Ich komme ein bisschen zu spät mit meiner Muttis-Mutti-Kolumne, schließlich ist der unsägliche Muttertag, an dem sich Hinz und Kunz bei seiner Mutter dankbar erweist für alles je fürs Kind getane und dabei noch die florale Wirtschaft ankurbelt, vorbei.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de
Der Muttertag an sich bedeutet mir nichts oder nicht viel. Klar, als Kind habe ich meiner Mutter auch immer etwas (natürlich selbst gebasteltes) geschenkt und an diesem Tag gemeinsam mit Vati den Tisch gedeckt. In diesem Jahr wurde auch ich zu diesem Anlass beschenkt mit einer selbst gebastelten Filzkette in meinen Lieblingsfarben und konnte zumindest den Gedanken an Tränen der Rührung nicht von mir weisen.
Aber letztendlich ist dieser Tag doch ganz schön verlogen, geht es doch darum, die „Frau daheim“ in ihrer festgefahrenen Rolle zu bestätigen und darin zu bestärken, dass es das Größte der Welt ist, für alle den Laden zu schmeißen und im schlimmsten Fall auch noch dem Mann den Rücken frei zu halten.
Natürlich spielte das auch in meiner Kindheit eine Rolle: Meine Mutter war die meiste Zeit zu Hause präsent, sie war diejenige, die mir bei den Hausaufgaben half, das Essen zubereitete und die Wäsche wusch. Aber: meine Mama war (und ist es auch heute noch) berufstätig, es war für mich normal, dass sie nicht immer da war, dass ich nach der Schule an manchen Tagen mit zu Freundinnen ging, weil meine Mutter arbeiten war (nachmittägliche Betreuung an der Schule gab es damals nicht) und dass manche Wochenende keine Eltern-Kind sondern Vater-Tochter-Wochenenden waren, weil auch da meine Mutter arbeiten musste und wollte.
Letzteres war das Entscheidende, was meine Mutter mir für meinen Weg mitgegeben hat: Es ist nicht alleine das Geld, das man mit Arbeiten verdient, es kommt darauf an, dass einem der Job auch Spaß macht und einen fordert. Für diese „Mitgift“ bin ich heute sehr dankbar, denn obwohl ich in einem Umfeld von vormittags Tennis spielenden und sich den Rest des Tages voll auf Kinder und Haushalt konzentrierenden Müttern aufgewachsen bin, war meine Mutter nicht so. DANKE MUTTI!

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