Einträge mit dem Tag ‘Keks! Gib mir ’nen Keks! Gibt’s hier denn keine Keeeekse?!’


Feminist Fun Friday – Die Male-(Feminist)-Tears-Edition

19. Februar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 14 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Da hat sich Nadia aber etwas getraut: Da behauptete sie einfach, dass Feministen vielleicht gar nicht die großartigen Erlöser-Figuren sind, als die sie immer wieder gefeiert werden. Stattdessen hat sie ein paar entlarvende Typologien vorgestellt, die oft anzutreffen sind. Das konnten viele Kommentator_innen so nicht auf sich sitzen lassen und plötzlich tummelten sich all jene, die Nadias Text vorstellte, als wandelnde Q.E.D.s in der Kommentarspalte: Der Keks-Feminist schüttelte erfreut Hände mit dem Sunnyboy-Klugscheißer, und Breitbein-Feministen und empörte Hetera-Feministinnen ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten (schließlich wurden ja auch deren Boyfriends angegriffen!).

Ein paar der Highlights haben wir euch zum Wochenende mitgebracht:

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

1. Männerhass!

„…Eindruck, dass manche der hieseigen Schreiberinnen sich im Grunde eine Welt ohne Männer wünschen. Macht nur weiter so.“

„Ich kann die Wut gut verstehen, aber: Bringt es diese Wir-gegen-die-Dichotomie? Wo ist die Grenze zu irrationalem Hass? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, als Mann ein guter Feminist zu sein außer: nicht da sein?“

2. Mein Boyfriend ist aber wirklich der feministischste von allen!

„Ich gehe mal schnell meinem ex bescheid sagen, dank dem ich sehr viel neues über Feminismus gelernt habe und der mich immer unterstützt hat. Da hat er das Prinzip von Feminismus wohl falsch verstanden, soll anscheinend elitär bleiben, damit man jah auch wenig damit erreicht und sich nur gewisse Gruppen anschließen dürfen.“

„ich freue mich über jeden mann, der feminist ist. da kenne ich viele, manche leben auch in alten rollenbildern und sind trotzdem feministisch.“

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Feministische Männer, oder: eine Verheißung, die keine ist

18. Februar 2016 von Nadia

Dieser Artikel erschien zuerst in der ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis, Nr. 613  am 16.2.2016. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir Nadias Text hier noch einmal veröffentlichen.

Wann immer es in meiner feministischen Laufbahn um feministische Cis-Männer ging, sie mir begegneten, ich mit ihnen sprach oder mir zum Feminismus konvertierte Mannsbilder via Telefon, Mail, Blog-Kommentarspalte oder Sprachnachricht mitteilten, sie hätten es jetzt begriffen und würden sich ab sofort »für die Sache« einsetzen, kam es zu gespenstischen Szenen und Erlebnissen, von denen ich die meisten gerne vergessen würde.

So konnte es vorkommen, dass Männer, die erst drei Tage zuvor bewusst das Wort »Geschlechterungerechtigkeit« in ihrem Gehirn von der einen in die andere Ecke geschoben hatten, mir lautstark Nachhilfe in Sachen Feminismus geben wollten. Andere Männer nutzten das dazugewonnene Feminismus-Label, um vor allem in sozialen Netzwerken auf Sympathiefang zu gehen – und am Ende eigentlich andere Transferprodukte zu bewerben: Musik, Kunst, Text, Bild, Ton oder einfach sich selbst.

Ebenfalls immer wieder gruseln mich jene Demos, bei denen es vor allem linke Mackertypen sind, die sich vorne das Mikro schnappen, um »Kein Gott, kein Staat, KEIN PATRIARCHAT!!!« zu brüllen – denn das kann ja sonst niemand anderes so gut. Das ganze habe ich übrigens auch schon bei feministischen Festivals erlebt, bei denen Typenbands ganz beherzt so viel Raum wie nur möglich einnahmen.

Dazu passt die Anekdote, die mir irgendwann eine der Gründerinnen der feministischen Partei DIE FRAUEN erzählte: Dort habe man es inzwischen aufgegeben, Männer als Mitglieder aufzunehmen. Die seien nämlich in der Regel immer schnellstens an allen anderen weiblichen Parteimitgliedern vorbeigerauscht, um mindestens Schatzmeister oder Fraktionsleiter zu werden. Hand aufs Herz: Ich kenne eigentlich keinen Feministen, der mir nicht auf den Keks geht.

Keks ist sowieso ein gutes Stichwort: Von allen feministischen Cis-Männern ist es nämlich vor allem der Keks-Feminist, der in freier Wildbahn am häufigsten vorkommt. Ihn und vier weitere typische Exemplare dieser Gattung möchte ich im Folgenden kurz vorstellen, muss jedoch betonen: Die Liste ist wahrscheinlich noch unendlich erweiterbar, und die Typen überschneiden sich teilweise.

1. Der Keks-Feminist

Der Keks-Feminist ist auf der Suche nach ständigen Belohnungen beziehungsweise erwartet diese auch – und zwar immer dann, wenn er etwas (vermeintlich) Feministisches gesagt/getan/gedacht/erahnt hat. Teilweise ist sein Feminismus auch einfach nur ein Akt der Kapitalerhaltung oder -mehrung, und zwar meist im sozialen Sinne: Keks-Feministen bewegen sich nämlich oft in Umfeldern, in denen feministische Einstellungen zum Grundrepertoire des Alltagsdenkens gehören.

Der Keks-Feminist ist eine äußerst beharrliche Gattung: Wenn er merkt, dass er den Cookie nicht bekommt, beharrt er im Notfall auf Brot. Der Keks-Feminist ist so sehr davon überzeugt, dass seine Arbeit honoriert werden muss, dass er gerne auch den Bezahlfeminismus anvisiert, und zwar, indem er versucht, sich berufsfeministisch zu etablieren. Beliebte Berufsfelder sind dabei für ihn journalistische Arbeit oder am besten gleich Tätigkeiten als Frauenbeauftragter. Damit teilt er sich einen Posten mit dem nächsten Exemplar: dem Breitbein-Feministen.

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Feminist Fun Friday: Die „Feminismus bringt mein Fass zum Überlaufen“-Edition

5. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 12 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Liebe Feminist_innen, eine wichtige Frage zum Freitag: Geht es euch auch häufig so, dass ihr einfach nicht wisst, mit welchen Themen ihr euch befassen könntet? Schon lange fällt euch nichts Produktives mehr für Texte ein? Männliche Perspektiven fehlen euch? Und dann sucht ihr auch noch händeringend die richtigen Mitstreiter_innen (oder Mitstreiter – let’s be honest!)?

Der Autor unserer hier vorgestellten Anfrage – ein selbsterklärter „Aktivist in vielen Bereichen“, oha – hat da einen Vorschlag parat: Feminismus müsse sich endlich den wirklich wichtigen Themen (…seinen…) widmen. Sonst wisse er aber leider auch nicht, was dieser Feminismus eigentlich sei. Im Grunde also ist unser FFF-Prachtexemplar ein potenzieller Verbündeter ™, wie ihn feministische Bewegungen immer bestens gebrauchen können: Ein Feminismus-Kommentator, der Ultimaten stellt für seine Benevolenz-Erwägung und dabei – ganz „Maskulismus [sic]-Worst-Of“ – Genitalverstümmelung, Intersex-Genitalverstümmelung eingeschlossen, relativiert. Mehr muss man dazu gar nicht sagen, lest einfach selbst…

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

Seid gegrüsst liebe Aktivist_innen (hoffe das so richtig zu schreiben!?)

Ich bin selber Aktivist in vielen Bereichen, wollte aber seit der Emma Kampagne für/⁠pro Genitalverstümmlung an Jungs nichts mehr von diesen „heuchlerischen Haufen“ wissen bis ich durch Zufall auf den Link letztens stieß [Link zu einem Blogartikel, der Vorhaut-Beschneidung mit Klitoris-Beschneidung gleichsetzt].

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