Neu im Zeitschriftenregal: outside the box
9. Februar 2010 von HelgaIm Dezember 2009 erschien erstmals die Zeitschrift outside the box (das Editorial verrät, dass es sich dabei ursprünglich um ein Logik-Spiel handelt) und versuchte bisher als „unverrückbar geltende Denkweisen” anzugehen. Die Box um die es herumzudenken gilt, könne dabei der (klassische) Feminismus sein, der männlich dominierte Teil der Linken oder die, bis heute patriarchalisch geprägte, Gesellschaft sein. Gemäß dem Untertitel Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik soll einerseits Gesellschaftskritik um eine feministische Position ergänzt werden, andererseits Intersektionalitäten in feministische Diskussionen einließen lassen.
outside the box versteht sich entsprechend nicht als ein feministisches Spartenprodukt, sondern stellt Verknüpfungen her und übt daher inhaltlich sowie formal eine umfassende emanzipatorische Kritik.
Das Thema des ersten Heftes lautet denn auch „Emanzipation”. Dieses wird über vier verschiedene Ansätze erfasst. Zunächst geht es um die politisch-philosophischen Grundlagen: Während der Artikel „B² – Von Beauvoir zu Butler” (von Kristina Biene Holme) anhand der Werke Simone de Beauvoirs, Luce Irigarays und Judith Butlers die Geschichte feministischer Philosophie anschaulich darstellt, sind die weiteren Artikel von Andrea Trumann und Martin Dornis sehr akademisch und für Nicht-Philosoph_innen kaum zu verstehen.
Sowohl um klassische Themen des Feminismus, das (Nicht-)Sichtbarmachen von Seximus, die Aktualität der Abtreibungsdebatte und der Kampf um die sexuelle Befreiung geht es im zweiten Teil, aber auch um etwas seltener diskutierte Gesellschaftsaspekte – Emanzipation in der DDR und die rechte Frauenbewegung. Besonders das Interview mit Sarah Diehl und Kirsten Achtelik über den internationalen Kampf auf das Recht auf Abtreibung zeigt die historischen und aktuellen Entwicklungen anschaulich auf.
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