Jawoll. Niemand hält den Westen auf. Der US-amerikanische Dauertrend im Hausfrauen-Fitnessprogramm geht ja bekanntlich seit einigen Jahren um die Stange. Pole Dancing ist das Stichwort, also die erotisierende Kunst, eine Eisenstange anzumachen. Seit ein paar Jahren werden in den Sportzentren und Volkshochschulen ganz Amerikalands Kurse angeboten, wo Frauen genau das tun, um sich fit zu halten. Und sich dabei total sexy zu fühlen, weil das die allerwichtigste Sache beim Sport ist! Ich meine: Joggen, Tennis, Basketball – da schwitzt man ja, und wer will das schon? Denn Schweiss ist NICHT sexy und bringt die eigenen Geschlechtsmerkmale auf keine vorteilhafte Art zur Geltung. Klar haben die meisten dieser Frauen niemals eine Tabledance-Bar betreten und würden ihre Geld nicht im Sex-Gewerbe verdienen. Wie gesagt, sie sind meist Hausfrauen oder Karriereladies, glauben aber, dass Berufsstripperinnen den besten Job und den meisten Spass am Leben haben.

Wer einen guten Abriss zu dem Thema lesen will, schaue in Ariel Levys hervorragendes Buch „Female Chauvinist Pigs“.
Nun schreibt die New York Times heute in einer ausführlichen Reportage, dass sich immer mehr Chinesinnen nicht davon abhalten lassen wollen, halbnackt an Stangen herum zu turnen. Genau wie in USA verlangt die Seele der chinesischen Bankfilalleiterin danach, sich nach Feierabend Lackstiefel und eine kleine Hose zu werfen und eine Stange rauf und runter zu rutschen. Zugegeben – in China gibt es keine Rotlicht-Tabledance-Kultur, weswegen die spreitzbeinige Stangenakkrobatik vielen Chinesen möglicherweise eher seltsam als sexy erscheint. Die Chinesen, schreibt die New York Times, haben traditionell nämlich eine eher repressive Sexualkultur, sie reden und schreiben nicht so gerne vom Geschlechtsverkehr und sie zitieren auch nicht bei jeder noch so miesen Gelegenheit Pornografie. Aber keine Sorgen, das treiben wir ihnen auch noch aus. Chinas Bruttosozialprodukt muss wachsen und es wird wachsen und bald werden wir aus China mit Sicherheit auch die ersten Amateur-Pornos sehen – wenn das mit der Demokratie schon nicht klappt.
P.S.: Ich bitte die fehlenden scharfen S zu entschuldigen, sowas gibt es in USA nicht und da halte ich mich gerade auf. Aber immerhin: Umlaute!

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