Einträge mit dem Tag ‘United Nations’


UN Women nimmt ihre Arbeit auf

1. Januar 2011 von Magda

Am 2. Juli stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen (United Nations, kurz: UN) einstimmig für die Einrichtung eines neuen Ressorts, das sich um die Belange von Frauen und Mädchen weltweit kümmern soll. Die UN Women vereint die vier Institutionen, die sich im Rahmen der Vereinten Nationen bislang mit Frauenförderung und Gleichstellung beschäftigen.

Die Chefin der neuen UN-Frauenorganisation ist Michelle Bachelet, die frühere Präsidentin Chiles, die am heutigen Tage ihre Arbeit aufnimmt. UN Women wird über ein Jahresbudget von mindestens 500 Millionen Dollar verfügen, was etwa einer Verdopplung der Mittel entspricht, die die Vorgängerorganisationen insgesamt zur Verfügung hatten.

Kontrovers diskutiert wurde im Vorfeld die Zusammensetzung des Leitungsgremiums. So bewarben sich zum Beispiel elf Länder um jeweils einen der insgesamt zehn Sitze Asiens in dem 41-köpfigen Gremium. Saudi-Arabien ist dabei. Ein Land fiel raus: der Iran (dieStandard.at berichtete).

UN Women hat drei Hauptziele*:

  1. Unterstützung von zwischenstaatlichen Institutionen und deren Politikformulierung bezüglich globaler Richtlinien und Grundsätze in der Geschlechterpolitik
  2. Unterstützung von Mitgliedsstaaten zur Implentierung dieser Richtlinien, was die Bereitstellung finanzieller und konzeptioneller Hilfen für jene Länder beinhaltet, die um Hilfe bitten; Aufbau von Beziehungen mit Zivilgesellschaften
  3. Die Vereinten Nationen sollen zur Verantwortung gezogen werden hinsichtlich ihres eigenen Engagements in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit; Überprüfung interner Fortschritte

Nun gilt es herauszufinden, was die UN Women leisten kann. Die formulierten Ziele lassen eine Vielzahl an Fragen offen: Wie sehen die globalen Richtlinien und Grundsätze aus, die in den Ländern, die um Hilfe ersuchen, implementiert werden? Welche Länder beantragen überhaupt Unterstützung, welche Bedingungen müssen sie erfüllen? Wie vielfältig werden die Geschlechterpolitik(en) und die sich daraus entwickelten Strategien sein? Nach welchen Kriterien werden zivilgesellschaftliche Kooperationen aufgebaut?

All dies wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Die Einrichtung der UN Women ist ein wichtiger und symbolträchtiger Schritt, welches die Notwendigkeit einer Sensibilisierung für Geschlechterverhältnisse erkennt und die Verantwortung für nachhaltige Geschlechterpolitiken übernimmt. Wir werden sehen, wieviel Aktivismus und Nachhaltigkeit in dieser Symbolhaftigkeit steckt.
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* Meine Übersetzung. Korrekturen und/oder Verbesserungsvorschläge sind sehr willkommen!


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Dokumentation des Grauens: Gewalt im Kongo

7. Oktober 2010 von Magda

Die Horrornachrichten aus dem Kongo, ein Land gebeutelt von den Kongokriegen und den bis heute andauernden Konflikten im Ostkongo, überschlugen sich in den letzten Monaten. Die Details zu den Greueltaten von 1993 bis 2003, inklusive der Mittäterschaft anderer afrikanischer Staaten wie Ruanda und Uganda, sind in dem gerade erschienen 550-seitigen UN-Bericht dokumentiert und sparen keine menschliche Untat aus: Folter, brutale sexuelle Gewalt, Mord.

Das Einsetzen von systematischer sexualisierter Gewalt als Kriegswaffe ist kein neues oder seltenes Phänomen (siehe: “Sexuelle Gewalt in Simbabwe“). In Kriegen wie im Kongo werden Frauen wie Kinder – zunehmend auch Männer – systematisch Massenvergewaltigungen ausgesetzt. Ob lokale Milizen oder die nationale Armee, Vergewaltigung wird als Zeichen von Macht und zur Demoralisierung der Bevölkerung eingesetzt. Und es wirkt.

Die scheinbar vergangenen Kriegserfahrungen der 1990er sind auch heute noch bittere Realität. Die Zeit berichtet, dass Ende Juli und Anfang August dieses Jahres in 13 Dörfern in der Provinz Nord-Kivu binnen weniger Tage 242 Frauen und Kinder vergewaltigt wurden. Im Laufe des Augusts wurden 260 weitere Vergewaltigungen in anderen Teilen von Nord-Kivu sowie in der Provinz Süd-Kivu registriert. Aus Angst vor Rache und erneuter Gewalt hatten die Bewohner_innen eines Dorfes in Nord-Kivu die in der Nähe stationierten Blauhelmsoldaten (die Friedenstruppen der UN) nicht zur Hilfe gerufen.

Nun haben die UN Fehler und Versäumnisse im Kongo zugegeben. So sollen nun vermehrt Patrouillen durch die Blauhelmsoldaten stattfinden, um die Kontakte zur Bevölkerung zu verbessern. Laut dieStandard.at wurde ein kongolesischer Milizenführer am Dienstag festgenommen – ein “erster, wenn auch kleiner Erfolg”.

Am 16. Oktober finden in Köln und Berlin Solidaritätsaktionen statt, die den Zusammenhang zwischen Militarisierung, Krieg und sexualisierter Gewalt sichtbar machen sollen. Mehr Informationen gibt es im Aufruf Solidarisch mit Kongo (PDF), unter MarcheMondiale oder info[at]marchemondiale.de.


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Militär, Google, Elterngeld, Caster Semenya, Rosa Taxis, UN Women, Bäuche und Anne Frank als Comic

8. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 85 von 138 der Serie Kurz notiert

In Österreich haben die Hälfte der Frauen, die seit 1998 im Bundesheer aufgenommen wurden, den Dienst quittiert. DieStandard.at berichtet

Mögliche Gründe dafür sind das dreifach höhere Mobbingrisiko, dem Soldatinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen ausgesetzt sind und die “maskulinen” Werte beim Militär, die (unbewusst) die Ablehnung von Frauen fördern.

Der Jahreszeitenverlag strukturiert seine Redaktionen um, berichtet die taz. Dabei müssen vor allem Alleinerziehende, Mütter in Elternzeit und Behinderte gehen – dabei richten sich die meisten der Zeitschriften an Frauen und Familien.

Partner_innen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften haben in den USA eine Steuer zu tragen, die für verheiratete heterosexuelle Personen nicht anfällt. Laut FAZ zahlt Google diese Steuer für seine homosexuellen Mitarbeiter_innen.

Spiegel berichtet, wie Besserverdienende das Elterngeld für Langzeiturlaube nutzen, während das Elterngeld Hartz-IV-Familien vom schwarz-gelben Sparpaket künftig gestrichen wird.

Die United Nations Vollversammlung beschloss am Freitagabend in New York, ein neues Ressort zur Unterstützung von Frauenpolitik einzurichten. Die neue Einheit, die aus vier kleineren Organisationen zusammengschloßen wird, heißt UN Women.

Wie der internationale Leichtathletikverband IAAF entschied, darf die Weltmeisterin über 800 m, Caster Semenya, nach einjähriger Sperre nun wieder starten – “als Frau” bei den Frauen.

Die Anne-Frank-Stiftung reagiert auf “veränderte Lesegewohnheiten bei Kindern und Jugendlichen” und veröffentlicht die Lebensgeschichte von Anne Frank nun auch als Comic.

Jessica Valenti von feministing ist schwanger und genervt von “gut gemeinten” Ratschlägen und Bauchgrabscher_innen.

Eine interessante Dokumentation namens “Die Rosa Taxis von Dubai” findet ihr auf ARTE.

Auf Dubais Straßen sieht man immer häufiger rosafarbene Taxis mit weiblichen Fahrern. Dass Frauen hinter dem Steuer von nicht für rein private Fahrten genutzten Fahrzeugen sitzen, ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine echte Revolution – und gleichzeitig eine große Errungenschaft für islamische Frauen.


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