Wie Frauen in Zukunft arbeiten

von Susanne

Die Deutsche Bank hat eine große Studie veröffentlicht, mit Prognosen für die weibliche Zukunft im Berufsleben: Sie verdienen im Jahr 2020 mehr Geld, besetzen Spitzenjobs, können Familie und Beruf perfekt vereinbaren. Das Interessante an der Studie: Der Prognose zufolge kommt der Wandel fast von alleine.

Gründe für diesen Optimismus sind laut Studie:

  • Demografischer Wandel: Weil immer mehr Arbeitskräfte benötigt werden, können die Unternehmen gar nicht anders, als verstärkt auf Frauen zu setzen.
  • Virtuelle Vernetzung: Wissensbasierte Tätigkeiten werden immer häufiger in Projektarbeit erledigt. Dies führt zur Verbreitung flexibler Arbeitszeitmodelle.
  • Soft Skills: Soziale Kompetenzen wie Kooperation und Kreativität gewinnen an Bedeutung.
  • Mentalitätswandel: Über die Jahre hinweg wird es immer normaler, dass Männer ihre Kinder betreuen – und Frauen in Spitzenpositionen arbeiten.

In acht Punkte zusammengefasst, würden wir im Jahr 2020 so leben:

  • Beruf und Familie lassen sich besser miteinander vereinbaren.
  • Mehr Frauen, vor allem Mütter, sind berufstätig.
  • Männer und Frauen teilen bezahlte und unbezahlte Arbeit gleichmäßiger untereinander auf.
  • Die Telearbeit zuhause boomt. Die Unternehmen sparen dadurch Kosten, zum Beispiel bei der Büromiete.
  • Die Geburtenrate steigt.
  • Frauen studieren zunehmend naturwissenschaftliche und technische Fächer.
  • Die Reallöhne von Frauen nähern sich denen der Männer an.
  • Der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöht sich.

Na dann.




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Eintrag geschrieben: Montag, 5. Mai 2008 um 21:19 Uhr unter Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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6 Kommentare

  1. frauenversteherin sagt:

    Schöne neue Welt! Das das Wichtigerwerden von Softskills angeblich dazu führt, daß Frauen automatisch in der Chefetage landen, ist doch schon so alt wir die Erfindung der sogenannten ‚Softskills‘. Es ist zu vermuten i, daß das ein Trick ist, die Frauen massenweise mit Weiterbildungskursen wie ‚Besser argumentieren‘, ‚Im Team führen‘ usw. ruhig zuhalten.

    Allein, die Hoffnung stirbst zuletzt!

    Witzigerweise ist ja die Deutsche Bank das Institut, was in Amerika diese Sammelklage am Hals hat, wegen Diskriminerung des Geschlechtes.

  2. Svenja sagt:

    klar, wird alles so eintreten. einfach so, von alleine. mhmm.

  3. d. sagt:

    Haha. Selten so gelacht. Na klar, wenn die Wirtschaft in der Welt weiter so prosperiert, das Öl nie versiegt, Wasser nicht verdunstet, Regenwälder nicht weiter abgeholzt werden, gutbezahlte Jobs nicht nur gesichert, sondern ausgebaut werden können, dann wird es auch stärkere Gleichberechtigung geben. Das sagt mir die Studie.

    Der Realismus der Studie tendiert eher gegen Null. Lasst euch von sowas nicht warm halten.
    2020? Das ist eine ganze Generation weg, dann würden ganz andere Mädchen profitieren.

    Und der Sexismus innerhalb der Studie ist sowieso unerträglich:

    „Soft skills: Soziale Kompetenzen wie Kooperation und Kreativität gewinnen an Bedeutung.“
    – Klaro. Erstens sind darin Frauen im Vorteil ;-) und zweitens wird das immer so bleiben ;-)

    Die Erkenntnisse solcher Studien kann ich auch alle Naselang gewinnen, wenn ich ein beliebige aktuelle Situation betrachte, bestimmte (persönlich ausgewählte) Faktoren als besonders wichtig erachte und deren Bedeutung und Geschwindigkeit für den gewünschten Wandel prognostiziere.

    Beispiel: „Im Jahr 2020 werden Schüler schon durch die Schule ein starkes Gefühl für Gleichbrechtigung entwickeln. Ausschlagebend sind die viel individuelleren Unterrichtsformen, die in sanfterer Weise als bisher ihre individuellen Fähigkeiten verstärken und Schwachpunkte schonend wgetrainieren. Das führt zu sozialerem Miteinander, erlernten Softskills von Kindesbeinen an, Gleichberechtigung auf Individualitätsbasis (und nicht auf Geschlechterbasis) und starke Abschwächung von Rollenklischees durch verstärkte individuelle Freiheit.“

    – Nichtbeachten sollte man dabei die Herausforderungen für die Lehrer, die nötigen Investitionsmaßnahmen und die noch nicht vorhersehbaren Ergebnisse.

  4. Lilith sagt:

    Natürlich wird die Situation von alleine besser….

    Wenn es um Diskriminierung geht, soll sich die Sache von alleine bessern. Die Wirtschaft möchte in der Gegenwart anscheinend ungestört diskriminieren dürfen. Und vertröstet die Betroffenen mit den tollen Aussichten auf die Zukunft.
    Wenn es um andere Dinge geht, ist der Staat stets bereit, die Bürger mit Hilfe von Strafen zu erziehen. Gerade werden die Bußgelder für Verkehrsverstöße erhöht. Dabei will man nicht nur die Verkehrsteilnehmer erziehen, sondern auch die Angleichung mit anderen europäischen Staaten anstreben.

    Beim Thema Diskriminierung allerdings macht die Union Druck auf die EU und beharrt auf die „Deutsche Rechtstradition“. Damit will man einen deutschen Sonderweg durchsetzen, der Diskriminierung weiter als Kavaliersdelikt betrachtet. Aber Deutschland braucht ja keinen aktiven Kampf gegen Diskriminierung. Es wird ja alles von alleine besser…

    Mich hat der folgende Beitrag beinahe zynisch gemacht (habe ich zwar an andere Stelle gepostet, wurde aber wahrscheinlich übersehen).

    Ich lege nochmal diesen netten Link bei:

    http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=40615545&top=SPIEGEL

    Zitat: “Auch bei den Frauen will die FDP Stimmen machen und mit Parolen wie “gleiche Arbeit — gleicher Lohn” ein “Terrain erobern, auf dem Gewerkschaften und Sozialdemokraten bislang kläglich versagt haben. Den unterprivilegierten Frauen soll durch ein eigenes Gesetz ein Klagerecht gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz verschafft werden”.

    Der Text ist aus dem Jahr 1978!!!

  5. Goofos sagt:

    Lilith, inzwischen frage ich mich wer hier eigentlich diskriminiert wird? Stichwort positive diskriminierung, frauenquote/bevorzugung (wird übrigens auch in dem Bericht gefordert, aber ist ja schließlich schon realität). Nur wenn Frau immernoch nicht arbeiten gehen will oder man ihr das alles so schmackhaft und gemütlich machen muss und alle Schranken nieder reisst nur damit sie sich auch für technische Dinge entscheiden könnte (aber meistens sowieso nicht tut), halte ich das langsam aber sicher für fraglich. Besonders von dem Standpunkt aus betrachtet, dass Männer gegängelt werden für Frauen die sich nur vielleicht dafür entscheiden könnten, wenn sie denn überhaupt wollten und stattdessen nicht lieber etwas einfacheres machen. Obwohl ich sicherlich nicht gegen Gleichberechtigung, bessere und Familienfreundlichere Arbeitsbedingungen, gleiche Löhne usw. bin, gehen mir diese Berichte und das feministische Geschrei aufn Sack und frag mich wann geht ihr endlich arbeiten? Wenn alle Bedingungen perfekt sind und man bei der Arbeit nebenher auch noch eine Maniküre bekommt? (nebenbei, das ist ein Spruch von meiner arbeitenden Schwester)

  6. Lilith sagt:

    Hallo Goofos,

    ich beneide dich um dein Weltbild. Wie gerne würde ich an eine Gesellschaft glauben, bei der Frauen nur um das Recht auf Maniküre bei der Arbeit kämpfen…

    Ich rede von Menschen, die arbeiten wollen. Die für ihre Arbeit zum Teil die Hälfte des Gehaltes der männlichen Kollegen bekommen. Und ich rede hier nicht von unterschiedlichen Tätigkeiten.

    Ich rede von Müttern, die mit übelsten Methoden aus der Arbeitswelt herausgedrängt werden. Selbst wenn sie sofort nach dem Mutterschutz wieder an den alten Arbeitsplatz wollen – an dem plötzlich ein Nachfolger sitzt. Die geltenden Gesetze geben den Müttern theoretisch Recht. Ein Recht, das sie sich erst aufwändig erkämpfen müßen.

    Kanns dir ja hier mal einen kleinen Überblick schaffen:

    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2005/erste8638.html
    http://www.n-tv.de/729432.html
    http://doku.iab.de/ibv/2004/ibv1404_27.pdf
    http://www.brigitte.de/frau/familie/muetter_unerwuenscht/
    http://web.archive.org/web/20070507040253/http://www.ruv.de/de/r_v_ratgeber/partnerschaft_familie/eltern_kind/4_zeitmanagement.jsp
    (Diese Seite wurde inzwischen aus gutem Grund gelöscht)
    http://www.trueten.de/archives/3654-Die-Legende-von-der-Vereinbarkeit-von-Familie-und-Beruf.html

    Ich rede von Menschen, die Brutal aus dem Arbeitsprozeß herausgedrückt werden, weil sie Kinder bekommen haben.

    Aber vielleicht kommt die Zeit, an der du so ca. 48 Jahre alt bist und deswegen aus der Arbeit rausgemobbt wirst oder keine Arbeit mehr bekommst. Weil du vielleicht noch einen besseren Vertrag als die „neuen“ hast und dadurch zu teuer geworden bist. Weil du altersbedingt öfters krank als der Durchschnitt bist. Dann wirst du vielleicht verstehen, was schief gegangen ist in diesem Land.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Altersdiskriminierung#Beruf

    Daraus: „In der Bundesrepublik Deutschland beschäftigen 41% der Betriebe keine Mitarbeiter, die älter als 41 Jahre sind. Die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer (55 bis 64 Jahre) beträgt lediglich 41,2% (nach dem 5. Altenbericht 2005), obwohl es volkswirtschaftlich sinnvoll wäre, Arbeitsfähigen die Chance zu geben, bis zum Renteneintrittsalter erwerbstätig zu sein.“

    Mich hat vor kurzem eine Dame besucht, die mit 60 Jahren in die Zwangsrente geschickt worden ist. Ihr Kundenbestand wurde an vier junge Herren verteilt und die Dame war von einem Tag auf den anderen ruiniert. Sie hat im Schnitt knapp über 100.000 € jährlich verdient und sie hatte mit mindestens 500.000 € zusätzliche Einnahmen bis zur Rente gerechnet. Da sie „Scheinselbständig“ war steht sie plötzlich ohne Arbeitslosengeld oder ähnliche Hilfen da. Sieht nach Luxusproblem aus. Ist aber existenziell, da sie keine Rücklagen hat und sogar noch Schulden abbauen muß. Hätte aber auch ein Mann sein können…