Einträge mit dem Tag ‘sexualisierte Gewalt’


Obama, Transgender und Battlefield 3 – kurz notiert

29. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 123 von 152 der Serie Kurz notiert

Ein lesenswerter Nachruf auf die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai fand sich diese Woche in der Zeit. Ebenfalls dort: Ein Artikel über Morgan McCormick. Morgan wurde als Mädchen in einem Jungskörper geboren und trainierte in Computerspielen, eine starke Frau zu werden.

Erinnert sich noch jemand an die (inoffzielle) LAN-Party zum Start des Computerspiels Battlefield 3? Die ohne Frauen? Jetzt ratet mal, welcher Song im neuen (offiziellen) Trailer verwendet wird. Jay-Z’s “99 Problems (but a bitch ain’t one)”. Stilvoll.

Es gibt (mal wieder?) eine neue Petition zum Schließen von Facebookseiten, die sexualisierte Gewalt propagieren.

Norbert Blüm hat im Berliner Tagesspiegel über “Familie und Neoliberalismus” geschrieben. Heraus gekommen ist dabei – neben ein paar interessante Gedanken – vor allem eine Beschwörung der üblichen konservativen Vorstellungen von Familie. Schade.

Über ein neues Buch, in dem Frauen den Sexismus in Obamas Regierung anklagen schreibt die Washington Post. Und wo wir gerade dabei sind, hier noch ein Artikel bei the f word über Larry Summers, seines Zeichens Havardpräsident. Und Sexist.

Alice Schwarzer hat ihre Biografie vorgestellt und der Freitag war dabei.

Der Anteil der Autorinnen im US-Fernsehen ist zuletzt dramatisch gesunken (wir berichteten). Nur warum? Maureen Ryan hat für AolTV bei den Produzent_innen und Autor_innen nachgefragt.

Die Schauspielerin Leisha Hailey (“The L Word”) wurde aus einem Flugzeug verwiesen, nachdem sie Freundin geküsst hatte. Ja, richtig gelesen. Für mehr Infos bitte hier entlang.

Es gibt ein neues, cooles Mädchen-Online-Magazin: http://rookiemag.com/ Bei jetzt.de hat Mercedes Lauenstein es schon vorgestellt.

Jörg Steinert vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg kommentiert im polli-magazin den Papstbesuch.

Roman Polanski bezeichnet in einer neuen Dokumentation das von ihm vergewaltige Mädchen das erste mal als “Opfer”. Bei jezebel steht mehr dazu.

Zum Abschuss nach dem Klick noch eine Handvoll Veranstaltungen:

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Zum Papstbesuch gegen sexualisierte Gewalt auf die Straße gehen

14. September 2011 von Magda

Zur Großansicht: Klick!

Wildwasser (Die Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen e.V.) und Tauwetter (An­lauf­stelle für Männer, die als Junge sexuell miss­braucht wur­den) organisieren an­läss­lich des Papst­besuchs in Berlin im Rah­men der Gegen­demon­stra­tionen am 22. September gemein­sam einen “Block der Ge­sichts­losen”.

Der “Block der Gesichtslosen” wird von und für Be­troffene und solidarische Per­sonen or­ganisiert, die weiße Masken tragen, um ”selbst­bestimmt in die Öffent­lich­keit [zu] treten, ohne von der Presse individu­alisiert zu wer­den.” Am Mittwoch, den 21. September wird es dazu noch ein Informations­ver­an­staltung geben.

Die Anti-Papst De­mon­stra­tionen werden von einem brei­ten Bündnis ge­tragen (wir be­richteten).


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Remember Samira Bellil

7. September 2011 von Nadia
Dieser Text ist Teil 28 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

Ein Plakat mit dem Foto einer jungen Frau mit dunklen Haaren und einer roten Mariannenmütze, darunter die Schrift: Pour moi Marianne, c'est une insoumise ouvrant le cheminSamira Bellil: Die junge Streetworkerin aus einem Pariser Vorort, Gewaltopfer, Autorin und Anfang des Jahrtausends für einige Jahre Symbolfigur der französischen Frauenbewegung. Heute jährt sich ihr Todestag zum siebten Mal.

Ein bisschen zu-guttenberge ich mich heute selbst, weil ich im letzten Jahr bereits an anderer Stelle einen kurzen Bellil-Nachruf verfasst habe. Und aktuell scheint es mir jedoch, dass es nicht schaden kann, auch immer wieder an die Personen zu erinnern, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Kampf gegen sexuelle Gewalt aufgenommen haben. Und Samira Bellil gehörte definitiv dazu.

Die Geschichte von Samira ist die eines kurzen Lebens, geprägt von Freudlosigkeit und Gewalt: 1973 wird sie in Algier geboren, ihre Kindheit und Jugend verbringt sie in einem Pariser Vorort. 14 Jahre alt ist sie, als sie von drei jungen Männern vergewaltigt wird:

“Hier beginnt nun eine Geschichte, die für das Opfer Samira ein unendlich scheinender Leidensweg, für die Täter hingegen nur ein Alltagsdelikt ist. Die Täter bleiben jahrelang ungestraft auf freiem Fuß, für Bellil hingegen beginnt eine Lebensphase, in der sich ihre Gewalterfahrung vervielfacht: Im Viertel als Freiwild abgestempelt und von der eigenen Familie als schändliches Subjekt verstoßen, richtet sie fortan die selbst erlebt Gewalt gegen andere und sich selbst. Erst Jahre später gelingt es ihr, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen: Sie gewinnt mit Mitte zwanzig einen Schadensersatzprozess. Im Bewusstsein, dass ihre innere Zerstörung nicht bezahlt werden kann, schreibt sie ihr Buch [Anm.: „Dans l`Enfer des Tournantes"]. Sie widmet es allen Frauen, die ähnliches erlebt haben: „Für meine Leidensgenossinnen im Elend. Damit sie wissen, dass man herauskommen kann.”

„Dans l`Enfer des Tournantes” (übers.: „Durch die Hölle der Gewalt“) bricht dabei radikal mit dem Lebensbericht als Opfererzählung: Bellil schrieb vielmehr einer Ankageschrift, in der sie eine Gesellschaft, die Täter deckt und Opfer nicht ernst nimmt, anprangert. Ihr Engagement gegen sexuelle Gewalt war dabei konsequent: Sie wurde Mitgründerin und prominente Unterstützerin der bekannten Bewegung „Ni putes ni soumises“, stellte sich in Interviews immer wieder den leidigen Fragen nach ihrer Lebensgeschichte um auf die Folgen sexueller Gewalt aufmerksam zu machen und war darauf bedacht, gerade auch gemeinsam mit Männern gegen sexuelle Gewalt zu kämpfen.

In Talkshows und bei öffentlichen Debatten nutzte sie jedwede Gelegenheit, ihre Gesprächspartner_innen souverän zu korrigieren: Ich erinnere mich, dass sie in einer Sendung mal von einem jungen Gast gefragt wurde, was denn nun “falsch an Gang Bangs” sei. Ohne mit der Wimper zu zucken entgegnete sie: “Als erstes, Junge, kriegst du das jetzt mal auf die Reihe. Ich wurde Gang-vergewaltigt. Okay?”

Gelobt wurde ihre Ehrlichkeit und ihre Bereitschaft, ungeschönigt über ihre Erlebnisse und ihren Umgang damit zu sprechen; Samira Bellil wehrte sich damit gegen den üblichen Opfer-Diskurs, gegen Scham, gegen Konventionen im Umgang mit sexuellen Viktimisierungen – fast schon bis zur Selbstaufgabe. “I cannot carry this violence forever”, sagte sie einmal – und doch legte sie in ihrem kurzen Leben vor allem die Priorität darauf, ihre Geschichte für die Frauen zu opfern, denen es nicht ähnlich ergehen sollte.

Ein Kampf gegen Windmühlen, für kurze Zeit. Ihr Bild hing eine zeitlang vor dem französischen Parlament – als eine der zwölf “Mariannen” ausgewählt, deren Gesichter Frankreich repräsentierten. Und, wenn man so will: Sie repräsentiert es auch noch heute.


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Umfrage zum Opferentschädigungsgesetz

29. August 2011 von Helga

Unterstützung für Therapien oder eine kleine Rente – Opfer von Gewalttaten können in Deutschland finanzielle Entschädigungen bekommen. Das regelt das Opfer­entschädigungsgesetz. „Können Entschädigung bekommen“ wohlgemerkt, denn nur 10% der Betroffenen mit Anspruch auf eine Entschädigung stellen schließlich einen Antrag. Davon werden wiederrum über 40% abgelehnt. Für Opfer sexu­ali­sier­ter Gewalt liegen dabei nicht einmal genaue Zahlen vor.

Jahrelange Bearbeitungszeiten gehören ebenso zu den Problemen, wie Angaben, die die Betroffenen erneut traumatisieren. Oft werden abgelehnte Anträge nach einem Widerspruch doch noch bewilligt – für die Opfer bedeutet das noch längere Wartezeiten und mehr Stress. Die Opferschutzvereine Trotz Allem und Gegen Missbrauch wollen dies nun ändern. In einem ersten Schritt haben sie einen Fragebogen (PDF) entwickelt, um die Erfahrungen von Hilfesuchenden und Betroffenen mit dem Opferentschädigungsgesetz zu dokumentieren.

Bis zum 31. Oktober (die angegebene Frist wurde verlängert) kann der ausgefüllte Fragebogen an einen der beiden Vereine geschickt werden. Adresse und Faxnummer stehen auf dem Fragebogen. Außerdem ist es möglich, einen Scan an fragebogen(at)gegen-missbrauch(punkt)de zu senden.


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Ladyfeste, Queer Music History und falsche Feminist_innen – kurz verlinkt

28. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 114 von 152 der Serie Kurz notiert

„Ich war für das Recht auf Abtreibung, ich konnte nur nicht verstehen, warum jemand eine Spätabtreibung vornehmen lassen würde“ – Dana Weinstein erzählte Mother Jones, warum sie doch eine späte Abtreibung hatte und wie schwierig das heute bereits in den USA ist.

Die Washington Post berichtet ebenfalls über dieses Thema und stellt den Gynäkologen LeRoy Carhart vor. Vor 20 Jahren brannten Abtreibungsgegner seine Farm nieder, aus Angst vor weiteren Mordanschlägen leben er und seine Angestellten mit einer Reihe an Vorsichtsmaßnahmen.

“Wenn am Sonntag in New York das Gesetz zur Legalisierung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare in Kraft tritt, wird es eine Rekordzahl von Trauungen geben”, berichtet dieStandard.at.

Wundervolle Aufnahmen hat The Boston Big Picture von der Fußballweltmeisterschaft 2011.

Queer Music History 101: Texte, Audios, Bilder – alles über die Geschichte queerer und queerender Musik.

Das Public Insight Network und Ms. Magazine rufen Betroffene sexualisierter Gewalt dazu auf, ihre Geschichten zu erzählen.

Schlampige Übersetzung oder sogar böswillige Verfälschung? Jezebel berichtet, dass das vermutliche Opfer von Dominique Strauss-Kahn nie sagte, hinter seinem Geld her zu sein. Tatsächlich sind ihre Aussagen konsistent, Strauss-Kahns Anwälte äußern sich inzwischen nicht mehr dazu.

Zeit zum Schmunzeln: Thought Catalog stellt verschiedene Typen von Feminist_innen vor. Pandagon.net antwortet mit einer Liste typischer “Fauxminists” (auch: False Feminists – Falsche Feminist_innen).

Die leitende Geschäftsführerin von Facebook, Sheryl Sandberg, setzt sich für die Gleichbehandlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ein. Allerdings mit sehr fragwürdigen Mitteln, wie Nerve.com zurecht kritisiert.

Solltet ihr vom 16-18. September in Rom sein – ab zum Ladyfest!

LADYFEST 2011 – SPOT vom LadyFest Rome auf Vimeo.

Um Slutwalks in Lateinamerika (dort Marchas de las putas genannt) geht es in einem Audiobeitrag von onda, der Agéncia radiofónica Latinoamérica-Europa.

Soft skills besitzen und für Selbstdarstellung sorgen sind, so heißt es oft, die Karrierestrategien. Aber nur für Männer, heißt es bei der Wirtschaftswoche. Denn Frauen werden damit nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern mal wieder als Repräsentantinnen ihres Geschlechts, so eine Studie der TU Berlin. Ein weiterer „weiblicher Karrierefehler“: Probleme lösen wollen, statt sich auf Kosten anderer zu profilieren.

Immer wieder angekündigt – bis heute nicht auf dem Markt. Für Deutschlandradio Kultur hat Sigrun Damas die Geschichte der Pille für den Mann nacherzählt.

Der Spiegel schreibt über Pakistans neue Außenministerin, Hina Rabbani Khar, und die Vorurteile und den Sexismus, der ihr entgegenschlägt. Und titelt dann selbst „Die Schöne und die Generäle“.

Eine alte Studie hat Wired (die US-Blogausgabe) ausgegraben. Danach werden heterosexuelle Männer durchaus von Schwulenpornos angetörnt – aber nur diejenigen, die eine Abneigung gegen Homosexuelle zu Protokoll gaben.


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Wie sich Vergewaltigungsverharmlosung in den Gerichten wiederfindet

23. Juni 2011 von Nadine

Vor kurzem hielt Dr. Ulrike Lembke, die in Hamburg eine Professur für Öffentliches Recht und Legal Gender Studies inne hat, einen Vortrag über Geschlechter­stereo­type, Sexualitätsmythen und opferbeschuldigendes Alltagswissen bei der Straf­ver­fol­gung von Sexualdelikten.

Lembke stellte hierzu neueste Studien vor, die zu dem Schluss kommen, dass lediglich fünf Prozent aller sexualisierten Gewalt (gegen Erwachsene) zur Anzeige gebracht werden, was einer jährlichen Zahl von etwa 7000 bis 8000 Anzeigen entspricht. Von diesen Anzeigen schaffen es etwa 1000 vor die Gerichte, von denen in der Regel etwa 13 Prozent mit einem Schuldspruch für den_die Täter_in enden. Die Strafe von ein bis zwei Jahren Haft wird in den meisten Fällen zur Bewährung ausgesetzt. Diese Zahlen bedeuten letztendlich, dass 99 von 100 Fällen sexuali­sierter Gewalt in Deutschland strafrechtlich ungesühnt bleiben. Die Zahl der Falsch­anzeigen, so zeigen Studien aus den Jahren 1985 bis 2009, liegt konstant bei etwa zwei bis acht Prozent.

Lembke, die vielfach solchen Prozessen beisitzt und die Europäische Kommission in der strafrechtlichen Verfolgung von Sexualdelikten berät, konstatiert weiter, dass die Gerichte große Probleme damit haben, Empathie für das Opfer aufzubringen. Oft finden Abgrenzungsbemühungen statt, die umso stärker ausfallen, je mehr Frauen als Prozessbeteiligte tätig sind.

Im weiteren Vorlauf des Vortrags zeigt Lembke strukturelle Bedingungen und Diskurse auf, die die Lage der Opfer erschweren und eine Kultur der Ver­ge­wal­ti­gungs­ver­harm­losung auch in der Strafverfolgung festschreiben. Besonders in­te­res­sant an Lembkes Ausführungen sind ihre Analysen des rechtlichen Vor­gehens bei Sexualdelikten. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die Recht­sprechung weit davon entfernt ist, objektiv Urteile zu fällen.

Den 90-minütigen Vortrag gibt es hier zum Download. Trigger-Warnung: Lembke benutzt an einem Punkt ihrer Ausführungen rassistische Begriffe.


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Sexualisierte Gewalt, Männerrechtler und Riot Grrrls

8. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 107 von 152 der Serie Kurz notiert

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine neue Studie herausgegeben: Unter der Leitung von Soziologin Nina Degele hat ein Forscher_innenteam untersucht, wie offen beziehungsweise ausschließend der Fußballsport in Deutschland ist. Ergebnis: Sexismus, Rassismus und Homophobie sind nach wie vor struktur­gebend und betreffen Geschlechter in ganz unterschiedlicher Weise.

Echo Online hat ein Interview mit Darmstädter Musikerinnen geführt. Die Frauen konstatieren: Um sich durchzusetzen, “muss man ein Macho sein”.

Passend dazu hat die New York Times einen Rückblick auf die Riot Grrrl Bewegung in den USA gewagt und deren internationale Errungenschaften und Einflüsse bis heute nachgezeichnet.

Die Monsters of Göttingen interviewen die Initiator_innen des Antifee Festivals, das dieses Wochenende bereits zum fünften Mal stattfindet. Jedes Jahr trifft hier emanzipatorische Politik auf ein musikalisches Bühnen­programm und theoretische Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in Workshops.

Journalistinnen sind während ihrer Arbeit vermehrt sexualisierter Gewalt ausgesetzt, doch sie schweigen darüber, wie eine Studie herausgefunden hat. Jüngstes Opfer ist CBS-Reporertin Lara Logan, die in einem bewegenden Interview ihr Schweigen gebrochen hat (wir berichteten).

Soziologe Andreas Kemper, Autor des Buches “(r)echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung”, spricht mit dieStandard.at über seine Einblicke in die deutschsprachige Bewegung. Ähnlich wie Thomas Gesterkamp, der 2010 für die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zum Thema heraus­ge­geben hatte, kommt er zu dem Ergebnis, dass die antifeministische und frauenfeindliche Männerechtsbewegung offen für Rechtsextremismus ist: “Dazu zähle ich die ideologischen Versatzstücke Nationalismus, Ethno­zentrismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Befürwortung einer rechts­autoritären Struktur, Chauvinismus und Sexismus.”

Auf Sociological Images kann nachverfolgt werden, wie das Geschlechter­verhältnis in den akademischen Disziplinen, aufgeschlüsselt nach Dis­ser­tationen, aussieht.

Ende Mai hatte die Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in Institutionen und Familien, Christine Bergmann, ihren Bericht abgeliefert. Dieser zeigte auf, dass die Strukturen für Missbrauchsopfer in Deutschland denkbar schlecht sind. Jetzt wurden die Betroffenen an einen runden Tisch geholt, wie die Taz berichtet.

Die Deutsche Welle rezensiert das Buch “Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“. In der NPD bekleiden immer mehr Frauen Ämter, um der Partei ein geschlechterprogressives, bürgerliches Image zu geben.

Anke Domscheit-Berg, die Unternehmen in Sachen Quote, Aufstiegschancen von Frauen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf berät, wurde vom Fernsehsender MDR zu ihrer Arbeit interviewt.

Die österreichische Gruppe TransX, die sich für die Rechte von Transsexuellen und Transgender einsetzt, macht auf den Fall der türkischen Transsexuellen Yasar aufmerksam, die in ihr Herkunftsland abgeschoben werden soll.

Etwa eine Woche ist es her, dass Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde (wir berichteten). Schon jetzt wird über sein TV-Comeback spekuliert: “vielleicht als Moderator einer Talkshow über persönliche Schicksalsschläge und große Dramen”.

Zum Schluss noch zwei Termine:

Die argentinisch-mexikanische Band Kumbia Queers tritt am 15. Juni im Münchener Kafe Marat auf. Los geht’s ab 20 Uhr, Eintritt sind schlappe vier Euro.

Am morgigen Donnerstag stellt Franziska Rauchhut in Berlin ihr neues Buch zur Geschichte der Lesbenbewegung in Deutschland vor. Beginn: 20 Uhr im Silverfuture.


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Kicken gegen Korruption und Missbrauch: Frauenfußball in Nigeria

30. Mai 2011 von Nicole


Fußballfrauen aus Nigeria in Deutschland: Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Heinrich-Böll-Stiftung zur WM 2011 in verschiedenen deutschen Städten waren Diana Ajaine Asak, ehemalige Spielerin und heutige Trainerin, und Aisha Falode, Sportmoderatorin bei African Independent Television (AIT), im Mai unterwegs, um von ihren Erfahrungen im nigerianischen (Frauen-)Fußball zu berichten. Das Nationalteam des Landes bestreitet am 26. Juni das erste Spiel der WM gegen Frankreich, dann folgen die Auftritte gegen Deutschland und Kanada.

Rein sportlich betrachtet ist der Frauenfußball in Nigeria erfolgreicher als der der Männer. Die „Super Falcons“ sind das beste Frauenfußballteam des Kontinents, sie waren bei jeder WM dabei und können acht Titel bei Afrika-Meisterschaften vorweisen. Die Nachwuchskickerinnen, von denen einige auch im aktuellen A-Kader stehen, zogen vergangenes Jahr bei der U20-WM in Deutschland ins Finale gegen den (dann siegreichen) Gastgeber ein. Das war wenige Wochen, nachdem die Männer bei der WM in Südafrika sang- und klanglos ausschieden. „Die U20-WM war ein großer Erfolg, die Spiele wurden live gezeigt und als die Mannschaft ins Finale einzog, gab es viel Aufmerksamkeit“, sagt Sportjournalistin Aisha Falode.

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Kackscheiße, Kapitalismus und Cunnilingus – die Blogschau

2. Mai 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 106 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Wir melden uns frisch und fröhlich vom 1. Mai zurück und haben ein paar Links aus der vergangenen Woche für euch:

Das Missy Magazine verlost ein Hörbuch zur Geschichte des Frauenfußballs und auf die interessanten, witzigen und aufschlussreichen Beiträge von Studierenden der Gender Studies in Basel im Missy Gastblog April sei auch noch einmal extra hingewiesen.

Jürgen Voß bricht in seinem Blog Das Ende des Sex mal wieder mit gängigen Klischees und Normen über Geschlecht und Sexualität.

Sexualisierte Gewalt in Hochschulen und Universitäten ist nach wie vor ein Tabuthema. Erst kürzlich wurden mehrere Fälle sexueller Nötigung und Vergewaltigung von jungen Studentinnen bekannt. Auf Die Stimme des Opfers beschreibt Lucrezia, Doktorandin aus Hamburg, ihre Situation und tritt in Austausch mit anderen Betroffenen. Gerade wurde das Strafverfahren gegen ihren Doktorvater eingestellt.

Hooray! Trouble X hat einen neuen DIY-Comic veröffentlicht!

Im aktuellen Nrrrdz-Podcast von Kathrin und Maj geht es unter anderem um Hatr.org.

Claudia Killian kritisiert Zuschreibungen und problematische Begriffe an einem Crowdfunding-Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, schöne Wohnungen für den kleinen Geldbeutel einzurichten.

Der Gurkenkaiser hat mal wieder ein theoriereiches Prachtstück fabriziert: Ein Besuch in einem Einkaufszentrum ist für ihn Anlass, einmal genauer auf die kapitalistischen Logiken des Konsums und deren Einfluss auf unsere Körper zu schauen.

Andersdeutsch hatte die Meldung des Tages zur britischen Hochzeit des Jahres: 50 Prozent der Menschen, die der Hochzeit “aufgeregt” entgegenfieberten, waren Frauen(!!!!).

Nicht von Diskriminierungsverboten erfasst wird in Deutschland das sogenannte racial profiling, die anlass- und verdachtsunabhängigen Personenkontrollen aufgrund rassifizierender Zuschreibungen durch staatliche Akteur_innen. Der Menschenrechtsausschuss der UN erklärte dieses Verfahren bereits 2008 für menschenrechtswidrig; in anderen Ländern ist es mittlerweile verboten, weil vor allem Nicht-Weiße und Menschen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus von diesem rassistischen Generalverdacht betroffen sind. Hierzulande ist sich die Polizei nicht zu schade, diese Vorgehensweise auch weiterhin öffentlich zu besprechen und zu praktizieren. Aktuell: Personenkontrollen zum 1. Mai in Hamburg. Metalust kommentiert scharf.

Spreeblick hat nicht nur Jaclyn Friedman interviewt, sondern auch unsere Kolumnistin Kübra Gümüsay.

Lukas Heinser hat sich den Songtext “You & Me” von Milow vorgenommen. Urteil: Sexistische Kackscheiße.

Christiane Link regt sich über die Darstellung von Jugendlichen und Kindern mit Behinderung in den Medien auf und kritisiert gleichzeitig die Sonderschulpraxis in Deutschland.

Kackscheisse.soup.io sammelt *istischen Bockmist. Aktueller Beitrag: der re:publica-Comic von Beetlebum, der von Ausschlüssen innerhalb der deutschen Blogosphäre offenbar nichts wissen will und gleich mal ein paar antifeministische Klischees reproduziert. Mit dabei sind auch Kumpel Chauvi und Privilegiennegierung. Mehr zur re:publica findet ihr hier bei uns.

Aktuelle Termine für Mai hat Magda zusammengestellt, die gern in den Kommentaren ergänzt werden dürfen.

Eine schöne Woche euch allen!


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Wir lassen uns aufregen: Blogschau zum Wochenende

22. Januar 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 92 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


Die Honigsüße Welt fragt sich und ihre Leser_innen: „Woher kommt diese ‚Tradition‘, dass es für Frauen selbstverständlich ist zum Frauenarzt zu gehen, aber Männer gehen nicht zum Männerarzt?

Beim Mädchenblog spricht Blanca Dole vom feministischen Kollektiv der Uni-Frauen (so denke ich mir das zumindest mit meinem Urlaubsspanisch) über das Verbot der Notfallverhütung („Pille danach“) im April 2009 und dessen Folgen.

Und noch ein Blick über Deutschland und Europa hinaus: Bei L-Talk gibt es aus aktuellem Anlass – den Protesten und der Staatskrise in Tunesien – einen schon etwas älteren Text über die Situation von lesbischen Frauen im Land.

Die Denkwerkstatt berichtet über eine Veranstaltung mit Monika Hauser (Gynäkologin, Gründerin von Medica Mondiale, Trägerin des s.g. „Alternativen Nobelpreises“ 2008 und Kämpferin gegen sexualisierte Gewalt).

Ebenfalls beim Mädchenblog hat Leonie offenbar die Quotenintervention von Ursula von der Leyen (wir berichteten) vorausgeahnt und fragt schon mal „Warum eigentlich nicht gleich 50%?“

annalist verlinkt den Vortrag von Seda Gürses beim letztjährigen Kongress des Chaos Computer Clubs 27c3 über Privatsphäre, Datenschutz und Überwachung und legt ihn gerade Nicht-Informatiker_innen ans Herz (oder den Kopf).

Franziska Heine hat gelesen und gezählt, nämlich wie sich Frauen in der deutschen Blogosphäre selbst bezeichnen: Mädchen, Fräulein, Frau?

Bei words on a watch schreibt die Schriftstellerin Katharina Schultens über schlechte PR-Texte und gelangt auf kleinen Umwegen schließlich auch zum Auszählen – in diesem Fall der Repräsentation von Lyrikerinnen und Lyrikern.

Beim Feministischen Institut Hamburg gibt es eine ausführliche, persönliche und zugleich nüchtern-distanzierte Einzelfallstudie zum Umgang mit sexistischen Situationen: Was sage ich? Wie sage ich es? Wie reagiert er/sie und wie geht’s weiter?

Das Nuf könnte sich aufregen und tut es. Und zwar über einen Artikel im Nido (oder in der Nido anscheinend, sorry!), der das Schicksal von Mittelschichtsfamilien beklagt, die nach dem Kinderkriegen sparen müssen: „Man kann nicht mehr vier Mal in der Woche ausgehen, für den Jahresurlaub muss man sparen.“ Das Nuf rät: Jedes Kind nur ein Pony.

Eine elegante Überleitung zu einem kurzen Blick in die öffentlich-rechtliche Onlinewelt: rbb-Redakteurin Su Holder schrieb einen sogenannten „offenen“ – und bösen – Brief an die schwangere Kristina Schröder. Verletzung der Persönlichkeitsrechte fand ihr Arbeitgeber, der Sender Fritz, und nahm den Text von der Website.

Und zum Abschluss gibt’s noch einen Termin: Gestern starteten in Bielefeld bereits zum vierten Mal die „Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“. Organisiert werden sie vom AStA der Fachhochschule Bielefeld, dem AStA der Universität Bielefeld sowie dem Frauencafé Anaconda, der Fachschaft Gender Studies und dem Autonomen Schwulen Referat (SchwuR) an der Uni Bielefeld. Bis zum 28.01.2011 gibt es noch zahlreiche Veranstaltungen, das ausführliche Programm hier.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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