
Daraufhin entbrannte nun auf der Facebook-Seite des Schlosspark-Theaters ein Shitstorm. Zunächst beschwerten sich nur Menschen und forderten eine Erklärung. Auf einen ersten Beschwerdebrief gab es nur eine peinliche Antwort der Theaterleitung und Regie:
Kaum einem Ensemble eines Theaters in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören schwarze Schauspieler an. Allein deswegen, weil das Stückrepertoire der Theater ihnen zu wenige Rollen in einer Spielzeit bieten könnte, die ein Festengagement rechtfertigten.
Im Klartext: Schwarze Menschen können nämlich nur Rollen spielen, die explizit für sie geschrieben wurden. Weiße Menschen können aber alles spielen, manchmal muss man sie halt anmalen. Seitdem ist die Kritik auf der Facebookseite explodiert. Absetzung des Stückes wurde gefordert. Inzwischen hat auch der oberste Theaterleiter Dieter Hallervorden eine Stellungnahme abgegeben:
In meiner Gedankenwelt ist absolut kein Platz für Rassismus.

Mein Rat: Leute, lest das Stück – dann werdet ihr erkennen, dass es glücklicherweise gar keinen Raum für Rassismus bietet!
Macht euch erst mal kundig, bevor die Sicherungen durchbrennen, nur weil ihr auf einem Plakat einen Weißen seht, der schwarz geschminkt ist!
Die vielen Links und Erklärungen, warum genau das rassistisch ist? Geschenkt! Inzwischen ist das Thema selbst bei der Süddeutschen angekommen, die sich zunächst mit der rassistischen Geschichte auseinandersetzt, schließlich aber ebenfalls tief ins Klo greift:
Doch ist das, was in den US-Südstaaten um 1900 rassistisch war, auch 2012 in Berlin noch so?
In den Südstaaten wurde 1900 eine Menge rassistischer Scheiße veranstaltet – vom de facto Wahlverbot für Schwarze Menschen bishin zur allgegenwärtigen Segegration, die erst 1965 abgeschafft wurde. Das wird nicht besser, weil wir heute ein anderes Datum im Kalender erblicken. Also liebe Süddeutsche: Ja, was in den US-Südstaaten um 1900 rassistisch war, ist auch 2012 in Berlin noch rassistisch.
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Weitere Informationen in der Facebookgruppe Schluß mit rassistischen „Blackface“-Aufführungen und auf riotmango.de. Derzeit wird z.B. auch am Deutschen Theater in dem Stück „Unschuld“ Blackface verwendet – genau so überzeichnet, wie es die Tradition verlangt.

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