Archiv für September 2010


Frauen als Täterinnen und die Kategorie Gender als Gewaltakt

30. September 2010 von Nadine
Dieser Text ist Teil 46 von 87 der Serie Die Feministische Bibliothek

Frauen als Täterinnen und Unterstützer­innen eines patriarchal organisierten Ge­walt­systems wurden seit Beginn der Frauen­bewegung immer wieder benannt, doch selten führte diese Benennung zu einer methodologischen und epistemologischen Ver­änderung innerhalb feministischer Forschung und Kritik. Unversalisierbar schien die Auffassung, das Patriarchat stelle eine allumfassende aus­schließlich von Männern initiierte und ausgeübte Form der Unter­drückung von Frauen dar. Zu tief saßen Trauma und Scham über die Gewalt­verbrechen und Menschen­rechts­ver­letzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, an denen Männer und Frauen im gleichen Maße beteiligt waren, unter denen Männer und Frauen im gleichen Maße litten.

Die Täter-Opfer-Dichotomie begann erst in den 1980er Jahren brüchig zu werden, als kritische Feminist­_innen die These der Mit­täter­innen­schaft nachhaltig innerhalb feministischer Diskurse etablieren konnten und so eine selbst­kritische Perspektive auf das Geschlechter­verhältnis eröffneten. Christina Thürmer-Rohr trug einen wesentlichen Teil dazu bei, das feministische Selbst­bild zu überdenken und feministischer Forschung einen anderen methodologischen Zugang an die Hand zu geben, Herrschafts- und Machtformen zu analysieren und zu hinterfragen.

In „Die unheilbare Pluralität der Welt – von Patriarchats­kritik zur Totali­ta­ris­mus­forschung“ fasst Thürmer-Rohr den feministischen Diskurs des 20. Jahr­hunderts grob zusammen und erläutert in chronologischer Abfolge politisches Denken und Handeln des Feminismus mit seinen jeweiligen Epistemen in Bezug auf Gewalt, Macht und Herrschaft. Weiter verknüpft sie Erkenntnisse der Totalitarismus- und feministischer Forschung und rekurriert dabei immer wieder auf Hannah Arendt, die Anerkennung von Dialog und Pluralismus forderte und in der Vielfalt und Verschiedenheit von Menschen ein Mittel gegen totalitäre Bewegungen, Systeme und Denkansätze sah.

Die inhaltliche Nähe zu Arendts Erkenntnissen zu Formen totaler Herrschaft fußt auf Thürmer-Rohrs eigener Biografie: Ihr Vater war in der Zeit des Nationalsozialismus Offizier der Wehrmacht. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt Thürmer-Rohr sich kritisch mit ihren eigenen traumatischen Erfahrungen und ihrer Rolle als Frau in einem totalitären System, als Familienmitglied eines seiner Unterstützer_innen und dem Funktionieren des Systems selbst auseinander zu setzen. Später wendet sie sich gegen ihren Vater.
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Bitte keine kleinen Brüste

30. September 2010 von Verena

Ist es draussen kalt, heizen wir drinnen schon mal den Ofen auf und mit den Vulva-Spots ein. Diese Woche:

“Politisch unreflektierter Sex ist schlechter Sex”: Deshalb nennt Margarita Tsomou in der Jungle-World Hilfsmittel, “um mit politisch unkorrekten Gliedmaßen sexuell Korrektes zu tun”. Dazu gehört ein Leben jenseits des Orgasmus’ genauso dazu wie die Non-Fixierung auf Genitalien. Leck meine Kniekehle, Baby!

In Australien sollen kleine Brüste aus Pornoheften und Filmen verschwinden, um Pädophilie vorzubeugen, berichtet The Week. Äh, irgendwie erinnere ich mich, dass schon vor einiger Zeit gehört zu haben. Müssen sich jetzt alle Frauen mit kleinen Brüsten fragen, ob ihr Partner ein verkappter Pädophiler ist? Und anders herum: Rüstet die Silikon-Branche schon auf, weil jetzt eben nur noch großbusige Frauen Pornofilme bevölkern und damit ein vermeintliches Ideal schaffen…

Noch zu früh für Weihnachtsbäckerei? Wie wäre es dann mit ein paar Vulva-Muffins? Bild via jetzt.de

Dass auch Stipperinnen intelligent sind, berichtet salon.com angesichts einer britischen Studie, nach der 90 Prozent der Lap-Dance-Tänzerinnen in England über einen gewissen Bildungsgrad verfügen. Und was sagt uns das? Dass letzte-Ausfahrt-Strip für die meisten eine rein freiwillige Angelegenheit ist, weil sie mit ihren Schulabschlüssen auch etwas “Anständiges” machen könnten?!

Sehr schön: salon.com schreibt, dass amerikanisches Eltern etwas von den niederländischen lernen können, nämlich Respekt und Akzeptanz gegenüber der Sexualität ihrer Teenager-Kinder. In den Niederlanden nämlich sorgt die liberale Einstellung von Eltern für weniger Teenager-Schwangerschaften – und sicherlich nicht, weil die Kids dort keinen Sex haben.

Und auf spiegel.de lässt sich die Geschichte der Sexratgeber nachlesen. Zwar werden diese mit Aufklärungsbüchern in einen Topf geworfen und versäumt, dass sexuelle Aufklärung lange von der Kirche betrieben wurde,  aber sonst ist der Artikel informativ und ohne Furcht, von “Mösen und Schwänzen” zu schreiben.


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Von der Terrorismus-Ermittlung in die Blogosphäre

30. September 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 50 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Die Bloggerin heute ist im Oktober Star-Gast des Monats bei Missy Online:

ANNALIST.noblogs.org

Wie heißt du?
Anne Roth

Seit wann bloggst du?
Oktober 2007

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Weil ich Kollateralschaden (oder: qua Partnerschaft Mitbetroffene) einer Terrorismus-Ermittlung geworden war und darüber schreiben wollte, was das im Alltag bedeutet.

Worüber schreibst du?
Innere Sicherheit, Überwachung, Polizei, (Diskurse über) Terrorismus & Extremismus, Datenschutz & Privatsphäre, Medien- und Netzaktivismus, Gender in der Blogosphäre.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich hätte ein angespannteres Verhältnis zu meinen Kindern, denn ohne Netz wären viele Abende zuhause deutlich einsamer gewesen.

Wovon braucht das Internet mehr:
Frauen, die über Politik reden & schreiben und gehört werden (und gehört werden wollen).

Frauen im Web…
…haben immer zuviele verschieden Ansichten, um eine Regelmäßigkeit daraus basteln zu können.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Fefe, Netzpolitik, Antje Schrupp, Mädchenmannschaft, Geek Feminism, div. Zeitungen, Tips von Bekannten meist via Twitter, und ein Feedreader mit grob 150 Feeds, die ich aber natürlich nicht alle täglich lese.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Unwürdig und peinlich. Wie ZDFneo Mad Men verhunzt

30. September 2010 von Helga
Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann, der ihr auf den Arsch glotzt.

ZDFneo-Werbung für Mad Men, über twitter.com/ZDFneo

DAS ist die Werbung des Spartensenders ZDFneo für Mad Men, eine der erfolgreichsten Serien in den USA derzeit. Hier noch mal zum Mitschreiben: „Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann, der ihr auf den Arsch glotzt.“

Story matters here

AMC-Werbung für Mad Men, über amctv.com

DAS ist die Werbung von US-Kabelsender AMC für Mad Men: „Story Matters Here.“ (Hier zählt die Geschichte.)

In den USA hat die Serie für heftige Diskussionen gesorgt hat, zeigt sie doch die 60er Jahre mit Liebe zum Detail. Nicht nur Alkohol- und Zigarettenkonsum sind allgegenwärtig, auch Sexismus und Rassismus sind Dauergäste. Matt Weiner, der Erfinder der Serie, sieht sie dabei explizit als feministisch an und Feminist_innen fanden in Mad Men, wenn auch nicht durchgängig feministisch, viele feministische Höhepunkte. Wie in den 60ern bereits geschehen, zerfällt die scheinbar heile Welt im Laufe der Staffeln immer weiter und statt sie weiter hinzunehmen, werden Ungerechtigkeiten zunehmend angeprangert.

Aus dieser durchdachten und geschickt erzählten Geschichte wird in der ZDFneo-Werbung einfach nur hohler Sexismus, garniert mit dem plattesten Verb das sich finden lies: Glotzen. Ja liebe ZDFneo-Leute, auch wenn ihr auf Twitter augenzwinkernd nachfragt, Retrosexismus ist immer noch sexistisch. Warum, das erklärt Anita Sarkeesian wieder einmal sehr gelungen in der neuen Folge von Feminist Frequency (mit englischem Transkript zum Nachlesen):


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Männerfeindlichkeit, Physik, Martin Büsser und Interviews zu Missy, Burka und Kapitalismusgeschichte

29. September 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 51 von 256 der Serie Kurz notiert

Ben schrieb schon vor zwei Wochen einen Entwurf zu Sexismus und Männerfeindlichkeit und fasste die interessantesten Kommentare in einem späteren Beitrag noch einmal zusammen.

Bei DRadio Wissen gibt es ein hörenswertes Interview mit Chris Köver zum Missy Magazin.

Das Missy Magazin erinnert noch mal an ihre coole Aktion Bake a Cake, Build a Bomb #2, bei der ihr ein Pimmel-Buch von Andrea Pritschow gewinnen könnt.

Das Schweizer Radio DRS interviewte die Basler Malerin, Aktivistin, Feministin Miriam Cahn zum Burka-Verbot und dem “Körper der Frau als Schlachtfeld” (via Antje Schrupp).

Simona machte uns auf Facebook auf den schon etwas älteren Vortrag “Feminismus, Kapitalismus und die List der Geschichte” (deutsch als PDF) von Nancy Fraser aufmerksam, den ihr in Videoform (englisch) auch auf dailymotion folgen könnt.

Auf Suddeutsche.de berichten drei Studentinnen über die merkwürdigen Erfahrungen in ihrem ‘ungewöhnlichen’ Studium, Physik.

Der wunderbare Martin Büsser ist gestorben.

Martin war überall, schrieb für Intro, SZ, Fanzines, Buchbeiträge, machte Lesungen, hielt Vorträge, unterstützte, diskutierte: Pop war ihm mehr als Musik, Musik mehr als Pop – es ging um Gender, Filme, Comics, Fernsehen, Romane, Nationalismus, D.I.Y., es ging ums Ganze.

Einer von Büssers Vorträgen zu Geschlechterverhältnissen in der Punk- und Hardcoreszene findet ihr auf der Seite der AG Queer Studies. Das Missy Magazin hat einen kurzen, persönlichen Nachruf.

Terminkalender bereit: Vom Freitag, den 01.10.2010, bis Sonntag, dem 03.10.2010 könnt ihr ein Seminar zum Thema “Männerbilder” in Berlin besuchen, veranstaltet von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN. Update: Fällt leider aus!


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Feminismus macht fett?

29. September 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 1 von 55 der Serie Meine Meinung

Feministinnen sind hässlich, kinderlos, sexlos, humorlos (alles -los!) und Männer ihr Feindbild Nr. 1 – dicht gefolgt von BHs, High Heels und Bügelbrettern. Irgendwas vergessen? Ach ja: Feministinnen produzieren auch fetten Nachwuchs! So argumentiert zumindest Rose Prince, die in ihrem Text Has Feminism Killed the Art of Home Cooking? den Niedergang der weiblichen Kochkunst konstatiert.

Verziert mit charmanten Hobby-Köchinnen-Fotos beklagt Prince in ihrem Artikel, dass die Frauen von heute ihrem “natürlichen Mutterinstinkt” nicht mehr nachkommen können, weil unsere emanzipierten Mütter neben der Hausarbeit auch auf die Straße gingen und fleißig Bewerbungen schrieben. Selbstredend bleibt dann wenig Zeit, um Rezepte auszutauschen und Tipps&Tricks zum Thema Kochen an die Töchter weiterzugeben. So sei der Feminismus und in der Konsequenz die Frauen Schuld an der stetig wachsenden Zahl an Fast Food Ketten und den “adipösen” Kindern. Helfen kann da nur, wenn Frauen die “sanfte Art des femininen Kochens” wieder erlernen und schleunigst einen Topf Tomatensauce ansetzen, denn diese kann “in mehr als zehn Variationen” genutzt werden. C’mon- Problem gelöst!

Oder auch nicht. Jessica Reed kommentiert im Guardian die “wirren, aber recht unterhaltsamen” Anschuldigungen in Princes Text (eine deutsche Übersetzung gibt es beim Freitag). Reed ärgert sich nicht nur darüber, dass Prince ganz offensichtlich die unzähligen ernährungsbewussten Feminist_innen ignoriert, die tagtäglich kreatives und abwechslungsreiches Essen auf den Tisch zaubern, sondern kritisiert auch, dass Männer zu hilflosen Opfern eines ungesunden feministischen Speiseplans degradiert werden – insbesondere angesichts der Tatsache, dass heute viele Männer ganz selbstverständlich für ihre Kinder und Freund_innen kochen und auf deren Speiseplan Einfluss haben.

Noch ärgerlicher ist allerdings, dass Prince ökonomische Realitäten völlig außer Acht lässt: Väter wie Mütter haben heute oftmals mehrere Jobs oder ackern zusätzliche Überstunden, weil Niedriglöhne bittere Realität sind. Der Gang zum (weit entfernten) Bio-Laden und das Kochen inklusive Lehrstunden für die Kinder kommt da – leider – oftmals zu kurz. Oder aber das Geld reicht hinten und vorne nicht für eine ausgewogene warme Mahlzeit am Tag, geschweige denn für den Sportclub. Klingt so dramatisch? Ein Anruf bei Hilfsorganisationen wie die Berliner Tafel wird genügen, um zu erfahren, dass die Zahl der Hilfebedürftigen von Jahr zu Jahr wächst. Hinzu kommt, dass zumindest in Großbritannien und in den USA es nicht ungewöhnlich ist, dass Schulen von Limonadenherstellern oder Fast Food Ketten gesponsert werden, die fetten Absatz machen.

Vielleicht gibt ein Blick auf ökonomische Verhältnisse mehr Aufschluss darüber, warum Kinder heute weniger Chancen auf eine ausgewogene und gesunde Mahlzeit mit ihrer Familie haben. Vielleicht ist der ganze Hype um die “dicken, faulen Kinder und ihr dicken, faulen Mütter” aber auch nur eins: Pure Hysterie.


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Väter ohne Zeit

28. September 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 17 von 43 der Serie Muttiblog

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

60% der Männer geben laut Familienreport des Familienministeriums an in Elternzeit gehen zu wollen, wenn sie Kinder haben. 18,5% tun es wirklich, ¾ davon nur die minimal notwendigen 2 Monate um Elterngeld zu beziehen. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie es Väter gibt. Irgendwo müssen die 67% der elternzeitwilligen aber nicht-Elternzeit-nehmenden Männer ja abbleiben.
Ich habe mich in meinem Umfeld mal Ursachenforschung betrieben und festgestellt, dass es immer wieder individuell sehr nachvollziehbare Argumente gab, die die Absprachen, die vor der Zeugung/Geburt bezüglich Vätermonaten getroffen wurden, plötzlich obsolet machten.

Und auch ich musste feststellen, dass meine klaren Vorstellungen von der 50/50 Aufteilung der Elternzeit durch äußere Umstände auf 90/10 verschoben wurde. Nach 7 Monaten Mutterzeit hatte ich leider noch keinen Job, so dass die Vätermonate immer weniger wurden. Kann mein Mann nichts dafür und er war es auch, der mich dann gedrängt hat, deutschlandweit nach Jobs zu schauen. Im Endeffekt bin ich 13 Monate nach der Geburt zu Hause geblieben, mein Mann macht 2 Monate Elternzeit. allerdings kann ich ihm aber zu Gute halten, dass er seit September alleinerziehend ist, während ich 5 Tage in der Woche 400 km weit weg arbeite. Man kann aber auch die Frage stellen, warum er nicht genauso ein Jahr Elternzeit nimmt und wir gemeinsam in einer Stadt leben, finanziell wäre das sogar möglich. Ihr erratet sicher, mit welchem Argument diese Möglichkeit verworfen wurde: „In meinem Job kann ich es mir nicht leisten, ein Jahr auszusteigen.“

Bei einer anderen Familie gab es pünktlich, als das Kind 9 Monate alt war, ein Jobangebot, welches der Vater auf keinen Fall ablehnen konnte und sofort annehmen musste, weshalb die vereinbarten 2 Vätermonate, die dazu dienen sollten, dass die Frau stressfrei wieder in ihren Job einsteigen kann, natürlich auf keinen Fall drin sind. Stattdessen kann er sich voll auf seine Einarbeitung konzentrieren und die Frau steigt nun in Halbzeit wieder ein. Das perfide an der Situation: Ihr fehlen noch ein paar wenige Arbeiten, um eine bestimmte Qualifikation zu erlangen, die notwendig ist, um in ihrem Job weiterzukommen. Er hat diese Qualifikation bereits, weshalb er auch diesen neuen tollen Job angeboten bekommen hat. Einfach nur, weil er ein bisschen weiter in der Ausbildung und nicht schwanger war (während der Schwangerschaft darf man diese Arbeiten, die noch fehlen, nicht machen) ist er jetzt in der Lage, ihr die berufliche Laufbahn noch schwerer zu machen. Die Verantwortung eine Kinderbetreuung zu finden, liegt natürlich zu 100% bei ihr, schließlich will sie wieder anfangen zu arbeiten.

Beides individuelle Beispiele, die zeigen, dass es IMMER gute Gründe geben wird, warum die Männer weniger Elternzeit nehmen als die Frauen


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Solidarität ist nicht essbar

28. September 2010 von Stephanie

Jessica Valenti fragte jüngst „What is feminism worth?“. In ihrem Blog geht sie auf eine US-amerikanische Debatte um den Aktivisten Dan Choi ein, der für Reden eine Gage von zehntausend US-$ fordert.
Valenti plädiert für bezahlten feministischen Aktivismus. Sie weist auf dessen Kosten hin, der oft dazu führt, dass ein_e potentielle_r Aktivist_in nur so viel tun kann, wie es ihre / seine persönliche Finanzlage erlaubt. Weiterhin verweist sie auf den gesamtgesellschaftlichen Umgang mit Aktivismus: Einerseits werden Aktivist_innen wie Eigentum der Allgemeinheit behandelt, andererseits ruht der Einsatz für die Gesellschaft, gerade was Frauenrechte angeht, oft auf den Schultern von Ehrenamtlichen oder schlecht bezahlten (jungen) Menschen.

Eine derartige Debatte findet in Deutschland derzeit nicht statt, dabei ist das Thema für mich allzeit aktuell: Bei fast jedem feministischen Verein und Projekt treffe ich auf schlecht bezahlte Arbeitskräfte, eine nicht gefüllte Portokasse und eine Schar von Menschen, die ehrenamtlich arbeiten – häufig über das normale Maß neben einem Vollzeit-Job hinaus. Ich treffe auf verarmte Aktivistinnen der zweiten Frauenbewegung, deren Engagement sie eben nicht nur während ihrer „Berufstätigkeit“ kaum ernährte, sondern auch ihre Rente auf ein Minimum reduzierte und ihnen schlimmstenfalls auch noch Schulden hinterließ. (mehr …)


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Videobotschaften an LGBT-Teenager

27. September 2010 von Helga

Weil er schwul war, mobbten ihn seine Klassenkameraden, bis sich der 15-jährige Billy Lucas schließlich erhängte.

„Ich wünschte, ich hätte Dir sagen können, dass die Dinge besser werden“ kommentierte jemand bei Blogger und Kolumnist Dan Savage. Aber genau das ist doch heute möglich, egal wie entfernt und kleingeistig das Dorf ist, stellte Savage fest. Und stellte kurzerhand das Video-Projekt „It gets better“ auf die Beine. In dem ersten Video berichten Savage und sein Ehemann vom Mobbing in der Schulzeit und dass das Leben danach tatsächlich besser wird. Inzwischen sind in dem YouTube-Channel über 150 Videos, die sich an junge Lesben, Schwule, Transgender und Bisexuelle richten.

Ihre Botschaft: Egal wie furchtbar Dein Leben gerade aussehen mag, auch wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, dass ein glückliches Leben möglich ist – die Dinge werden besser, wir haben es geschafft und Du wirst es auch schaffen.

Für das Projekt werden weiter Videos gesucht, ob Single oder Paar, lange berufstätig oder frisch aus der Schule, vom Land oder aus der Stadt, gesucht werden Menschen aller Rassen und (nicht-)religiöser Hintergründe, die LGBT-Teenagern Mut machen. Wie es geht steht auf „It gets better“.

(via Feministing)


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Selbermachsonntag

26. September 2010 von Barbara

Kleines Mädchen bastelt etwas, schwarz/weiß-FotoWas war los in dieser Woche? Worüber muss noch mal gesprochen werden? Und was darf nicht vergessen werden? Hier ist Platz für eure Ideen und Anregungen.


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