Einträge mit dem Tag ‘Iran’


Gute Vorbilder und Widerstand, der sich nicht unterkriegen lässt – kurz verlinkt

22. August 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 164 von 244 der Serie Kurz notiert

Im Nono Verlag ist ein neues Buch erschienen. Es trägt den Titel “Trans*_Homo. Differenzen, Allianzen, Widersprüche” und ist ein Begleitbuch zu einer Ausstellung, die von August bis November 2012 im Schwulen Museum in Berlin zu sehen sein wird.

Eine Nachricht, die wütend macht: Da in den letzten Jahren mehr Frauen als Männer Abschlüsse an iranischen Universitäten gemacht haben, sollen dort ab dem kommenden Jahr über 70 Bachelorstudiengänge nur noch für Männer zugänglich sein, berichtet dieStandard.at.

Der US-amerikanische Republikaner und Abtreibungsgegner Todd Akin hat mit bizarren Aussagen über Vergewaltigungen für Entrüstung gesorgt. (Hier gilt eine Triggerwarnung: Verharmlosung von sexualisierter Gewalt.) Jessica Valenti hat passende Reaktionen dazu zusammengestellt. Kate Clancy hat dazu noch etwas „wirkliche“ Wissenschaft zu Schwangerschaften nach Vergewaltigungen.

Nerdy Feminist hat darüber reflektiert, dass dicke Charaktere in Kinderserien und -filmen so gut wie immer negativ besetzt sind, und Kinder dadurch schon früh an Fatshaming heran geführt werden.

Trotz der Verurteilung zu zwei Jahren Lagerhaft lassen sich Pussy Riot nicht unterkriegen. Weitere Mitglieder der Band haben am Wochenende ein Lied zu dem Urteil ins Internet gestellt:

Apropos Pussy Riot: Die New York Times wirft die Frage auf, weshalb Pussy Riot in der “westlichen” Berichterstattung eigentlich so gut wegkommen, obwohl sie gegen Dinge protestieren, die auch im “Westen” noch zum Alltag gehören.

Die Herrenpflegeproduktmarke Axe macht wieder die Art von Werbung, die wir von ihr kennen (und kein bisschen lieben).

Die ARD wirft einen Blick in die Zeit um 1900. Die Ausstellung „Der Gelbe Schein“ behandelt Frauenhandel, Zwangsprostitution und Sexarbeit aus wirtschaftlicher Not zu dieser Zeit.

Jezebel berichtet anhand eines Interviews mit Rihanna, wie kompliziert die Gefühle von Personen sein können, die Gewalt in Beziehungen erleben mussten – und rät dazu, dass wir besser hinhören sollten, auch wenn uns das Gesagte vielleicht nicht immer gefällt.

Noch etwas Schönes zum Schluss: Weil sein fünfjähriger Sohn gerne Kleider und Röcke trägt, und damit in der Süddeutschen Provinz relativ allein darsteht, hat Nils Pickert beschlossen, sich ihm anzuschließen um ein gutes Vorbild für sein Kind darzustellen. Bitte mehr davon!

Terminhinweis für morgen, den 23. August. In Kiel ist Tag der Offenen Tür beim Frauennotruf.


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(Keine) Witze über Vergewaltigungen und ein Viagra-Gesetz – kurz verlinkt

21. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 144 von 244 der Serie Kurz notiert

In Guatemala kümmert sich endlich eine Polizei-Einheit um „Femizide“ – besonders brutale Morde, denen speziell Frauen zum Opfer fallen. Bereits seit letztem Jahr gibt es ein Gesetz dagegen, so Feministing, bisher sind die Aufklärungs- und Ver­ur­teilungs­raten aber weiter unteriridisch.

Rosa Ecard mit einer jungen Frau die zu einem Mann sagt: I see, so if I don't have sex with you I'm a prude bitch, if I use the pill I'm a slut, if I get pregnant I'm an idiot and if I choose abortion I'm Satan. Yay.

Ah, wenn ich keinen Sex mit Dir habe, bin ich eine prüde Zicke, wenn ich die Pille nehme eine Schlampe, wenn ich schwanger werde eine Idiotin und wenn ich dann eine Abtreibung wähle, Satan. Juchu.

Die Debatte um Essstörungen hat zwar begonnen, in den Köpfen von Eltern ist das Thema aber noch nicht ganz angekommen berichtet die Zeit. Viele erkennen Probleme nicht rechtzeitig: Lieber eine dünne Tochter als eine dicke, denn Dünnsein ist die soziale Norm.

Die Gruppe Women Against Sanctions, War and Militarization of Middle East will von Feminist_innen aus der ganzen Welt wissen, wie sie einen Krieg gegen den Iran beurteilen und welche Auswirkungen es für die Frauen in der Region bedeutet. Die Antworten, etwa von Judith Butler und Shirin Ebadi, veröffentlichen sie auf ihrem Blog.

Für den Autoren der Süddeutschen geht es in der schwedischen Debatte um geschlechtergerechte Sprache um Bevormundung – dort ist ein Kinderbuch erschienen, das konsequent auf geschlechtsneutrale Bezeichnungen setzt.

Die Progress hat Katja Kullmann interviewt; zu perfekten Lebensläufen, Feminismus heute und „Mädchen und Missys“.

Besser aber noch nicht gut genug ist die weltweite Situation von Schwangeren vor, während und nach der Geburt. Die Weltbank setze zuviel auf überteuerte Gutscheine und kredit-finanzierte Programme kritisiert der Guardian. Dass jedes Jahr zehntausende Frauen bei unsicheren Abtreibungen sterben, werde fast völlig ignoriert.

Lesenswert: Le Monde Diplomatique berichtet aus dem Jemen über Frauen wie die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman und Gleichberechtigung in Zeiten der Revolution.

Nicht Feministinnen halten alle Männer für Vergewaltiger – Vergewaltiger tun es. Eine Perspektive, die sich auch in Witzen über Vergewaltigung niederschlägt. Männer sollten sich daher fragen, so Organon, wer über einen Witz lachen kann – Opfer oder Täter_innen – und wen sie damit unterstützen.

Der „War on Women“ in den USA geht weiter: Ein neues Gesetz in Arizona könnte Arbeitgeber_innen erlauben, ihre Angestellten zu feuern, wenn diese die Pille nehmen – es sei denn, diese beweisen, dass sie das aus „nicht-sexuellen“ Gründen tun. Im Texas Observer berichtet eine Frau über den Horror, vor einer Abtreibung unnötigen und demütigenden Prozeduren und Wartezeit ausgesetzt zu sein.

Im Staat Ohio hat dagegen Senatorin Nina Turner ein Gesetz zum Schutz von Männern vorgeschlagen. Bevor sie Viagra verschrieben bekommen, sollten sie künftig besser über die Nebenwirkungen aufgeklärt werden und einen Sex-Therapeuten aufsuchen, um psychologische Probleme auszuschließen. Einen anderen Ansatz verfolgt das Snatchel Projekt. Es ruft auf, den Kongress­männern Gebärmütter zu stricken – wenn sie eigene hätten, würden sie die der Frauen vielleicht endlich in Ruhe lassen.

Terminhinweise, auch für den Sommer, und ein Call For Papers nach dem Klick (mehr …)


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Muschiballett, Konsensdebatten und viel Lesestoff – kurz verlinkt

7. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 142 von 244 der Serie Kurz notiert

Die Debatte um enthusiastischen Konsens und ob Frauen vergewaltigen können, führt discipline and anarchy weiter.

Auf die Probleme, auf die behinderte Frauen mit Kinderwunsch stoßen, weist die Süddeutsche hin. Morgen gibt es dazu auch eine Infoveranstaltung der Netz­werk­frauen Bayern.

Neuer Monat, neuer Lesestoff: die neue an:schläge zum Thema „Gehirn“ ist da und die aktuelle aep  (Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft) mit dem Titel „rolle rückwärts – rolle vorwärts“ ist ebenfalls erschienen.

Serielle Monogamie sei „schlechte Propaganda“ befindet DNLee im Scientific American Blog. Die Ratschläge richteten sich vor allem an Frauen und seien damit nur eines: sexistisch.

Sarah Diehl schreibt im Prager Frühling über Selbsthilfe bei fehlendem Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen.

Filia.die Frauenstiftung sucht für ihren Mädchenbeirat junge Frauen im Alter von 14 bis 20 aus dem Norden Deutschlands. Wer Interesse hat, kann das Be­wer­bungs­formular (als pdf auf der Internetseite) bis zum 26. März ausfüllen und abschicken.

Schon vom letztem Jahr aber immer noch aktuell: Interview mit Gerdrun vom Muschiballet in der Jungle World.

Die NDR Info-Sendung „Frauenbewegung im Islam“ könnt Ihr im Podcast nachhören.

Mehr Bewußtsein von Journalist_innen zum eigenen Weißsein wünscht sich Noah Sow und fragt im Migazin: „Sich ins 21. Jahrhundert zu begeben, wie soll das Nachteile haben?“

Zähe Aufarbeitung eines alten „Frauenthemas“: Seit 14 Jahren wird in Dortmund ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung geplant. Doch immer wieder gibt es Ärger mit der Stadtverwaltung und der evangelischen Kirche, so die Welt.

Unterirdisch bleibt auch der Frauenanteil in den Medien. Gerade einmal 17 Prozent machen sie in den Nachrichten aus – und die Hälfte der Berichterstattung widmet sich Angela Merkel, berichtet der Media Tenor.

Im Konflikt zwischen FIFA und dem Iranischen Fußballverband (wir berichteten) hat es endlich eine Einigung gegeben. Wie die Ärztezeitung schreibt, wird ein neues Hijab-Modell eingeführt, das sich beim Ziehen öffnet und damit beiden Verbänden genehm ist.

Passend zum morgigen Internationalen Frauen(kampf)tag geht die Junge Welt der Frage auf den Grund, ob Clara Zetkin, die Erfinderin des Frauentags, eine Anti­femi­nistin gewesen ist und befindet: Quatsch!

Nach dem Klick noch drei Termine (einer mit Reisestipendien nach Argentinien) (mehr …)


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Abstimmen beim Zukunftsdialog und neue homophobe Gesetze – kurz verlinkt

29. Februar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 141 von 244 der Serie Kurz notiert

Im Zukunftsdialog mit der Bundeskanzlerin werden derzeit ja Vorschläge zur Frage „Wie wollen wir zusammenleben?“ gesammelt. Wie wäre es mit mehr Diversity und weniger Rassismus?

Wie sollten Autor_innen mit Kritik umgehen? Was gar nicht geht: „das ist alles gar nicht problematisch und ihr regt Euch sinnlos drüber auf“. Jeph Jaques, Schöpfer des Webcomic Questionable Content über Intention und negative Signale.

Gestern zeigte Frontal21 einen Bericht über die (katastrophale) Situation von Hebammen in Deutschland, die freiberuflich Geburten begleiten. Trotz Versprechen der Politik hat sich seit den Protesten 2010 nichts mehr getan. Nachzuschauen ist er in der Mediathek.

Mutterschaft als patriarchales Konstrukt – am Beispiel der Serie Mad Men. Mamas Digest in DieStandard.at verbindet Mutter Betty mit der feministischen Theoretikerin Adrienne Rich. Die Princess Free Zone hat die Legowerbung von neulich einmal aufgearbeitet:

Links eine Legowerbung von 1982 mit einem rothaarigen Mädchen, das stolz ihr Legowerk in die Kamera hält, rechts ein Foto eines Mädchen von 2012 das ebenfalls ein buntes Gebilde hochhält. Darunter die Schrift: Children haven't changed. We have.

Mit freundlicher Genehmigung von Michele Yulo

Dear shitbag” beginnt der Brief einer College-Studentin an ihren Vergewaltiger. In deutlichen Worten beschreibt sie ihren Kampf, ihre Angst und ihre Probleme, das Erlebte zu verarbeiten, daher auch eine Triggerwarnung.

Die Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA) prangert Geldverschwendung des afghanischen Bildungsministeriums an. Von 5,8 Millionen Dollar würden 80 Prozent verschwendet und z.B. nicht mehr tätigen Lehrern gezahlt. (Triggerwarnung für den Header)

Im Iran stehen am Freitag die Parlamentswahlen an. Im Vorfeld werden Blogger_innen massiv eingeschüchtert, berichtet SpiegelOnline. Besonders betroffen sind auch Frauenrechtlerinnen.

Die Medizinkarriere ist weiter männlich, stellt die Ärztezeitung fest. Und das obwohl Medizinstudentinnen inzwischen in der Mehrheit sind.

Die Jugendsendung Yourope von arte hat sich zuletzt dem „Feminismus im 21. Jahrhundert“ gewidmet – leider auch mit so einigen antifeministischen Klischees.

Nach dem ugandischen Gesetz gegen Homosexualität gibt es nun leider auch in Liberia einen entsprechenden Vorschlag, berichtet Global Voices. Die Präsidentin und Friedesnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf schweigt dazu bisher.

Nach dem Klick die Termine (mehr …)


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Blick zurück für den Blick nach vorn – Frauen im Mittleren Osten

23. Januar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 59 von 83 der Serie Die Feministische Bibliothek

Rotes Buchcover mit einem Bild auf dem ca. 20 Mädchen und junge Frauen zu sehen sind.Mit den Revolutionen in Tunesien und Ägypten vor knapp einem Jahr ist auch eine weitere Frage immer wieder aufgetaucht: Wie steht es um die Frauen in Nordafrika, bzw. dem Mittleren Osten? Das Buch “Women and the Family in the Middle East” beleuchtet historische Entwicklungen, von den zwanziger Jahren bis in die Achtziger. Betrachtet werden zehn Länder, vom Irak über Ägypten bis zum Sudan, sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Außen vor bleiben die Länder “ohne westlichen Einfluß” und Kolonialzeit, der Jemen und Saudi-Arabien, trotzdem ist dies schon ein weites Feld. Darüberhinaus werden die Themen Familie, Arbeit, Religion, Krieg & Revolutionen, Identität und Gesundheit & Erziehung betrachtet – eine umfassende Analyse gibt es daher nicht.

Stattdessen gleicht das Buch einem Puzzle, in dem sich wissenschaftliche Abhandlungen, persönliche Berichte und Fiktion in Form von Gedichten und Geschichten abwechseln. Die einzelnen Texte sind, so verschieden sie auch sind, stets gut zu lesen und verständlich. Der Versuch, das Buch in einem Rutsch zu lesen, muss an der Vielfalt der Themen allerdings scheitern. Umso mehr Sinn macht es, sich einzelne Texte herauszusuchen und mit dem heutigen Stand zu vergleichen. So wurde etwa in Libyen die radikale Gleichstellung von Männern und Frauen geplant. Dass es dazu niemals kam, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Situation.

The problem with “starting from reality” is that, without a clear policy of change, one tends to get stuck there. (Das Problem mit dem „Beginn in der Realität“ ist, dass man ohne klare Vorgaben zur Veränderung stecken bleibt.) (mehr …)


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Norwegen, Hollaback und Funfeminismus – kurz notiert

10. August 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 117 von 244 der Serie Kurz notiert

Hege Dalen und Toril Hansen haben beim Attentat auf Utøya 40 Jugendliche gerettet. Komischerweise wird kaum über sie berichtet, denn als lesbisches Paar passen sie nicht ins übliche Heldenschema. Mehr Gedanken dazu beim Guardian und ein Portät der beiden gibt’s auf queer.de (Anmerkung: Für Hansens Vornamen finden sich zwei Schreibweisen, Toril und Torill. Wer weiß, welche die richtige ist?)

Die Taz stellt ihollaback.org vor, eine Webseite, auf der Frauen von Belästigungen berichten und ihre Wut los werden können.

Der Freitag porträtiert die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars versucht Frauen mit einer Karikatur zum Kopftuchtragen zu überreden, denn sonst schrumpfe das Gehirn. Golnaz Esfandiari ist nicht begeistert.

In Australien hat ein erster Schönheitswettbewerb für Mädchen eine Kontroverse ausgelöst. Protestant_innen forderten, derartige Wettbewerbe zu verbieten, so die Ärztezeitung.

Teresa Bücker schreibt auf faz.de über eine neue Strategie der VZ-Netzwerke, ihren Mitgliederschwund aufzuhalten: Die Nutzerinnen werden aufgefordert, sich auszuziehen.

Einen „Jihad gegen Gewalt“ haben muslimische Norwegerinnen ausgerufen. Mit Workshops wollen sie vor allem Mütter erreichen, berichtet die New York Times. Viele könnten Fragen ihrer Kinder zum Islam nur schlecht beantworten, da sie nie Religionsunterricht hatten. Mehr Wissen helfe darüberhinaus auch gegen die Angriffe von Islamkritiker_innen.

„Ehren“-Verbrechen sind im Libanon künftig kein Grund mehr zum Herabsetzen des Strafmaßes. Nadine Moawad freut sich und hofft nun, dass auch ein Gesetz zum Schutz von Frauen vor familiärer Gewalt vom Parlament abgesegnet wird.

Feministin, aber bloß keinen Mann vor den Kopf stoßen – Julie Bindel stößt sich im New Statesman am neuen “Funfeminismus” und fordert eine Rückbesinnung auf radikalere Ansätze. Leider schmeißt sie dabei viele verschiedene Dinge in einen Topf und beginnt wieder einmal mit „zweite Welle vs. dritte Welle“.


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Playboy-Fotos und Kopftuchstreit: News zur WM 2011

21. Juni 2011 von Nicole

Wenige Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2011 am kommenden Sonntag gibt es noch einmal eine kleine Presserundschau bei uns:

Im Tagesspiegel schreibt Nadine Lange über WM-Werbung mit Sexappeal und die Playboy-Fotos der Nicht-WM-Teilnehmerinnen

Ein Porträt von Sinem Turac, türkischstämmige Schiedsrichterin aus Berlin, gibt es bei der Deutschen Welle.

Das Netzwerk Football against Racism in Europe, FARE, fordert im Kopftuchstreit zwischen Fifa und Iran (wir berichteten) den internationalen Fußballverband auf, das Hijab-Verbot zurückzunehmen.

Zum Frauenfußball aus Sicht der Geschlechterforschung gibt es bei der Böll-Stiftung einen längeren Text von Johanna Wirxel.

Daniel Meuren, dessen Absatzkick-Kolumne auf faz.net eine Dauerempfehlung ist, war beim Training des Teams aus Äquatorialguinea und liefert mal ein paar Hintergründe, die nicht überall zu lesen sind.

In der taz ärgert sich Jana Petersen über sexualisierte Fankleidung zur WM.

Bei Zeit Online schreibt Heike Faller schöne Sachen über Frauenfußball: jungenhaft, mädchenhaft, sportlich, sexy – geht alles zusammen.

Im Hamburger Abendblatt vertritt Iris Hellmuth ihr Recht, sich als Frau nicht für Frauenfußball zu interessieren.

In der Augsburger Allgemeinen (danke für den Hinweis!) tut Tilmann Mehl das ebenfalls, als Mann allerdings. Und wir erfahren noch, dass “der Augsburger” sich nicht von Medienkampagnen irgendwohin locken lässt. Ein weiterer Leserinnenhinweis auf einen Artikel: “Warum müssen Frauen überhaupt versuchen, es in allen Bereichen den Männern gleichzutun?”, fragt Jörg Rinne in der Neuen Westfälischen.

Ein kleiner Blog-Zwischenruf von Ninia: Der reicht’s. Fußball oder nix.

Veranstaltungen
Zusammenschauen: Das Blogprojekt Spielfeldschnitte lädt zum gemeinsamen WM-Gucken ins Hamburger Gängeviertel

Das Missy Magazine, der Fußballladen Goal, die Maiden Monsters und Etsy laden am 9. Juli in Berlin zu den ersten internationalen Hoffestspielen.


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Spielabbruch und Kopftuch: Fifa vs. Iran

7. Juni 2011 von Nicole


Eine neue Runde im Streit zwischen dem Weltfußballverband Fifa und dem Iran: Das Nationalteam der Frauen trat vor einigen Tagen zu einem Olympia-Qualifikationsspiel in Jordanien mit Hijab und langer Spielkleidung, die Arme und Beine bedeckt, an. Nach der Weigerung der iranischen Team­verantwortlichen, die Kleidung (insbesondere das Kopftuch) abzulegen, wurde die Partie von den Fifa-Schiedsrichtern abgesagt und mit 3:0 für Jordanien gewertet. Einen Protest des Iran hat die Fifa inzwischen abgelehnt. Kopfbedeckungen, die Hals und Ohren bedecken, sind nach den Regeln des Weltverbandes verboten, ebenso wie religiöse Symbole (Letzteres bezog sich meiner Erinnerung nach vor allem auf die Jesus-Botschaften auf den T-Shirts brasilianischer Spieler).

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Iranische Fußballerinnen mit Kappe statt Kopftuch

17. August 2010 von Nicole

Derzeit finden in Singapur die Olympischen Jugendspiele für 14- bis 18-jährige Sportlerinnen und Sportler statt, übrigens zum ersten Mal. Neben der Frage, wozu eigentlich eine weitere Riesenveranstaltung unter dem des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zumal mit Minderjährigen nötig ist (und der naheliegenden Antwort: zum Geldverdienen) sorgte im Vorfeld ein weiteres Thema für Aufregung: Die Fifa nämlich hatte das iranische Mädchenteam, das im Hijab antreten wollte, von der Teilnahme ausgeschlossen, weil laut Reglement eine Kopfbedeckung für Spieler_innen verboten ist. Wir berichteten kurz. Verhandlungen zwischen Fifa, Nationalem Olympischen Komitee und Sittenwächtern im Iran führten schließlich zu einem Kompromiss, einer Art Kappe statt Kopftuch, mit der wohl alle Seiten leben können.

Den Praxistest gab es für die iranischen Spielerinnen bisher in zwei Partien: Das erste Spiel ging zwar mit 2:4 gegen die Türkei verloren, gegen Papua-Neuguinea gab es dafür am Sonntag einen 1:0-Sieg. Die Bekleidungsdebatte im Sport wird damit jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht abgeschlossen sein. Allein aufgrund ökonomischer Interessen ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwa in Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saubi-Arabien ein großes internationales Sportevent stattfindet. Die Teilnahme von Frauen und die Bedingungen dafür werden dann auch auf der Tagesordnung stehen.


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Aktivismus, Bravo, Sex, Kinderbekleidung, schwule Männer, Rabenmütter und Steinigung im Iran

12. August 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 56 von 244 der Serie Kurz notiert

Jessica Valenti schreibt über ein wichtiges Thema: Wie viel ist uns feministischer Aktivismus wert?

Die Jungle World hat eine Analyse zur Darstellung von Homosexualität in der Jugendzeitschrift “Bravo”.

Schwule Männer sind auch heute noch vom Blutspenden ausgeschlossen, weil sie zu einer HIV-Risikogruppe gehören, berichtet Tagesschau.

Auf feministe findet ihr einen ausführlichen und persönlichen Beitrag zum Thema “sluthood” (“Schlampentum”), der mit vielen der gängigen Mythen und Vorurteilen aufräumt.

Auf Heise gibt es einen Bericht zum Thema “Rabenmütter

Eine amerikanische Studie nimmt arbeitenden Müttern von Kleinkindern das schlechte Gewissen: Selbst wenn Kinder schon unter einem Jahr außerhalb betreut werden, gebe es keine nachteiligen Effekte auf die Entwicklung.

Anne Roth macht auf eine Kolumne von Mely Kiyak aufmerksam, die sich in die Situation einer Frau versetzt, die zur Steinigung verurteilt worden ist. Es geht um Sakineh Ashtiani, der im Iran Ehebruch vorgeworfen wird, wofür sie im Mai 2006 erstmalig verurteilt wurde. Eine weltweite Protestkampagne hatte die Hinrichtung im Juli 2010 verhindert. Das Todesurteil wurde jedoch noch nicht aufgehoben – die Petition könnt ihr hier unterschreiben.

Sociological Images freut sich über ein Geschäft, das geschlechtsneutrale Kleidung für Kinder anbietet.


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