässigen Partnern mit ähnlichen MHC-Proteinen und weniger Dominanzverhalten zuzuwenden.“ *hüstel* ich halte mich mal mit Interpretationen zurück. Macht ihr mal. Aber nicht vergessen – das ganze hat eine apokalyptische Komponente: „Das könnte wiederum Konsequenzen für den Nachwuchs haben – beispielsweise in Form einer verzögerten Empfängnis oder einer weniger robusten Konstitution der Kinder.“




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Eintrag geschrieben: Freitag, 9. Oktober 2009 um 17:45 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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4 Kommentare

  1. Patrick sagt:

    Was mich an dem Video stört, ist die mehrfache Wiederholung von „what he deserves“. Ich bevorzuge ja einen Ansatz der Rechtsprechung, der sich mit den Konsequenzen beschäftigt, nicht mit Bestrafung. Aber ansonsten sehr wohl gesprochen.

  2. Helga sagt:

    So oft kommt da „what he deserves“ nicht vor. Außerdem hat „to deserve“ – „verdienen“ keine negative Konnotation und impliziert nicht Bestrafung.

  3. jj sagt:

    Mich nervt an dem Video „less than justice“. Sollte man nicht mit „law“ verwechseln. Ich würde mir nicht anmaßen, zu wissen, wie „justice“ in diesem Fall aussehen würde. Aber es ist vermutlich etwas anderes als die Durchsetzung anwendbaren Rechts, was er meint.

    Zum Pillen-Partnerwahlverhalten – ich bin ja nun niemand, der die biologische Komponente klein reden würde, aber in dem Fall halte ich das alles noch für recht unausgegoren. Warum? Bei Adoptivkindern scheint das alles anders zu sein, will sagen, ihre genetischen Präferenzen richten sich nicht nach der Unterschiedlichkeit vom Immunsystem ihrer biologischen Eltern und ihres eigenen sondern nach dem ihrer Adoptiveltern. Wie das genetisch zu begründen sein soll, ist mir nicht ganz klar.

    Was die Konsequenzen betrifft, das schöne an Evolution ist ja, daß man immer erst danach schlauer ist.

  4. steve, the pirate sagt:

    Interessant, dass das mit der Partnerwahl unter der Pille immer wieder durch die Medien geistert, aber der Tod durch Lungenembolie einer jungen Schweizerin – bedingt durch die Pille – schon wieder aus den Medien verschwunden ist. Dabei gibt es zahlreiche Fälle bei denen die Pille in Verdacht steht eine tödliche Embolie ausgelöst zu haben…