Eine deutschsprachige feministische Community mit viel Raum für Diskussion, Austausch und Aktionen? (M)Ein Traum wird wahr!
Anfang 2009 hatte ich mit der Gestaltung einer feministischen Community begonnen – das Projekt war mir allerdings eingeschlafen. Dann kam Ninas Kommentar, dass wir ein Campact für Feminismus brauchen und gab mir neue Energie und Motivation.
Unter www.feministisches-zentrum.de gibt es jetzt ein virtuelles feministisches Zentrum. Jede die sich anmeldet, kann sich mit anderen vernetzen – in Gruppen oder privat –, mit anderen diskutieren, z.B. im Forum, und vieles mehr.
Die Idee
FeministInnen im direkten Umfeld zu finden, ist vielerorts leicht – vor allem in größeren Städten. Viele finden jedoch in ihrem Ort keine feministische Infrastruktur vor, die es ihnen erleichtern würde, Kontakt zu knüpfen und zu diskutieren.
Auch in den größeren Städten besteht das direkte Umfeld oft vielleicht aus 10-20 feministisch Interessierten. Was aber wenn 40, 80, 150 oder 1000 FeministInnen gebraucht werden?
Eine Beispiel: Eine Freundin, Verena, hat immer jede Menge Aktionsfelder auf dem Schirm. Für diese sucht sie beständig nach Menschen, die mitmachen und/oder mitorganisieren wollen. Momentan sind das vor allem zwei Themen: Prostitution und Preisgestaltung bei FriseurInnen. Beide hat sie bereits ins Forum geposted um Mitstreiterinnen zu finden und neue Ideen zu entwickeln, wie das jeweilige Ziel am Besten erreicht werden kann.
Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, dass feministische Zentrum zu nutzen. Es können Veranstaltungen im Kalender eingetragen und gesehen, Diskussion über Politik und Theorie geführt, sich gemeinsam gefreut und geärgert und Gruppen gegründet bzw. virtuell erweitert werden.
So habe ich gleich die Feministische Einzelkämpferinnen Gruppe (FEG) Mainz um eine virtuelle Gruppe erweitert und die physischen Treffen in den Kalender eingetragen.
Nur „Frauen“
Das Portal ist nur für Frauen, dies jedoch in einer relativ weiten Definition. Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt, ob ich Männer zulasse oder nicht. Besonders die Sozialisationsschäden auf den am häufigsten sozialisierten Geschlechtern (Mann, Frau) waren mir dabei ein Dorn im Auge.
Aber das Internet weiß eine Lösung: Die virtuelle Identität!
Jede Person die sich anmeldet ist dazu verpflichtet, keinesfalls den Eindruck zu erwecken, nicht weiblich zu sein. Damit können sich auch Menschen anmelden, die vielleicht nur im virtuellen feministischen Zentrum weiblich sind…
Damit dürfte fast jede feministische Strömung einverstanden sein:
Frauen werden nicht unsichtbar (Radikalfeminismus), Geschlecht ist keine starre Kategorie (dekonstruktivistischer Feminismus), Frauen werden bevorzugt (Differenzfeminismus), Männer dürfen auch mal Frauen sein (Gleichheitsfeminismus), Männer werden virtuell vernichtet (militanter Feminismus).
Diese Aufzählung ist natürlich stark vereinfacht und die Zuordnung der feministischen Strömungen nur bedingt zutreffend.
Du bist gefragt!
Ich würde mich freuen, Dich bald auf feministisches-zentrum.de begrüßen zu können. Wenn Du Wünsche hast, was z.B. noch an Funktionen fehlt oder Du gerne mithelfen möchtest, ist das natürlich prima!

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