Applaus für: 40 Jahre Ms. Magazine!

17. November 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 21 von 21 der Serie Applaus für

Letzte Woche feierte das US-amerikanische Magazin Ms. Magazine seinen 40. Geburtstag. Das New York Magazine blickt zurück und präsentiert eine Oral History über das erfolgreiche feministische Magazin, welches versucht ohne Werbung auszukommen.

Gloria Steinem, eine der Gründerinnen des feministischen Magazins, arbeitete Anfang der 1970er Jahre in der Redaktion des New York Magazine, welches sich 1971 bereit erklärte, die erste Ausgabe des Ms. Magazine als Beilage ins Magazin zu nehmen. Im Interview mit der Today Show spricht Steinem über ihre damalige Überraschung, dass die Ausgabe innerhalb von acht Tagen ausverkauft war. Für Steinem und ihre Kolleginnen war das Ms. Magazin ein Risiko, weil sie die sehr lebendige Frauenbewegung zu der Zeit nicht mit einem möglicherweise erfolglosen Magazin schaden wollten.

Ein schöne Aussage von Steinem ist ihre Antwort auf die Frage der Moderatorin, ob es gut oder schlecht sei, feministische Erfolge als selbstverständlich anzusehen:

“Es ist gut, die feministische Geschichte zu kennen (…). Aber Dankbarkeit hat noch niemanden radikalisiert. Ich bin ja auch nicht rumgelaufen und habe mich dafür bedankt, dass ich wählen ‘durfte’. (…) Ich bin eher dafür, in die Zukunft zu schauen und nicht genügsam und dankbar zu sein.”

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Applaus für… Helle Thorning-Schmidt

16. September 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 20 von 21 der Serie Applaus für

Helle Thorning-Schmidt

Helle Thorning-Schmidt im Jahr 2010 (Bild von Lars Svankjær über hellethorning.dk)

Die sozialdemokratische Politikerin Helle Thorning-Schmidt wird (aller Voraussicht nach) die erste Regierungschefin Dänemarks. Trotz eines eher schlechten Ergebnisses ihrer Partei bei den gestrigen Wahlen hat sie Dank starker Koalitionspartner sehr gute Chancen, ein links-liberales Bündnis unter ihrer Führung bilden zu können. Natürlich rufen die Jungs bei Spiegel Online deswegen in ihrem Artikel schon im Vorspann einen drohenden “Zickenkrieg” aus. Und weiter heißt es:

Es ist ein bemerkenswerter Erfolg für die 44-jährige Sozialdemokratin, die wegen ihrer eleganten Erscheinung lange als “Gucci-Helle” verniedlicht wurde. Und es ist ein Erfolg gleich in doppelter Hinsicht. Thorning-Schmidt hat sich endlich freigemacht von den großen alten Männern der sozialdemokratischen Brandt- und Schmidt-Ära, die im nördlichen Nachbarland von Anker Jörgensen, Poul Nyrup Rasmussen, Svend Auken oder Mogens Lykketoft bestimmt wurde.

Helle Thorning-Schmidt wird mit ihrem “roten Block” das Bündnis des rechtsliberalen Lars Løkke Rasmussen ablösen und so hoffentlich auch das Ansehen Dänemarks wieder verbessern. Dieses hatte in den letzten zehn Jahren schwer unter dem “braunen Schatten der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei” (spon) gelitten.
Erste Gespräche mit den möglichen Koalitionspartnern sollen “frühestens am Wochenende” los gehen weiß Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt:

[...] Hier liegt eine Herausforderung für die 44 Jahre alte Thorning-Schmidt: Sie wird zum einen mit zwei vor Selbstvertrauen strotzenden Parteien über eine (formelle oder informelle) Zusammenarbeit verhandeln müssen. Und mit der „Sozialistischen Volkspartei“, mit der sie schon vor der Wahl eine Allianz eingegangen war, hat sie zum anderen einen Partner an Bord, dessen Wahlergebnis enttäuschte – und der noch nie an einer Regierung beteiligt war.

Es bleibt also noch ein bisschen spannend in Dänemark. Wir richten daher wegen der zu erwartenden Berichterstattung einen Zickenkrieg-Counter in den Kommentaren ein. Immer her mit den links! Den Autor des Artikels auf Spiegel Online könnte Ihr übrigens über Manfred_Ertel[at]spiegel.de erreichen.


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Hass zahlt sich manchmal aus

27. Mai 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 19 von 21 der Serie Applaus für

MsMagazine berichtet, wie man homophobe Störenfriede mal so richtig ärgern kann. Als die Komikerin und Homosexuellenrechtlerin Lisa Lampanelli erfuhr, dass die menschenverachtende Gruppe der Westboro Baptist Church plane, vor ihrer Show mit deren berühmt-berüchtigten God hates Fags - Schildern (“Gott hasst Schwuchteln”) aufzuschlagen, versprach sie, für jedes Mitglied dieser Gruppe, das mit homofeindlichen Schildern und Sprüchen stört, $1000 Dollar an die Gay Men’s Health Crisis zu überweisen – eine Gesundheitsorganisation, die sich u.a. für Aids-Prävention einsetzt. 48 Demonstrierende kamen, Lampanelli rundete auf und schrieb einen Scheck über 50.000 Dollar, die nun im Namen der Westboro Baptist Church gespendet werden. Diese darf sich dann über die zahlreichen Dankeskarten freuen.

Applaus für Lisa Lampanelli, die mit ihrem Geld und mit dem schwer zu bekämpfenden Hass kreativ und effektiv umgeht. Dies ist ein weiteres, schönes Beispiel dafür, wie mensch Hass monetarisieren kann.


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Applaus für… die S.P.O.N.-Kolumnistinnen

5. April 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 18 von 21 der Serie Applaus für

Anfang des Jahres starteten eine Reihe Kolumnist_innen auf Spiegel Online und wir waren skeptisch. Inzwischen hat Sibylle Berg es geschafft, die Frage ob frau mit 46 Jahren ihre Haare noch lang und offen tragen könne, brilliant zu beantworten:

Wir Frauen sind so. Wir sind immer zu dünn. Oder zu dick. Wir sind zu geliftet oder zu hässlich, wir sind zu gefärbt oder zu ungefärbt, zu leise oder zu laut, wir treffen die Mitte nicht, die Mitte wäre nicht vorhanden sein, zu Hause sein, folgsam sein, immer noch. Da hat sich doch immer noch nichts geändert. Die Maßstäbe der Bemessung sind nicht dieselben. Die Männer sind nicht zu alt, sicher nicht, nicht zu fett.

In der neuesten Ausgabe hat sie sich der Frauenquote angenommen:

Randgruppe murmeln Sie, ha, wir sind die Hälfte der Welt. Sicher, die Frauen sind die Hälfte der Welt, in der Schweiz durften sie bereits in den siebziger Jahren wählen, in der Werbung bekommen sie gezeigt, dass sie ständig auslaufen, aussuppen, riechen, schmutzig sind, Binden brauchen, unbedingt Binden, weil sie verdammt noch mal nicht perfekt sind. Sie sind Angehörige einer Randgruppe, Männer diskutieren über die Frauenfrage.

Damit hat sie anscheinend auch Fame fatale-Steffi Kammerer angesteckt, die zu Bunga-Bunga-Parties und den derzeitigen Lebensaussichten junger Frauen deutliche Worte findet:

In der “Bild”-Zeitung diagnostizierte Franz Josef Wagner, 67, nach dem Tod von Elizabeth Taylor: “Altwerden ist die Hölle für jede Frau.” Und weiter: “Ihr Körper wurde fett wie bei einer Schlampe im Wohnwagen.” Hat ihm dafür irgendjemand eine gescheuert?

Das fragen wir uns auch (nicht zum ersten Mal). Und wünschen uns für die Zukunft weitere, kritische Seitenhiebe. Vielleicht äußern sich ja auch noch mal die Feministen.


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Applaus für: Brigitte!

26. November 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 17 von 21 der Serie Applaus für

Das ist sie: Die Siegerin des Otto Modelcontests!

Aber von vorn:
Otto startete über Facebook einen Modelcontest, bei dem UserInnen ihre Fotos hochladen und über den Like-Button von anderen Usern gewählt werden konnten. Über 50.000 UserInnen luden daraufhin ihr Bild hoch und stellten sich zur Wahl.
Gestern wurden die GewinnerInnen gekührt. Die Siegerin seht ihr oben strahlen.

Applaus für Brigitte und für die Facebookler, die sich mit ihrer Wahl für Brigitte eingesetzt haben.

Bleibt nur eine Frage: Wird Otto den Mut haben, Brigitte für seinen neuen Katalog abzulichten, wie es der GewinnerIn versprochen wurde? Wir plädieren für ein klares: JA KLAR! – allein schon, um solchen unleidlichen ZeitgenossInnen das Handwerk zu legen, die auf Facebook kommentierten: “häng dich auf schwuchtel fuck alter -.-” – und das auch noch mit Klarnamen.


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Applaus für: Susanne Baer

11. November 2010 von Anna
Dieser Text ist Teil 16 von 21 der Serie Applaus für

Heute wurde die Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Baer (hier klicken für Lebenslauf und Publikationsliste) zur Richterin am Bundesverfassungsgericht gewählt. Der Wahlausschuss des Deutschen Bundestages folgte damit einem Vorschlag von SPD und Grünen. Baer ist nicht nur Feministin sondern auch die erste unter den Karlsruher Richter_innen, die offen homosexuell lebt. Sie schreibt und forscht unter anderem zu Genderstudien und feministischer Rechtswissenschaft. Baer leitete bis vor Kurzem das Genderkompetenzzentrum und wird ihr neues Amt am 1. Februar 2011 antreten.

Die Financial Times Deutschland kommentiert:

Baer ist zwar nicht die erste Frau auf dem Karlsruher Richterstuhl, die sich für Frauenrechte einsetzt. Doch eine Juristin, die ihre politische Sozialisierung in der autonomen Frauenbewegung erfahren hat, gab es dort noch nie. Sie engagiert sich seit Jahren in Projekten gegen häusliche Gewalt. 1988 schrieb sie als eine ihrer ersten juristischen Veröffentlichungen einen Gesetzentwurf, der es Frauenverbänden ermöglichen sollte, gegen entwürdigende und pornografische Darstellungen von Frauen zu klagen.
[...]
Erfrischend ist auch ihre Selbstironie. “Firmen mit hoher Diversität haben in der Finanzkrise weniger Verluste gemacht”, sagte Baer auf dem Juristentag. Einen kurzen Moment bremste sie sich selbst: “Feminismus gegen die Finanzkrise” – über den Gedanken musste sie dann doch schmunzeln.


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Applaus für: Das Bundesforum Männer?

10. November 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 15 von 21 der Serie Applaus für

Lange mussten wir den traurigen Eindruck haben, dass konservative und tendentiell frauenfeindliche – mindestens aber Feminismus-feindliche – Vereine wie MANNdat (ich verlinke jetzt mal bewusst nicht) eine Art Vorreiterrolle in Sachen “Männer-Probleme” (ganz allgemein gesprochen) einzunehmen schienen.

Lange, und immer wieder kam es auch hier im Blog darauf zu sprechen, dass wir zu wenig die Belange von Männern mit in unsere Arbeit einbezögen. Wobei wir uns immer wieder intensiv mit dem Themenspektrum befasst haben und mittels der “Quotenmänner” versucht haben, es einzubinden. Doch natürlich ist unser Blog “frauenlastig” und wir wiesen oft darauf hin, dass es notwendig und gut sei, würden emanzipierte Männer sich zusammentun und “ihr eigenes Ding” machen.

Schon seit Jahren hat das “FORUM MÄNNER in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse”, das vom  Gunda Werner Institut in der Heinrich Böll Stiftung organisatorisch, finanziell und ideell unterstützt wird, diese Aufgabe wahrgenommen (Zum Beispiel bei der Organisation von Tagungen, wie dieser Jungen-Tagung vor zwei Jahren). Es war ein kleines Pflänzchen -  und dieses Pflänzchen gedieh prächtig: Am 04. November 2010 hat sich das Bundesforum Männer gegründet.

Bundesforum Männer

Herzlichen Glückwunsch!

Wir hoffen auf viele Interessante Beiträge zum gemeinsamen Ziel der Geschlechterdemokratie. (weiterlesen …)


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Applaus für… Hissa Hilal

9. April 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 14 von 21 der Serie Applaus für

Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es eine Version von „Deutschland sucht den Superstar” – in „Dichter für Millionen” tragen die Kandidat_innen selbstgeschriebene und klassische Gedichte vor. Bis ins Finale schaffte es mit Hissa Hilal dieses Mal eine Frau. In ihren Gedichten kritisierte sie Fatwas, die Frauen bestimmte Berufe verbieten oder zu Terrorismus aufrufen. Im Finale verteidigte sie schließlich die Freiheit der Gedanken, wurde aber nur Dritte. (Dafür gibt es immerhin noch 817.000 US-Dollar, rund 610.000 Euro, Preisgeld.)

Während ihr die Jury Bestnoten gegeben und ihre Courage gelobt hatte, unterlag sie in der Zuschauerabstimmung, die neben der Jury-Wertung zu 40% das Ergebnis bestimmt. Neben viel Zustimmung und Unterstützung waren im Internet zuvor auch Todesdrohungen gegen Hilal veröffentlicht worden. Davon lässt sie sich allerdings nicht beeindrucken, wie auch von der Frage nach ihrem Niqab. Mehr dazu im Interview, das leider auf niederländisch ist, mit (nicht ganz gelungenen) englischen Untertiteln:


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Applaus für… Cheftrainerin eines US-Football Teams

12. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 13 von 21 der Serie Applaus für

Laut der Washington Post ist Natalie Randolph die erste Cheftrainerin eines Varsity Männer-Football-Teams (die offizielle Schulmannschaft) an der US-amerikanischen Coolidge High School in Washington, DC. Randolph war fünf Jahre lang Wide Receiver der professionellen Frauen-Football-Mannschaft D.C. Divas und arbeitete bereits als Assistenztrainerin.

Obwohl es keine offiziellen Aufzeichnungen über die Anzahl von Frauen gibt, die ein Football Team in den USA (mit)trainiert haben, ist Randolph neben den 15.675 männlichen Trainern, die in der letzten Saison an einer öffentlichen oder privaten High School in den USA gearbeitet haben, zur Zeit wohl die einzige Chef-Trainerin einer Varsity Football-Mannschaft. Bei der Bekanntgabe waren manche Spieler skeptisch und testeten das Wissen ihrer neuen Trainerin, woraufhin Randolph schnell klarmachte, wer die neue Chefin sei. Disziplin und Sachlichkeit seien Randolph besonders wichtig.

Einen weiblichen Football-Coach, Wanda Oates, heute 67-jährige Sportlehrerin, gab es allerdings schon mal 1985: Diese behielt ihre Position jedoch nur einen Tag, da die Trainer der gegnerischen Mannschaft die BezirksdirektorInnen der Schule dazu aufforderten, Oates von ihrem Job zu entfernen. Gegen eine Frau antreten? Unerhört!

Oates zeigte sich nun sehr erfreut über Randolphs Ernennung zur Cheftrainerin in diesem “Macho-Sport”. Bisher ist dies ein Einzelfall, aber es bleibt zu hoffen, dass jene Bilder nicht die einzigen bleiben, die google ausspuckt, wenn man “American Football” und “women” eingibt.


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Applaus für: Die Männer-taz

8. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 12 von 21 der Serie Applaus für

Heute, anlässlich des internationalen Frauentags, hat die taz eine ganze Palette Artikel zum Thema Männer im Angebot:

- ein Artikel über einen Teil der Männerrechtsbewegung, die manchmal in fragwürdige Kreise hinein reicht: “Die Männer-Rechte”

- der Artikel “Özdemir ist Feminist” betrachtet kurz das Verhältnis prominenter Männer zur Gleichberechtigung.

- Frauen, die aus dem Ausland stammen, erzählen ihre Sicht auf hiesige Männer in “Der deutsche Mann kann sehr schüchtern sein”

Weitere interessante Artikel in der Sondertaz zum Thema Männer finden sich in der Printausgabe der taz. Unter anderem: “Der neue Mann, das scheue Reh”; “Darth Vader sitzt nicht in den Genen” und “Männer, keine Tiere”. Ein Artikel über eine Kita voller männlicher Erzieher und ob und wie manche grünen Väter ihre Kindersorge zu politischem Kapital machen können.

Viel guter und wie ich finde sauber recherchierter Diskussionsstoff – bei dem die Männerdebatte auch endlich einmal differenziert und von vielen Seiten betrachtet wird. Ist ja selten, heutzutage.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2010%2F03%2F08%2Fa0059&cHash=5505f009b0Der

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