So recht weiß ich nicht, was ich über den Artikel „World of Warcraft als Köder“ auf taz.de halten soll. Ein Buchhändler wundert sich, warum bei ihm keine Jungen Bücher kaufen und stellt irgendwann fest, dass diese auf Science-Fiction und Fantasy-Romane stehen. Also verkauft er nun auch solche Bücher und *tada* bringt leseschwache Jungs zum Lesen.
Statt einer bewunderungswürdigen Aktion klingt das für mich, als ob die Buchhandlung am Anfang einfach schlecht sortiert war. Der Buchhhändler meines Vertrauens hatte bereits vor 14 Jahren eine große Auswahl an Fantasy- und Science-Fiction-Romanen, volle Kisten im Haus meiner Eltern zeugen noch heute davon. Eine Leidenschaft, die ich sowohl mit Freunden als auch Freundinnen teile.
Denn Krimis, Sci-Fi und Fantasy sind keine reine Jungendomäne. Es sind spannende Genres, die Jungen und Mädchen begeistern. Um sie für Jungen attraktiv zu machen, braucht es kein extra Jungsregal. Damit wird nur Mädchen signalisiert „dies ist nichts für Dich“, selbst wenn die Bücher auch von Autorinnen geschrieben werden. Auch andersrum funktioniert das nicht. Mag ein Mädchen keine Pferdebücher, werden diese nicht spannender, weil es vermeintliche Mädchenbücher sind, wie Anna bereits vor kurzem schrieb.
Statt darauf zu beharren, Jugendlichen Bücher über ihr Geschlecht verkaufen zu wollen, sollten wir die Bücher für sich selbst sprechen lassen. Solange sie spannend sind, funktioniert das von alleine.
PS: „Warhammer“ und „World of Warcraft“ beruhen nicht auf den Fantasyromanen, die es unter diesen Namen zu kaufen gibt. Diese Romane beruhen auf den Spielen. Und Warhammer gab es zunächst als sog. Tabletop-Spiel, bevor es auch als Computerspiel heraus kam.

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