Einträge mit dem Tag ‘Feministische Theorie’


Happy Birthday! Judith Butler wird 60!

24. Februar 2016 von Charlott
Judith Butler in Frankfurt, 2011.

Judith Butler in Frankfurt, 2011.

Aus gegebenen Anlass können wir hier eine große virtuelle Geburtstagstorte anschneiden – oder sie einfach dekonstruieren, denn die feministische Theoretikerin und Aktivistin Judith Butler wird heute 60 Jahre alt. Viele, die sich mit Feminismus auseinandersetzen, stolpern früher oder später über Butler. Bücher wie „Das Unbehagen der Geschlechter“ (Gender Trouble) und „Körper von Gewicht“ (Bodies That Matter) gehören heute bereits zu den feministischen Klassikern. Ihre Ideen u.a. zu Körpern, Geschlechtlichkeit, Performativität, Heteronormativität, Begehren, Sprache und unterschiedlicher Wertigkeit von Leben sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil feministischer Debatten. Selbst wenn ihr euch (bisher) nicht direkt durch Butlers schriftliches Oeuvre gearbeitet habt, sind euch mit Sicherheit Versatzstücke ihrer Theorien in Gesprächen, bei Aktionen oder in Blogtexten – nicht zuletzt auch hier bei uns – untergekommen. Also, alles Gute zum Geburtstag! Und auf viele weitere Diskussionen anregende Gedanken!

Anlässlich des Geburtstags veröffentlicht der Blog der feministischen studien in den nächsten vier Wochen Texte, die sich mit Butlers Werk auseinandersetzen.

"What is Critique?", Frankfurt 2011.

„What is Critique?“, Frankfurt 2011.

Judith Butler lauscht Gayatri Chakravorty Spivak, Frankfurt 2011.

Judith Butler lauscht Gayatri Chakravorty Spivak, Frankfurt 2011.


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Einsteigen in feministische Theorie

13. Januar 2012 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 58 von 131 der Serie Die Feministische Bibliothek

Ulli Koch ist extensive Leserin, Feministin und Fragenstellerin. Auf „unregelmäßige Gedankensplitter“ lässt die Studentin unter anderem germanistische und feministische Perspektiven zusammenfließen. Zur Zeit schreibt sie an ihrer Diplomarbeit über die patriarchalen Dimensionen der Bibliothek. Ihre Rezension zu „Feministische Theorien zur Einführung“ von Gudrun Axeli-Knapp und Regina Becker-Schmidt veröffentlichen wir hier mit freundlicher Genehmigung.

Feministische Theorien zur Einführung Im Bereich der feministischen Theorie den Überblick zu behalten fällt manchmal recht schwer. Zu groß ist die Fülle an Denkmöglichkeiten, Ansichten, Weiterentwicklungen und mehr. Empfehlenswert ist daher sich mit Einführungsbänden auseinanderzusetzen und anhand dieser die Zusammenhänge feministischer Strömungen durch zu denken und das eigene Wissen zu vertiefen. Schwierig ist jedoch das richtige Werk zu finden, soll die Einführung doch weder zu überblickshaft noch zu genau sein. Das bereits in fünfter und immer wieder revidierter Auflage bei Junius erschienene Standardwerk von Regina Becker-Schmidt und Gudrun-Axeli Knapp schafft diesen Spagat zwischen notwendiger Vereinfachung und vertiefender Analyse recht gut. Auf 140 Seiten diskutieren die beiden Autorinnen, die jeweils zwei Kapitel des Buches geschrieben haben, die feministischen Strömungen vom Beginn der ersten Frauenbewegung bis zur heutigen Zeit und erklären Zusammenhänge und Unterschiede. Der Fokus liegt dabei auf dem deutschsprachigen und us-amerikanischen Raum.

Gelungen ist der Übergang von den Anfängen der feministischen Bewegung hin zu den Gender Studies, den Becker-Schmidt geschrieben hat. Weitergeführt wird diese Thematik in Knapps Darstellung von der Konstruktion und Dekonstruktion von Geschlecht. Leider bezieht sich Knapp in ihren Überlegungen nur auf Judith Butler und Donna Haraway, doch dank der zuvor durchgeführten Diskussion über konstruktivistische Perspektiven bleibt das Bild nicht auf diese zweidimensionale Sichtweise beschränkt. (mehr …)


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Theorie für alle und umsonst!

18. Oktober 2011 von Nadine

Das Wintersemester an den Hochschulen hat begonnen und damit auch eine ganze Reihe an Ringvorlesungen und Diskussionsrunden an den Unis zu Gender Theorie, Feminismus und Queer Studies. Die Veranstaltungen sind in der Regel kostenfrei und stehen auch Nicht-Student_innen offen. Was im deutschsprachigen Raum so los ist, erfahrt ihr im Folgenden. Wenn ihr noch Links zu öffentlichen Veranstaltungen habt, dann schreibt sie in die Kommentare.

Basel (Schweiz)

Universität: „Familie zwischen Wandel und Persistenz. Chancen und Probleme

Berlin

Humboldt-Universität: „Geschlecht in Wissenskulturen„, u.a. zu Mutterschaft, Dekolonialität und Geschlecht im Netz, Wissensproduktion, Männlichkeit(en).

Freie Universität: „Die Zukunft von Gender„, u.a. zu De/Naturalisierungen im Sport, Identität vs. Subjekt, sexuelle Differenz, Pornografie, Queere Perspektiven auf Ökologie, Stand und Zukunft der Geschlechterforschung.

ICI: „The Subtle Racializations of Sexuality: Queer Theory, the Aftermath of Colonial History, and the Late-Modern State„, u.a. zu Staatsbürgerschaft, Heteronormativität in der Erwerbsarbeit, Aktivismus von subordinierten Gruppen.

Bielefeld

Universität: „Gender Studies interdisziplinär„, u.a. zu Reproduktionsarbeit, Krieg, sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Migration.

Bremen/Oldenburg

Hochschule für Künste/Carl von Ossietzky Universität: „Un/verblümt. Queere Ästhetiken und Theorien in Kunst, Design und Musik„, u.a. zu Gaga Feminismus, Drag, Postkoloniale Kritik, sexualisierte Gewalt, Queer/LGBT-Filmfestivals.

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Geschlecht sichtbar machen – aber wie?

21. September 2011 von Nadine

Wenn heutzutage über Geschlecht gesprochen wird, sind nur wenige daran interessiert. Einerseits, weil es auf viel Unverständnis stößt, da Gleichberechtigung heute in den meisten Lebenszusammenhängen nach Eigenangabe freiwillig und selbstverständlich gelebt wird, andererseits, weil die Gesetzeslage auf den ersten Blick eindeutig erscheint: Der alte Geschlechterkampf ist vorüber, die großen Themen ausgefochten und gesetzlich verankert. Viele können ihre Geschlechterrolle ausfüllen, es gibt viele Modelle, an denen sich orientiert werden kann.

Auch wenn mit der formalen Gleichberechtigung von Mann und Frau vieles in modernem Gewand auftritt, ist Geschlecht nach wie vor eine sehr wirkmächtige Kategorie, die auf verschiedenen Ebenen zu Tage tritt. Mal mehr, mal weniger explizit. Die Wirkmächtigkeit bezieht sich darauf, inwiefern verschiedenene Geschlechtermodelle gelebt, ausprobiert werden können, wie sich Beziehungen gestalten, ja eigentlich – inwieweit sich Geschlecht auf das eigene Leben auswirkt oder eher in den Hintergrund tritt.

Wer sich mit Geschlecht (auch politisch) auseinandersetzen will, braucht dazu einen ziemlich großen Wissensvorrat. Leider ist der kaum zugänglich, weil in den Wissenschaften verhaftet und um mit diesem umgehen zu können, benötigt es außerdem größere kontextuelle Bezüge, die auch nicht mit dem Lesen von 1,2 Büchern zum Thema abgehakt sind. Es ist – wie so oft – kompliziert, das Funktionieren von Gesellschaft (nicht nur) unter Geschlechterperspektive zu verstehen und einzuordnen. Hinzu kommt, dass eine Fülle an Alltagswissen über Geschlecht kursiert, das tief verankert ist, mit dem wir sozialisiert wurden, das uns einen Orientierungsrahmen bietet. Sich kritisch mit Geschlecht zu beschäftigen, bedeutet: Diesen Orientierungsrahmen (zeitweise) zu verwerfen, alte Wertvorstellungen zu überdenken, sich selbst und andere zu kritisieren. Das braucht Zeit, Willen, Kraft. Ohnmachtsanfälle, Schuldgefühle und Abwehrhaltungen sind da schon mal vorprogrammiert.

Deshalb ein paar kurze Vorschläge, unter welchen Gesichtspunkten Geschlecht sichtbar gemacht und analysiert werden kann:

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