Hey, ich liebe meine Kinder! Aber geht das wirklich zusammen: Feminismus und Mutterschaft? Das will ich künftig in diesem Blog thematisieren. Denn da gibt es ganz schön viele Fragen: Spielplatz nur am Sonntag? Stillen an unmöglichen Orten? Warum werden Väter fürs Zuhausebleiben belohnt bzw. gelobt? Sind Puppen für Mädchen und Autos für Jungs?
(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de
Am Anfang stellt man sich ja alles einfach vor: Das Kind schläft ja viel, da hat man doch auch mal Zeit für sich, es gibt einen Partner, der auch mit im Boot ist und dann geben einem die Kinder ja sooo viel, mein Lieblingsspruch dazu. „Man bekommt es doch später tausendfach zurück!“
Das Problem: Die Zeit wird immer weniger, auch wenn einem der Freund hilft, auch wenn Freundinnen gerne mal mit dem Kleinen spazieren gehen und wenn das große Kind schon so selbständig ist, dass es sich auch mal ’ne Weile alleine beschäftigt. Als Mutter musst du (und ich) immer da sein. Immer ein Ohr in Richtung schlafendes Kind, immer ein Auge auf malendes Kind, immer schon dran denken, ob als nächstes Bunt- oder Kochwäsche dran ist und was du morgen kochst (da muss ich ja heute noch einkaufen gehen …).
Und diese Verantwortung nimmt dir niemand ab. Kann sein, es gibt Mütter, die so völlig in dieser Rolle aufgehen, aber ich will nicht nur als Versorgungsmaschine angesehen werden. Letztendlich bin ich das ja auch meinen Kindern schuldig, denn wer will schon so ’ne langweilige Mutti, die immer zu Hause ist? Also heißt es, auch anderes tun. In meinem Fall: Radiomachen, stundenweise arbeiten, auch mal ohne Kinder einkaufen gehen und auch mal ausgehen (an letzteres ist allerdings im Moment noch nicht wieder zu denken mit einem 10 Wochen alten Baby). Das Ganze ist eine Gratwanderung und eine tägliche Herausforderung, und zugegeben: Es klappt auch nicht immer, so muss ich zum Beispiel während ich diesen Text schreibe, auch mein Baby in den Schlaf singen und eine Waschmaschine habe ich zwischendurch auch ausgeräumt, aber ich brauche auch was anderes als Wickeln und Co! Weil ich so definitiv glücklicher und manchmal auch ausgeglichener bin.
Und während ich jetzt über einen gelungenen Schluss dieses Textes nachdenke, bricht das Chaos aus: Kind brüllt, Telefon klingelt und überhaupt, also bleibe ich tapfer und denke „Hoffentlich bekomme ich es später tausendfach zurück, dass ich so ’ne coole Mutter bin!“

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.