Es ist immer schön zu wissen, dass man nicht alleine ist. Zwar fühle ich mich nicht wirklich einsam, dennoch freue ich mich heute von anderen Männern Erklärungen zum morgigen Weltfrauentag zu lesen. So haben einige Funktionäre von Bündnis 90/Die Grünen ein Positionspapier herausgegeben, auch Roland Pofalla (CDU), Martin Schulz (SPD) und viele andere fühlten sich berufen etwas zu erklären. Ich bin also nicht alleine als Feminist

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de
Die Einen gehen in Ihrer Erklärung etwas weiter, so fordern die Grünen eine Diskussion über Rollenbilder im Allgemeinen, die Anderen springen eher kürzer und fordern freiwillige Maßnahmen der Wirtschaft gegen ungleiche Entlohnung. Das Hauptthema ist bei allen aber das Selbe: Frauen verdienen weniger und das ist unfair. Nun, dagegen gibt es nun wirklich nichts zu sagen. Es ist auch gut zu lesen, dass quer durch alle Parteien hindurch immer noch eine Benachteiligung der Frauen gesehen wird und nicht etwa ein zurückrudern à la Eva Hermann gefordert wird. Das Einzige was mich ein bisschen stört, ist, dass es im Grundduktus nur um Gehälter geht.
Ok, nun tu ich einigen der genannten Autoren auch ein bisschen Unrecht, denn schließlich lobt Pofalla ja die wichtigen Schritte der Bundesregierung in Richtung Gleichberechtigung (Elterngeld und Ausbau der Kinderbetreuung / ich kommentiere das nun mal explizit nicht inhaltlich) oder die Grünen fordern, wie schon gesagt, eine Diskussion über Rollenbilder im Ganzen. Doch all diese Themen sind Nebenschauplätze – im Grunde drehen sich alle Erklärungen um das Thema Einkommen. Natürlich, ich kann das gar nicht oft genug wiederholen, ist das eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit – aber es ist doch nicht alles was zu Gleichberechtigung und Gleichstellung zu sagen ist; mir fehlt einfach der Hinweis auf andere Themen. Ich habe leider nichts zum Thema Zwangsprostitution, zu Gewalt gegen Frauen, zu Geschlechterbildern in den Medien/in der Werbung, Sexismus, Gleichberechtigung und Religion, Sex, Frauenanteile in Führungspositionen (Wirtschaft, Wissenschaft, Politik), Karriere und Kind als Doppelbelastung oft nur für die Frau, usw gelesen. Und gar nichts hab ich gefunden, warum wir Männer für Gleichberechtigung kämpfen sollen.
Nun, ich will nicht falsch verstanden werden. Ich freue mich, dass diese Männer was gesagt haben. Einige von ihnen kenne ich persönlich und weiß, sie sind Feministen. Ich finde es toll, dass der Weltfrauentag Männer in allen Parteien dazu bringt, die Ungerechtigkeiten zu thematisieren, nur würde ich mich noch mehr freuen, wenn neben dem wichtigen Thema „gleiches Einkommen für alle“ auch andere Themen mit berücksichtigt würden und vielleicht auch mal etwas unterm Jahr dazu geschrieben würde.

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