- Eine Woche hat zwar nur sieben Tage und eigentlich ist ja auch schon alles super und der Feminismus soll sich mal nicht beschweren… Aber es passiert eben doch immer eine Menge Berichtenswertes. Und was bislang noch nicht ausführlich besprochen ward, sei hier kurz notiert.
Da morgen der internationale Frauentag ist, hat sich die taz die Mühe einer Sonderbeilage zum Thema Frauen, Sexismus und Co. gemacht, die wirklich sehr lesenswert ist. Alle Artikel können auch online nachgelesen werden.
Germany’s Next Top-Model ist wieder in eine neue Runde gegangen und es gibt zwei interessante Artikel, die sich mit dem Problem Thema befassen: Einmal schreibt Barbara Schweizerhof für freitag.de ihre Gedanken dazu auf, warum der Niveauverlust Frauen zu Scharen vor den Fernseher ruft.
Der zweite Beitrag wurde auf sueddeutsche.de von Violetta Simon verfasst und beschäftigt sich mit der Generellen Frage, warum man sich Frauen, die sich für dumm verkaufen, noch reinziehen sollte. Sie fordert stattdessen „Germany’s Next Role Model“ (und ich überlege mir wirklich, mir meine Gedanken in Zukunft patentieren zu lassen – genau die gleiche Fernsehshow schwebte mir nämlich kürzlich auch vor. Frau Simon – vielleicht Lust das gemeinsam für Arte zu machen??)
Kann ein Opfer einer Vergewaltigung Mitschuld an seiner eigenen Vergewaltigung haben? – Sollte es vorher mit dem zukünftigen Täter Alkohol trinken, dann schon, meint das Saarländische Oberlandesgericht. Selten so eine groteske Rechtsverdrehung erlebt! Hier der Artikel der Saarbrücker Zeitung. (Danke an unsere Leserin Johanna für den Link!)
Richtig weird ist dieses Zeit-Interview mit Neil Gilbert, ein Professor für „Sozialfürsorge“ und Eva Hermans bester Mann. Er propagiert einen seltsamen Feminismus: Der Feminismus darf den Frauen nicht vorschreiben, Karriere machen zu müssen. Aus Sicht der Sozialfürsorge sollten wir ihnen lieber vorschreiben, sich um ihre Kinder zu kümmern. – Ähm – wie wärs mal mit Selbstbestimmung?? Ach nee, das wäre ja langweilig.
Von Antje (danke schön!) wurde in einer Diskussion folgender interessanter taz-Artikel gepostet: Karriere bleibt Männersache.
(Nein, ich bekomme kein Geld von der taz, aber) Ich muss noch einmal einen sehr interessanten, beunruhigenden Artikel aus der taz verlinken: Pfarrerin Kathinka Kaden über die Evangelikalen, ihre einschüchternde Macht – auch in Deutschland und warum man beschimpft wird, wenn man Eva Herman kritisiert. Passt ganz gut zu meiner derzeitigen Sorge bezüglich dieser Religion.
Eine Horde „wenn mehr Frauen in der Wirtschaft wären, wäre die Krise nicht so schlimm“-Artikel überfluten die Medien. Hier zum Beispiel in Das Magazin. Wo Birgit Schmid fordert „Gebt das Geld in Frauenhand!“ Ein Dank an unsere Leserin aus der Schweiz, die ganz richtig fragt:
„Ich finde den Artikel interessant, musste aber auch etwas daran denken, dass hier wieder einmal irgendwelche Unterschiede im Denken an der Biologie festgemacht werden, wenn auch auf eher subtile Art. Muss das sein?“
Lisa Ortgies im Interview mit der Frankfurter Rundschau: „Dem Feminismus fehlt Sexappeal“ – ist das wirklich das, was dem Feminismus fehlt? Das Interview ist interessanter, als dieser reißerische Titel vermuten lassen könnte, und die Antwort auf die Frage: Was braucht der Neue Feminismus? lautet sicher nicht „Sexappeal“ – auch nicht aus Frau Ortgies‘ Sicht.
Und wie lebt es sich in einem Matriarchat? Wahnsinnig interessantes Buch – hier ein kurzer Artikel darüber. Mit Dank an unsere Leserin Antje (schon wieder. Ich würde sagen, Antje bekommt den Leserin-der-Woche-Orden).
Wie sieht eigentlich der Tag der „Börsen-Frau vom ZDF“, Valerie Haller, aus? Wieder FR – auch mal ganz spannend. Karriere und Kind (liebevoll, fürsorglich betreuen) – klar geht das! Warum immer wieder diese Frage über dem Kopf einer Mutter hängen muss – who knows…?

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