Heute ist der internationale Tag gegen Genitalverstümmelung

Am heutigen 6. Februar findet zum neunten Mal der „Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung“ statt. DieStandard.at schreibt:

Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden etwa drei Millionen weibliche Personen jährlich einer Genitalverstümmelung unterzogen.
[…]
Mädchenbeschneidungen sind vor allem in Afrika kulturell tief verwurzelt, auch wenn sie von keiner Religion vorgeschrieben sind. […] Immer wieder sterben Mädchen an den Folgen, häufig kommt es zu Infektionen und chronischen Entzündungen. Viele beschnittene Frauen leiden ihr Leben lang an Depressionen und Angstzuständen; auch bei Geburten sind sie vermehrten Risiken ausgesetzt.

Genitalverstümmelung ist jedoch kein Problem einzelner afrikanischer Länder, auch Frauen und Mädchen in anderen Staaten sind davon bedroht, wie zum Beispiel diese Reportage des Deutschlandfunks eindrucksvoll darstellt. Integra, das deutsche Netzwerk gegen Genitalverstümmelung, fordert daher einen nationalen Aktionsplan zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung. Solche Aktionspläne gibt es bereits in anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Frankreich oder den Niederlanden.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org weist anlässlich des heutigen Tages darauf hin, dass jeden Tag „in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt“ werde. Sie betrachtet die so genannten „korrigierenden oprativen Eingriffe“ bei angeblich „unklaren“ Geschlechtsteilen der betroffenen Kinder als „westliche Form der weiblichen Genitalverstümmelung“. Mehr Informationen dazu gibt es im Blog von Zwischengeschlecht und auch in diesem Streitgespräch in der Zeit zwischen Lucy Veith (Leiterin des Vereins Intersexuelle Menschen) und Olaf Hirot (Professor für Kinderheilkunde mit dem Spezialgebiet Hormonstörungen und Sprecher des Netzwerks DSD/Intersexualität).

Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Heute, am 6. Februar, ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Er wurde 2003 von der First Lady Nigerias, Stella Obasanjo, ins Leben gerufen. Genitalverstümmelung wird bis heute durchgeführt, wie dieStandard.at berichtet:

155 Millionen Frauen haben diesen grausamen Eingriff in ihrer Kindheit erleiden müssen und man geht davon aus, dass täglich weitere 7000 Mädchen – vor allem in west- und nordafrikanischen Ländern – Opfer dieses „Rituals“ werden. Rund drei Millionen Mädchen sterben laut Schätzungen des internationalen Kinderhilfswerks UNICEF an den Folgen.

Terre des Femmes setzt sich in diesem Jahr dafür ein, dass Genitalverstümmelung in Deutschland in den medizinischen Diagnoseschlüssel aufgenommen wird, damit die Krankenkassen die Kosten für medizinische Behandlungen und umfassende Beratungsgespräche übernehmen.

(via mädchenblog)

Ein kleiner Schritt gegen die Genitalverstümmelung

Zunächst die gute Nachricht: Die Verjährungsfrist bei der Genitalverstümmelung beginnt jetzt erst mit dem 18. Geburtstag des Opfers. Bisher galt: je jünger das Opfer ist, umso eher kommt der Täter davon.

Die schlechten Nachricht ist, dass dies nur ein Teil der geforderten Gesetzesänderungen ist. Bereits vor zwei Jahren verlangte eine Gruppe Abgeordneter, die Genitalverstümmelung als eigene Straftat zu sehen und wie schwere Körperverletzungen mit bis zu zehn Jahren Haft zu bestrafen. Außerdem soll es zur Auslandsstraftat werden. Bisher werden Beschneidungen von Mädchen z.B. im Urlaub nur verfolgt, wenn es auch im Urlaubsland strafbar ist und entweder das Opfer oder der Täter Deutscher ist. In Interviews betonen Regierungspolitiker immer, dass man gegen die grausamen Rituale etwas unternehmen müsse. Sobald es um konkrete Gesetzentwürfe ging, sah man die Änderungen aber als unnötig an und verhinderte lange, dass irgendetwas geschah.

Noch vor einem Monat mussten die 91 Abgeordneten erleben, wie die Koalition das Thema „weibliche Genitalverstümmelung“ von der Tagesordnung des Rechtsausschusses im Bundestag nahm – dabei hatte man in Ausschüssen ausführlich Betroffene angehört und Experten befragt.

Kutz vor der Sommerpause und der Bundestagswahl entstand mit dem Minimalziel dann immerhin noch eine publikumswirksame Schlagzeile. Auch die Überschrift auf Spiegel Online lautet „Genitalverstümmler verlieren Verjährungsschutz“. Wer hier aufhört zu lesen, erfährt von der Verschleppungspolitik nichts. Dabei ist die Debatte noch am Anfang.

„Ich habe das Gefühl, dass das Thema noch immer ein Tabu ist, dem man sich nur ungern nähert – und sich deshalb auch dagegen sträubt, einen eigenen Straftatbestand zu schaffen“, sagt FDP-Politikerin Sibylle Laurischk. „Für uns ist es nach wie vor unvorstellbar, dass kleine Mädchen genital derart verstümmelt werden. Das wird in der westlichen Welt kaum realisiert, ist aber eine Tatsache.“ Sie habe das Gefühl, dass einige Parlamentarier eine intensivere Befassung mit dem Thema scheuten und man bemüht war, das Thema zum Abschluss zu bringen.

Zum Schluss noch eine Frage an den Spiegel:
Warum werden andere Nachrichten aus dem Bundestag (etwa die ebenfalls völlig verwässerte Änderung beim Datenschutz) in der Rubrik „Politik“ veröffentlicht, der Artikel zur Genitalverstümmelung aber in den Bereich „Panorama“ zu Fotostrecken zum Thema „Von Handmade-Tomaten und gesungenem Viagra“ gesteckt?

Schluss mit Genitalverstümmelungen!

„Kein Schnitt ins Leben“ heißt die neue Kampagne von Terre des Femmes – gegen weibliche Genitalverstümmelung. Weltweit wird alle elf Sekunden einem Mädchen die Klitoris und die Schamplippen abgeschnitten. Viele überleben dies nicht; und wenn sie überleben, leiden sie ein Leben lang unter Schmerzen, Unfruchtbarkeit, Infektionen; Sexualverkehr und Geburten sind für diese Frauen eine weitere Tortur.

„Auch in Deutschland ist dieses Thema allgegenwärtig“, sagt Angelika Bürkner von Terre des Femmes gegenüber ZDFheute.de. „Schließlich leben hier etwa 20.000 betroffene Frauen, davon sind etwa 4.000 junge Mädchen in naher Zukunft von Genitalverstümmelung bedroht.“

Terre des Femmes informiert: Die Begründungen, die zur Rechtfertigung dieser Praktik vorgebracht werden, sind unterschiedlich. Sie beruhen zumeist auf Mythen und Überlieferungen, der Unkenntnis biologischer und medizinischer Fakten oder dem Islam. In der Regel handelt es sich um eine gesellschaftliche Norm, deren Missachtung mit Ächtung bestraft wird. Vor allem geht es aber auch um die Kontrolle weiblicher Sexualität und Fruchtbarkeit im Rahmen männlicher Machtansprüche.

Hier könnt ihr für die Arbeit von Terre de Femmes spenden.

Feminist Fun Friday: Die „Feminismus bringt mein Fass zum Überlaufen“-Edition

Dieser Text ist Teil 12 von 15 der Serie Feminist Fun Friday

Liebe Feminist_innen, eine wichtige Frage zum Freitag: Geht es euch auch häufig so, dass ihr einfach nicht wisst, mit welchen Themen ihr euch befassen könntet? Schon lange fällt euch nichts Produktives mehr für Texte ein? Männliche Perspektiven fehlen euch? Und dann sucht ihr auch noch händeringend die richtigen Mitstreiter_innen (oder Mitstreiter – let’s be honest!)?

Der Autor unserer hier vorgestellten Anfrage – ein selbsterklärter „Aktivist in vielen Bereichen“, oha – hat da einen Vorschlag parat: Feminismus müsse sich endlich den wirklich wichtigen Themen (…seinen…) widmen. Sonst wisse er aber leider auch nicht, was dieser Feminismus eigentlich sei. Im Grunde also ist unser FFF-Prachtexemplar ein potenzieller Verbündeter ™, wie ihn feministische Bewegungen immer bestens gebrauchen können: Ein Feminismus-Kommentator, der Ultimaten stellt für seine Benevolenz-Erwägung und dabei – ganz „Maskulismus [sic]-Worst-Of“ – Genitalverstümmelung, Intersex-Genitalverstümmelung eingeschlossen, relativiert. Mehr muss man dazu gar nicht sagen, lest einfach selbst…

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

Seid gegrüsst liebe Aktivist_innen (hoffe das so richtig zu schreiben!?)

Ich bin selber Aktivist in vielen Bereichen, wollte aber seit der Emma Kampagne für/⁠pro Genitalverstümmlung an Jungs nichts mehr von diesen „heuchlerischen Haufen“ wissen bis ich durch Zufall auf den Link letztens stieß [Link zu einem Blogartikel, der Vorhaut-Beschneidung mit Klitoris-Beschneidung gleichsetzt].

Weiterlesen „Feminist Fun Friday: Die „Feminismus bringt mein Fass zum Überlaufen“-Edition“

Essen, Fußball, Horrortussis – kurz verlinkt

Dieser Text ist Teil 246 von 370 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin ist nicht parteien- oder institutionsgebunden. Wir benötigen daher Unterstützung finanzieller Art, um die Parade und die begleitende Kampagne durchzuführen.“ – so der Aufruf der Organisierenden.

Die politischen Dimensionen des Essens werden derzeit an der Uni Erfurt im Projekt „Das Essende Subjekt“ erforscht. Radio F.R.E.I. hat mit der Amerikanistin Nina Mackert über die politischen Dimensionen von Körper und Essen und den damit verbundenen gesellschaftlichen Vorstellungen gesprochen.

Der Deutschlandfunk sendete einen Beitrag über den zunehmenden Antisemitismus deutscher Intellektueller.

[Inhaltshinweis: Antisemitismus, Rassismus] Erst vor kurzem schrieb Charlott unter anderem über den Zusammenhang von Fussball und Nationalismus; beim WM-Spiel der deutschen gegen die ghanaische Mannschaft gab es dann kein Halten mehr: „Sixt“ schaltete eine rassistische Werbeanzeige, deutsche Fußballfans zeigten sich in Blackface, und auf Twitter gab es einige rassistische Äußerungen. Der DFB überklebte währenddessen lieber erneut ein Anti-Rassismus-Plakat in einem Stadion. Das Time Magazine kontextualisiert die Vorfälle (auf Englisch).

Die lesbische Künstlerin und visuelle Aktivistin Zanele Muholi aus Südafrika spricht im Interview mit dem Freitag über ihren Aktivismus, ihre Kunst und über rassistische und hetero_sexistische Gewalt.

Meredith Haaf analysiert in ihrem Essay sehr treffend die verfehlte Feminismusdebatte (TM) und die Erfindung der „Horrortussi„. Den feministischen Debatten in der Öffentlichkeit fehlt es an Radikalität.

Die aktuelle Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung Mittelweg 36 ist draussen – mit einem Schwerpunkt zu der 2012 verstorbenen Feministin Sulamith Firestone, inklusive eines Nachrufs von Susan Faludi.

Im Tagesspiegel wird Maria Wersigs Buch zum Ehegattensplitting besprochen, und einige der sich um eben jenes rankenden Mythen (wie beispielsweise, dass es bei der Einführung eben dem Zeitgeist entsprochen hätte) werden als eben solche entlarvt.

Die Frankfurter Rundschau berichtet über die Flüchtlingsfrauenkonferenz und die Probleme, vor die geflüchtete Frauen oftmals gestellt sind.

englischsprachige Links

Warum die Darstellung unterschiedlicher Körper(formen) in den Medien wichtig ist – und Orange Is The New Black vorbildlich voran geht, wird in der Huffington Post besprochen.

Lindsey Dennis ärgert sich bei Feminspire über die heteronormativ-androzentrisch verengte Perspektive, die sehr oft auf das Thema Safe(r) Sex gerichtet wird.

[Inhaltswarnung: Cis-Sexismus, Gewalt, Folter, Mord] Es gab wieder einen Mord an einer trans* Frau of Color.

„Hör auf mich zu unterbrechen.“ „Das habe ich gerade gesagt.“ „Das braucht keine Erklärung“: Diese drei Sätze sollten alle Frauen lernen, schreibt Role Reboot.

Eine Studie hat herausgefunden, dass Richter, die mindestens eine Tochter haben, häufiger dazu tendieren ihre Entscheidungen an Frauenrechten zu orientieren. Es gibt viele Erklärungsfaktoren für diese Wahl, aber am plausibelsten erscheint, das sich die Lebensrealitäten von Frauen, den eigenen Töchtern, und der gesellschaftlichen Ungleichbehandlung ihre Wahrnehmungen prägen.

Discover Football organisiert die international Kampagne Moving Perspectives zu Frauenfußball und Empowerment zur WM in Brasilien. Sie werden im Zeitraum vom 25. Juni- 13. Juli in Rio de Janeiro vor Ort sein und vom 3.Juli bis 7. Juli von Fußball- und Menschenrechtaktivistinnen, sowie Journalistinnen aus Argentinien, Brasilien, Ghana, Iran, Kamerun, Kanada, Mexiko, Nigeria und Uruguay unterstützt. Dazu gibt es auch ein Blog.

#BringBackOurGirls: Boko Haram entführte nun dutzende weitere junge Frauen – Al Jazeera berichtet.

Termine in Berlin, Freiburg, Münster, Wien

Weiterlesen „Essen, Fußball, Horrortussis – kurz verlinkt“

Nervige Gleichberechtigung, gläserne Decken, geschlechtsneutrale Menstruationskalender – kurz notiert

Dieser Text ist Teil 213 von 370 der Serie Kurz notiert

Beiträge auf Deutsch

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine „Studie: Jeden vierten Mann nervt Gleichberechtigung„. Eine repräsentative Umfrage bei mir hingegen hat ergeben: Mich nervt jeder vierte Mann (konservative Schätzung).

Außerdem vermeldet die Süddeutsche: „Uni Potsdam führt weibliche Sammelbegriffe ein„. Die Begründung für diese Neuerung ist allerdings ziemlich mies.

Bei arte Yourope gab es kürzlich einen (leider nicht ohne sexistische Re_produktionen auskommenden) Beitrag über Sexismus im Alltag. Welche_r heute morgen um 1:45 die Wiederholung nicht anschauen konnte, aber trotzdem interessiert ist: Der Beitrag befindet sich derzeit noch in der arte-Mediathek.

„Ein lesbischer, poetischer, erotischer Roman voller Intrigen und intimer Details“ – das neue Buch „Küss mich, Libussa“ von Sophie Strohmeier. Auf youtube gibt es den Buchtrailer.

Ein Forschungsteam aus der Schweiz untersucht die Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen.  Ein Befund:  „Krankenpfleger und Kapitäninnen sind weiterhin eine Rarität“. Ein Interview dazu mit Andrea Maihofer, Forscherin und Leiterin des Zentrum Gender Studies, und Sandra Hupka-Brunner, Forscherin am Institut für Soziologie in Basel, gibt es hier.

„Wir wissen alle, dass Gletscher schneller schmelzen als Frauen in Führungspositionen kommen“ – auch im Journalismus. Bei dieStandard erklären Expert_innen wie Vina Yun, u.a. Redakteurin der an.schläge, was sich ändern muss.

Die Stadt Nürnberg hat letzten Sonntag den 10. Internationalen Menschenrechtspreis an Kasha Jacqueline Nabagesera verliehen. Sie setzt sich „für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Uganda“ ein.

Im Tagesspiegel erzählt ein 15jähriger Berliner, wie Alltagsrassismus seit jeher sein Leben begleitet: „Afrodeutsche stehen in Berlin immer unter Verdacht“.

Im vergangenen Winter haben wir in mehreren Beiträgen über die Tagung „Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren“ berichtet. Nun ist das gleichnamige Buch erschienen. Es beleuchtet die Zusammenhänge zwischen aktuellen ökonomischen Entwicklungen und privaten Lebensbedingungen aus feministischer Perspektive. Übrigens: Auf der Infoseite zum Buch gibt’s auch ein Video.

Beiträge auf Englisch

Gegen Genitalverstümmelungen an Kindern: Die Gründer_innen von zwischengeschlecht.org rufen anlässlich eines anstehenden internationalen Ärzt_innenkonkress in Berlin zu Aktionen auf.

Hier kann man eine Petition an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterzeichnen, die den weltweiten Zugang zu sicheren und legalen Abtreibungen fordert. Initiatorin ist die Kampagne My Body is Mine.

In einem Interview wurde die Musikerin Janelle Monaé nach ihrer „sexuellen Orientierung“ befragt. Was sie antwortete, ist in diesem Video zu sehen, welches sich bei Colorlines findet.

Was sich aus der bisher umfangreichsten UN-Studie über Vergewaltigung lernen lässt, fasst Tara Culp-Ressler auf Thinkprogress zusammen. Der Punkt der faktischen Straflosigkeit gilt übrigens genauso wie die anderen auch für „hier“.

Über Fluch und Segen staatlicher Förderung berichten kanadische Aktivistinnen, die eine Datenbank zur Dokumentation von Morden an indigenen Frauen ins Leben gerufen haben.

Discipline and Anarchy fragt: Brauchen soziale Bewegungen ein mainstreamgerechtes Image? Und liefert eine überzeugende Antwort gleich mit.

Für alle die Android-Devices nutzen, gibt es nun eine geschlechtsneutrale Menstruationskalender-App. Die Entwicklung einer IOS-Version (für iPhones) soll demnächst per Crowdfunding angegangen werden.

Im Sommer wurde in Tiflis die erste georgischsprachige Produktion von Eve Enslers „The Vagina Monologues“ aufgeführt. Im New Statesman berichten Beteiligte von den lokalen Kontroversen um das Theaterstück.

Das bitch magazine hat JD Samson interviewt, ehemaliges Mitglied von Le Tigre und nun bei der Band MEN.

Warum sie das Wort „Ally“ (Verbündete_r) künftig nicht mehr verwenden wird, erklärt Mia McKenzie von Black Girl Dangerous:  „Taten zählen. Etiketten zählen nicht.“

Kelly Rose Pflug-Back beschreibt bei The Feminist Wire, warum sexuelle Befriedigung kein zuverlässiger Gradmesser für „sexuelle Befreiung“ ist [Content note: grafische Selbstverletzungsfantasien].

Muslimah Media Watch fragt: Wie sieht eigentlich eine Terroristin aus?

Weitgehend unbeachtet von globalwestlichen feministischen Bewegungen erlangen in afrikanischen Ländern immer mehr Frauen einflussreiche Positionen, schreibt Minna Salami im Guardian.

Ebenfalls im Guardian: Lauren Mayberry, Sängerin der Band CHVRCHES, über ihren Umgang mit Online-Misogynie.

Der Modedesigner Rick Owens erhielt für die Präsentation seiner kommenden Frühjahrkollektion  ziemlich viel Jubel aus progressiven Kreisen. Tamara Winfrey Harris fragt bei Racialicious: Zu recht?

Termine in Basel, Berlin, Dortmund, Frankfurt/Main, Hüll, Karlsruhe, Wien: Weiterlesen „Nervige Gleichberechtigung, gläserne Decken, geschlechtsneutrale Menstruationskalender – kurz notiert“

Weiblich, Männlich, Lücke – Das neue Gesetz schadet vor allem Intersexen

Wir freuen uns über unseren heutigen Gastbeitrag von Lea! Lea studiert „Nonprofit-Management und Public Governance“ und interessiert sich für Gender- und Queerthemen. Sie* hat mit Zwischengeschlecht.org über das neue Personenstandsgesetz gesprochen.

Plötzlich war ganz schön was los! Deutsche und internationale Medien berichteten Mitte August über das Personenstandsrechts-Änderungsgesetz als eine Geschlechterrevolution. Ab November gilt es: künftig wird in der Geburtsurkunde neben „männlich“ und „weiblich“ auch „ “ (nichts) eingetragen werden. Die Regelung wurde für Intersex-Kinder geschaffen. Was nach Befreiung klingt, alarmierte Menschenrechtsgruppen wie Intersexuelle Menschen e.V., IVIM-OII oder Zwischengeschlecht.org.

Der Deutsche Bundestag hat das Personenstandsgesetz bereits am 7. Mai 2013 geändert: „Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen“, heißt es in Paragraph 22 Absatz 3 des Personenstandsgesetzes ab dem 1. November 2013. Die schwarz-gelbe Bundesregierung überrumpelte einen Tag vor der ersten Beratung im Januar die Opposition und Menschenrechtsorganisationen: „Die vorgesehene Regelung stellt klar, dass die Geschlechtsangabe im Geburtseintrag offen bleibt, wenn diese nicht zweifelsfrei feststeht“, hieß es nun in der Beschlussempfehlung des Innenausschusses.

„Das ist ein stigmatisierendes Sondergesetz“, kritisiert Markus Bauer, der die Kampagnen der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org leitet. Längst schon kann die Beurkundung des Personenstands zurückgestellt werden, wenn Angaben oder Nachweise fehlen. Einträge können auch später noch geändert werden, auch wenn Behörden oft Steine in den Weg legen. „Die Änderung im Januar war ein Ablenkungsmanöver der Regierung“, meint Daniela Truffer, Vorsitzende von Zwischengeschlecht.org, „von den Genitalverstümmelungen. Die Personenstandsdebatte bringt den Betroffenen nichts.“ Markus Bauer nennt das Gesetz eine an LGBTs gerichtete Wahlkampfmasche: „Ob das Gesetz Intersexen wirklich etwas bringt, interessiert kein Schwein.“ Weiterlesen „Weiblich, Männlich, Lücke – Das neue Gesetz schadet vor allem Intersexen“

Chelsea Manning, Graphic Novels, ‚Orange is the New Black‘ – die Blogschau

Dieser Text ist Teil 216 von 295 der Serie Die Blogschau

Bei High on Clichés gibt es ein paar Perspektiven und Hintergründe zum weit beachteten Gesetz zum offenen Gechlechtseintrag in der Geburtsurkunde.  Auch Zwischengeschlecht.org erklärt, warum das Gesetz unter Betroffenen sicher keine Jubelstürme auslöst.

Die Denkwerkstatt hat Lesetipps für euch! Anna von Different Needs hat Rutu Modans Graphic Novel „Das Erbe“ rezensiert. Und Carlott stellt bei Femgeeks gleich drei tolle Graphic Novels vor.

Die Femgeeks haben außerdem ein schönes interaktives Mixtape zusammengestellt – Motto: Städte.

Und Helga fragt: Wann hört die unwürdige Behandlung von Chelsea Manning auf?

Impressionen vom diesjährigen Christopher Street Day in Frankfurt/Main gibt es bei queerfeministisch biertrinken.

Rassismus hat nichts mit vermeintlich mangelnder Intelligenz zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird – Metalust erklärt, warum derartige Argumentationen hervorragend an genau jene White-Supremacy-Diskurse, die sie eigentlich kritisieren wollen, anschlussfähig sind.

In der dokumentarischen neuen Webserie Lez Build a Family geht es um die Darstellung von lesbischen Familien mit Kindern. Phenomenelle ruft zur Unterstützung des Projekts auf.

Lucie von kleinerdrei hat sich „Orange Is The New Black“ angeschaut und eine ausführliche Besprechung verfasst.

Christiane von Graham’N Graham hat sich die Verfilmung von Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ angesehen.

Es gibt Neuigkeiten von der Petition an die öffentlich-rechtlichen TV-Sender, „Klärt endlich angemessen über den Sexismus in unserer Gesellschaft auf!“ – nachzulesen bei ProChange.

Einen Erfahrungsbericht über Arbeitslosigkeit und die abstrusen Erfahrungen in der damit zusammenhängenden Bürokratie gibt es bei Kasonze.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!

Selbstfürsorge, Hollaback und Thatcher – kurz verlinkt

Dieser Text ist Teil 192 von 370 der Serie Kurz notiert

Bei Buzzfeed gibt es 18 großartige Illustrationen rund um das Thema Street Harassement. (Leider auch mal mit ableistischer Sprache…) [Englisch]

In Schweden wollte eine Dessous-Kette durchsetzen, dass die Mitarbeiterinnen Namensschilder tragen, auf denen auch die BH-Größe vermerkt ist. Über das Urteil eines Arbeitsgerichts berichtet die taz.

The Feminist Current schreibt über Zusammenhänge zwischen (Post-)Feminismus, Geschlecht und Veganismus – auch bekannt als der „PETA-Complex“. Und was das alles mit Femen zu tun hat. [Englisch]

M.I.A. ist nicht nur Musikerin, sondern hat auch schon zuvor einiges an Kunst fabriziert. Complex stellt ihr zehn besten „art moments“ zusammen. [Englisch]

An Margeret Thatchers Politiken gibt es vieles wichtige zu kritisieren (neben all dem neoliberalistischem Zeug, doch auch ihre Äußerungen über Anti-Apartheids-Kämpfer_innen, welche Terror_istinnen seien, und ihre Rolle im Nordirlandkonflikt), aber rechtfertigt das sexistische Beschimpfungen? Nein tut es nicht, stellt dieStandard heraus.

Die Auszahlung von Sozialhilfe an die Schulleistungen von Kindern zu koppeln? Eine ganz großartige Idee, dachten (u.a.) Politiker_innen in Tennesse. Die acht-jährige Aamira Fetuga ging dagegen vor. [Englisch]

Zwar schon etwas älter, aber nie zu spät: Die Dokumentation „Eyes of The Rainbow“ über Assata Shakur, US-amerikanische Bürgerrechtlerin, kann mensch kostenfrei online anschauen. [Englisch]

Marga Spiegel ist 100 Jahre alt geworden und hat ein neues Buch herausgebracht. Es heißt „100 Jahre – 4 Leben. Eine deutsche Jüdin erzählt.“ und wird bei dieStandard vorgestellt.

In Dortmund fand das FrauenFilmFestival statt (wir wiesen darauf hin). Nun stehen auch die Preisträgerinnen fest. Für den besten Spielfilm wurde die polnische Regisseurin Małgośka Szumowska ausgezeichnet.

Bei The DIY Courier gibt es Selbstfürsorge-Tipps für depressive Zeiten. [Englisch]

In Österreich gibt es eine neue Rentenregelung. Alle sollen jetzt gleich behandelt werden, wie das aber aufgrund von bestehenden Ungerechtigkeistverhältnissen vor allem Frauen nun mehr benachteiligt, kann mensch bei an.schlaege nachlesen.

Das Gleichstellungsbüro der Universität zu Köln hat den Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache überarbeit.

Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Wir haben unsere Netiquette nochmal geringfügig geupdatet.

Termine in Berlin und Jena:

Weiterlesen „Selbstfürsorge, Hollaback und Thatcher – kurz verlinkt“

Betrieben von WordPress | Theme: Baskerville 2 von Anders Noren.

Nach oben ↑