Die Brigitte soll ja früher mal (leider war ich da noch nicht im Lesealter) eine hervorragende und rundum erstzunehmende Frauenzeitschrift gewesen sein. Nun, die Zeiten sind anscheinend vorbei, geht man nach einer Kolumne auf brigitte.de, die man dort seit heute lesen kann: Kolumnistin Kathie Kleff schreibt darüber, ob man als Frau pupsen darf.
Also, wir reden jetzt nicht darüber, in vollgeschmierter Jogginghose, einem Faxe-Bier in der linken und einem Stück Pizza in der rechten Hand auf dem Sofa vor dem Fernseher zu lümmeln, den Angebeteten neben sich und dann volle Karacho einen fahren zu lassen. Nein, die Autorin macht sich e r n s t h a f t Gedanken darüber, ihr könnte nachts ein Pupser entweichen:
Wie viele Stunden lag ich in den letzten 34 Jahren schon wach, neben einer neuen, frischen, aufregenden Liebschaft, die selig vor sich hin schnarcht, während ich mich nicht einmal traue, die Augen zu schließen?
Das geht so einige tausend Zeichen lang – Körperfunktionen sind pfui-bäh, das kann ein Mann doch nur abstoßend finden -, nur um dann mit den Worten zu enden:
Er pupste! Einfach so, unkontrolliert, laut, und immerhin geruchlos. Und ich? Ich hab gelächelt, ihn auf die Schläfe geküsst und gedacht: Dafür lieb‘ ich ihn. Ich freunde mich mit dem Gedanken an, dass das auch umgekehrt der Fall sein könnte…
Ja, wieso denn nicht bitteschön? Es geht doch wohl kein Mann ernsthaft davon aus, dass Frauen keine Verdauung haben, das Bad nur zum Nasepudern benutzen und ansonsten einfach nur perfekt sind? Nichts ist überflüssiger als dieser Perfektionszwang, der von Frauen selbst wie eine Art Kult betrieben wird. Und das bei der guten alten Brigitte…
Dank an Mimi für den Link.

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