Archiv für February, 2008

Champagner, please!

Friday, February 29th, 2008 von Meredith

Gute Nachrichten bringt der Mädchenblog: Das Missy Magazine von Sonja Eismann, Chris Köver und Steffi Lohaus hat gestern Abend das Hobnox-Stipendium von 25.000 Euro abgeräumt. Damit dürfte dem neuen, coolen Frauenmagazin das die drei planen nichts mehr im Weg stehen.

Herzlichen Glückwunsch!

Feministinnen auf der Bühne

Friday, February 29th, 2008 von Barbara

(c) www.teganandsara.com In der aktuellen Ausgabe des Spiegels gibt es ein kurzes Interview (nicht online verfügbar) mit den beiden kanadischen Musikerinnen Sara und Tegan Quin. Folgende Frage ist irritierend:

Spiegel: Ihre Schwester und Sie treten mit drei männlichen Begleitmusikern auf. Wie passt das dazu, dass Sie als Feministinnen gelten?

Quin: Wir sind Feministinnen. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir Frauen lieben. Aber die Tatsache, dass wir Lesben sind, hat mir unserer künstlerischen Arbeit nichts zu tun. Wir haben drei Jungs als Musiker angestellt, weil wir sie mögen und weil es uns gefällt.

Schade, dass der Mensch, der die beiden für den Spiegel interviewt hat (es ist kein Credit angegeben), davon ausgeht, dass Feministinnen nichts mit Männern zu tun haben wollen.

Schwestern - ein Politikerinnen-Buch

Wednesday, February 27th, 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 2 von 11 der Serie Die Feministische Bibliothek

Silvana Koch-Mehrin, (c) Econ Verlag Silvana Koch-Mehrins Buch “Schwestern - Streitschrift für einen neuen Feminismus“, das bereits im vergangenen Jahr im Econ Verlag veröffentlicht wurde, thematisiert die aktuellen Probleme von jungen Frauen: Kinder, Karriere, Beziehung, Familie - wie geht das zusammen? Die Autorin, 1970 geboren, ist FDP-Europapolitikerin. Promovierte Volkswirtschaftlerin, Ehefrau, Mutter zweier Mädchen.Koch-Mehrin bietet Lösungen für die oben genannten Probleme. In ihrem Buch fordert sie junge Frauen, die Kinder haben und arbeiten möchten, etwa auf, sich doch einfach als Rabenmütter zu bekennen:

“Das Bild der Rabenmutter kommt daher, dass junge Raben beim Verlassen des Nestes sehr unbeholfen wirken (…) Deshalb müssen ihre Eltern sie in die Welt schubsen (… )beschützen sie aber weiterhin vor Feinden. Was kann man Kindern Besseres angedeihen lassen als eine gute Mischung aus Loslassen und Haltgeben?”

Die Flucht nach vorne hilft, so die Autorin, in den meisten Situationen. Denn mutige Frauen, die sich auch nicht scheuen, Kontra zu geben, werden ernst genommen.

Neben diesen manchmal etwas altbackenen Ermunterungen liefert Koch-Mehrin Fakten über Modelle von berufstätigen Eltern aus europäischen Nachbarländern und kritisiert die Familienpolitik der Bundesrepublik:

“In Deutschland sind die Frauen mit der Frage der Kinderbetreuung allein gelassen. Es ist mehr als überfällig, endlich die Krippen und auch das Tagesmütter-System auszubauen. Mit verbindlichen Qualitätsstandards und Ausbildungsgängen.”

Doch nicht nur in der Bundespolitik lauern Feinde, auch in den deutschen Medien. Neben der früheren Moderatorin Eva Herman sind das “arrivierte Herren mit grauen Schläfen”, “Großkopferte” wie Spiegel-Feuilletonchef Matthias Matussek oder Frank Schirrmacher, FAZ-Herausgeber, die Theorien über die Gefährdung der Deutschen durch die gebärstreikenden Frauen, über die Bewusstseinsübernahme der Deutschen durch mächtige Fernsehtalkerinnen und über die vom Aussterben bedrohten richtigen Männermänner kolportieren.

“Es ist wieder salonfähig, einen miefig-moralisierenden Überbau zu konstruieren. (…) Jedoch meinen diese selbsternannten Demografen aus der Tiefe ihrer ledernen Clubsessel nun nicht nur zu wissen, was gut ist für Deutschland, sondern speziell, was gut ist für Kinder und, nachrangig, für Frauen.”

“Schwestern” ist die Streitschrift einer jungen, aktiven Frau, der die Gegenwart in vielen Punkten stinkt. Neben der Kritik bietet sie Lösungen, indem sie sich in den europäischen Ländern umsieht und sich die Rosinen aus dem Teig der Möglichkeiten herauspickt - die Kompetenzen einer Europapolitikerin.

Frauen im Spiegel

Tuesday, February 26th, 2008 von Meredith

Der Spiegel hat ein Special zum Thema Frauen: “Das starke Geschlecht” gemacht. Online kann man ganz viele Portraits von berühmten und einflussreichen Ladys wie Anne Will, der Geigerin Julia Fischer oder der Anwältin Seyran Ates nachlesen. Auch die unvermeidliche Sarah Kuttner ist dabei und präsentiert sich mit Reflektionen über “das Minigeheimnis hinter der komischen Person Sarah Kuttner” als gewohnt selbstverknallt.

Obwohl ich ja eine riesengroße (also geistig jetzt) Kritikerin des Spiegels bin, und wie Rochus schon im Genderblog bemerkt hat, der Spiegel ständig und auf frustrierende Weise zwischen Progression und Reaktion laviert, was Genderthemen betrifft: Muss ich doch an dieser Stelle mal ein Lob für das Heft aussprechen. Ganz einfach, weil die sich wirklich oft mit diesen Themen auseinandesetzen, die in vielen anderen Medien ganz schön zu kurz kommen.

Auch wenn man leider sagen muss, dass die hundertste Auflistung “mächtiger” Frauen jetzt nicht wirklich zu irgendwas führt.

Charlotte Roche und der Feminismus

Tuesday, February 26th, 2008 von Meredith
Dieser Text ist Teil 3 von 11 der Serie Die Feministische Bibliothek

Jetzt aber zackzack, noch ein Hinweis: Auf der jetzt.de-Seite in der Süddeutschen Zeitung ist gestern ein Interview mit Charlotte Roche erschienen. Ich bin ein bisschen stolz darauf, dass dieses Gespräch das wohl einzige ist, in dem Hämorrhoiden kein Mal vorkommen. Dafür haben wir uns lang und ausführlich über Feminismus unterhalten.

Feuchtgebiete” ist ein kurzweiliger Roman. Es geht darin um die 18-jährige Helen, die sich bei einer Intimrasur, äh, anal verletzt hat und deswegen operiert werden muss. Sie liegt danach ein paar Tage auf der Station und wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern und dass ihr Stuhlgang wieder funktioniert. Nebenbei verliebt sie sich in ihren Pfleger Robbie und lässt selbstgebastelte Tampons im Aufzug liegen. Weil sie sonst nichts zu tun hat, beschäftigt sie sich eigentlich ununterbrochen mit sich selbst, ihrem Unterleib und ihren diversen Sekreten und Haaren. Sie denkt über Schönheitszwang, Hygieneregeln, weibliche Prüderie und das Dilemma, dass Frauen keine offene Sprache für ihre Sexualität haben, nach. Das ist manchmal ein bisschen anstrengend, aber oft auch sehr unterhaltsam und anregend.

Mein einziger wirklicher Kritikpukt - abgesehen davon, dass ich Hygienezwänge für eines der geringeren Probleme der Weltbevölkerung halte - ist, dass ich einer 18-jährigen Protagonistin eine dermaßen reflektierte und ausgereifte Sexualität nicht zutraue. Aber ich gestehe Charlotte zu, dass sie mit dem Buch möglicherweise eine personale Utopie entwerfen wollte beziehungsweise eigentlich der (jungen) Leserin Perspektiven aufzeigen wollte. Dass man eben durchaus laut und locker mit sich selbst und seinem Sex umgehen kann. Mit einer Mitt- oder Endzwanzigerin als Protagonistin würde das für jüngere Leserinnen mangels Identifikation nicht funktionieren.

Außerdem: It’s natürlich Fiction, Baby. Ich freue mich jedenfalls auf die Lesung heute Abend im Lustspielhaus.

Immer wieder sonntags …

Tuesday, February 26th, 2008 von Mrs. Pepstein
Dieser Text ist Teil 3 von 11 der Serie Mrs. Pepsteins Muttiblog

Ach ja, am letzten Sonntag hat sicher fast jede/r von euch fluchtartig die Wohnung verlassen. Der Grund: der verfrühte Frühlingseinbruch. Juhu, also alles toll: niemand muss arbeiten gehen, der Nachwuchs und man selbst ist weitgehend entspannt und was könnte man seinen Kindern nicht Schöneres antun, als mit ihnen auf den Spielplatz zu gehen? Aber Vorsicht! Denn Sonntag ist erfahrungsgemäß der Tag der engagierten Väter. Fröhlich hüpfen sie mit ihren Sprösslingen auf Turngeräten rum, schaukeln ihr Kinder stundenlang an (und ignorieren dabei jede Schlange hinter sich) und bauen riesengroße Sandburgen während ihre Töchter und Söhne eigentlich viel lieber rutschen wollen. So ist das sonntags auf Spielplätzen und ich habe absolut nichts dagegen, wenn mal mehr Männer anwesend sind, denn unter der Woche, wenn hauptsächlich Mütter und ihre Kinder aus Spielplätzen anzutreffen sind, herrscht ja oft nach außen ein Klima des endlosen Verständnisses gegenüber anderen Kindern vor, während hinter vorgehaltener Hand die Kinder untereinander verglichen werden. Ja, ich weiß, ich soll jetzt nicht sagen, dass Frauen gerne lästern, aber sie tun es (ich auch!) und angeblich soll das ja der Erziehung des eigenen Kindes dienlich sein, wenn man sie hin und wieder mit anderen vergleicht.(C) Eva Hillreiner

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Jetzt könnte man ja so sagen, okay, soweit ist das ausgeglichen, die Väter machen es eben so und die Mütter anders. Stimmt aber nicht, denn mal abgesehen davon, dass Mütter sich quantitativ gesehen viel öfter auf Spielplätzen herumtreiben (daraus resultiert meiner Meinung nach auch die eher beobachtende Rolle von Müttern aus Spielplätzen, sie sind so oft dort, dass sie keine Lust mehr haben mit ihren Kindern Sandburgen zu bauen), es gibt ja noch weitere Fragen, die sich hier aufwerfen, zum Beispiel: warum gehen Männer nicht auch mal unter der Woche auf den Spielplatz (gerade nachmittags hätten sie dazu die gleichen Chancen wie ihre berufstätigen Frauen) und wo sind die Frauen eigentlich sonntags (ich hoffe für sie nicht dauerhaft am Herd!)?

Mein Pladoyer des Tages lautet deshalb: liebe Männer trefft euch doch mal mit eurem besten Freund nicht abends zum Bier trinken, sondern mit euren Kindern auf dem Spielplatz und diskutiert die neusten PeKip-Erfahrungen durch und ihr, liebe Mütter unterhaltet euch lieber mal über das neue Buch von Charlotte Roche, anstatt immer so besorgt aus der Wäsche zu gucken. Und sonntags gehen alle gemeinsam in die Gaststätte!

Ach übrigens, Darling …

Monday, February 25th, 2008 von Susanne

Die Comedian Sarah Silverman ist so ungefähr die coolste Sau, die man sich im Fernsehen vorstellen kann. Vor einigen Wochen hat sie ihrem Freund, dem Talkmaster Jimmy Kimmel, per Musikvideo mitgeteilt, dass sie, nun ja, nicht ganz treu ist und ihn mit einem sehr berühmten Mann betrügt:

Was die Sache noch ein bisschen lustiger macht: Jimmy Kimmel behauptet in seinen Shows regelmäßig, Matt Damon säße noch hinter der Bühne, aber leider leider sei die Zeit schon um - “sorry, Matt …”

Gestern nun rächte sich Jimmy Kimmel an Sarah Silverman mit einem noch überraschenderem Geständnis:

Also, wenn so Beziehungsarbeit aussieht, dann scheint sie SEHR viel Spaß zu machen.

Ein Buch entsteht

Monday, February 25th, 2008 von Susanne

Auf der jetzt.de-Seite in der Süddeutschen Zeitung schreibt Meredith darüber, wie unser Buch “Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht” entstanden ist.

Wer eins und eins zusammenzählt …

Saturday, February 23rd, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 11 von 20 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Lustig, na ja, traurig, aber super auf den Punkt:

Über XKCD

Die Familienmanager

Thursday, February 21st, 2008 von Susanne

Der Spiegel von dieser Woche schreibt über die steigende Zahl Väter, die eine Babypause machen, über deren Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und Rollenklischees - und ihren Willen, die “klassische” Aufgabenteilung zwischen Frau und Mann zu ändern:

“‘Ich finde es nur gerecht, dass ich beim zweiten Kind aussetze’, sagt Aicher, als wäre seine Babypause ganz selbstverständlich. Dabei sind Väter wie er die Vorreiter einer stillen Revolution. Wenn Ende Februar das Statistische Bundesamt die Zahlen zum Elterngeld für das Jahr 2007 vorlegt, wird sich der Anteil der Männer in Elternzeit mehr als verdreifacht haben.”

Volker Baisch, Vorsitzender des Vereins Väter e.V., hat sich zur Aufgabe gemacht, die Rollenbilder von Frauen und Männern zu verändern - ein “langwieriges Geschäft”, wie er sagt, für das das Elterngeld schon mal ein guter Anfang ist. Ein bewusstseinsverändernder Schritt wäre, würde ein Politiker oder ein paar männliche Promis Elternzeit nehmen, sagt Baisch zum Spiegel. Er kritisiert, dass Frauen immer noch viel weniger als die Männer verdienen - würde der Staat zum Beispiel Steuererleichterungen für Frauen schaffen, käme das auch den Männern zugute, weil auch sie dann eine Babypause machen könnten, ohne dass die Familienkasse vor Leere gähnt.

Grund Nummer eins, warum bis heute noch kein größerer Teil der Väter Elternzeit nimmt, sind laut Spiegel vor allem die Unternehmen. “Nicht einmal bei Betriebs- und Personalräten genießt das Thema Priorität”, ist das Fazit eines Projektteams der Gewerkschaft Ver.di, das untersuchte, wie deutsche Unternehmen mit der neuen Elternzeit umgehen.

Doch auch die Frauen müssten ihr Verhalten und ihre Ansprüche an die Väter überprüfen, sagt Marcus Schmitz, Experte für familienfreundliches Personalmanagement und Unternehmensberater:

“‘Es sind die Frauen, die es Männern schwermachen, sich zu verändern’, legt er los. ‘Frauen wünschen sich Männer, die sich um die Kinder kümmern - aber nach ihren Regeln. Frauen wünschen sich Männer, die sich um den Haushalt kümmern - aber nach ihrem Qualitätsmaßstab. Und bei all dem erwarten sie trotzdem auch noch einen beruflich erfolgreichen Mann.’ Gerade sechs Prozent der Frauen sei die Karriere ihres Mannes egal, zitiert Schmitz eine Umfrage - betroffenes Schweigen.”

Viele Frauen müssen noch gelassener werden, wenn es darum geht, dem Partner Verantwortung für die Kinder zu überlassen und ihnen ihre eigene Art und Weise zuzugestehen, das beobachte ich auch immer wieder. Aber die neue Generation wird das sicher hinkriegen. Weil sich eben auch immer mehr Väter nicht mehr bereitwillig in die Rolle des Ernährers zurückziehen, sondern um ihren Beitrag in der Familie kämpfen. Wie schön liest sich das Fazit eines Vaters, der seine Elternzeit hart durchboxen musste:

“Ich bereue nichts. Wir sind halt die erste Generation Männer, die es ausprobieren muss. Sonst werden wir nie herausfinden, ob es uns die Karriere kostet oder nicht.”