Teresa Bücker schreibt auf Freitag.de bzw. in ihrem Blog flannel apparel über das neue Frauenbild, das einige Modenschauen der Berlin Fashion Week verströmen: Sie nennt die Frau des Sommers 2010, die da vorgestellt wird „80s Killer Business Woman“: „Kein Haar tanzt abseits des Skalps, der Weg ist gradlinig, nahezu gehetzt und abgeschirmt vom Links und Rechts. Die milchig hellblauen Kontaktlinsen machen die futuristische Großstadtkriegerin endgültig unnahbar.“
Und da stellt sich die Modekritikerin die Frage, ob Weiblichkeit um jeden Preis aus der Geschäftswelt herausgehalten werden müsse. Ihre Antwort: Nein. Die Entsexualisierung von Frauen im öffentlichen Raum wirke sogar ihrer Emanzipation entgegen. Macht und Autorität blieben so einfach weiter männlich besetzt.
So lange Schönheit, Brüste und Ärsche zensiert werden müssen um die Jungs in den Vorständen nicht vom Spielen abzulenken und die Wahrnehmung einer Frau als attraktiv mit einer Herabstufung ihres Intellekts einhergeht, wird die Gleich- berechtigung im Berufsleben und die Sichtbarkeit des Einflusses der Frauen in Gesellschaft und Politik weterhin so langsam vorankriechen, wie in den letzten Jahren. Man mag Angela Merkel ihre Entscheidung als Neutrum zu fungieren zugestehen, und Alice Schwarzer ihre Sicht, die Sexualität einer Frau als wunden Punkt und nicht als Waffe anzusehen, dennoch möchte ich die Frauen, die ihr Äußeres als ebenbürtiges Attribut zu ihrer Eloquenz und Klugheit einzusetzen wissen, nicht mehr nur als Schmuckstück an der Seite von ergrauten, sich in der Jugend der Gespielinnen sonnenden Männern sehen, sondern dort, wo sie hingehören: In jeder Front Row, in der sie sich zuhause fühlen.
Auf Freitag.de entspann sich unter ihrem Text eine rege Diskussion, die zeigt, welchen wunden Punkt und welch schwierige Frage – Weiblich im Geschäftsleben oder nicht? – Teresa da aufgeworfen hat.

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