Diesen Integrationspreis des Burda-Verlags halte ich persönlich ja für ein perfides Beispiel aus der Reihe „Weil das so trendy ist mit der Konstruktion des Fremden und damit das aber nicht so doof aussieht verpacken wir das halt ganz bunt und positiv, und dann finden das alle spitze!“. Und weil zur Gewinnoption anscheinend nur die „Sollte schwarze Haare haben!“ und „Sollte prominent sein!“-Maxime gehörten, hatte man natürlich ganz schnell einen Gewinner auserkoren: Bushido.
Begründung: Der Rapper sei unter sehr schweren Bedingungen aufgewachsen und habe es dennoch bis nach oben geschafft (vom Bordstein zur Skyline, ist klar). Außerdem sei er „heute Gesprächspartner und Ratgeber für Politiker“ und sowas wie ein Sprachrohr für Deutsche mit Migrationshintergrund (ächz).
Selbstredend kann mensch sich über diese Entscheidung beschweren – so wie ich es hier tue. Und noch mehr Nachdruck gibt es vielleicht mit einer Beschwerdemail an press@bambi-awards.com. Eine der ersten, die eine solche Mail verschickt hat, ist Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle von Terre des Femmes e.V. [Anm.: Link zur Facebook-Seite von Terre des Femmes]. Unter anderem hält sie in Bezug auf Bushidos oft frauenverachtende Lyrics treffend fest:
„Ein Mensch, der ein solches Frauenbild vertritt, erfüllt nicht im Mindesten eine positive Vorbildfunktion in der Gesellschaft. Im Gegenteil finden wir es im höchsten Maße problematisch, dass Sie durch diese Preisverleihung solch frauenfeindliche Einstellungen auch noch unterstützen! Wir fordern Sie auf, Ihre Nominierung nochmal zu überdenken und Bushido den Preis nicht zu verleihen!“
Also, wer auch immer dem Burda-Verlag mitteilen möchte, was sie/er von der Gewinnerauswahl hält: Feel free!

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