Einträge mit dem Tag ‘Liberalismus’


Wer war… John Stuart Mill?

20. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 14 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

John Stuart Mill wurde am 20. Mai 1806 in London geboren und verstarb am 8. Mai 1873 in Avignon. Mill war ein englischer Philosoph und Ökonom und gilt als einer der einflussreichsten liberalen Denker_innen des 19. Jahrhunderts.

John Stuart und Harriet Taylor Mill

John Stuart und Harriet Taylor Mill

Mills Kindheit war von der Strenge seines Vaters James Mill bestimmt, welcher ihn in Griechisch, Latein, Algebra, Philosophie, Geschichte und Wirtschaft ausbildete. Beeinflusst durch den englischen Juristen und Philosophen Jeremy Bentham lehrte James Mill seinem hochbegabten Sohn den Gedanken des Utilitarismus (“Handle so, dass das größtmögliche Maß an Glück entsteht”). Mit seinem Modell des maximalen Nutzens, welches einen starken Fokus auf individuelle Freiheit setzte, rechtfertigte John Stuart Mill in seinem 1861 geschriebenen Essay The Subjection of Women* die Forderung nach der Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft. Sein Werk gilt als eines der ersten systematischen Analysen zur Situation der Frauen** im 19. Jahrhundert.

In The Subjection of Women diskutiert Mill die möglichen Ursachen der Ungleichstellung von Mann und Frau, wie sich dieses Ungleichgewicht in Kultur, Politik und in der Gesetzgebung manifestierte und welche Chancen für die Gesellschaft dadurch verloren gehen. Seiner Analyse nach hindere die geschlechtsspezifische Sozialisation Frauen daran, ihr persönliches Potential – und für Mill noch zentraler: auch das der Gesellschaft – auszuschöpfen. (weiterlesen …)


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Wer war… Mary Wollstonecraft?

27. April 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 12 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

Mary Wollstonecraft wurde heute vor 251 Jahren geboren und verstarb 1797 mit 38 Jahren. Wollstonecraft war eine britische Schriftstellerin, Übersetzerin, Philosophin und Feministin. Sie war eine der ersten Frauenrechtlerinnen Englands. Als ihr bedeutendstes Werk gilt A Vindication of the Rights of Women (“Verteidigung der Rechte der Frau”), in dem sie sich für die soziale und rechtliche Gleichstellung der Frauen einsetzte.

© National Portrait Gallery, London

© National Portrait Gallery, London

Geboren als zweites von sechs Kindern in eine Familie, die nicht lange an einem Ort blieb, litt Marys Schulbildung unter den häufigen Umzügen, so dass sie begann, sich selbst zu bilden.

Mit 19 Jahren verließ Wollstonecraft ihre Familie und trat eine Stelle als Gesellschafterin an. 1780, zwei Jahre später, kehrte sie in ihr Elternhaus zurück, um die erkrankte Mutter zu pflegen, die noch im selben Jahr starb. In ihren Zwanzigern gründete Wollstonecraft zusammen mit ihrer Schwester Eliza und ihrer besten Freundin zwei Schulen, schrieb ihren ersten Roman, Mary, und zwei Jahre später folgte ihr berühmtes Werk A Vindication of the Rights of Woman.

Wollstonecraft glaubte an die aufklärerische Wirkung der Erziehung und scheute sie sich nicht, die westlich-liberale Ideologie des individuellen und rationalen Subjekts auch auf Frauen zu übertragen. Somit fand sie eines der stärksten Argumente gegen deren Unterordnung: Warum sollte das vermeintlich universell geltende Ideal der (Chancen-)Gleichheit nur für Männer gelten? Genauso radikal für ihre Zeit war die Forderung, dass der Staat die Frauen bilden müsse. Sie wären dann nicht nur bessere Frauen und Mütter, sondern auch gleichgestellte Bürgerinnen. Wollstonecraft argumentierte, dass Frauen angenehmere Gefährtinnen wären, wenn sie nur genügend Bildung, einen ausfüllende Tätigkeit, Unterstützung in der Heimarbeit und körperliche Ertüchtigung hätten. So würden Frauen aufhören, sich wie “eingesperrte Vögel” zu benehmen. Bildung wurde zum zentralen Punkt für Wollstonecraft, denn nur so könnten Frauen die notwendige Rationalität entwickeln, um in der “öffentlichen Sphäre” neben den Männern zu walten.

Wollstonecraft beging zwei Selbstmordversuche, u.a. wegen einer unglücklichen Liebe. Mit 35 Jahren brachte sie ihre erste Tochter zur Welt. Zwei Jahre später lernte sie den Philosophen und Schriftsteller William Godwin kennen. Wollstonecraft hatte sich vorgenommen, nie zu heiraten. Trotz ihrer Prinzipien heiratete das Paar im März 1797, als Wollstonecraft längst mit ihrem zweiten Kind schwanger war. Sie verstarb 1797 zehn Tage nach der Geburt ihrer zweiten Tochter.

Godwin veröffentlichte ein Jahr nach Wollstonecraft’s Tod die Memoirs of Mary Wollstonecraft.


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