In der Frankfurter Allgemeinen erschien heute ein Text über Carol Platt Liebaus Buch „Prude: How the Sex-Obsessed Culture Damages Girls“. Darin stellt die Amerikanerin die These auf:
„Die überwältigende Lektion, die Teenagern heute ringsum vermittelt wird, lautet: Sexy sein ist das höchste Ziel, wichtiger als Intelligenz, Charakter und was eine Frau sonst noch erreichen kann.“
Mädchen müssten sich heute sexuell aggressiv verhalten, weil das die einzige Möglichkeit sei, um Anerkennung und Bewunderung zu bekommen. Denn:
„In einer Kultur, die Paris Hilton feiert ebenso wie Stringtangas oder Songs wie ‚My Humps,‘, in dem Busen und Hintern als Sex-Magnet gepriesen werden, gibt es für weibliche Zurückhaltung oder Werte, die nichts mit Sex-Appeal zu tun haben, nur spärliche Anerkennung.“
Als Schuldige macht Liebau die Medien und – Überraschung! – die Mütter der Mädchen aus. Sie seien zu bequem, bei ihren Töchtern Verbote durchzusetzen und würden selbst keine traditionellen Werte vorleben, weil sie dem Jugendwahn verfallen seien. Liebau konstatiert entsetzt, dass sich junge Frauen heute freiwillig und ohne Not die uralten Verhaltensmuster der Weibchen-Rolle wieder aneignen.
Liebaus Kritik scheint nicht vollkommen unangebracht (wer sich beispielsweise an „Prinzessinnenbad“ erinnern mag), aber ihre Schlussfolgerung ist dann doch mehr als merkwürdig: Amerika solle seinen Mädchen wieder beibringen, prüde zu sein: Es sei nie zu spät, „sich im Kampf um Amerikas Zukunft zu engagieren und auf einer Kultur zu bestehen, die Sexualmoral hochhält und ihre Jugend schützt.“ Uff.
(Dank an Doro für den Link)

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