Archiv für April 2009


Das aktive Geschlecht

30. April 2009 von Helga

Noch vor nicht allzu langer Zeit war die Rollenverteilung beim Kennenlernen klar festgelegt. Doch heutzutage raten selbst Frauenmagazine, öfter mal selbst Initiative zu zeigen und den Mann der Träume anzusprechen. Eine Diskussion übers Kennenlernen brach auch gerade hier in den Kommentaren aus. So schrieb etwa Anna aka Bride:

Die Männer sind das aktive Geschlecht.
Und NEIN schreien da die schüchternen Herren „Wir finden es toll, wenn auch mal die Frau die Initiative ergreift”, „Wir möchten nicht immer den ersten Schritt machen müssen”, „Wenn ihr schon emanzipiert sein möchtet, dann müsst ihr auch in diesem Punkt mitziehen und uns verführen.”
Ja? Wollen sie das wirklich?

Nein. Das wollen sie nicht.

Viele Männer beschreiben genau das als eine ihrer Phantasien. Ihnen ist gar nicht bewusst, dass dies nicht der Himmel für sie ist, sondern die Hölle.

Ja Männer, wenn ihr mal verführt worden seid, dann habt ihr euch danach wahrscheinlich sehr mies gefühlt, denn euer männlicher Instinkt verlangt am Ende zu jagen. Verführt zu werden – eine Fantasie direkt aus der Hölle!? Und auch uns Frauen macht dieses ganze Verführen keinen richtigen Spaß, so Anna aka Bride:

Leider habe ich vergessen, dass ich eine Frau bin. Und dass ich eben nicht aktiv verführen sollte. Ich darf aktiv sein. Ja. Ich darf aktiv sein, indem ich das Passive aktiv gestalte. Ich lasse mich führen. Ich lasse mich verführen.

Hinter dieser Einstellung steckt die Pickup-Methode. Dabei sind die Rollen klar verteilt. Die männlichen Anwender nennen sich Pickup-Artists (PUA), auf Deutsch etwa Aufreißkünstler. Bekannte PUAs aus Amerika wie Mystery oder J-DOG machten die Idee durch diverse Bücher und eine Show auf MTV berühmt. In der Show, wie auch in diversen, äußerst teuren Seminaren, lernen vermeintliche Loser, endlich Frauen anzusprechen und letztendlich ins Bett zu kriegen. Mehr Selbstbewusstsein und Verständnis der “sozialen Psychologie” sind dabei die Wege zum Ziel. Verschiedene Strategien, wie Sprüche und Blicke, werden zu einer Art Drehbuch des Aufreißens kombiniert. Die Grundannahme der Pickuper ist, dass Frauen nur auf Machos und Alphamännchen stehen. Außerdem seien sie deutlich emotionaler als Männer, so dass diese die Emotionalität in Grenzen halten müssen.

In einem Interview auf jetzt.de verraten zwei deutsche Anwender aus München mehr. Etwa, dass sich die Jungs nachmittags in der Stadt treffen, in Gruppen losziehen und anschließend wieder treffen, um sich zu beraten. Was nach einem Kult klingt, ist trotzdem eher eine Selbsthilfegruppe, denn zu 90 Prozent seien die Münchner Pickuper verzweifelte Typen, so die Interviewten. Außerdem hat die Methode auch ihre Grenzen:

Erstmal geht es um Sex. Man kann lernen, wie man jede ins Bett kriegt. Eine Beziehung steht zunächst nicht im Vordergrund.

Mir stellen sich da gleich zwei Fragen. Zum einen, ob die Jungs wirklich jede rumkriegen. Oder nicht vielleicht so viele Frauen ansprechen, dass irgendwann eine dabei ist, die auch ohne extra Training auf den Typen steht. Auch mehr Selbstbewusstsein allein soll schon Wunder gewirkt haben. Zum anderen, wie gut der Sex dann eigentlich sein kann. Lernt man auch, jede Frau zum Orgasmus zu bringen? Denn sowohl für Frauen als auch für Männer gilt ja, das noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, auch beim Sex nicht.


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Fragen über Fragen über Diamantringe

29. April 2009 von Susanne

Diese Anzeige auf der hinteren Umschlagseite des letzten New Yorker hat mich in ihren Bann geschlagen:

Für die Kurzsichtigen unter uns: Da steht “A Tiffany Celebration Ring captures your feelings, for all time”

Und da fangen die Fragen schon an: Wo genau ist der Zusammenhang zwischen Ring und Baby? Soll der Ring die Mutter daran erinnern, dass sie sich über das Baby freut – oder mal gefreut hat? Oder dass sie überhaupt ein Kind hat (ist ja schnell mal an der Obsttheke vergessen)? Braucht man einen Ring, um der Welt zu zeigen, dass man eine liebende Mutter ist? Stehe ich dem Prinzip des endlosen Konsums zu kritisch gegenüber, wenn ich waghalsig behaupte, man kann sich auch ohne Diamantring an seine Gefühle erinnern?

Oder ging hier einfach was bei Photoshop schief und statt des Babys sollte dort eigentlich der Mann in den Armen der Frau liegen, der ihr diesen Ring zur Verlobung / Eheschließung resp. zum Valentinstag / einfach aus Bock geschenkt hat? (Wobei auch das wieder ähnliche Fragen wie oben aufwerfen würde.)

Ich steig nicht durch. Helft mir.


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Zieh dich bloß nicht aus!

29. April 2009 von Katrin

Die FKK-Kultur stirbt aus. Dafür blüht das Geschäft mit der Pornografie. Wie tragisch, dass uns das natürliche Verhältnis zu nackten Körpern abhanden gekommen ist!

Freitagsgedanken

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Früher bin ich sehr ungezwungen nackt zwischen vielen nackten Menschen herumgetobt: Am FKK-Strand. Heute kann ich mir das nicht mehr vorstellen. Nacktheit ist etwas sehr Intimes für mich geworden, ich möchte nicht, dass alle möglichen, mir unbekannten Menschen einen Blick auf meine sekundären Geschlechtsmerkmale werfen können.

In einer Gesellschaft, in der alle Menschen tagtäglich mit nackten Menschen zugespammt werden, ist persönliche Nacktheit ein schwierigeres Objekt geworden. Denn während ich doch ein wenig wehmütig werde, wenn ich an meine ungezwungene FKK-Vergangenheit denke, sammle ich für unser feministisches Weblog sexistische Werbung, um sie zu brandmarken. So nicht, liebe Werbeindustrie! Sage ich dann.

In den USA sei das mit der sexistischen Werbung nicht so verbreitet, schrieb einst ein User in einem Blog-Kommentar. Man würde kaum auf Nacktheit stoßen in der Öffentlichkeit. Wenngleich das zunächst begrüßenswert erscheint, so weiß ich im gleichen Moment ebenso: Das sind die gleichen USA, in denen Menschen andere Menschen anzeigen, deren Kleinkinder im Garten nackt herumtoben. Der Preis für die Freiheit von Sexismus ist leider allzu oft: Die Prüderie.

In Schweden zum Beispiel gab es noch in den Siebzigern eine sehr freizügige Kultur des Nacktseins. Man fand daran weder etwas Sexistisches, noch etwas Anstößiges oder gar Pädophiles. Nein, man war geradezu stolz auf diese Freiheit, die man auch mit einer gewissen Freiheit des Geistes verbunden sah. Heute sind auch die Schweden verklemmt. Eine Frau, die dort oben ohne, oder gar komplett nackt am Strand entlangliefe, wäre wahrscheinlich binnen kürzester Zeit als „Schlampe“ abgestempelt. Damit scheint sich die Gesellschaft in eine ziemlich schwierige Lage manövriert zu haben:

Einerseits ist sie völlig „oversexed“. Sexistischer Werbespam so weit das Auge reicht. Eine besonders große Sorge ist die „sexuelle Verwahrlosung“ der heutigen Jugend. Und Frauen wollen zu recht nicht bloß als Sexobjekte und Dekoration von Autos herhalten. Bei You Porn kann man Sex und im gesamten Internet Bilder von nackten Menschen ohne Grenzen bekommen.

Gleichzeitig stirbt die FKK-Kultur aus, nur ein paar restliche „Oldies“ leben sie noch, beklagen das Ausbleiben der Jungen. Waren früher in einem Bildband von Schweden noch viele nackte Frauen am Strand zu sehen, so sind sie heute komplett verschwunden. Währenddessen operiert eines der größten europäischen Pornofilm-Imperien von Schweden aus. Es gibt kein dazwischen mehr, zwischen Porno und Prüderie. Das ist tragisch.

Denn das perfide an diesen Entwicklungen ist, dass ein nackter Körper sofort und nur noch mit „Porno“ assoziiert wird. Früher war ein nackter Mensch ein nackter Mensch. Nicht mehr. Die Beziehung zu dieser natürlichen, asexualen Nacktheit ist verloren gegangen. Sie bleibt nur noch den Kindern – in den USA nicht einmal ihnen.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)


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Obamas erste 100 Tage

28. April 2009 von Verena

Seit 100 Tagen ist Barack Obama jetzt im Amt. Ein Zeitraum, in dem für gewöhnlich die entscheidenen Weichen der kommenden Amtsperiode gestellt werden. Für das feministische US-Magazin Ms. Magazine sind Obamas erste hundert Regierungstage ein großer Fortschritt in der Frauenpolitik.

He not only reversed some of the most egregious Bush policies, but also took powerful actions to advance and empower women {…} In employment, reproductive rights, and global women’s rights, thus far he is keeping his promises

Außerdem hat das Ms. Magazine sich die Mühe gemacht, Obamas Regierungsmaßnahmen seit dem 20. Januar 2009 aufzulisten. Darunter das ‘Lilly Ledbetter Fair Pay Gesetz’, wonach Frauen Klage gegen diskriminierende Bezahlung einreichen dürfen. Aber auch eine verbesserte Gesundheitsfürsorge, legitimierende Richtlinien für Verhütung und Abtreibung sowie die erklärte Dekriminalisierung von Homosexualität fallen unter die pro-femininen Neuerungen der Demokraten.

Bedauerlich ist nur, dass die hiesige Medienlandschaft von der positiven Entwicklung in der US-Frauenpolitik so gut wie gar keine Notiz nimmt. Als Obama im März einen Mädchen-und Frauenrat gründete, wurde dies in den deutschen Medien nicht mal erwähnt. Vielleicht braucht es zur Änderung der Wahrnehmung mehr als hundert Tage…


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Ick hab die Schürze um, ick dreh die Würschte rum!*

28. April 2009 von Anna

Es wird warm, es wird Sommer. Zusammen mit den T-Shirts, kurzen Hosen und Flip Flops wird ein weiteres Gimmick aus dem Winterschlaf geholt, ohne dass der Sommer nicht möglich ist:

Der Grill. Mit ihm zusammen wird auch das schon lang abgesetzt geglaubte Theaterstück „Frauen- und Männerklischees leicht gemacht“ jede Spielsaison wieder neu ins Programm genommen.

Ich weiß, die Witze über die Männer, die sich um das Grillfeuer scharen und die Frauen, die parallel den Salat noch mal umrühren, lassen sich wohl kaum zählen. Trotzdem oder auch vielleicht gerade deswegen bin ich immer wieder baff, wenn ich Grillrituale beobachten darf.
Es wirkt aber auch ein wenig steinzeitlich, gerade, wenn sich größere Gruppen treffen: Die Männer stehen (mit Bier in der Hand) um den Grill, geben gute Ratschläge und üben sich insgesamt in Männlichkeit. Die Frauen sitzen daneben auf einer Decke, unterhalten sich, schneiden Brot und Gemüse und verteilen schon mal die Teller.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Warum sind die Grillrollen dermaßen zementiert? Ist das die heimische Grillsozialisation, Papa grillt, Mama bereitet die Salate vor? Aber selbst wenn dem so wäre: Wir schaffen es doch auch, uns in anderen Bereichen von den vorgelebten Rollenmustern zu lösen, sie mindestens kritisch zu hinterfragen und nicht einfach als gegeben hinzunehmen. Wenn es ans Grillen geht, scheint dieser versammelte kritische Geist auf einmal hinfällig.

Was würde passieren, würde jemand die Rollen durchbrechen?
Was wäre, würde sich einer der Männer zu den Frauen setzen und mit ihnen Servietten verteilen, während die anderen Kerle sinnieren, ob man nun mit Bier ablöschen sollte und dass sie im Internet gelesen haben, dass Eierkartons wirklich der beste Anzünder seien? Wie würden die anderen Männer reagieren und wie vor allem die Frauen? Und was ist, wenn eine der Frauen lieber über Steakgarzeiten fachsimpeln würde, anstatt mit den anderen auf dem Boden zu sitzen und noch vor der ersten Wurst einen eingeschlafenen Fuß zu haben? Oder wenn gar eine der Damen Lust hätte, selbst den Grill anzuschmeißen?

Es scheint der Umgang mit Feuer und Fleisch zu sein, der den Grill auf besonders archaische Weise als eindeutig männlich kennzeichnen und dieser Umstand wird warum auch immer von niemand in Frage gestellt.

Oder ist das alles ganz anders und es steckt viel mehr hinter den Grillritualen, als in – diesem Fall – frau auf den ersten Blick vermutet?

Kann es sein, dass wir Feministinnen uns vielleicht auf die falschen, ja, Brandherde konzentriert haben? Waren Chefetagen, Elternzeit und Lohngleichheit nur geschickte Ablenkungsmanöver, während die Kerle von uns allen völlig unbemerkt den Grill wie nebenbei und ohne Probleme als letzte männliche Domäne erhalten haben? Sind die Fachsimpeleien über den neuen Kugelgrill und die eine Szene bei den Simpsons, als Homer Simpson den ganze Spiritus in den Grill … nur vorgetäuschte Themen um in Wirklichkeit ungestört von den Frauen weiterhin die eigentliche Macht unter sich auszumachen?

Sollten wir uns vielleicht weniger auf die DAX-Vorstände und mehr auf diese modernen Feuerstellen konzentrieren? Ich sage: Ja!
Mädels, vergesst die gläserne Decke und erobert die Grills dieser Welt! Wenn meine Theorie stimmt, dann wird sich, wenn wir erst diese Hoheit errungen haben, der Rest schon von selber regeln!

*Hier wird die Überschrift erklärt.


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Island sagt: Nix Big Penis, jetzt Big Ladies

28. April 2009 von Meredith
Dieser Text ist Teil 12 von 55 der Serie Meine Meinung

Island hat die Konsequenz gezogen. Am Sonntag hat das Land gewählt und die ursprünglich provisorische Regierung von Jóhanna Sigurðardóttir bestätigt. Die Koalition der Sozialdemokraten und Links-Grünen erhielt über 50 Prozent der Stimmen und das bei einer historisch hohen Wahlbeteiligung. Die Unabhängigkeitspartei, deren Politik die Hyperfinanzkrise in den letzten Jahren gefördert hatte, erlitt extreme Stimmverluste.

Die geringe Größe Islands beförderte ursprünglich den finanziellen Kollaps des Landes. Das gesamte Land verwandelte sich ab Anfang des Jahrzehnts innerhalb kürzester Zeit in eine Art Hedgefond; von 2002 bis 2007 verfünfzigfachte sich die Zahl der ausländischen Anleihen in isländischen Händen. Isländische Banker galten international als besonders talentiert und vor allem als schnell, was Auffassungsgabe und Handlungsfähigkeit betrifft. Geschwindigkeit war dann auch das Alleinstellungsmerkmal bei der Implosion der isländischen Wirtschaft – und ist es auch jetzt, wo sich die Insel aus dem Schlamassel zu befreien bemüht.

Während gerade in Europa die Reformen eher schleppend voran gehen und sich die Politik eher um Systemstabilisierung bemüht, rückständige Sektoren stützt und Banken rettet, deren Verantwortungslosigkeit für jeden Arbeitslosengeldempfänger das Ende seiner Zuwendungen bedeuten würde, manifestiert sich in Island ein eindeutiger Wille zum Wandel. Die Entschlossenheit und das Tempo, mit dem das geschieht, liegen vielleicht auch daran, dass es nur 350.000 Einwohner gibt auf der „Kriseninsel“, wie sie in den Medien genannt wird. Da spricht es sich eben schnell herum, wenn sich etwas ändern muss.

Und es ändert sich enorm viel gerade. Die neue Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir ist nämlich nicht nur eine linksgerichtete Politikerin, die einen radikalen politischen Umbruch verspricht und sich für einen EU-Beitritt Islands stark macht. Sie ist eine Frau und bekennende Lesbe. In einem Staat, der laut der prominenten Unternehmerin Halla Tomasdottir unter dem „Big Penis Complex“ seiner männlichen arbeitenden Bevölkerung leidet, und wo prügelnde, Hochprozentselige Männlichkeit die Alltagskultur dominiert (zumindest laut jedem einzelnen Islandbeobachter) – kommt das einer Revolution gleich. Erstmals wird hier ein treibender Faktor der Finanzkrise benannt und zur Verantwortung gezogen: eine größenwahnsinnige, laute, Angebermentalität die vor allem von jungen und nicht ganz so jungen Männern in den Manageretagen kultiviert wird. Dass es auch Frauen mit Big Penis Syndrom gibt und dass auch Frauen von der Spekulation der letzten Jahre profitiert haben, steht ganz außer Frage. Aber in der isländischen Entwicklung deutet sich zumindest ein kultureller Wandel an.

Und sie zeigt, dass diese Krise das Ende vieler Übel bedeuten kann: Für Machokultur und für verantwortungslose Hybris. Allerdings nur, wenn die Situation eben als Chance begriffen wird für einen Gesinnungswandel, für nachhaltige Konzepte und für Frauen, die jetzt die Gelegenheit zur Gestaltung ergreifen müssen. Das dauert in Ländern, die mehr als eine Drittelmillion Einwohner besitzen vielleicht etwas länger – möglich sein sollte es aber allemal. Und dafür ist jede und jeder Einzelne von uns zuständig.


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Eine kleine Geschichte der Misogynie

27. April 2009 von Helga

Nicht nur hier entfachte der Artikel Alice Schwarzers zum Amoklauf in Winnenden eine große Diskussion. Auch bei der Zeit sammelten sich über 200 Kommentare an, darunter auch unglaubliche Perlen wie das folgende Zitat:

Interessanterweise nehmen sich Feministinnen oft oder sogar meist orientalische oder afrikanische Männer, die von ihrer kulturellen Herkunft eigentlich gar keinen Sinn für ein männliches Zurücknehmen haben. In der Reinform fahren scheinbar selbst Feministinnen auf das ab, was sie uns Deutschen Männern tagtäglich abzugewöhnen trachten.

Zeit.de-Userin redfox_27 stieß die Misogynie der Diskussion auf, wie auch die steten Beteuerungen mit Misogynie habe dies nichts zu tun. Dass es sich dabei um ein weit verbreitetes Phänomen handelt, belegt sie dann eindrucksvoll mit einer Zitatsammlung von Rousseau über Wilhelm von Humboldt bis Schopenhauer.

«Die männliche Eifersucht hat sich immer gegen die weiblichen Schriftsteller gewandt, die Philosophie hat sie von den akademischen Ehren ferngehalten und sie schimpflich in die Küche zurückgeschickt. Gebührte aber nicht den gelehrten Frauen diese Schmach? Der Sklave, der seinen Herrn nachäffen will, verdient nur einen Blick der Verachtung von ihm.» Charles Fourir: Der Frühsozialismus, hrsg. von Tilo Ramm, Stuttgart 1956


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Bloggerinnenglück: Essen im Ritz

27. April 2009 von Susanne
Dieser Text ist Teil 2 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

PUDRI.blogspot.com
STILINBERLIN.blogspot.com

Wie heißt du?
Mary Scherpe

Seit wann bloggst du?
Seit März 2006.

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Weil es damals die einfachste, schnellste und kostengünstigste Möglichkeit war meine Idee von Stil in Berlin zu veröffentlichen.

Worüber schreibst du?
Zunächst einmal in der Tat nur über das, was mich interessiert. Nicht immer muss ich das auch mögen, aber meistens ist das so. Um es mal konkreter zu sagen, pendeln meine Themen zwischen Kunst und Mode, Theater, Musik Film und Fotografie.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich müsste wohl noch lange drauf warten mal im Pariser Hotel Ritz zu Mittag zu essen. Die Einladung von Chanel nach Paris war sicher eines meiner Highlights.

Wovon braucht das Internet mehr?
Mehr Inhalte und weniger Marketing.

Frauen im Web sind…

gar nicht so viel anders als Offline.

Deine tägliche Web-Lektüre:
der Perlentaucher

(Mary Scherpe bloggt außerdem auf myspace.com/laufsteg.)

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an mannschaftspost(at)web.de.


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Diese Woche in den Blogs

26. April 2009 von Anna
Dieser Text ist Teil 37 von 259 der Serie Die Blogschau

Zum Einstieg bitte den Terminkalender zücken:
GenderExtender lädt am 23. Mai nach Düsseldorf zum Genderfest: „Wie beim Ladyfest, aber nicht nur für Ladies!“.

Zitrone

dieStandard vergibt eine Zitrone an eine ziemlich bekloppte Werbekampagne. Wer wissen will, warum, klickt auf das Bild.

Antje Schrupp macht sich kluge Gedanken zu Ursula von der Leyen und deren Kampf gegen Kinderpornografie im Netz, die über den überall zu findenden „Zensur!“-Reflex hinaus gehen: „Würden wir im Alltag sexistisches und überhebliches und herrschsüchtiges Verhalten von Männern Frauen und Kindern gegenüber ächten [...] dann wäre das weitaus effektiver.“

„Von widersprüchlichen Rollenerwartungen können Frauen […] schon länger ein Liedchen singen. Die Geschlechter nähern sich in ihrer seelischen Verwundbarkeit also einander an“, sagt nelles vom Väterblog und fordert mit Blick auf die geplante neue Elternzeitregelung, mehr mit einander zu reden. Und das kann ja bekanntlich nie verkehrt sein.

Über den Mädchenblog sind wir beim „Antisexistischen Aktionsbündnis München“ auf Downloads für ein paar sehr nette Graffiti Sprühvorlagen gestoßen: „Natürlich nur für legale Flächen und die eigenen 4 Wände“. Außerdem beim Mädchenblog entdeckt und für lesenswert befunden: „Meine Freundin hat gesagt, ich bin dick“.

Abschließend außnahmsweise noch zwei links zu englischsprachigen Blogs: Gestern ist nämlich Beatrice Arthur (Dorothy aus „Golden Girls“) gestorben und ich hab deswegen ein bisschen Pippi in den Augen. Nachrufe bei bitchphd und Broadsheet@Salon.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Selbermach-Sonntag (26.4.09)

26. April 2009 von Susanne

Wie am Ende jeder Woche ist am Selbermach-Sonntag der ganze Kommentarbereich euren Links und Hinweisen vorbehalten.

Schönen Sonntag!


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