Der „Lesben und Schwulenverband Deutschland“ hat in einem offenen Brief den Oberbürgermeister der Stadt Marburg, den Präsidenten der Universität Marburg und den Dekan des Fachbereichs Psychologie aufgefordert, sich von den Inhalten des „6. Internationaler Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ zu distanzieren. Dieser soll im Mai in Marburg statt finden. Der LSVD befürchtet, dass es dort „Umpolungsveranstaltungen“ geben wird, in denen Homosexuelle zu Heterosexuellen gemacht werden sollen.
In dem Brief heißt es:
„Die Kongressbezeichnung suggeriert, dass es sich um einen wissenschaftlichen Kongress handelt, der in den Räumen der Universität Marburg stattfindet und dass die Referenten über wissenschaftlich anerkannte Therapiekonzepte referieren werden. […]
Diesem Anspruch werden die auf dem Kongress angebotenen Seminare von Markus Hoffmann von der Organisation „Wüstenstrom e.V“. und von Christl Ruth Vonholdt vom „Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG)“ nicht gerecht: Die Seminare tragen den Titel: „Reifung in der Identität als Frau und als Mann“ bzw. „Weibliche Identitätsentwicklung und mögliche Probleme“. […]
Organisationen wie „Wüstenstrom“ oder das „Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft“ […] bieten demgemäß „Menschen, die ihre (homo-) sexuellen Phantasien und Handlungen zur Ich-Stabilisierung verwenden, Hilfen an zur Veränderung ihres Beziehungs- und Selbsterlebens, mit dem Ziel, dass die sexuelle Inszenierung zur Ich-Stabilisierung überflüssig werden könnte.“ “
Der Vorsitzende der „Akademie für Psychotherapie und Seelsorge“, die den Kongress veranstaltet, antwortete unter anderem:
„Der große Vorteil dieses pluralen Ansatzes, der aber eben auch die Chance bietet, aus These und Antithese ein großes Entwicklungspotential zu schöpfen, ist gleichzeitig Gefahr und Nachteil: Sie werden zu den meisten „heißen“ Themen so ziemlich die ganze Bandbreite der Meinungen auf den Kongressen vorfinden, auch unter den Referenten. Es sind entschiedene Atomkraftgegner da – und ebenso entschiedene Befürworter. Friedensbewegte und Reserveoffiziere sitzen im gleichen Seminar. Und natürlich bildet sich auch das ganze Spektrum der kirchlichen Diskussion über Homosexualität […] unter Teilnehmern und Referenten ab.“
Was der LSVD mit einem:
„[…] Wir sind der Meinung, dass die Universität Marburg und die Stadt Marburg Kongressen, die solche gefährlichen Scharlatane unterstützen und ihnen ein Forum bieten, nicht unterstützen sollten […] “
quittierte.
Gefunden bei dieStandard.at

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