Sharon Dodua Otoo ist Kandidatin für den Ingeborg-Bachmann-Preis!

24. Mai 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 39 von 39 der Serie Applaus für

Heute Vormittag war es soweit, die vierzehn Kandidat_innen für den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis wurden auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Der Preis wird seit 1977 jährlich in Klagenfurt verliehen und in diesem Jahr ist Mädchenmannschafts-Autorin Sharon Dodua Otoo unter den potentiellen Preisträger_innen.

IMG_20160524_125246Sharon schreibt nicht nur wunderbare Texte für die Mädchenmannschaft, sondern hat bereits eine ganze Reihe von Büchern geschrieben und herausgegeben. Ihre Debüt-Novelle the things i am thinking while smiling politely erschien 2012 und im darauffolgenden Jahr in deutscher Übersetzung. Es folgte im Jahr 2014 die wunderschön illustrierte Novelle Synchronicity. Seit 2012 ist Sharon zu dem Herausgeber_in der Reihe Witnessed, in der sich Autor_innen in unterschiedlichsten Formen (Fotografie, Theaterstücke, Aufsätze, Kurzgeschichten) mit Schwarzen Lebensrealitäten im deutschsprachigen Raum auseinandersetzen. Das erste Buch in der Reihe war The Little Book of Big Visions. How to Be an Artist and Revolutionize the World und ich besprach es hier auf dem Blog. Auf der Seite des Bachmann-Preises könnt ihr euch einen kleinen Portrait-Film zu Sharon angucken.

Die diesjährigen Kandidat_innen werden ihre eingereichten Texte zwischen dem 30. Juni und 2. Juli im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur vorlesen. Nach den Lesungen werden die Texte jeweils direkt auch online zugänglich sein. Dies ist wichtig, denn am 2. Juli von 15.00 bis 20.00 Uhr wird zudem über den Publikumspreis abgestimmt und eine Stimme gilt nur, wenn eine Begründung für die Textwahl vorliegt!


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Applaus für Sanktionsfrei: „Wir finden Sanktionen unangemessen und menschenunwürdig.“

17. Februar 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 38 von 39 der Serie Applaus für

Sechs Millionen Menschen leben in Deutschland von Hartz IV, davon fast ein Drittel Kinder. Für eine alleinstehende Person beträgt der Regelbedarf 404 €. Dieser Regelsatz ist aber keinesfalls garantiert, denn das Jobcenter behält sich vor, diese Leistungen zu kürzen, wenn Leistungsempfänger_innen die vom Jobcenter festgelegten Regeln nicht einhalten: Einen Termin verpasst? Kürzung. Nicht genügend Bewerbungen geschrieben? Kürzung. Eine Weiterbildung abgebrochen? Kürzung. Das Jobcenter kann die monatlichen Leistungen damit unter das Existenzminimum kürzen – und tut dies auch großzügig.

Mit Inge Hannemann, die sich schon seit Jahren gegen die Sanktionen einsetzt und generell die Agenda 2010 scharf kritisiert, hat sich ein Team von Aktivist_innen, Anwält_innen und Programmier_innen zusammengetan und Sanktionsfrei ins Leben gerufen.

Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei

Die Idee hinter der geplanten Plattform sanktionsfrei.de erklären die Aktivist_innen so:

Sanktionsfrei ist eine kostenlose Online-Plattform, die Hartz-IV-Sanktionen endgültig abschafft: Wir verpassen den Jobcentern ungefragt ein freundliches Online-Portal, das Betroffene umfassend informiert und kompetent begleitet. So vermeiden wir Sanktionen im Voraus! Mit Widersprüchen und Klagen bekämpfen wir Sanktionen und legen so die Jobcenter lahm. Und wir füllen verhängte Sanktionen aus einem Solidartopf auf. Denn niemand darf weniger haben als das verfassungsgemäße Existenzminimum!

In Videoform wird das Projekt in zwei Minuten erklärt:

Zurzeit wird auf startnext.com/sanktionsfrei Geld für die Realisierung des Projektes gesammelt.


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Applaus für … die „Black Mambas“

8. Oktober 2015 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil 37 von 39 der Serie Applaus für

Sie nennen sich die „Black Mambas“ und patrouillieren im Krüger Nationalpark in Südafrika, um Wilderern auf die Spur zu kommen: 26 unbewaffnete Frauen, deren Erfolg nun sogar mit dem höchsten UN-Umweltpreis belohnt wurde.

Zuerst begegnete man ihnen sexismustypisch skeptisch, denn sie wurden als Frauen ohne Waffen, wenn sie im Park patrouillieren, betrachtet und nicht als gut ausgebildete Personen vom Fach.
Doch ihr Erfolg ist groß.

Sie sammeln Informationen, finden und entfernen Fallen, sind präsent und dadurch abschreckend.
Die Wilderer zu schnappen ist nicht ihr Job – dafür gibt es eine eigene Einheit, die zur Unterstützung gerufen wird.
Seit Gründung, der von einem Umweltfonds finanzieren Gruppe Anfang 2013, gab es nur 2 Verluste zu beklagen.
Die Wilderei und der davon profitierende Schwarzmarkt ist ein auch politisch immer größeres Thema, weshalb sich im letzten Jahr eine internationale Konferenz für höhere Strafen und mehr Artenschutz ausgesprochen hat.
Doch während die Politik über Terrorfinanzierung und kriminelle Kartelle im Zusammenhang mit Wilderei spricht, haben die „Black Mambas“ auch das Recht zu Leben für jedes Tier im Fokus.
So sagt Leitah Mkhabela: “Animals deserve to live; they have a right to live. Do your part. When demand ends, the killing will end. Say yes to life. Say no to illegal rhino horn and elephant ivory.”

Weitere Informationen:


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Applaus für… die Wimbledon Königin Serena Williams

13. Juli 2015 von Magda
Dieser Text ist Teil 36 von 39 der Serie Applaus für

Die US-amerikanische Sportlerin Serena Williams ist eine der größten Tennisspieler_innen aller Zeiten, aktuell Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste. Sie gewann bisher 21 Grand-Slam-Turniere im Einzel. Vergangenen Samstag gewann sie ihren 6. Wimbledon Titel. Das erwähne ich nicht, weil ihr Erfolg sie cooler macht als ihre weniger erfolgreichen Mit-Sportler_innen. Das erwähne ich, um aufzuzeigen, dass selbst Stars wie Serena Tennis-Queen Williams auf dem Höhepunkt ihres Erfolges mit sexistischen_rassistischen Äußerungen abgewertet werden, jüngst in einem Artikel der New York Times, in dem einige ihrer (weißen) Mitspielerinnen zitiert werden, dass sie bloß nicht so aussehen wollen wie Serena Williams. Es gibt einfach kein Entkommen. Der Irrglaube, erfolgreiche Frauen könnten allem trotzen, entpuppt sich als Trugschluss. Und verdienen tut sie auch weniger als vergleichbare Kolleginnen…

Ich feiere Serena und freue mich für ihren Erfolg. Und ich finde es bewundernswert, dass sie sich immer wieder gegen eine diskriminierende Berichterstattung wehrt. Spiel, Satz, Sieg für Serena Williams!

Zum Weiterlesen: „Serena Is The Greatest Female Tennis Player Of All Time. Get Over What Her Body Looks Like.“ (Und selbst wenn sie keine so großartige Sportlerin wäre, oder 20kg mehr wiegen würde: Abwertende Kommentare sind auch dann scheiße.)


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Applaus für … Bree Newsome

29. Juni 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 35 von 39 der Serie Applaus für

Am frühen Samstagmorgen kletterte die Aktivistin, Filmemacherin und Musikerin Bree Newsome den Fahnenmast vor dem South Carolina Statehouse hoch und entfernte die dort wehende Flagge der Konföderation. Dass dieses Symbol, weiterhin so eine prominente Rolle spielt, war seit dem Attentat durch Dylann Roof in Charleston in einer breiteren öffentlichen Debatte diskutiert worden.

In einem Statement verkündete Newsome:

We removed the flag today because we can’t wait any longer. We can’t continue like this another day. It’s time for a new chapter where we are sincere about dismantling white supremacy and building toward true racial justice and equality.

Wir haben die Flagge heute entfernt, weil wir nicht länger warten können. Wir können so keinen weiteren Tag weiter machen. Es ist Zeit für ein neues Kapitel, in dem wir ernsthaft die weiße Vormachtsstellung auflösen und auf wirkliche Gerechtigkeit und Gleichberichtigung hinsichtlich von race hinarbeiten.

Zum Weiterlesen:


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Applaus für… Fun Home

8. Juni 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 34 von 39 der Serie Applaus für

Gestern Abend wurden in den USA die Tony Awards verliehen, der us-amerikanische Theater- und Musicalpreis (für alles, was auf dem Broadway lief), der in diesen Branchen ungefähr gleichzusetzen ist mit der Oscar-Verleihung für Filmemacher_innen. In den Musical-Kategorien gab es einen großen Gewinner: Das Musical Fun Home, welches auf den Graphic Memoiren von Alison Bechdel, Autorin und Comic-Zeichnerin u.a. der Reihe Dykes To Watch Out For, beruht. In dem Buch (und somit dem Musical) geht es um Bechdels Aufwachsen rund um den Familienbetrieb -ein Bestattungsunternehmen-, (dysfunktionale) Familienbeziehungen, Begehren, Suizid, Reflexion und Annäherungen.

Fünf Preise konnte das Stück mit nach Hause nehmen: Bestes Musical, Bester Musical-Darsteller (Michael Cerveris), Bestes Musical-Skript (Lisa Kron), Beste Orginal-Musik (Jeanine Tesori und Lisa Kron) und beste Regie bei einem Musical (Sam Gold). Auch nominiert waren die Darstellerinnen Beth Malone, Judy Kuhn, Sydney Lucas und Emily Skeggs, die allerdings leer ausgingen.

Doch Jeanine Tesoris und Lisa Krons Triumpf in der Kategorie „Best Original Score“ war zu dem ein historischer: Sie waren das erste Team, welches ausschließlich aus Frauen besteht, welches den Preis zugesprochen bekommen hat.

via Fun Home at Broadway (Facebook-Page)

via Fun Home at Broadway (Facebook-Page)


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Dickes Vorbild des Tages: Tess Holliday, Model und Aktivistin

10. Februar 2015 von Magda
Dieser Text ist Teil 33 von 39 der Serie Applaus für
Quelle: instagram.com/tessholliday/

Quelle: instagram.com/tessholliday/

Tess Holliday ist eine Visagistin, Aktivistin und ein Model und hat gerade einen Vertrag mit der bekannten Model­agentur MiLK Management abgeschlossen. Klingt bisher höchstens für Modefans aufregend. Sensationell ist allerdings, dass Tess mit ihrer Größe 54 das bis dato dickste Model ist, das je von einer Mainstream Model­agentur unter Vertrag genommen wurde (denn wir leben in einer Welt, in der selbst die so genannten „Übergrößen“-Models häufig höchstens Größe 38 – 42 tragen, was, hüstel, wohl eher dem deutschen Durch­schnitt entspricht…).

Heute werde ich mich ausnahmsweise mal nicht über die furchtbar langweiligen Lauf­stege dieser Welt aufregen oder betonen, dass ein cooles dickes Model noch keiner fetten Revolution entspricht. Ich freue mich einfach kugelig, dass Tess ihrem Traum­job Modeln nachgehen kann und mit ihrer Social Media-Kampagne #effyourbeautystandards („f*** deine Schönheitsideale“) gerade so viel Aufmerksamkeit erhält (und leider gleichzeitig auch einen Schwall an dickenfeindlicher Scheiße abbekommt. Schick ihr doch einen netten Tweet oder eine Facebook-Nachricht!).

Seit Bekanntgabe, dass Tess für MiLK Management modeln wird, gab sie dutzende Interviews, erzählt von ihren Unsicher­heiten, vom Mobbing in der Schule und wie sie immer ihrer Leiden­schaft Modeln nachgegangen ist. Hier ist ein Interview bei der Meredith Vieira Show.


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Applaus für… die Bremer Poetry Slammerin Rita Apel!

21. Oktober 2014 von Magda
Dieser Text ist Teil 32 von 39 der Serie Applaus für

In Göttingen sind am Wochenende die besten Poetry Slammer_innen aus Niedersachsen und Bremen angetreten und kämpften um den Titel der Landesmeister_in. Einen tosenden Applaus für Rita Apel aus Bremen, die mit ihrem bewegenden Spoken Word den ersten Platz belegte:

Screenshot von ndr.de (Klick, klick, um das Video zu sehen)

Screenshot von ndr.de (Klick, klick, um das Video zu sehen)

Dritte wurde übrigens die großartige Ninia La Grande!


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Applaus für … eine Toilettenaufsicht und das erstrittene Trinkgeld

26. September 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 31 von 39 der Serie Applaus für

Ihr geht auf eine öffentliche Toilette, beispielsweise in einem Einkaufszentrum. Im  Vorraum steht ein Tisch, darauf ein  Teller, wo schon einige Münzen hingelegt haben, daneben sitzt eine Frau – die Toilettenaufsicht oder Putzpersonal. Wenn ihr beim Gehen ebenfalls Geld auf den Teller legt – für wen?

Ein Reinigungsunternehmen war der Meinung das Geld sei eine „freiwillige Nutzungsgebühr“ und würde somit vollständig dem Unternehmen zustehen. Eine Aufsicht hatte auf ihren Anteil geklagt und argumentiert, die Nutzer_innen geben das Geld als Trinkgeld. In einem ersten Verfahren hatte das Arbeitsgericht bereits verkündet, dass sie prinzipiell Recht auf einen Anteil hat, gestern nun hat sie sich mit der Firma außergerichtlich auf 1000€ geeinigt.

Die Gewerkschaften hoffen darauf, dass dieses Urteil den Startschuss für weitere Kämpfe und Verfahren gibt. So schrieb heute.de:

„Dieses Urteil könnte und sollte auch andere Sitzerinnen ermutigen, für ihre Rechte zu kämpfen“, sagte Gewerkschaftssekretärin Heike Stoffels [der  IG Bau] dem WDR. Stoffels betonte, die Trennung von Putzpersonal und Trinkgeld-Aufsicht sei ein raffiniertes Modell der Reinigungsfirma. Denn für einen Beruf, den es eigentlich gar nicht gebe, müsse die Firma auch nicht nach Tarif bezahlen. Statt der 9,31 Euro Tariflohn für Reinigungskräfte bekämen die „Sitzer“ – so der Fachausdruck für diesen Job – mit 5,20 Euro [brutto] nur knapp mehr als die Hälfte. Die Löhne des Putzpersonals zahle das Centro Oberhausen.

Fünf Euro Zwanzig Brutto-Lohn die Stunde und dann behält die Firma auch noch das Trinkgeld ein? Überraschend ist das leider nicht, um so mehr Applaus gebührt der Klägerin, die sich erfolgreich zur Wehr setzen konnte.


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Applaus für: Laverne Cox

3. Juni 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 30 von 39 der Serie Applaus für

Laverne Cox auf dem Cover der Time

Am 09. Juni erscheint die nächste Ausgabe der TIME. Auf dem Cover der us-amerikanischen Ausgabe befindet sich die Schauspielerin (besonders bekannt durch die Serie Orange is the New Black) und LGBT-Aktivistin Laverne Cox. Ein Grund zu feiern, findet auch Mey bei autostraddle und schreibt (meine Übersetzung):

Dies ist ein großer Tag für Cox, für alle trans Personen, für trans Frauen und für trans Frauen of Color. Auf dem Cover des Time Magazines zu sein, ist eine große Ehre und ich möchte aufstehen und Cox dafür applaudieren, dass sie so viel erreicht hat, dass TIME sie einfach wahrnehmen musste. Als ich sah, dass Cox auf dem Cover ist, war ich so glücklich und stolz. Ich finde es großartig, dass so viele der bekannteren Gesichter der aktuellen trans-Bewegung trans Frauen of Color sind (Janet Mock, CeCe McDonald und Carmen Carrera) und Cox ist ein weiteres Beispiel dafür […].

Mey analysiert dann aber auch weiter, warum die Freude nicht ganz ungetrübt bleibt. Schon allein der Titel („The Transgender Tipping Point. America’s next civil rights frontier.“) suggeriert zum einen, dass es hinsichtlich anderer Diskriminierungsformen wie Hetero_Sexismus und Rassismus keine Probleme mehr existieren und zum anderen als gebe es Aktivismus von trans Personen erst ganz aktuell. (Allein eine Erinnerung an Stonewall sollte da doch Besseres belehren.) In der Titelstory geht es dann nach Mey auch ähnlich weiter, neben anderen problematischen Darstellungen werden Menschen mit falschen Pronomen benannt oder ihre Geburtsnamen verwendet. Fazit: Es bleibt viel zu tun, aber es sollte auch den Moment geben, Laverne Cox‘ Erfolg (und den anderer Aktivist_innen) anzuerkennen und gebührend wertzuschätzen.


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