Eine neue Runde im Streit zwischen dem Weltfußballverband Fifa und dem Iran: Das Nationalteam der Frauen trat vor einigen Tagen zu einem Olympia-Qualifikationsspiel in Jordanien mit Hijab und langer Spielkleidung, die Arme und Beine bedeckt, an. Nach der Weigerung der iranischen Teamverantwortlichen, die Kleidung (insbesondere das Kopftuch) abzulegen, wurde die Partie von den Fifa-Schiedsrichtern abgesagt und mit 3:0 für Jordanien gewertet. Einen Protest des Iran hat die Fifa inzwischen abgelehnt. Kopfbedeckungen, die Hals und Ohren bedecken, sind nach den Regeln des Weltverbandes verboten, ebenso wie religiöse Symbole (Letzteres bezog sich meiner Erinnerung nach vor allem auf die Jesus-Botschaften auf den T-Shirts brasilianischer Spieler).
Don’t you believe the hype weist darauf hin, dass der asiatische Verband das Tragen des Kopftuchs erlaubt. Auch das gegnerische Team aus Jordanien sprach sich im Übrigen im Vorfeld des Spiels gegen die Hijab-Regel aus, wählte jedoch die Lösung, nur Spielerinnen zu nominieren, die keine Kopftücher tragen.
Dies ist nicht das erste Mal, dass es wegen Bekleidungsvorschriften zum Streit zwischen Fifa und iranischem Verband und Sittenwächtern kommt: Im vergangenen Jahr scheiterte die Teilnahme des iranischen Teams an den Olympischen Jugendspielen beinahe daran. Damals einigte man sich auf den „Kappen-Kompromiss“. Was mir unklar geblieben ist: Trugen die iranischen Spielerinnen in Jordanien nun solche Kappen oder nicht? Auf jeden Fall gilt der letzte Satz des Artikels aus dem vergangenen Jahr noch immer: Das Problem wird nicht verschwinden, eine Lösung muss her. Über kurz oder lang wird in einem islamischen Land ein großes internationales Sportereignis stattfinden, und zwar mit Frauen.
Update: Hinsichtlich der Frage, was die Spielerinnen denn nun genau getragen haben, gibt es offenbar unterschiedliche Angaben, wie aus einer Reuters-Meldung hervorgeht. Die Fifa sagt, die Kappen vom letzten Jahr wären okay gewesen, die Spielerinnen hätten jetzt aber Hijabs über Ohren und Hals getragen. Der iranische Verband sagt, man hätte das getragen, was bei einem anderen Spiel okay gewesen sei.

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