Archiv für November, 2007

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Friday, November 30th, 2007 von Barbara

Die französische Autorin Virginie Despentes hat in diesen Tagen das Buch „King Kong Theorie“ veröffentlicht. Es ist nicht das erste Mal, dass sie sich gegen Demütigung, Männlichkeitswahn und Frauenunterdrückung wehrt: Die Verfilmung ihres Buches „Baise-moi“ kam 2000 unter dem Titel „Fick mich!“ in die deutschen Kinos. Es erzählt die Geschichte zweier Frauen im Blutrausch, die sich nach einer Vergewaltigung an allen Männern rächen: Mit Waffen zwingen sie Männer erst, sie zu befriedigen. Anschließend erschießen die Frauen sie. Dieses Motiv der Umkehr von Gewalt gegen Frauen zu Gewalt gegen Männer kennen wir auch aus Patty Jenkins Film „Monster“ von 2003 und Abel Ferraras „Die Frau mit der 45-er Magnum“ von 1981.

Auch wenn diese „weibliche“ Gewalt auf den ersten Blick als ein alttestamentarisches Heimzahlen der männlichen Gewalt erscheint, ist sie doch kein wirkliches „Auge um Auge Zahn um Zahn“. Heute wird jede dritte Frau weltweit mindestens einmal in ihrem Leben vergewaltigt, so die feministische UN-Organisation UNIFEM. In Südafrika werden am Tag etwa 150 Frauen vergewaltigt, in den USA alle 90 Sekunden eine. Pro Jahr gibt es in Frankreich 25.000 Vergewaltigungen, in Deutschland über 8000. Die Vergewaltigungen passieren bei Tageslicht, in Wohnungen, auf der Straße, in Büros oder öffentlichen Toiletten. Schusswaffen gehören dabei sicherlich nicht zum Normalinventar, denn die die Macht des Mannes äußert sich auch über Körperkraft, weshalb eine Vergewaltigung als die deutlichste Form der Machtausübung gilt.

Virginie Despentes, die in ihren Büchern auch eigene Erlebnisse verarbeitet hat, versucht, eine neue, kritische Öffentlichkeit für Frauen, die Gewalt erfahren haben, zu erlangen. Erstaunlich ist somit der Artikel von Ariadne von Schirach auf Spiegel Online: Sie erinnere sich, im Kino Tränen gelacht zu haben, als sie „Baise-moi“ sah. Eine Filmszene, die erschreckend echt die brutale Vergewaltigung zweier Frauen zeigt, ist alles Mögliche, aber nicht lustig.

Meredith im Deutschlandfunk II

Friday, November 30th, 2007 von Susanne

Meredith war in der Sendung “Lebenszeit” zu Gast, um über die Frage zu diskutieren “Was ist geblieben vom schwachen Geschlecht?” Wer das Gespräch verpasst hat, kann es hier anhören.

Nur-Mütter und arme Kinder

Friday, November 30th, 2007 von Susanne

Dass es da einen Zusammenhang gibt, legt eine gestern erschienene Studie nahe. Die OECD-Studie “Babies and Bosses“, die die Situation in 30 Industrie- und Schwellenländern vergleicht, kritisiert, dass es in Deutschland überdurchschnittlich viele Fälle von Kinderarmut gibt, und das obwohl die Staatsausgaben für Familien sehr hoch sind. Das Geld werde falsch investiert, so die Kritik. Wichtiger als Gelder für die Familien sei es, den deutschen Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Die OECD lobte den Kurs der Bundesregierung, die Kinderbetreuung auszubauen, Väter zur Familienarbeit zu ermuntern und die kürzere Bezugsdauer des Elterngeldes, weil es die Frauen animiert, nicht zu lang aus dem Beruf auszusteigen - was wiederum ein Anreiz für Arbeitgeber ist, mehr Frauen einzustellen.

Harsche Kritik bekam explizit die Idee eines “Betreuungsgeldes”, für das sich die CSU seit der Diskussion um den Ausbau der Kinderbetreuung einsetzt. Sie fordert, dass Eltern, die ihre Kinder nicht in Krippen oder Kindergärten betreuen lassen wollen, dafür ein Ausgleichsgeld zu zahlen. Diese “Herdprämie” zementiert allerdings alte Geschlechterrollen: arbeitender Mann, Frau zu Hause bei den Kindern. Und genau dieses Modell fördert zum einen, dass von Frauen erwartet wird, dass sie zuhause bleiben und dass sie dadurch noch weniger durch Arbeitgeber gefördert werden. Zum anderen liegt das Risiko von Kinderarmut in Familien mit nur einem Verdiener höher, so das Ergebnis der OECD-Studie.

Meredith im Deutschlandfunk

Thursday, November 29th, 2007 von Susanne

Morgen, am Freitag, den 30. November, diskutiert Meredith ab 10 nach 10 gemeinsam mit Expertinnen, Hörerinnen und Hörern des Deutschlandfunks die Frage “Was ist geblieben vom schwachen Geschlecht?

Mehr sexistischer Bürobedarf

Thursday, November 29th, 2007 von Susanne

Via feministing.com

Der Bleistiftspitzer war noch nicht der Höhepunkt, es geht noch ätzender.

Über femisting.com

Hausfrauendasein ohne Telefon: Öde.

Wednesday, November 28th, 2007 von Susanne

Falls ich jemals doch auf die blöde Idee kommen sollte, nur noch Hausfrau sein zu wollen, wird mich das davon abhalten:

Dieser Clip ist so super, lustigere Propaganda gibt’s selten.

Nicole Kidman gegen Gewalt gegen Frauen

Tuesday, November 27th, 2007 von Susanne

Die Schauspielerin Nicole Kidman startet als Botschafterin für die UN-Frauenorganisation UNIFEM die Aktion “Sag Nein zu Gewalt gegen Frauen”. Kidman setzte ihre Unterschrift als Erste unter eine Petition, die weltweit Regierungen auffordert, das Thema auf ihre Agenda zu setzen. Die Petition kann online unterzeichnet werden.

(Foto über unifem.org)

Gendertrouble im Kino

Tuesday, November 27th, 2007 von Susanne

Als ich heute ein Plakat zum Kinofilm “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken” sah, wurde mir plötzlich sehr sehr langweilig. Mir war nicht bewusst, dass es irgendeinen Regisseur gibt, der den Quatsch von Barbara und Allan Pease verfilmen würde. Aber klar: Leander Haußmann, deutscher Regisseur, der regelmäßig durch Filme auffällt, die sich auf simple Erklärungsmuster beschränken. Wird wahrscheinlich ein Kassenhit wie schon “Sonnenallee” und “NVA”, erstaunlicherweise können sich Menschen auch beim hundertsten Mal über beknackte Geschlechtermuster amüsieren. Aber wer sich’s aussuchen kann, sollte das Geld für die Kinokarten lieber in einen Abend zu zweit investieren, also so mit Reden und Knutschen und so. Ist besser für die Liebe.

Studieren mit Kind

Tuesday, November 27th, 2007 von Susanne

Barbara Vinken, Professorin und Autorin der feministischen Pflichtlektüre “Die deutsche Mutter” hat dem Online-Jugendmagazin jetzt.de ein Interview gegeben, in dem sie fordert, mehr junge Frauen und Männer sollten sich trauen, schon während ihrer Ausbildung Nachwuchs zu bekommen. Die Idee, “man müsse sein Leben gelebt haben, bevor Kinder kommen, ist wirklich falsch”, sagte sie. Sie nennt das einen deutschen Sonderweg. Kind und Studium passen im Gegenteil sehr gut zusammenpassen, erklärt Barbara Vinken.

Tatsächlich ist ja zu fürchten: Je mehr Frauen Berufsleben und Kinderkriegen zeitlich voneinander trennen, desto langsamer wird sich etwas verändern in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Noch immer geben zu viele Frauen ihren Beruf auf, um nur für die Familie da zu sein. Weil ihnen das schwer fällt, verschieben sie die Kinderfrage auf die späten Jahre. Wirklicher Druck auf die deutsche Gesellschaft, das eigene Frauenbild zu überprüfen, wird so nicht aufgebaut - die Frauen regulieren diesen Druck für sich selbst. Und sind im Zweifelsfall unglücklich. Weil sie nur Karriere machen können oder Kinder kriegen.

(Foto über jetzt.de)

She devil

Monday, November 26th, 2007 von Meredith

Die US-amerikanische Männerzeitschrift FHM, die im Gegensatz zu GQ wenigstens nicht so tut, als wäre sie seriös, hat auf ihrer Website eine Top Ten der weiblichen Bösewichter. Mit dabei: Kathy Bates (die Psychopathin in Misery, und Urheberin meiner schlimmsten Albträume), der Bösen Hexe des Westens aus dem Zauberer von Oz oder auch O-Ren Ishii aus Kill Bill. Meine zarten Nerven haben zwar leider bereits nach dem ersten Clip aus Freitag der 13. nachgegeben, aber für die härteren Kaliber ist das ein guter Spaß.