„Abstinence only“ → schwanger mit 17

von Susanne

Die Süddeutsche Zeitung liefert heute noch mal ein paar Zahlen und Fakten zu amerikanischen Familien- und Teenagerdramen à la Palin:

„Abstinence only“, absolute Enthaltsamkeit, dazu sollen die Schulen anhalten. Wie der eigene Körper funktioniert, wie er sich in der Pubertät verändert, wie Jugendliche sicheren Geschlechtsverkehr haben können – all das lernen die meisten amerikanischen Teenager nicht im Unterricht.

Die Abstinenz-Kampagne beruht auf einem Bundesgesetz von 1996 und wird von der amerikanischen Regierung kräftig finanziert: In den vergangenen zehn Jahren hat sie sich die moralische Erziehung ihrer Jugend über eine Milliarde Dollar kosten lassen. Bundesstaaten, die Schülern ein anderes Bild von Sexualität vermitteln möchten, bekommen keinen Cent. Im Jahr 2007 lehnten nur sieben der 50 Bundesstaaten die Fördermittel ab und gestalten die Lehrpläne nach eigenen Vorstellungen.

(…)

Bristols Schwangerschaft offenbart das Problem, das mit dem Versuch der Erziehung zur Keuschheit einhergeht: Die USA sind trotz – oder wegen – ihrer Prüderie die westliche Industrienation mit den meisten Teenagerschwangerschaften. Im Jahr 2006 kamen hier laut offizieller Statistik auf 1000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren 41,9 Geburten, mehr als 80 Prozent dieser Schwangerschaften waren ungeplant. In Deutschland waren es nur 10,7 Geburten, in Kanada 13,4.

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Diese Daten legen den Schluss nahe, dass „abstinence only“ völlig an der Realität vorbeigeht. Amerikanische Jugendliche haben also Sex – aber offenbar keine Ahnung, wie er eigentlich funktioniert.

Im amerikanischen Sexualkundeunterricht werde statt mit Aufklärung mit Angstmache gearbeitet. Dabei sinke die Zahl der Teenagerschwangerschaften und Infektionen, je umfassender und offener der Unterricht ist, sagt  der Sozialpädagoge Sebastian Kempf, der in München für Pro Familia arbeitet und in den USA bei Planned Parenthood tätig war.

(Foto geliehen von Iain)




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Eintrag geschrieben: Freitag, 12. September 2008 um 11:28 Uhr unter Familien_politik, Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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4 Kommentare

  1. Steffie sagt:

    Wie widersinnig! Reichen diese Zahlen nicht aus, um vom Gegenteil zu überzeugen? Ich verstehe das nicht…

  2. profin sagt:

    Steffie,
    ja aber die Bibel sagt doch schon …. Da ist mit Vernunft nix zu holen. Die Leute, die Abstinenz predigen haben sich ja selbst auch nicht dran gehalten, aber das wird ausgeblendet. Was man nicht wissen will, ….

  3. profin sagt:

    ach ja und bevor mich jemand widerlegt:
    Nein die Bibel untersagt vorehelichen Sex NICHT konsequent. Das ist eine Sache einiger Religionen, die das sich so zurecht interpretiert haben.
    Früher hiess es ja auch, Knaus Ogino sei ne sichere Verhütungsmethode; Ex-Ministerin Renate Schmidt meinte neulich, ohne Knaus-Ogino gäbs ihre Tochter nicht …

  4. SoE sagt:

    Auch die Zahlen zur weiteren Bildung der minderjährigen Mütter, der Armutsquote und den Scheidungsraten sind die reinste Katastrophe. Und natürlich haben die vorgeblichen Abstinenzler auch noch mehr sexuell übertragbare Krankheiten. Aber sogar in Deutschland propagiert Gloria von Thurn und Taxis ja, dass Kondome da eh nicht gegen helfen…