„Was soll das?“

von Susanne

Heute im Magazin der Süddeutschen Zeitung: Ein kleines, aber feines Gespräch mit der großartigen Kate Winslet. Appetithäppchen gefällig?

Frau Winslet, Sie sorgen immer wieder für Diskussionen, weil Sie sich dagegen aussprechen, dass Fotos von Ihnen nachträglich am Computer bearbeitet werden. Wären Sie so nett und fassen noch mal zusammen, was genau eigentlich das Problem ist?
Kate Winslet:
In einfachen Worten – Schauspielerinnen sind nicht perfekt. Sie sind ganz normale Menschen. In Filmen versuche ich, genau das zu spielen, normale Frauen mit Falten, mit Rundungen. Also verstehe ich nicht, warum irgendwelche Grafiker in Zeitschriftenredaktionen nachträglich noch an Fotos von mir rumretuschieren müssen – das stellt doch letztlich meine Arbeit in Frage.

Es gab da diesen viel diskutierten Fall.
…in England, genau. Da hatten sie bei einer Zeitschrift auf den Fotos meine Beine verlängert, mein Dekolleté verändert. Was soll das?

(…)

Simone de Beauvoir hat mal geschrieben: »Frauen sind nur deshalb als Hexen verbrannt worden, weil sie schön waren.« Kann Schönheit auch Angst machen?
Da ist was dran, ja. Mit der Inszenierung von starker Schönheit – oder starker Weiblichkeit – hat die Gesellschaft immer wieder ihre Probleme. Nehmen Sie Marilyn Monroe…

Das ganze Interview kann man hier lesen.

(Foto von gdcgraphics/Flickr)




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Eintrag geschrieben: Freitag, 2. Januar 2009 um 14:39 Uhr unter Inspiration, Körper. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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10 Kommentare

  1. […] Mit der Hauptdarstellerin Kate Winslet gibt es auch ein lesenswertes Interview im SZ-Magazin. via Mädchenmannschaft […]

  2. Mary sagt:

    Ich finde das interview merkwürdig – frau winslet redet zwar viel gegen die photoshoppe. allerdings wird das von drei so überschönen, überinszenierten und perfekten fotos gerahmt, dass es ihren aussagen direkt widerspricht. sie sagt, sie wolle zeigen, dass sie eine „normale frau“ sei und dann daneben die makellosen bilder, ohne falten, mit perfektem hautton, ohne dellen oder kratzer, straffe haut, glänzende augen. wie passen ihre aussagen mit diesen bildern zusammen? gar nicht. und das ignoriert sie. auf den einwand des magazins, dass auch sie mit ihren atemberaubenden bildern den mediendruck mit erzeugt, antwortet sie „nein, das problem ist ein ganz anderes.“ und verschiebt es auf die diätplan-headlines auf den titelseiten…

  3. Susanne sagt:

    @ Mary: Ich fand das jetzt gar nicht sooo merkwürdig. Sie sagt, dass sie nicht will, dass ihre Bilder nachträglich am Computer bearbeitet werden. Und das finde ich schon mal ein ganz schön starkes Statement (auch, dass sie dafür vor Gericht geht z.B.). Sie sagt auch, dass Inszenierung nun mal zu ihrem Beruf dazugehört – hey, sie ist Schauspielerin. Aber darüber hinaus soll es eben nicht gehen.

  4. Verena sagt:

    Ich finde auch, dass Kate Winslet zu den wenigen Hollywood-Frauen gehört, die immer schon für ihre Rundungen eingetreten ist. Damit läuft sie allerdings auch Gefahr, dass wenn sie dann doch mal schlank auf dem roten Teppich erscheint, man versucht ist, zu denken, sie hätte sich jetzt doch vom Chicks-Wahn anstecken lassen.

    Ähnlich ist es mit der Inszenierung auf Fotos etc. – vielleicht sollte man ihr das zugestehen, wenn es dem Hochglanz-Zweck entspricht, solange sie sich außerdem als normale und natürlich Frau sieht und darstellt.

  5. Mary sagt:

    Naja mein Kritikpunkt ist eben, dass sie zwar immer von normalem Frausein und Frauseinwollen und Frausein darstellen redet, sich aber ebenso den Idealen und Zwecken der Hochglanzmedienmaschine unterwirft – also ständig drüber redet aber eben nicht umsetzt, ständig sich erklärt und behauptet, aber nicht zeigt

    was nützen die schönen worte, wenn sie sich eben doch wieder als makellos und übernatürlich schön inszeniert/inszenieren lässt – das muss man ja eben als schauspielerin auch nicht unbedingt, könnte man auf den Hollywood-Ruhm verzichten

  6. Verena sagt:

    @Mary

    Ich glaube, so einfach, so schwarz-weiß ist das eben nicht. Erstens ist es für jeden von uns mal ganz schön, sich rauszuputzen oder hübsch zu machen, schick anzuziehen … wie auch immer man das individuell umsetzt und Zweitens ist es als Schauspielerin halt Teil des Programms.

    Und bei Kate Winslet war die Schauspielerei sicherlich vor dem Beautysein da. Zu sagen, „pah, ich mache da eben nicht mit, will aber trotzdem als Schauspielerin erfolgreich sein“ ist natürlich toll, aber dann wird ihr wohl weniger eine Plattform geboten. Dann doch besser so und K.W. nutzt ihren Bekanntheitsgrad, um auf die „Hochglanzmedienmaschine“ hinzuweisen und damit ein besseres Vorbild zu sein als diverse andere aufgeblasene Hollywood-Puppen…

  7. Susanne sagt:

    @ Mary: Du siehst anscheinend den Punkt nicht, um den es geht. Es geht ganz sicher nicht darum, dass es nur noch „natürliche“ Shootings geben dürfte (wäre ja auch künstlerisch ganz schön langweilig). Es geht darum, nicht anschließend künstliche Körper, Gesichter, Haut, Personen zu erschaffen.

  8. Mary sagt:

    du verstehst offensichtlich meinen punkt nicht – es geht mir darum, dass ich bezweifle, dass diese shootings völlig ohne retusche entstanden sind. selbst wenn es so wäre bringt dieser punkt in bezug auf eine diskussion zu überzogenen schönheitsidealen nix, die kate winslet aber gern führen würde.

  9. Greta sagt:

    passt nicht wirklich hierher, aber die googleanzeigen direkt unter dem interview sind: „schönes dekolleté 2009“ und „fettwegspritze“.ob das wohl extra ist?