Einträge mit dem Tag ‘Zanele Muholi’


Ein Buch nach dem anderen: Maskulisten in Frankreich und lesbisches Leben in Südafrika

17. Juli 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 105 von 131 der Serie Die Feministische Bibliothek

Auf Papier gelesen
Das Collectif Stop Masculinisme analysiert in Contre le masculinisme. Guide d’autodéfense intellectuelle (2013, Bambule) die aktuelle Maskulisten-Szene Frankreichs (mit Bezügen auf Franko-Kanada), deren Argumentationen und wie sie Einfluss nehmen. Dabei gibt es einen Überblick über die entscheidenen Akteure und eben jene Themenfelder, die diese fokussieren: Väterrechte, sexualisierte Gewalt, Gewalt gegen Männer, Männlichkeitskrise. Das Kollektiv versucht dabei jeweils die Mythen der Maskulisten zu entlarven und Gegenargumente bereitzustellen. So lässt sich das Buch auch einerseits als Information zur Situation in Frankreich lesen, aber auch als Argumentationsbuch für Diskussionen, die im deutschsprachigen Raum äußerst ähnlich verlaufen.

Passend zum Internationalen Zine Monat: Zines! Volume 1 (1996, Re/Search Publications) von V. Vale bietet einen historischen Blick auf die Entstehung von Zines, um dann in ausführlichen Interviews Zine-Macher_innen und ihre Projekte vorzustellen. Zu dem ist das Buch selbst, nun fast 20 Jahre alt, ein Stück Geschichte. Letzteres zeigt sich besonders eindrücklich an der Thematisierung von Computern und diesem Internet, wie beispielsweise in der Etiquette, die besagt, dass Zines bitte immer mit hanschriftlichen und nicht etwa Computer-verfassten Briefen zu bestellen sind. Spannend ist das Buch aber vor allem auch aufgrund der tiefgehenden Interviews über Ideen, Beweggründe, aber auch die praktischen Umsetzungen beim Zine-Erstellen und Vertreiben. Dabei fand ich nicht alle Zine-Macher_innen gleich interessant (um genau zu sein habe ich zwei dann letzten Endes ganz überblättert), aber viele sind verankert in feministischen, queeren, anti-rassistischen, fat_empowerenden aktivistischen und künstlerischen Strukturen. Allein für die ebenfalls abgedruckten Ausschnitte dieser Zines lohnt es sich reinzugucken.

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Reclaiming the L-Word. Sappho’s Daughters Out in Africa (2011, Modjaji Books) trägt herausgegeben von Alleyn Diesel Erzählungen, Fotografien, Gedichte und Essays von südafrikanischen Lesben zusammen. Die hier wahrscheinlich am bekanntesten von den Beitragenden ist Zanele Muholi, deren Fotografien in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum gezeigt wurde. Insgesamt gelingt es dem Buch einer ganzen Reihe von Lebensrealitäten Raum zu geben und Thematiken wie race, Klasse, unterschiedliche Geschlechterperformances u.s.w. in den Blick zu nehmen. Dabei geschieht dies nicht ausschließlich in den Texten, sondern kann (muss) auch durch die Leser_innen geschehen, die diese durchaus sehr disparaten Texte nebeneinander vorliegen hat.

Lee Maracle ist eine wichtige First Nation Aktivistin und Autorin. In ihrem Buch I Am Woman: A Native Perspective on Sociology and Feminism (überarbeitete Auflage 2002, Raincoast Books, Press Gang Publishers) liefert sie eine Analyse und Annäherung an Fragen der Mehrfachdiskriminierungen und spezifischen Lebensrealitäten von First Nation Frauen. Auf weniger als 150 Seiten, wo sie zwischen Erzählungen, Lyrik und Analysen wechselt, schneidet sie so umfangreiche Themengebiete wie Begehren(sformen), Liebe, sexualisierte und andere physische Gewalt, Landfragen, Spiritualität, Kommunismus und Ökologie. Verbunden wird dies alles durch ihren sehr lyrischen Erzählstil, ihre klare Perspektive und dem Rückgriff auf (Lebens)Erzählungen anderer Frauen in ihrem Leben.

Zu guter Letzt habe ich den großartigen Lyrikband Hold Your Own von Kate Tempest gelesen. Aufmerksamen Mädchenmannschafts-Leser_innen könnte sie aus einem Samstagabendbeat bekannt sein, doch macht sie nicht ausschließlich Musik, sondern schreibt auch Lyrik und Theaterstücke. ‚Hold Your Own‘ ist ihr zweiter Lyrikband und besteht aus einer Vielzahl von Gedichten, die sich zum einen einzeln lesen lassen, zum anderen aber auch eingewoben sind in ein größeres Narrativ, welches griechische Mythen und zeitgenössisches britisches Leben; Götter und Geschlechterspiele verbindet.

Im Netz gelesen

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Rassistische Gesetze, „gleichgeschlechtliche“ Ehe, Nobelpreisgewinnerinnen – kurz verlinkt

8. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 257 von 365 der Serie Kurz notiert

Heute feiern wir die 250. Ausgabe unserer wöchentlichen Reihe „Kurz Verlinkt“ – Glitzerkonfetti :)!!!

deutschsprachige Links

Was machen Frauen auf der Bühne? Ganz klar: lieben! Um dann meistens ruckzuck zu sterben (Drama) oder zu heiraten (Komödie), während es anderen überlassen bleibt, sich an der Welt aufzureiben. Warum eigentlich? Die Debüt-­
Arbeiten von drei Nachwuchsregisseurinnen geben scheppernde Antworten auf die dröhnende Frage, wer warum welche Rolle spielt – nicht nur im Theater. Am 18., 20., 21. und 22. Oktober 2014 in Berlin im Ballhaus Naunynstraße.

Das Rollstuhlfräulein sucht im Bereich Social Media einen Job in einem Unternehmen in Bochum und Umgebung, das barrierefrei ist.

Angsichts der jüngst bekannt gewordenen Gewalttaten gegen Geflüchtete stellt die taz fest: „Das Bürgertum führt die Situationen herbei, in denen Gewalt ausgeübt wird, und zeigt dann auf die, die es zu diesem Zweck rekrutiert“.

Hendrik Cremer legt anhand von Rechtsnormen und Gesetzen in der BRD dar, warum verdachtsunabhängige Personenkontrollen nicht nur rassistische Polizeipraxis nach sich ziehen (racial profiling) und Rassismus gesamtgesellschaftlich stabilisieren, sondern auch bereits ihre festgeschriebene gesetzliche Legitimation im Kern rassistisch ist.

Am 3. Oktober wurden zwei Kneipen und deren Besucher_innen in Bonn von extrem rechten „Fußballfans“ angegriffen.

#FergusonIsEverywhere: Jamie Schearer, Julius Franklin und Tahir Della von der ISD haben mit dem Freitag über Racial Profiling und alltägliche Diskriminierung in Deutschland gesprochen.

Die Süddeutsche berichtet aus den USA: Über­ra­schend hat es der Su­preme Court ab­ge­lehnt, über die Recht­mäßig­keit sog. gleich­ge­schlecht­licher Ehen in fünf US-Bundes­staaten zu ent­scheiden – da­durch blei­ben die Gesetze und somit die bestehenden Ehe(möglichkeite)n dort in Kraft.

Über die ak­tuel­le Aus­stel­lung der süd­afri­kani­schen Foto­grafin_Akti­vi­stin_Profes­sor­in Za­ne­le Mu­ho­li be­rich­tet (in ei­nem mittel­guten Ar­ti­kel) die Augs­bur­ger All­gemei­ne – siehe auch weiter unten unsere Termine.

In der Jungle World stellen Eike Sanders, Ulli Jentsch und Felix Hansen, Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin (apabiz), ihr neues Buch „Deutschland treibt sich ab“ vor und geben Antworten zur Bewegung der antifeministischen „Lebensschützer_innen“.

„Eine gerechte Gesellschaft sollte anders aussehen“: der Bayrische Rundfunk interviewt Anne Wizorek zu ihrem Buch „Weil ein #Aufschrei nicht reicht.“

Frauen helfen Frauen e.V. sammeln in Mecklenburg-Vorpommern gerade Unterschriften für einen „Zugang für alle!“ zum Beratungs- und Hilfenetz in Fällen häuslicher und sexualisierter Gewalt.  3.000 Unterschriften werden noch gebraucht. Am 25.11.2014 ist eine Demo dazu in Schwerin geplant – siehe weiter unten bei den Terminen.

englischsprachige Links

Wie US-Bundes­staats­ge­setze konsti­tu­tio­nel­le Ab­trei­bungs­rech­te aus­he­beln, berichtet Andrew Rosenthal in der New York Times.

Die Sängerin Mary Lambert schreibt auf ihrer Website über grenzüberschreitende Fans und Interviewer_innen, eigene (sexualisierte) Gewalterfahrungen und Retraumatisierung.

„A Her­story of the #BlackLivesMatter Move­ment“ und über die Ver­ein­nah­mung von Theorie­bil­dung und Akti­vis­mus schreibt Ali­cia Gar­za bei The Femi­nist Wire.

Buzzfeed porträtiert die chinesisch-US-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong. So fähig sie in ihrem Beruf war, so häufig wurde sie nur als „exotische Lotusblume“ besetzt, und selbst dann konkurrierte sie mit weißen Schauspielerinnen in Yellowface.

Kein Nobelpreis ist für besonders hohe Frauenanteile bekannt, aber um den Nobelpreis für Physik ist es besonders schlecht gestellt. In den letzten 50 Jahren gewann keine einzige Frau. Slate stellt einige vor, die es verdient hätten.

Termine in Berlin, München, Ulm und Schwerin (mehr …)


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Barack Obama, Frauen in der Musik und sexuelle Belästigung in Frankreich – kurz notiert

16. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 159 von 365 der Serie Kurz notiert

daStandard.at berichtet über Migrant_innen und ihre „Vorbildfunktion“ in bestimmten Berufen.

Barack Obamas Bekenntnis zur Homo-Ehe sorgte für weltweiten Jubel. Aber warum wird ein Bekenntnis, dass allen Menschen gleiche Rechte zustehen sollten, eigentlich mit einem „Danke“ bedacht, fragt sich beispielsweise blackgirldangerous und zählt auf, welche Gruppen Obama in seinem „Selbstfindungsprozess zur Homofreundlichkeit“ nicht mitbedacht hat.

Auf 20000Frauen gibt es Fotos von der Zeltstadt der Frauen in Wien zu sehen.

Menschen mit Namen, die nicht mit einer weißen, deutschen Person in Verbindung gebracht werden, sind häufiger rassistischen Diskriminierungen ausgesetzt. Das stellt jedoch keinen hinreichenden Grund dar, diesen ändern zu lassen, entschied das Verwaltungsgericht in Göttingen und wies damit die Klage einer aserbaidschanischen Familie ab, nachzulesen bei welt.de

Shirley Manson, Frontfrau von Garbage, ärgert sich in einem Interview mit dem Musikmagazin NME über die Tatsache, dass mittlerweile zwar mehr Frauen im Musikbusiness repräsentiert sind, diese aber lediglich Feigenblätter in einem weiterhin männlich dominierten Umfeld sind.

Angrapschen in Frankreich derzeit legal, weil das Gesetz von jetzt auf heute gestrichen wurde. Ein Neues soll kommen, bis dahin gilt weitgehende Straffreiheit, berichtet die taz.

Fakten über die Situation von Frauen im Agrarsektor von Afrika hat africanfeminism.

Julia Lemmle und Atif Hussein von der antirassistischen Interventionsgruppe „Bühnenwatch“ sprechen im Interview mit der taz über rassistische Darstellungspraxen an deutschen Theaterbühnen.

Die Festplatten der südafrikanischen Fotografin Zanele Muholi sind gestohlen worden, so Diva Magazine. Sie dokumentiert seit mehreren Jahren das Leben von Schwarzen Lesben.

Einen Monat dauerte es – dann schwappte der Elektronista-Blogbeitrag über eine Dell-Veranstaltung durch die Blogosphäre. Der Computerhersteller hatte einen „lustigen“ Moderator engagiert, der allen Männern riet, zu Hause ihren Frauen „halt die Klappe, Schlampe“ zuzurufen. Inzwischen hat die Firma sich entschuldigt, so Wired.

WORSE THAN QUEER ist nicht nur eine Zeile aus einem Bikini Kill Song, sondern auch der Name eines kleinen Riot Grrrl inspirierten Festivals, das im Januar 2012 zum ersten Mal in Nürnberg stattfand. Dessen Initiatorinnen, eve massacre und jessthreat, hatten die Idee, anlässlich dessen eine Compilation zu machen – eine Compilation mit einem Thema: Grrrls Drinking Songs.

Witnessed, ein Buchprojekt von und über Schwarze Autor_innen in Deutschland, startet einen neuen Finanzierungsversuch und bittet um eure Mithilfe.

Termine und eine Stellenausschreibung (mehr …)


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