Guten Tag, liebe Missy!

von der Mädchenmannschaft

Jetzt ist es also endlich da, die lang ersehnte erste Ausgabe des Missy Magazine. Und wie ist es so geworden? Wir haben mal aufgeschrieben, welche Gedanken uns so durch den Kopf gingen bei der ersten Lektüre.

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Eins vorweg: Ich hatte leider noch keine Zeit, Missy die Aufmerksamkeit zu widmen, die ihr definitiv gebührt. Deswegen hier das Statement nach einmal hektisch Durchblättern („Juhu, endlich!“) und einmal mit Genuss genauer ansehen und anlesen. Der allererste Eindruck: Ich sehe auf fast jeder neuen Seite eine neue interessante Frau und habe sofort Lust, zu erfahren, was hinter diesen vielen klugen Köpfen steckt. Spannend! Das Heft selber hat genau die richtige Mischung zwischen kleinen Notizen und großen Artikeln und ist somit sowohl für die U-Bahn als auch abends fürs im-Bett-lesen geeignet.

Hier nun eine wilde Aufzählung der Artikel, bei denen ich hängen geblieben bin, kleine Missy-Häppchen, bis ich mehr Ruhe habe:
„Lieblingsstreberinnen – Paris Geller“. „Das Rezept aus der Fernsehserie“. Die Bildstrecke von Birgit Wudtke. Der Artikel über’s Abstillen. Die Modestrecke (die mir das wunderbare Wort „Nerdinen“ beschert – hier der einzige, ganz persönliche Wehmutstropfen, ich finde Modestrecken generell überflüssig). „Vor uns“. Kamasutratest und Vibratorkauf. „Wann hast Du Dich das letzte mal auf Grund deines Geschlechts benachteiligt gefühlt?“.

Missy ist ein großer, toller, bunter Strauß und wohl wirklich das, was wir lange vermisst haben. Danke! sagt Anna.

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Ich mag die Fotos von Anna Plaschg, weil sie so perfekt in den Oktober passen. Und ihre Musik ein wenig so klingt, als würde man durch Laub gehen.

Ich erschrecke vor der Kamasutra-Tabelle, weil ich aufgrund der gezeichneten Abbildungen an Froschschenkel denke. Und den Baum trotz Laubumrahmung als einen zu großen Phallus im Verhältnis zu den gespreizten Beinen sehe.

Ich wünsche mir noch mehr ganzseitige Fotos, weil ich denke, dass wir in einem Popkulturmagazin für Frauen auch lernen können, anders, sozusagen weiblich zu betrachten. Und nicht nur auf Perfektion oder Schönheit zu achten.

Ich mag eine Geschichte sehr, die von den Künstlerinnen-Portraits, auch weil mir diese Antwort von Birgit Wudtke gefällt: „Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, alles kontrollieren zu können.“

Also Anfang geglückt! Vielen Dank für was zum Mögen, Erschrecken, Wünschen und Zitieren, Barbara

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Was ist wohl aus diesem so spannend klingendem Projekt geworden? Wird es den hohen Erwartungen entsprechen können?

Es kann! Nach dem ersten Überfliegen der Themen war ich angenehm überrascht, wie viel bislang Ungelesenes und Neues das Heft zu bieten hat. Auch bei näherer Betrachtung und ausführlicher Lektüre ist mir noch nicht ganz klar, wie ein Team von eigentlich nur fünf Frauen so ein thematisch breit gefächertes, stilistisch schönes, professionelles und unterhaltendes Werk auf die Beine hat stellen können!

Wahrscheinlich brauchte es dafür wirklich eine gute Portion Anmaßung, wie es im Editorial beschrieben wird. Was ich besonders toll fand? Das Interview mit dem 18-jährigen Ausnahmetalent Soap&Skin, der Kamasutra-Test, die Anleitung zum Platten-ineinander-mischen und die zum Stricktierchen-herstellen, daneben habe ich sehr gelacht über „Wie klebe ich mir einen Bart an“ (wird auf der nächsten Party ausprobiert!) und fast geweint wegen des Berichtes über Genitalverstümmelung in Burkina Faso.

Außerdem: Die Einkaufsliste an neuer Musik und neuen Büchern ist wieder enorm gewachsen und ja: Ich habe definitiv das Gefühl super zu sein, alles erreichen zu können und jetzt sofort damit anfangen zu müssen!

Danke ihr Tollen! sagt Katrin

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Erst mal großes Kompliment: Missy, you’re lookin‘ damn fine. Streckenweise ein bisschen viel grafischer Firlefanz, aber im Großen und Ganzen sieht das Heft wirklich sehr, sehr gut aus. Und der Inhalt kann da durchaus mithalten. Ich habe mich beim Lesen immer wieder bei diversen in-mich-rein-gefreuten Yo’s! und Yeahs! erwischt, auch wenn für meinen Geschmack die Popthemen in ihrer Detailliertheit die Grenzen zum Ober-Nerdismus doch etwas belasten.

Einziger Störfaktor: Der Aufbau. Nach vielen tollen Fotos und Pop-Mode-Sex-Spaß kommen erst die harten Themen. In der Hinsicht ist Missy meiner Meinung nach immer noch zu nahe an dem klassischen Frauenmagazin-Schema dran. Ist klar, Genitalverstümmelung zieht Leserinnen und Leser nicht so stark wie Vibrator-Selbstversuche und Shopping-Tipps, aber schade ist diese Reihenfolge trotzdem. Wenn Missy noch einmal gerührt oder geschüttelt wird, ohne die strenge Ressort-Gliederung, dann ist sie für mich absolut Superstar, findet Meredith

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Die Missys haben das gemacht, was ich mir seit meinem 19. Geburtstag wünsche und im Notfall auch selber machen wollte: ein tolles Magazin für kluge und aufgeweckte Frauen. Mir kam immer was dazwischen und weil mir irgendwann klar geworden ist, dass das wohl die nächsten 50 Jahre so bleiben wird, bin ich umso glücklicher und erleichterter, dass es nun dieses Heft gibt.

Ich mag, dass man hier auf 90 Seiten viele tolle Frauen kennenlernen kann; dass Leute von nebenan mal sagen, wann sie sich wegen ihres Geschlechts benachteiligt fühlten (denn das gibt ja keine und keiner gerne zu); dass die Fotos sehr schön und um Klassen komplexer als die üblichen Frauenzeitschriftenbildchen sind; dass Christiane Rösinger eine Kolumne hat und in der ersten Folge gleich mal mitten ins Schwarze trifft (Stillen killt die Gleichberechtigung); und ich freu mich zu sehen, dass es in diesem Heft schon eine stattliche Zahl von Anzeigen gibt, so etwas wie Missy also vielleicht wirklich finanzierbar sein könnte.

Ich vermisse aber auch etwas: mehr (alltags-)politische Themen. Ich – und sicherlich nicht nur ich, sondern auch andere Frauen – will wissen, was die Politik, die Wirtschaft, die Gesellschaft mit meinem Leben tun. Missy, ich wünsche mir mehr Alltag und mehr kleine Themen groß. Mehr Hintergründe und Analysen. Klar, in dem Magazin geht es um „Popkultur für Frauen“, ist ja auch der Untertitel. Aber: Sind wir nicht alle ein bisschen Pop? Auf jeden Fall, Missy, schön, dass es dich gibt! Deine Susanne

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[Hinweis: Die Mädchenmannschaft füllte in dieser
Ausgabe des Missy Magazines die Nachrichtenseite.]



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Eintrag geschrieben: Dienstag, 21. Oktober 2008 um 8:45 Uhr unter Inspiration, Kultur. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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3 Kommentare

  1. […] die Maedchenmannschaft.net (personell mit Missy verstrickt) hat ein paar Kommentare zur Erstausgabe des Missy Magazins […]

  2. SoE sagt:

    Massenkultur? schwachsinnig? Mistblatt? Woohoo… Mit all den Klatschgeschichten über Britney und Reisetipps die sich niemand leisten kann, ist das auch… Ach ne, das muss ne andere Zeitschrift gewesen sein. Das ist auch nicht die neue EMMA, sondern „Popkultur für Frauen“!

    Hat mich ein wenig an die NEON erinnert, damals, als ich noch nicht bei jedem 2. Artikel anfing zu gähnen oder den Kopf auf den Schreibtisch hauen zu wollen. Außerdem ist echt mal Abwechselung statt einem Artikel über eine berühmte/wichtige Frau, ganz viele zu haben und nur eine Seite über das andere Geschlecht.

    Nur warum kommt Katy Perry noch so gut weg? Billige Provokation auf Kosten von Homo bzw. Bisexuellen. Dann doch lieber Hillary Duff http://www.feministing.com/archives/011509.html

  3. Judith sagt:

    nett. nett. das ganze. nachdem hier so fleißig die werbetrommel gerührt wurde..
    meine leiblingsartikel bisher: die sache mit dem stillen von der christiane rösinger und paris geller.
    die platten/bücher/film kritiken hätt man allerdings schon in klitzekleines bisschen größerer schrift machen können, da kriegt man ja kopfweh davon.

    ach ja, die doityourself sachen fand ich auch cool.
    nächstes mal hoff ich dann allerdings auf doityourself zum thema sexspeilzeug um den nervigen vibratorkauf-artikel wieder gut zu machen. message zum schluss nach dem ganzen peinlichhihi: hoffentlich segnet mein freund meinen vibrator auch ab. ach je.

    wie auch immer, nächstes mal bin ich auf jeden fall wieder dabei. bin schon gespannt.