Einträge mit dem Tag ‘Tschetschenien’


Es ist immer noch eine Nazipartei in den Bundestag gewählt – kurz verlinkt

5. Oktober 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 364 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Müssen wir noch einmal über die Wahl reden? Aber sicher doch. Katrin Gottschalk schreibt bei der taz über Ost, West und das Problem namens Rassismus. Auch titel thesen temperamente stellt fest, dass sich zwar viel den Sorgen der AfD-Wähler_innen zugewandt wird, jedoch die Sorgen und Analysen jener, die durch Rassismus und andere Marginalisierungen negativ betroffen sind, kaum Gehör finden: Im Beitrag sprechen Ferda Ataman, Naika Foroutan, Idil Baydar und Simone Dede Ayivi.

Josephine Apraku hat beim Missy MagazineFünf Dinge, die du als weiße Person gegen Rassismus tun kannst.“ zusammengetragen und Amina schreibt bei KleinerDrei gegen die 87%-Besserwähler_innen-Bräsigkeit.

Eigentlich so gar nicht überraschend, aber ganz drei Gutachten bescheinigen nun, dass es sich beim Attentat in München um eine rechte Tat gehandelt hat.

„Die reproduktiven Rechte von Frauen mit Behinderung sind bis heute nicht gesichert – eine feministische Kernfrage“ sagen Kirsten Achtelik und Judyta Smykowski in ihrer Reportage im Missy Magazine, die jetzt beim Gunda Werner Institut erschienen ist.

Deutsche Gerichte nahmen lesbischen Müttern bis in die 80er-Jahre ihre Kinder weg – per Postkartenaktion werden nun Zeitzeug_innen gesucht.

Englischsprachige Artikel

Attentäter, die eine Geschichte mit so genannter häuslicher Gewalt hatten, gibt es sehr häufig, doch (außerhalb feministischer Kreise) wird dies selten diskutiert – und stattdessen lieber, wenn es um weiße Männer geht, von unauffälligen Einzelgängern erzählt. Auf Shakesville gibt es aber eine super Zusammenstellung zum Thema.

Daniil Turovsky schreibt bei Meduza über die spezifische Gewalt gegen Frauen in Tschetschenien: „Earlier this summer, Carthage activists announced that they would begin carrying out raids on the streets of Chechnya, targeting women dressed or behaving “inappropriately.” “

Termine in Berlin, Bremen, Dresden, Dortmund, Freiburg, Leipzig:

5. Oktober in Berlin: Gemeinsam_getrennt gekämpft: Feminismen vor und nach der Wende. Veranstaltung mit der Aktivistin Sanchita Basu (ReachOut Berlin) und Autorin, Aktivistin und Sängerin Stefanie-Lahya Aukongo. (FB-Link)

7. Oktober bis 9. Dezember in Dresden: e*vibes hat eine Reihe von spannenden Veranstaltungen in Dresden aufgelistet, unter anderem zur Lesbenbewegung, ein feministischer Spaziergang durch Dresden oder Kreatives Schreiben.

7. Oktober in Berlin: Seminar zur Suchmaschinenoptimierung, um feministische Inhalte besser zu platzieren.

ab 8. Oktober in Berlin: Hier beginnt die Workshopreihe Reclaim movement! für dicke_fette queere Körper. (FB-Link)

10. bis 15. Oktober in Bremen: 24. queerfilm Festival.

12. Oktober in Berlin: Ausstellungseröffnung von „Prekäre Kunst: Künstliche Grenzen„. Die Ausstellung an sich läuft bis zum 18. November.

13. Oktober in Berlin: Ab 19 Uhr beginnt der Booklaunch für „Decolonize the City! – Zur Kolonialität der Stadt„. (FB-Link)

13. bis 15. Oktober in Freiburg: Drei Tage LaDiY Fest!

18. Oktober in Berlin: Mussten´s denn die beiden sein!? Filmabend und Gespräch mit Pieke Biermann über Hilde Raduschs bewegtes Leben als Kommunistin und Lesbe, Widerstandskämpferin und Aktivistin in der Frauenbewegung der 1970er Jahre. (FB-Link)

19. bis 22. Oktober in Leipzig: Das 24. Meeting of Queer Lesbians* findet statt und es gibt über mehrere Tage ein volles Programm.

19. bis 22. Oktober in Dortmund: lauterglitzer – ein queerfeministisches spektakel. Über ein Wochenende gibt es Workshops, Kleidertausch, eine Stadtralley, Konzert und mehr.

21. Oktober in Dortmund: »Stand up and connect!« (Fb-Link) – Aktionstag für junge Queers of C-Link)

21. Oktober in Berlin: LesMIgraS bietet einen Selbstverteidigungsworkshop für BPoC und/oder trans*, nicht-binär, inter* Personen an. (FB-Link)

22. Oktober in Berlin: Noch ein Selbstverteidigungsworkshop. Dieses Mal für alle trans*, nicht-binär, oder inter* Personen. (FB-Link)

29. Oktober in Berlin: Queer migration and artistic practices. Workshop mit Saltanat Shoshanova. Anmeldung bis zum 24. Oktober. (FB-Link)

22. November in Dresden: „Lesbe, Lesbe, Lesbe. Ein Wort mit Kampfpotential, mit Stachel, mit Courage“ – Zur Entwicklung und Repression der Lesbenbewegung in der DDR.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Krieg gegen Frauen

2. Dezember 2008 von Susanne

Innerhalb von drei Tagen wurden in Tschetschenien sieben tote Frauen gefunden, vermutlich hingerichtet.

In Tschetschenien ist ein neuer Krieg ausgebrochen, der dritte. Es ist ein „Krieg gegen Frauen“, schreibt das russische Tabloid-Blatt Moskowskij Komsomolez.(…) Bis auf eine waren die Frauen zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt. Alle wurden aus nächster Nähe erschossen, mit Kalaschnikow-Gewehren oder Makarow-Pistolen. Die Patronenhülsen lagen neben den Leichen. Gestohlen wurde nichts, weder Goldschmuck noch Geld noch teure Kleidung. Die Leichen lagen in einem Vorort von Grosny oder am Straßenrand nach Schatoi, zur Schau gestellt nach exekutionsartigen Morden.

Die Korrespondentin der Süddeutsche Zeitung, Sonja Zekri, schreibt weiter:

Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow gab sich entsetzt. Die Mordserie sei „durch keine Traditionen“ gerechtfertigt, sagte er anfangs. Am Montag aber fügte er hinzu, möglicherweise hätten sich die Frauen eines „amoralischen“ oder „unwürdigen Benehmens“ schuldig gemacht. Ausgerechnet der Menschenrechtsbeauftragte Nurdi Nuschijew ergänzte, es gebe bedauerlicherweise „Frauen, die den Verhaltenskodex der Bergbewohner vergessen“, da schritten die Verwandten eben gelegentlich zur Selbstjustiz.

Präsident Kadyrow propagiert seit Jahren einen autoritären Islam und zwingt Frauen das Kopftuch auf – was die russische Verfassung verbietet. Wohl vor allem, um sich vom mächtigen Nachbarn zu emanzipieren, fährt Kadyrow einen besonders harten Kurs. Die Islamisierung geht vor allem auf Kosten der tschetschenischen Frauen.


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