„Dieses Foto wurde retouchiert, um das äußere Erscheinungsbild einer Person zu verändern.“
Solche Warnungen könnten demnächst auf bearbeiteten Bildern in Frankreich erscheinen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ob Werbung, Verpackung oder Zeitschrift: wer seine Bilder aufhübscht soll das deklarieren oder eine Strafe von bis zu 375.000 Euro, bzw. die Hälfte der Werbekosten berappen. Rund 50 französische Politiker schlagen dies in einem neuen Gesetz vor, das Teil einer Kampagne gegen Essstörungen werden soll.

Dass heute kaum ein Bild die Realität abbildet, zeigt die Jezebel-Galerie „Photoshop of Horrors“, die seit einigen Jahren die auffälligsten Überarbeitungen sammelt. Auch auf PhotoshopDisasters finden sich unglaubliche Verunstaltungen.
Solange die Bilder nicht auffallend unpassend verändert wurden fällt es vielen Menschen nicht auf. Unsere Wahrnehmung wie faltenfrei und durchtrainiert wir sein könnten wird dennoch beeinflußt. Gerade, weiße Zähne, ein gleichmäßiger Teint und volleres Haar waren die Klassiker, inzwischen sind die Models so dünn, dass ihnen wieder Pfunde auf die Hüften addiert werden. Hervorstehende Knochen will schließlich keiner sehen – obwohl die Realität bedeutet, dass die Beckenknochen schon herausragen, wenn die Hüfte noch immer über den Jeansrand lugt. Kleidergröße 36 geht auch sehr selten mit Körbchengröße C zusammen, mal davon abgesehen, dass die meisten T-Shirts dann gar nicht mehr passen.
Doch helfen Warnhinweise tatsächlich? Auf den Zigarettenpackungen werden sie immer größer, weil die meisten Raucher_innen sie nach einiger Zeit wieder ignorieren. Auch verrät „dieses Bild wurde verändert“ nicht, was genau verändert wurde. In dieser Form wären Warnungen nur ein Denkanstoß, wieviele Bilder heute bearbeitet werden. Das Ausmaß der Bearbeitung wird erst bei einem vorher-nachher-Vergleich deutlich – eine Möglichkeit wäre es, die ursprünglichen Fotos mit abzudrucken. Oder die Einführung einer Bearbeitungsskala von 0 (unbearbeitet) bis 5 (keine Pixel an seinem Platz). Dass es zu solch drastischen Maßnahmen kommt, beibt wohl erstmal unrealistisch.
PS: Wer immer noch an den Möglichkeiten von Photoshop zweifelt, dem sei das folgende Video empfohlen.
(Über Jezebel und spare candy.)


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