Archiv für April 2012


Kann Dieter Blechschmidt was dafür, dass er so saudoof ist?

30. April 2012 von Nadia

Mit einem Facebook-Comment hat Dieter Blechschmidt, CDU-Ratsitzender aus Plauen, der Welt gezeigt, wo bei ihm der Hammer hängt, und zwar irgendwo im Hinterwald seines Denkapparates. Blechschmidt ist nämlich im Selbstverständnis Religionswissenschaftler oder sogar Psychologe, zumindest aber Grandmaster aller Bibel-Kenner. Und die Welt lässt er natürlich teilhaben an seinen “Erkenntnissen”. Also, nochmal in voller Länge für Euch:

“die bibel ist in ihrem kern sogar bis zu 5000 jahre alt und war immer in ihren aussagen topaktuell. die zeiten ändern sich aber grundlegende richtlinien für das menschliche zusammenleben ändern sich genausowenig wie naturgesetze. wenn die bibel seit 5000 jahren eindrücklich vor homosexualität warnt dann ist das auch heute noch gültig, selbst wenn einige politsch korrekte politiker das anders sehen. bitte nicht falsch verstehen – natürlich können schwule und leseben zunächst mal nichts für ihre krankheit und niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen normalität erhoben werden, sondern den betroffenen sollte hilfe angeboten werden …”

Rückmeldung aus dem Vogtland gibt es nun bereits, und zwar vom Kreisvorsitzenden Sören Voigt der dort ansässigen CDU:

„Die Meinung von Dieter Blechschmidt ist in keinster Weise Auffassung der CDU-Vogtland. Bei seinen Äußerungen handelt es sich um eine Einzelmeinung von ihm. Diese steht jedem zu, ist aber nicht Allgemeingültig. In unserer modernen und offenen Gesellschaft gehört Homosexualität genauso zum Lebensverständnis, wie andere Religionen, die wir akzeptieren und tolerieren. Niemand soll, wegen seiner Meinung oder Orientierung ausgeschlossen werden. Dies ist auch und gerade eine Freiheit, die wir uns 1990 errungen haben. Ein Bezug zur christlich-abendländischen Geschichte und der Bibel ist in diesem Zusammenhang abwegig. Gerade wir Christen und Christdemokraten wollen offen und vorbehaltlos anderen gegenübertreten. Dies ist die wahre Berufung aus der Heiligen Schrift.”

Angemessen bis dass der Kragen platzt (hust), ja, so kann´s laufen! Einzelmeinung, darf jeder haben, wir sehen das aber eigentlich so-und-so, und die wahre Berufung aus der Heiligen Schrift ist nämlich das-und-das. Gruselig. Vielleicht können ja mal ein paar Rückmeldungen verschickt werden – die Mailadresse von Herrn Blechschmidt habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, jedoch die von Herrn Voigt: info@soeren-voigt.de.

Nachtrag: Danke! DieTilde hat die E-Mailadresse von Herrn Blechschmidt gefunden: blechschmidt.dieter@kt.vogtlandkreis.de


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Vagina Monologe in Berlin

30. April 2012 von Magda

Janetta Carlucci kommt aus Ghana, studiert in Berlin Public Policy und hat bereits dreimal in Bremen die Vagina Monologe mitaufgeführt. Veronika Kirschner kommt aus Bayern, arbeitet derzeit in Berlin beim ASA-Programm und hat die Vagina Monologe einmal in Äthiopien mitgemacht. Beide organisieren in diesem Jahr die Berliner Vagina Monologe, die am 13. Mai in der alten Feuerwache stattfinden werden, und erzählen uns, was das eigentlich ist, was uns erwartet und wie mensch bei Interesse mitmachen kann.

Was sind die Vagina Monologues? Wer hat sie ins Leben gerufen?
Die Vagina Monologe sind ein Theaterstück der US-amerikanischen Schriftstellerin und Aktivistin Eve Ensler. Eingebettet in eine weltweite Bewegung (VDay Movement) gegen geschlechterspezifische Gewalt basiert dieses Theaterstück auf über 200 Interviews mit Frauen aus aller Welt. Die V-Day Bewegung wächst rasant und ist derzeit in 140 Ländern aktiv, von Europa bis Asien, Afrika und die Karibik, und in ganz Nordamerika. V-Day, eine gemeinnützige Gesellschaft, vergibt Finanzierungen an lokale, nationale und internationale Organisationen und Programme, die gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen arbeiten. Die V-Day Bewegung hat in 11 Jahren über 85 Millionen US$ mobilisiert und mehr als 300 Millionen Menschen erreicht. Das ‘V’ in V-Day steht für Victory (Sieg), Valentine (Valentinstag) und Vagina.

Wie sind die Vagina Monologues nach Berlin gekommen?
Sie wurden schon mehrmals in Berlin organisiert, u.a. 2009 und 2011. Für dieses Jahr entstand die Idee bei einer Veranstaltung in der Alice Salomon Hochschule vergangenen November, wo Janetta und Veronika sich kennengelernt haben. Janetta äußerte die Idee, die Monologe in Berlin zu organisieren und stieß auf großes Interesse. Schnell waren die Nummern ausgeschaut und die Planung nahm ihren Lauf. Die beiden haben ihre Netzwerke aktiviert und kurze Zeit später traf sich eine Gruppe junger interessierter Frauen zu einem ersten Info-Treffen.

Was wird uns bei der Veranstaltung am 13. Mai erwarten? Wer tritt auf?
Um 19 Uhr geht’s los, Einlass ist ab 18 Uhr. Eine Gruppe von ca. 15 jungen Frauen, Laienschauspielerinnen, die sich alle für das Thema (Gender, Frauenrechte) interessieren und engagieren, wird die Monologe in Szene setzen. Unterstützt werden sie von der Berliner Rapperin Sookee, die auch selbst einen Monolog aufführen wird. Am Ende der Vorstellung wird sie zudem ein, zwei Lieder zum besten geben. Im Anschluss gibt es noch Getränke und ein Buffet zum verweilen, diskutieren und feiern. Das ganze kostet 7 Euro Eintritt, bzw. 4 Euro ermäßigt. Alle Einnahmen gehen an die Interkulturelle Initiative e.V. Berlin.

Tickets können direkt bei der Studiobühne alte feuerwache reserviert werden (studiobuehne[at]kulturamtfk[punkt]de oder 030 – 426 66 36). Die Veranstaltung ist zweisprachig (deutsch/englisch)

Wollt ihr das noch mal machen und kann mensch mitmachen?
Ja, unbedingt! Wir überlegen, nächstes Jahr zwei Abende zu gestalten: einmal die Vagina Monologe und einmal „EINE ERINNERUNG, EINE ERZÄHLUNG, EINE KLAGE UND EIN GEBET“. Dies ist eine Sammlung von Monologen weltbekannter AutorInnen, die von Eve Ensler und Mollie Doyle herausgegeben wurden. Auch hier wird die vielschichtige Gewalt, die Frauen und Mädchen erfahren, thematisiert und enttarnt.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen und können mitmachen! Vor und hinter der Bühne. Der Cast für dieses Jahr ist leider schon abgeschlossen. Wir freuen uns aber natürlich über zahlreiche Besucher_innen!


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Eine Stimme gegen das Schweigen

30. April 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 100 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Mutismus Blog
Auch auf facebook und bloglovin.

Wie heißt du?
Sab

Seit wann bloggst du?
Gefühlt schon eine Ewigkeit und ich glaube meinen ersten richtigen Blog habe ich 2005 begonnen. Danach folgten dann ein paar weitere, bei verschiedenen Anbietern, bis ich 2009 den Mutismusblog angefangen habe. Und vorher habe ich eigentlich auch schon „Tagebuch“ im Internet geschrieben. Auf einer selbstgebastelten Homepage. Das müsste 2003/2004 gewesen sein.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Anfangs eigentlich nur, um meine Gedanken aufzuschreiben. Ich konnte aufgrund meiner „Krankheit“ selektiven Mutismus im realen Leben nicht sprechen und fand es deswegen toll das Internet mit meinen Gedanken zu füllen und so mit Menschen (über die Kommentare) in Kontakt zu kommen und zu „reden“, weil mir das Schreiben schon immer leicht fiel und Spaß machte. Den Mutismusblog habe ich dann angefangen, weil ich zum einen das Thema Mutismus etwas bekannter machen wollte, damit es bei anderen Betroffenen früher erkannt und somit besser und schneller therapiert werden kann. Und zum anderen, weil ich zeigen wollte, wie das ist, wenn man organtechnisch eigentlich sprechen kann, es dann aber doch nicht funktioniert und man sich deswegen irgendwie stumm fühlt. (mehr …)


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Selbermach-Sonntag (29.4.2012)

29. April 2012 von Nadia

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Zum (vielleicht) verlängerten Wochenende habt Ihr eventuell kurz Zeit, uns Eure Links der Woche zukommen zu lassen. Erholt Euch heute noch gut und habt schöne Tage!


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Samstagabendbeat mit Lovers

28. April 2012 von Magda

Oh wie schön! Ganz viele Herzchen für die queer/feministische Synthie Pop Gruppe Lovers aus Portland (OR), die ab 10. Mai auch in Deutschland tourt.

10. Mai 2012: München im Kafe Kuit, Oberföhringer Straße 156
12. Mai 2012: Berlin (im West Germany, organiziert von La Moustache)
14. Mai 2012 Leipzig (Ort wird noch bekanntgegeben)
15. Mai 2012 Hamburg im Centro Sociale, Sternstraße 2
16. Mai 2012 Bremen im Zucker-Club (Bettybeatz), Friedrich-Rauers-Straße 10
20. Mai 2012: Darmstadt (Ort wird noch bekanntgegeben)


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Schmerzensboys und die Schröder-Twitter-Petze – die Blogschau

28. April 2012 von Nadia
Dieser Text ist Teil 157 von 260 der Serie Die Blogschau

Einer der Lacher der Woche: Wie mit Twitter-Aktivist_innen umgehen? Einfach mal wie die Schröder alle ans BKA melden! Das verdient ein eigenes Logo, und das findet Ihr bei karnele.

Bilanz nachträglich zum Record Store Day bei different needs: Zwölf Prozent weibliche Beteiligung am Plattenanteil der Sammlung. Und bei Euch so?

Eine der schlechten Nachrichten der Woche: keine Einigung bei GEMA vs. YouTube. Einen Bericht inkl. Vlog dazu gibt es von Michaela Bodensee.

Pfüi, Media Markts Woman`s World: NotMyMediaMarkt” sagt Manu. Dafür brandneu und absolut sehenswert: Queere Comics auf inbetweenillustrations. Die zweifelhafte “Aber jetzt tut mal endlich jemand was!”-Aktion rund um KONY 2012: Den Aktionstag am 20. April hat die Facebook-Welt dann doch nicht mehr groß gefeiert. afrikawissenschaft liefert dazu nochmal ein Update. Aus der Welt ist diese Region aber natürlich nicht: Die kleine Ethnologin schreibt über nackte Frauenproteste in Uganda.

Schmerzensboys reloaded? Den schönsten Wochenendrückblick gibt`s bei anarchieundlihbe.

Interessante Beobachtung in Bezug auf Norwegens Breivik-Prozess: Wenig sachlich wird über die AnklägerInnen Breiviks berichtet, die reduktion auf Weiblichkeit ist Standard -schön zusammengefasst bei Uli Koch.

Humorless Feminists haben einen bunten Strauß literarischer und popkultureller “Alternativen” im Angebot.

Snaczny schreibt über Equalismus und Feminismus in der Piratenpartei.

Du hasst Seminare? Super, dann bitte einmal weiter zum Text von glücklich scheitern, da wird nämlich der Part “aus Gründen” aufbereitet.

Eindrucksvolle Rede von Kthi Win, nachzulesen auf Sina`s Blog: Speech by Sex Worker from Burma at AWID-Conference.

Und last not least: Prinsregentenheim rezensiert Safranskis Heidegger-Biographie., und das L-Mag liefert eine Vorschau auf die nächste Printausgabe.


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Diskriminierung im Jemen: die Achdam

27. April 2012 von Helga

Ganz im Süden der arabischen Halbinsel liegt der Jemen, nur wenige Kilometer Rotes Meer trennen es von Eritrea und Dschibuti und noch einige Kilometer mehr von Äthiopien. Rund anderthalb Mal so groß wie Deutschland hat das Land eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Dabei, so vermutet man, sind vor 1500 Jahren Soldaten des Aksumitischen Reichs (dem heutigen Äthiopien) im Jemen geblieben – ihre Nachfahren endeten in der Sklaverei und in der niedersten Kaste „Achdam“ (arab. für Bedienstete). 1962 wurden Sklaverei und Kasten abgeschafft, die Achdam erfahren jedoch bis heute Diskriminierung.

Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Huda Jafar, die ich beim Young Media Summit 2011 in Kairo kennengelernt habe, hat 2009 an einem Film über die Achdam mitgearbeitet. Er dokumentiert die Schicksale dreier Frauen, Haddah, Qobol, und Om Ali. Wie so oft sind sie gleich mehrfach von Diskriminierung und Gewalt betroffen. Hier gibt es den Film nun erstmals mit deutschen Untertiteln zu sehen (Triggerwarnung: Gewalt wird explizit beschrieben).




Der Film wurde produziert von witness.org und dem Arabischen Schwesternforum für Menschenrechte. Weitere Eindrücke gibt in einer Fotoserie von Adam Reynolds.


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Die Pressesprecherinnen des Islam

26. April 2012 von Kübra

Auf einer Geschäftsreise in Europa will es die ägyptische Journalistin Nadia El Awady endlich einmal ausprobieren: das Leben ohne Kopftuch. Nach Jahren nimmt sie es zum ersten Mal in der Öffentlichkeit ab. Sie läuft durch die Straßen und wartet auf eine Reaktion. Nichts passiert. „War ich immer so unsichtbar?“, fragt sie sich. Und während die Menschenmassen an ihr vorbeiströmen, fühlt sie, dass sie in der Masse untergetaucht ist – eine von vielen.

Es war ein komisches Gefühl, als ich ein weiteres Mal auf einem sozialen Netzwerk Bilder einer Freundin ohne Kopftuch entdeckte. Für alle sichtbar, öffentlich. Sie hatte das Kopftuch abgelegt, wie so viele andere in meinem Bekanntenkreis in den vergangenen Jahren. Wie würde man auf sie reagieren? Denn genauso wie viele in der muslimischen Community den Kopftuchtragenden „Religiosität“, „Spiritualität“ oder „Reinheit“ zuschreiben, verkehrt sich das bei einer Frau, die das Kopftuch ablegt ins Gegenteil. Weit mehr als bei einer Frau, die noch nie ein Kopftuch trug. So als ob sie mit dem Kopftuch auch dem Islam und der Gemeinschaft den Rücken gekehrt hätte. Sie gehört nicht mehr dazu. Selbst wenn niemand über sie spricht, ein stilles Urteil ist gefällt.

Es gibt Frauen, die das Kopftuch ohnehin nie tragen wollten, die dazu – offen oder subtil – gezwungen worden sind. Oder die sich so weit geändert haben, dass der Islam und das Kopftuch keine Rolle mehr in ihrem Leben spielen. Andere Frauen empfinden das Kopftuch als Einschränkung. Das Ablegen ist eine Befreiung für sie.Für meine Freundin A. war es eine Qual. Nach etlichen Job-Bewerbungen, nach eben so vielen Absagen, nach Monaten der Perspektivlosigkeit, nachdem man ihr wiederholt in Bewerbungsgesprächen dazu riet, das Kopftuch doch bitte abzunehmen, nach einer großen inneren Krise, nachdem sie sich zu schwach fühlte, um die Blicke und den permanenten Druck, sich beweisen zu müssen, auszuhalten, legte sie es ab. Unfreiwillig. Und doch, obwohl sie die Gleiche war, ebenso spirituell und muslimisch wie zuvor, war sie es nicht mehr in den Augen anderer.

S. hingegen hatte einen ganz anderen Grund: die Politisierung des Kopftuchs, die Bilder und Vorstellungen, die mit dem Kopftuch verbunden sind. „Ich war nur noch damit beschäftigt, den Islam zu verteidigen. Ich habe nur noch außen hin gearbeitet und dabei meine Spiritualität verloren.“ Um sich wieder näher und tiefer mit ihrer Religion zu beschäftigen, ohne von außen daran gehindert zu werden, ohne eine konstante Unruhe zu spüren.

Ja, die Politisierung des Kopftuchs durch die Außenwelt, hat die Trägerinnen zu Anwältinnen und Pressesprecherinnen des Islams gemacht, die sich unfreiwillig und unbewusst diesem Bild fügen. Und tatsächlich besteht hier die große Gefahr, das Eigentliche zu vergessen: den Glauben.Heute ist S. religiöser als zu der Zeit, in der sie noch ein Kopftuch trug. „Wenn ich mich wieder bereit dazu fühle, stark genug bin, werde ich es vielleicht bald wieder tragen. InshAllah – so Gott will.“

Die Kolumne ist ursprünglich in der taz erschienen.

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Wie geht’s weiter mit #nichtmeineministerin?

26. April 2012 von Maedchenmannschaft e.V.

Rote Schrift auf weißem Grund: NICHT MEINE MINISTERIN Kurz: wir werden das Internet ausdrucken. Nach knapp einer Woche geht die Zahl der Unterstützer_innen den 18.000 entgegen – dabei sind Abgeordnete aus Bundestag, Landtagen und dem Europaparlament, sowie zahlreiche Organisationen. Daher werden wir den Offenen Brief ausdrucken und versuchen, ihn Familien­ministerin Kristina Schröder zu übergeben. Bis dahin kann er unter nichtmeineministerin.de weiter­gezeichnet werden. Je dicker der Stapel wird, umso besser.

Der Offene Brief bezieht sich vor allem auf ihr Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber!“, das mit anti-feministischer Rhetorik ein Feindbild zimmert und das weitgehende Nichtstun der Ministerin rechtfertigt. Doch auch bei der Arbeit, die sie macht, ist sie in den letzten Tagen mächtig in die Kritik geraten. So hat das Verwaltungsgericht Dresden ihre „Extremismusklausel“ für rechtswidrig erklärt. Damit hatte Schröder alle Initiativen gegen rechts unter Generalverdacht gestellt und ihnen staatliche Geldern vorenthalten. Die Entwicklungen beim Betreuungsgeld machen nach den Änderungen beim Elterngeld ein weiteres Mal deutlich, dass ihre viel beschworene Wahlfreiheit nur für Besserverdienende gilt – alle anderen unterstützt die Ministerin in ihren Entscheidungen nicht.

Blaue Schrift: #Twitteraktivistin – Darunter ein gelber Vogelumriß  ©HAIGE Leider ist die Liste der Probleme, die die Ministerin ignoriert, noch länger. So haben homosexuelle Paare immer noch nicht die gleichen Rechte wie Hetero-Familien. Sie dürfen keine Kinder adoptieren und die künstliche Befruchtung erfolgt in einer rechtlichen Grauzone. Auch die Diskriminierung von Frauen bei Bewerbungen, besonders von Frauen mit Migrationshintergrund oder mit Kopftuch, geht sie nicht an. Der Minischritt „anonyme Bewerbungen“ wird nicht verpflichtend, den weitergehenden notwendigen ge­sell­schaft­lichen Wandel treibt Schröder ebenfalls nicht voran. Stattdessen meldet sie kritische Twitternutzer_innen an das BKA.

Nein liebe Frau Schröder, sie sind nicht unsere Ministerin!


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Racial Profiling, Männlichkeitsdebatten und Lego – kurz notiert

26. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 149 von 253 der Serie Kurz notiert

In Uganda wird derzeit heftig über den Umgang der Polizei mit Frauenechtlerinnen debattiert. Seit einem Jahr gibt es immer wieder Vorfälle, zuletzt wurde die Aktivistin Ingrid Turinawe angegriffen, so der Daily Monitor.

Die Petition “Stoppt Racial Profiling” wartet auf eure Unterschriften.

Queerlamefatfemme schreibt über die Notwendigkeit von safer spaces im Netz und Solidarität mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt.

In der Medizin stellen Frauen inzwischen 70 Prozent der Studienanfängerinnen – dennoch behindern „positive Vorurteile“ ihren Aufstieg auf der Karriereleiter, berichtet die Ärztezeitung. Auch an Risikobewertungen von Tätigkeiten müsse man arbeiten, besonders wenn es um den Mutterschutz geht.

Inzwischen gibt es die ersten Videos von “Words of Women from the Egyptian Revolution” (wir berichteten). In Episode 5 erzählen Hanan Sadek und ihre Tochter Mona El-Sabbahy, wie sie den Sturz des Regimes auf der Straße begleiteten. Die weiteren Folgen gibt es auf YouTube. (Die deutschen Untertitel wurden inzwischen vervollständigt, vielen Dank!.)



Eine Mutter schreibt ihrer Tochter einen Brief und bedauert, dass diese in einer Gesellschaft aufwachsen muss, in der Mädchen-sein als das schlimmste der Welt angesehen wird.

Die Musikerinnen von Pussy Riot bleiben weiterhin in Haft. In Dresden gab es eine Soli-Aktion für Pussy Riot in der Frauenkirche.

Mehr Lesefutter gibt es mit der neuen Ausgabe der an.schläge. Dieses Mal geht es unter anderem um Männlichkeitsdebatten und die Frage, wie sieht er eigentlich aus, der emanzipierte Mann.

Schauspielerin Vanessa Williams hat zusammen mit ihrer Mutter ihre Memoiren “You have no idea” geschrieben – und erzählt darin erstmals, wie sie sexuell belästigt wurde und dass sie eine Abtreibung hatte.

Aktivistinnen von Spark Movement waren zu Gast bei Lego, um über die Repräsentation von Frauen und Mädchen zu sprechen – Lego Friends wird leider bleiben, aber in allen anderen Sets sollen künftig mehr weibliche Figuren auftauchen, berichtet die Daily News.

Wer eine Reihe in die USA plant, sollte vorher bei Jezebel vorbeischauen. Im “War on Women” wird es derzeit allerorten ungemütlicher für Frauen, diese zehn Orte sind allerdings besonders furchteinflößend.

Termine

In Berlin wird am Samstag, den 28. April, die erste Riot Grrrl Compilation Release Party gefeiert.

Ab Donnerstag, 10. Mai 2012, ab 20 Uhr wird es einen neuen Stammtisch in Berlin geben: “Feminismus wagen”, und zwar in der BEGINE Frauenkneipe. Die Organisatorinnen (Feministische Partei Die Frauen, Landesmitfrauenverband Berlin) laden ein: “Wir wollen mit dir und allen interessierten Frauen in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre über Frauenpolitik diskutieren.” Dieser Stammtisch wird zukünftig jeweils am 2. Donnerstag ab 20 Uhr in der Begine stattfinden.


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