Einträge von Meredith


Seifenblasen, Sexy Sexismus und scharfe Worte

19. Juli 2010 von Meredith

Was letzte Woche so geblogged wurde:

Gute Nachrichten aus London bei queernews: Das britische Supreme Court hat das Asylrecht bestätigt für Menschen, die in ihren Heimatländern auf Grund ihrer Homosexualität verfolgt werden.

Und aus Bayern! Dort werden mit dem neuen Beamtenrecht schwule und lesbische Eingetragene Lebenspartnerschaften mit Ehen gleichgestellt.

Die Frage, ob Frauen auch in die Wehrpflicht mit einbezogen werden sollten, wird auch hier immer wieder diskutiert. Nach den neusten Entwicklungen stellt sie sich zwar in Deutschland auch nicht mehr lange – einen interessanten Beitrag dazu im Hinblick auf Österreich kann man aber in der Denkwerkstatt lesen.

Und für die Augen: Irgendeine peinliche Biermarke aus Österreich ist auf die tolle Idee gekommen, ihre Sorten mit Frauentypen zu vergleichen, dafür drei Frauentypen (Brünett und schlank, Blond und schlank, rothaarig und, äh, schlank) Topfrei und mit irren Blicken zu fotografieren. Sexistische Werbung – immer wieder sexy!
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Selber schwitzen, selber sagen, selber machen

18. Juli 2010 von Meredith

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Es ist Sonntag und wenn ihr nicht an den See könnt, dann tobt euch hier aus: Was habt ihr diese Woche Genderrelevantes getrieben und was trieb euch auf die Feminismuspalme?


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Pop, Friteusen und Schlager: Unsere kleine Wochenschau

23. Mai 2010 von Meredith
Dieser Text ist Teil 60 von 69 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Letzte Woche in den deutschsprachigen Blogs:

Barbara von Popkontext sinniert darüber, warum der so gennante Popdiskurs in Publikationen und auf Podien vor allem aus männlichen Mündern quillt. Ich bin zwar nicht sicher, ob es “kaum einen gesellschaftlichen Bereich, in denen die Diskursmacht noch so sehr in männlicher Hand ist wie beim Reden über Musik”, gibt – aber für alle, die sich in dieser Welt bewegen, ist der Text sicher aufschlussreich.

tattooflavouredgirl hat das Ergebnis einer Erhebung veröffentlicht, deren Frage war: Für wen würden Lesben im Grand Prix stimmen? So viel sei schonmal verraten: Unter den Top Drei befindet sich auch ein kleiner Satellit.

Jörg Rupp, der das Männermanifest der Grünen mitgeschrieben hat, schimpft über die Geschlechtervorstellungen von Kochbuchverfasser_innen.

Luise F. Pusch schlägt vor, das Wort Mädchen zu neutralisieren, in dem man überall Diminuitive dran hängt. Damit erledigt sich dann auch das Problem der Pluralisierung, wenn man nicht mehr die Anwälte sondern die Anwältchen schreiben kann.

leonie erklärt auf dem Mädchenblog, warum Kristina Schröder mit ihrem Plan, die Pflege noch stärker im Privaten zu verankern, Frauen schadet.

Das Wiener Frauenzentrum hat am 29. Mai eine Vernissage mit der neoexpressionistischen Künstlerin Doris Stuber. Alle Informationan dazu hier

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Selbermachpfingsten

23. Mai 2010 von Meredith

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Beim ersten Pfingsten redeten die Apostel, diesmal redet ihr: Was war diese Woche Gender- und Feminismusmäßig bei euch los, was hat euch bewegt, erstaunt, genervt? Und wo treibt sich der Heilige Geist herum?
Bis Dienstag!


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Brüste-Wackeln mal anders

21. April 2010 von Meredith

Gestern haben wir hier - eher kurz – schon über die geologischen Erkenntnisse eines iranischen Geistlichen zum Zusammenhang zwischen Sexyklamotten und Erdbeben nachgedacht, heute fordert die US-amerikanische Bloggerin Jen McCreight die Frauen der Welt dazu auf, die Theorie doch mal im Experiment zu testen.

Im Namen der Wissenschaft will sie am Montag, den 26. April ihr weitestes Dekolleté tragen – und wenn genügend Frauen mitmachen, wackelt vielleicht die Erde:

Time for a Boobquake.

On Monday, April 26th, I will wear the most cleavage-showing shirt I own. Yes, the one usually reserved for a night on the town. I encourage other female skeptics to join me and embrace the supposed supernatural power of their breasts. Or short shorts, if that’s your preferred form of immodesty. With the power of our scandalous bodies combined, we should surely produce an earthquake. If not, I’m sure Sedighi can come up with a rational explanation for why the ground didn’t rumble. And if we really get through to him, maybe it’ll be one involving plate tectonics.

So, who’s with me? I may be a D cup, but that will probably only produce a slight tremor on its own. If you’ll be joining me on twitter, use the tag #boobquake! Or join the facebook event!

Toll wäre es natürlich, wenn Frauen im Iran auch die Möglichkeit hätten, mitzumachen oder dem Herrn Sedighi wenigstens den nackten Mittelfinger zeigen könnten, ohne Angst vor Repressionen zu haben, siehe unten. Tatsächlich kann ja eine Masse von Miniröcken in Deutschland oder den USA nicht mal zehn Prozent der Empörung und Unruhe auslösen, die ein halbnackter Frauenarm im Iran und anderen streng-islamischen Ländern erzeugt.

Das ist ein paar Gedanken wert – die Aktion ist aber trotzdem ganz schön lustig. Und vielleicht blitzen ja ein paar Teheranerinnen mit der Fußsohle oder dem Handgelenk.


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Glaube, Zynismus, Hoffnung

20. April 2010 von Meredith

Aus der Reihe “Führende Geistliche erklären die Geheimnisse der Wissenschaft”, Ausgabe Geophysik:

In einer Predigt am letzten Freitag äußerte sich der Gebetschef Teherans Hoyatoseslam Kazem Sedighi zu dem Problem Erdbeben, von dem ja auch der Iran immer wieder heimgesucht wird, wie erst 2003 in der Katastrophe von Bam mit 31.000 Toten. Wenn man sich die Ereignisse der letzten Monate ansieht, Haiti, Chile, Kalifornien, China und jetzt dieser Vulkan, ist das ja auch ein sehr gutes Thema für die Predigt; weniger zu halten ist allerdings von Sedighis Erklärung für die tektonischen Aktivitäten. Demnach ist es nämlich ganz einfach: Die Frauen waren es! Sagt Sedighi, laut iranischer Presse und internationaler Berichterstattung:

“Viele Frauen, die sich nicht bescheiden kleiden, verführen junge Männer, korrumpieren ihre Enthaltsamkeit und verbreiten Ehebruch in der Gesellschaft… Dies führt zu Erdbeben.” Offenbar gibt es in der islamischen Republik immer wieder Aufregung über junge Frauen, die sich nicht an das Gebot der kompletten Verhüllung halten, und auch mal eine Jeans oder einen Pony unter dem Tschador vorblitzen lassen.

Was zu tun sei, um weitere Katastrophen, speziell im Iran, zu verhindern: Bitte strenger an den Koran halten. Frauen, verhaltet euch ruhig, dann tut es die Plattentektonik auch.

Rein logisch ist das wohl verwandt mit Benedikts VI Geistesblitz, AIDS liege an Kondomen. Schön, dass sich die Kirchen weltweit wenigstens darauf einigen können, jede Plage der Welt nach wie vor mit der menschlichen Sexualität zu erklären.


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Schnupfen in der Vagina oder warum Frauen immer eins mehr krank sind

19. Februar 2010 von Meredith

Nur kurz: Auf jezebel gibt es eine punktgenaue Suada von Anna North zum Thema vaginale Infektionen und deren überflüssige Problematisierung. Zwar geht es natürlich um das US-amerikanische Gesundheitssystem, doch die Sachlage ist in Deutschland nicht so viel anders.

Von der Heimsuchung des Hefepilzes (darf ich vorstellen, Candida Albicans) und der Belastung der Blasenentzündung bleiben nur wenige Frauen völlig verschont. Selig sind die mit den robusten Unterleibern, denn sie kennen nicht die Panik, den Schmerz und das Unwohlsein, die von einer Dauntenentzündung ausgehen. Sie kennen auch nicht die peinliche Prozedur, die zu durchlaufen ist, wenn man ein verschreibungspflichtiges Medikament dafür braucht, wie bei einer schweren Blasenentzündung ein Antibiotikum. Man bitte verzweifelt darum, in die Sprechstunde kommen zu können. Dann hockt man stundenlang und angespannt in Gynäkologenwartezimmern, blättert lasch in uralten Gala-Ausgaben und am Ende bekommt man einfach nur die Bestätigung von dem, was man eh schon wusste, weil es einen ja aus der Körpermitte seit Stunden schon anschreit: “Ja, da haben Sie sich eine ordentliche Entzündung eingefangen.”
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Gewalt gegen Frauen in allen Sphären, Gedanken zu Blackberrys und Burkas

13. Februar 2010 von Meredith
Dieser Text ist Teil 47 von 69 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Was letzte Woche so geblogged wurde:

Nele Tabler schreibt über ihre Erfahrungen mit anonymen Todesdrohungen im Internet bzw. das völlig ignorante Verhalten der Behörden dem Thema gegenüber:

Im Jahre 2004 wurde es so heftig, dass ich zum ersten Mal versuchte, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Der Kleinkleckersdorfer Sheriff schickte mich weg, weil ich kurz vor seinem Feierabend erschienen war, und gab mir einen Termin für den übernächsten Tag. Da erklärte er mir dann, dass Frauen, die sich wie ich öffentlich als Lesbe zu erkennen geben, nicht anderes zu erwarten hätten und empfahl mir, die Webseite zu schließen und aufzuhören, die Männer zu ärgern. Würde ich seinem Rat nicht folgen, sei ich ja wohl selbst an diesen Belästigungen interessiert und sollte dann auch nicht zur Polizei rennen und Anzeige erstatten wollen.

Ihr Fazit: Frauen werden im Netz bedroht, seitdem sie es nutzen – aber der polizeiliche Umgang damit verbessert sich immerhin langsam.

Und auch im EMMA-Blog wird über Technologie-Terror gegen Feministinnen berichtet: Die Amazon-Rezensentin Helga König wird offenbar massiv gemobbt, weil sie regelmäßig feministische Bücher bespricht und, wenn es ist, positiv bewertet.

Wer mal einen klugen, reflektierten und ausführlichen Text zum Thema Frauenkörper in der westlichen Welt und die Burka lesen will, sollte das Blog 3 Bewohner der Er.de besuchen.

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16-Jährige spricht mit Jungs, wird dafür lebendig begraben

5. Februar 2010 von Meredith

Das Morden hört nicht auf. Wie der Guardian berichtet, ist in Kahta, einer Kleinstadt im Süd-Osten der Türkei, eine 16-Jährige von ihren eigenen Verwandten bei lebendigem Leib begraben worden. Begründung: die Ehre der Familie.

Offenbar hatte das Mädchen, eines von neun Kindern, den Zorn des “Familien-Rats” auf sich gezogen, weil sie mit jungen Männern Kontakt hatte. Das Mädchen war im November vermisst gemeldet worden. Die Polizei fand ihre Leiche im Dezember, scheinbar auf Hinweis durch einen Informanten, in einem zwei Meter tiefen Grab im Garten der Familie. Ihr Vater wurde verhaftet, genau wie ihr Großvater, der sie offenbar schon öfter wegen ihrer Frendschaften mit Jungs geschlagen hatte.

Die Leiche war an den Händen gefesselt und in sitzender Position; in ihrem Bauch und in ihrer Lunge wurden große Mengen Erde gefunden, was bedeutet, dass sie noch am Leben und bei Bewusstsein war, während sie von ihrer Familie hingerichtet wurde.

Bei einem derartigen Hass und einer solch klaffenden Abwesenheit von Liebe, Fürsorge oder Respekt ist es schwer, auf irgendeine Form von Verbesserung der Situation von Frauen in dieser Region zu hoffen. Ich weiß nicht, ob man eine ganze Region in Massentherapie schicken kann, ob Bildung, Aufklärung oder sonst irgendwelche Veränderungen der Rahmenbedingungen hier überhaupt etwas ändern können. Gesetze tun es ja offenbar nicht, denn immerhin sind so genannte Ehrenmorde in der Türkei ja mittlerweile strafbar. Und trotzdem werden sie dort um die 200 Mal im Jahr verübt.


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Selbermach-Sonntag (27.12.09)

27. Dezember 2009 von Meredith

Plätzchen und der Braten waren hoffentlich reichhaltig und gut, die Familie nett und die Feiertage froh. Wenn euch trotzdem – oder gerade deswegen etwas unter den Nägeln brennt, das mit Feminismus und Geschlechterkonstellation (ich sag nur Stollenpatriarchat und die Frage, wer den Baum holt und wer die Küche nach dem schönen Festessen putzt) zu tun hat – es ist euer Sonntag!


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