Einträge mit dem Tag ‘gute Neuigkeiten’


Auschwitz, Mädchensicherheit und Missy Eliott – kurz verlinkt

3. Februar 2016 von der Mädchenmannschaft

„Ich weiß, ich weiß, ich habe nur ein einziges Thema, den Holocaust. Mein Leben ist Auschwitz“, sagt Éva Fahidi, hebt die Arme, lässt sie durch die Luft schweben. Fahidi hat beschlossen, nicht nur über Auschwitz zu reden und über Auschwitz zu schreiben, sondern jetzt auch über Auschwitz zu tanzen. Mit 90, berichtet die Sueddeutsche.

Jetzt unterschreiben: Eine Petition der Interventionsgruppe Kolonialgeschichte richtet sich an den Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte und fordert: „Genehmigen Sie die Umbenennung von Straßen mit kolonialrassistischen Namen in Berlin Mitte.

mädchensicherinklusiv-nrw.de, ein Projekt des Mädchenhaus Bielefeld e.V., ist online: Die barrierearme Webseite ist ein Informations- und Beratungsportal für Mädchen und junge Frauen mit Behinderung/chronischer Erkrankung und steht auf Deutsch, in Leichter Sprache und auf Türkisch zur Verfügung.

Der „Landesfilmdienst Sachsen“ startet unter dem Titel „Medien machen Teilhabe“ ein Modellprojekt zur selbstbestimmten Teilhabe an Medien für behinderte Menschen und Fachkräfte. Es werden verschiedene Workshops angeboten. Alle Informationen gibt es auch in leichter Sprache.

englischsprachige Links

 Why Missy Elliott’s feminist legacy is criminally underrated  wird auf Dazed begründet.

Die elfjährige Marley Dias hatte keinen Bock mehr auf Bücher „über weiße Jungs und Hunde“ und begründete #1000BlackGirlsBooks

eine Debatte um kulturelle Aneignung gibt es derzeit um das neue Video mit Beyoncé


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Die Mädchenmannschaft gratuliert…

7. Oktober 2011 von Verena

Leymah Roberta Gbowee, Ellen Johnson-Sirleaf und Tawakkul Karman zum diesjährigen Gewinn des Friedensnobelpreises! Die beiden Liberianerinnen und die Jemenitin werden mit dem 1,1, Millionen Dollar dotierten Preis für ihr Engagement zur Stärkung der Frauen geehrt. Glückwunsch!!!


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Für besseren grenzüberschreitenden Opferschutz

5. Oktober 2011 von Franziska

Salut,

Vor mehr als einem Jahr wurde die Europäische Schutzanordnung auf Initiative von zwölf Mitgliedstaaten der EU (Belgien, Bulgarien, Spanien, Estland, Frankreich, Italien, Ungarn, Polen, Portugal, Rumänien, Finnland und Schweden) auf die europäische Agenda gesetzt. Ziel war es, Opfern von Gewalt die Mobilität innerhalb der Europäischen Union zu erleichtern, indem zum Beispiel Schutzanordnungen auch in anderen EU-Ländern anerkannt werden.

Bereits im Dezember 2010 hatte sich das Europaparlament klar für mehr grenzüberschreitenden Opferschutz ausgesprochen: So forderten die Abgeordneten, dass Opfer von Gewalt (hauptsächlich Frauen, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt werden, aber auch Kinder und Männer) eine Europäische Schutzanordnung in einem Mitgliedstaat der EU beantragen und diese dann in einen anderen Mitgliedstaat mitnehmen können (z.B. bei einem Umzug von Deutschland nach Spanien). Dort werden dann die entsprechenden Schutzmaßnahmen – egal, ob zivil-, straf- oder verwaltungsrechtlicher Art – getroffen. Außerdem sollte die Schutzanordnung viel Flexibilität bei der Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bieten, das heißt, dass sowohl Zivil-, Straf- und Verwaltungsbehörden die Schutzanordnung ausstellen können. Das würde die Zusammenarbeit der Behörden erheblich vereinfachen. Außerdem soll auch der/die Täter_in, von dem/der die Gewalt ausgeht, angehört werden.

Jedoch kam es im Rat der EU, also auf Ebene der Mitgliedsstaaten, zu Widerstand gegen die klaren Forderungen des Parlaments. Besonders Österreich, die Tschechische Republik, Deutschland und die Niederlande blockierten lange Zeit eine Einigung im Rat. Doch nun gibt es ein Happy End: Der Rat hat einen Kompromisstext angenommen, der in Verhandlungen mit dem Europaparlament entstanden ist und auch von der Europäischen Kommission akzeptiert wird. Er hat die Forderungen des Parlaments zum großen Teil aufgenommen. Einer erneuten Annahme des Parlaments bei seiner nächsten Straßburg-Sitzung steht nun nichts mehr im Weg. Die Richtlinie zur Europäischen Schutzanordnung muss dann innerhalb von drei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden.

Viele Grüße aus Brüssel,
eure Franzsika


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Happy End für Malta

31. August 2011 von Franziska

Salut,

in meinem Beitrag vom 25. Mai habe ich euch bereits von dem spannenden Referendum in Malta berichtet, in dem es um die Einführung des Rechts auf Scheidung ging. Am 28. Mai haben sich 53,2 Prozent der Malteserinnen und Maltesen für und 46,8 Prozent gegen das Recht auf Scheidung ausgesprochen – das Referendum war somit erfolgreich!

Nun ist der nächste große Schritt geglückt: Zwei Monate nach dem historischen Referendum wurde der Wille der Mehrheit der Malteserinnen und Malteser in ein Gesetz umgewandelt. Am 26. Juli stimmten 52 Abgeordnete für und nur 11 gegen (5 Enthaltungen) das Gesetz, das eine Scheidung ermöglicht. Obwohl der Premierminister Lawrence Gonzi vor dieser Abstimmung einwilligte, den Willen des Wahlvolkes zu berücksichtigen, stimmten er und seine FraktionskollegInnen der Nationalist Party gegen das Gesetz. Trotz dieser Gegenstimmen hat Maltas Präsident George Abela das Gesetz jedoch unterschrieben – im Oktober soll es in Kraft treten.

Im katholischen Malta wurde Scheidung lange Zeit als Gefahr für ein harmonisches Familienleben gesehen und war auf Druck von Kirche und Regierung verboten. Lediglich Trennung und Aufhebung waren nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Ehegesetz vorhanden, aber ohne rechtliche Absicherung. Doch nun hat auch das letzte EU-Land die Möglichkeit zur Scheidung geschaffen. Die MalteserInnen haben es so entschieden.

Eure Franziska


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Schlampen und Schützinnen – die Blogschau

21. August 2011 von Anna-Sarah

Letzten Samstag wurde deutschlandweit geslutwalkt (siehe auch unser aktuelles Dossier), was auf ein großes Medienecho stieß.  Auch die heutige Blogschau widmet sich vornehmlich der Nachlese des wohl wichtigsten feministischen Großereignisses, das hierzulande in den letzten Wochen stattfand.

Impressionen vom Slutwalk in Berlin berichten die Ruhrbarone und Kweens.

Einen Demo-Bericht gibt es auch in der taz, wo der Slutwalk als explizit feministische Aktion eingeordnet wird. Neben Hintergründen und Ausblicken werden auch den hier bereits thematisierten negativen Aspekten der grundsätzlich ja durchaus angestrebten Öffentlichkeitswirksamkeit der Slutwalks  Raum gegeben.

Paula ärgert sich über das Auseinanderklaffen von Realität und medial vermitteltem Eindruck der Slutwalks und veranschaulicht diese Diskrepanz, indem sie selbst aufgenommene Fotos vom Slutwalk Berlin  dem jeweils ersten Satz aus Online-Artikeln gängiger Massenmedien entgegensetzt. Gute Idee!

Zum nochmal selber nachgucken: Viele schöne, lustige oder auch ärgerliche Bilder und Eindrücke vom Slutwalk Berlin bieten – neben den diversen Slutwalk-Seiten im Netz und auf Facebook – der entsprechende youtube-Channel sowie der  Fotopool auf flickr, der mit selbst geschossenen Fotos befüllt werden kann. Slutwalk-Bilder gibt es auch von Barbara Muerdter und dem Kotzenden Einhorn.

Spreemieze schenkt uns einen persönlichen Blick auf die Slutwalkbewegung vor dem Hintergrund eigener Gewalterfahrungen und erinnert an machtvolle Vergewaltigungsmythen.

Noch  Schwung vom Slutwalk und Power, weiterzumachen?  Das Mädchenblog stellt noch einmal die Hollaback!-Bewegung vor, die inzwischen auch in Berlin und Dortmund vertreten ist und sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit vernetzt „Erfahrungen mit sexualisierten Übergriffen öffentlich zu machen, zurück zu pöbeln (das bedeutet Hollaback! übersetzt) und den alltäglichen Sexismus zur Sprache zu bringen“. Außerdem wird erläutert, wie mitgemacht werden kann.

Ein „weiblicher Ninja“ in der Tasche, der bei Pöbeleien gegen lesbische Mädchen eingreift: Eirika (18) aus Reykjavik hat diese Idee in ihrem Kurzfilm ‚Doppelaxt‘, einem von drei Kurzfilmen, die bei einem Workshop des Dortmunder Medienprojekts queerblick e.V. während eines Sommercamps vom Jugendnetzwerk Lambda entstanden sind, umgesetzt. Insgesamt „20 schwule, lesbische und transidente Jugendliche aus Island, Frankreich, Israel, Finnland und Deutschland“ haben laut queerblick e.V. ihre eigenen Kurzfilme produziert. Zu sehen sind die Filme im einer Spezialausgabe des Magazins ‚queerblick‘, die von den Workshopteilnehmer_innen selbst moderiert wurde.

Nadine hat hier bereits über Störerabwehr per Wasserbomben berichtet, wie sie die Frankfurter Slutwalker_innen vorgemacht haben. Ein Zurückschießen ganz anderer Art:  Der Schützenverein Schwitten im Sauerland hat im dritten Anlauf eine Satzungsänderung beschlossen, nach der nun auch Frauen in den Verein aufgenommen werden dürfen. Angeblich folgt er damit einem Trend.

Last not least ein Terminhinweis für alle (Wahl-)Berliner_innen und/oder Reisefreudigen: Ab 25. August soll in Berlin an jedem letzten letzten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Sonntagsclub ein Stammtisch für alle Bisexuellen stattfinden. Laut Eigeninfo will der Bi-Stammtisch Berlin allen Bisexuellen, Unentschlossenen und Neugierigen die Möglichkeit geben, in fröhlicher Runde  zwanglos miteinander ins Gespräch zu kommen.


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Europaweit gegen Gewalt

29. Juni 2011 von Franziska

Salut,

es gibt gute Nachrichten auf europäischer Ebene! Der Europarat hat eine Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt verabschiedet. Der Europarat ist jedoch kein Organ der EU, sondern eine eigenständige internationale Organisation von 47 Staaten (darunter auch Russland und die Türkei) und sieht sich selbst als Forum für europäische Debatten und als Gremium zur Stärkung der europäischen Zusammenarbeit. Der Europarat kann keine Gesetzesvorschläge machen, sondern lediglich Konventionen verabschieden, die dann von den Mitgliedesstaaten ratifiziert und in nationales Recht umgesetzt werden müssen.

In seiner Sitzung am 7. April 2011 hat der Europarat die Konvention angenommen und ebnet damit endlich den Weg für einen europaweiten Standard in Sachen Schutz der Frauen vor allen Formen von Gewalt. Gleichzeitig hat der Europarat auch ein Monitoring-System zur Verfolgung der wirksamen Umsetzung der Konvention verabschiedet. Hauptbestandteile der Konvention sind:

  • Gewalt gegen Frauen wird als Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung angesehen.
  • Erste internationale Definition von „gender“ als sozial konstruierte Rollen, Verhalten, Aktivitäten und Attribute, die eine Gesellschaft für Frauen und Männer für angemessen hält, und geht damit erstmals über die biologischen Eigenschaften hinaus.
  • Klare Straftatbestände wie z.B. Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, Stalking, Zwangsabtreibung etc., die in einigen Ländern nun in die Rechtsordnungen aufgenommen werden müssen.

Bei der Sitzung des Ministerkommittees am 11. Mai in Istanbul haben 13 Mitgliedsstaaten, darunter Österreich, Finnland, Frankreich und Deutschland die Konvention* unterzeichnet. Damit ist die Konvention gültig und muss von den Vertragsstaaten umgesetzt werden. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die EU auch unterzeichnet. Falls ja, ergeben sich neue Spielräume für EU-weite Regelungen in Sachen Schutz vor Gewalt, zum Beispiel für die Europäische Schutzanordnung.

*Deutschland hat bezüglich eines Artikels der Konvention einen sog. Vorbehalt eingelegt:

Art. 59
Abs. 2 Die Vertragsparteien ergreifen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Opfer die Aussetzung des Abschiebeverfahrens beantragen können, wenn es um Aufenthaltsrechte als Familienangehörige geht
Abs. 3 Parteien sollen einen verlängerbaren Aufenthaltstitel für Gewaltopfer verleihen, wenn:
– der Aufenthalt nach Ansicht der zuständigen Behörde aufgrund der persönl. Situation notwendig ist,
– der Aufenthalt nach Ansicht der zuständigen Behörde für die Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden des Strafverfahrens notwendig ist.

Bis zum nächsten Mal, viele Grüße! Eure Franziska

P.S. In meiner letzten Post aus Brüssel berichtete ich euch vom Scheidungs-Referendum in Malta, das am 28. Mai stattgefunden hat. Hier nun das Ergebnis: 53,2% für und 46,8% gegen das Recht auf Scheidung. Wie schon erwähnt, leider ist es nur „moralisch bindend“, das heißt, es gibt keine Rechtsverbindlichkeit. Mehrere maltesische Abgeordnete haben in Interviews geäußert, dass sie sich an das Ergebnis des Referendums halten würden. Einige wenige haben jedoch auch angekündigt, keine Rücksicht auf das Ergebnis zu nehmen. Um tatsächlich ein Scheidungsrecht in Malta einzuführen, bedarf es eines Legislativprozesses im maltesischen Parlament.


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Nominiert!

11. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft

Die Nominierungen für den diesjährigen Grimme Online Award wurden jetzt bekannt gegeben. Darunter auch –  Tusch! – Kübra Gümüsay für ihr Blog ein fremdwörterbuch. Bei uns veröffentlicht Kübra regelmäßig ihre taz-Kolumne „Das Tuch“, die ihr unter der Rubrik „Das Wort zum Freitag“ lesen könnt. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen ihr doll viel Glück für die Verleihung am 22. Juni. Go Kübra go!


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Ein Schritt vor und einer zurück in Pakistan

27. April 2011 von Helga

In Ausweispapieren haben die Hijras Pakistans (Mann-zu-Frau-Transgender) schon eine Weile ihre eigene Kategorie – gestern wurde diese nun bestätigt. Laut The News werden sie künftig auch erben können. Außerdem verbot Iftikhar Muhammad Chaudhry, der Oberste Richter, die Durchführung von „Ge­schlechts­veri­fi­kations­pro­zessen“ und kündigte an, Belästigung durch die Polizei härter zu bestrafen.

Letzteres ist dringend notwendig, da die Polizei Frauen und Transgender zu oft nicht ernst nimmt. Weltweite Schlagzeilen machte daher 2002 Mukhtaran Mai, die ihre Vergewaltiger bei der Polizei anzeigte. Fünf ihrer sechs Peiniger sind vor kurzem endgültig freigesprochen worden, die Todesstrafe des sechsten zu lebenslänglich umgewandelt. Die Gerichte beriefen sich dabei auf mangelnde Beweise, ein Umstand dessen Ursache Mai noch tiefer sieht: „Die Polizei hat nicht einmal meine eigenen Aussagen ordentlich aufgenommen.” sagte sie der BBC.

Helfen soll da der Einsatz weiblicher Polizeikräfte – das deutsche Auswärtige Amt sponsort seit 2009 eine Trainingsschule speziell für angehende Polizistinnen.


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Mehr Demokratie – mit und von Frauen!

15. März 2011 von Helga

Nicht nur bei den Revolutionen in Ägypten und Tunesien haben Demonstrantinnen und Aktivistinnen eine wichtige Rolle gespielt – auch in anderen Ländern gibt es derzeit noch Proteste und Frauen sind aktiv dabei. Für Demokratie und für Frauenrechte.

So begannen die Konflikte in Libyen mit einem Sit-In von Richter_innen, Anwältinnen und Anwälten. Das Radio Netherlands stellt die Anwältin Salwa Bugaigis vor, sie ist die Organisatorin des Sit-Ins und arbeitet weiter in der Rebellenbewegung.

Der Common Ground News Service erläutert die Geschichte der Frauenbewegung in Bahrein, sowie ihre aktuelle Arbeit. Erst 2002 erhielten die bahreinischen Frauen das Wahlrecht, bis zu den Wahlen in 2014 wollen Aktivistinnen noch mehr Unterstützung der Regierung haben, Frauen in die Politik zu integrieren. Ebenfalls dort gibt es ein Porträt von Tawakkul Karman, die der je­me­ni­ti­schen Demo­kra­tie­be­wegung ein Gesicht verleiht.

Weiter südlich haben die Proteste bereits Erfolg gehabt: der Südsudan erreichte gerade nach einem Referendum seine Unabhängigkeit vom Nordteil des Landes. Awid hat Manal Allagabo, Koordinatorin der Strategischen Initiative für Frauen am Horn von Afrika zur neuen Lage im Süden befragt. Die von der südsudanesischen Übergangsregierung beschlossenen Vorgaben für Gleichberechtigung seien ein guter Anfang, so Allagabo, sie durchzusetzen erfordere aber weiter die Aufmerksamkeit der Frauenrechtsorganisationen. Im Zuge der Aufstände gegen den Staats­präsidenten/Dik­ta­tor al-Baschir war es auch zu sexualisierter Gewalt gegen Aktivist_innen gekommen.

Im Irak geht derweil der Kampf um Frauenrechte weiter, erläutert noch einmal die New York Times. Außer der Frauenministerin gibt es inzwischen keine Mi­nist­er­innen mehr und Parlamentarierinnen beschweren sich, da sie von ihren Kollegen und Parteien von Debatten und Sitzungen ausgeschlossen werden.

Das Ms. Magazine hat schließlich einige Details und ein Video zu der De­mon­stration und den Übergriffen auf dem ägyptischen Tahrirplatz:

Internationaler Frauentag in Tahrir von Lauren E. Bohn auf Vimeo.


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Im nahen Osten: Kampf für Demokratie und Frauenrechte

2. Februar 2011 von Helga

In Ägypten wird noch protestiert, Tunesien hat schon viel erreicht – vorbei sind die Kämpfe in beiden Ländern noch lange nicht. So befürchten einige Frauen in Tunesien, mit der Demokratisierung könnten auch islamistische Gruppierungen ins politische Alltagsgeschäft zurückkehren. Für die angekündigten Wahlen fordern sie ein Kommittee, dass die Einhaltung der Frauenrechte überwacht und mehr weibliche Beteiligung in Regierung und Parlament. Den Führer einer islamistischen Partei wollten sie im Bikini empfangen. Frauenrechtsorganisationen organisieren außerdem Demos für Gleichberechtigung, Demokratie und Freiheit

Auf die Anerkennung ihrer Beteiligung haben die Aktivstinnen in Tunesien und Ägypten auch sehr viel Wert gelegt – die Frage, ob sie sich wirklich soviel beteiligt hätten, kam anscheinend öfter. Leil-Zahra Mortada erstellte daher eine Galerie in Facebook und sammelte Bilder des weiblichen Protests.

Eine Tunesierin schaffte es schon vorher in die deutsche Presse: Die taz interviewte die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni, die ausführlich über die Revolution schrieb. Sie erzählt, wie sie zur Politik kam und von den Nachstellungen der Polizei. Ihr Blog findet Ihr unter atunisiangirl.blogspot.com, dort gibt es auch weiterhin viele Berichte und Fotos.

Über die Situation in Ägypten bloggt Mona Eltahawy. Dabei kritisiert sie auch die widersprüchliche Haltung des Westens zu den Revolutionen ein. Auf der einen Seite beklagen wir den Mangel an Demokratie in der arabischen Welt, auf der anderen Seite halten wir an Stereotypen fest, die dem gegenüber stehen: Araber_innen als passive, eingeschüchterte Menschen, die blind ihre Diktatoren lieben und ihnen folgen. Im schlimmsten Falle werden Chancen auf Demokratisierung so behindert, um die „Stabilität“ zu wahren.

Weitere Beiträge zur Situation in Ägypten sammelt auch Fatimah in ihrem Tumblr Give Peace A Chance und Jezebel zeigte ein Mädchen, dass eine sehr schlechte Nachricht für Mubarak hat:


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