Osteuropa und der Feminismus

von Silviu

Silviu Mihai ist in Bukarest geboren und arbeitet als freier Journalist in Berlin, wo er für deutschsprachige Zeitungen über Osteuropa berichtet. Mit seiner Kolumne „Im Osten nichts Neues?“ für die Mädchenmannschaft möchte er einen feministischen, gender- und gesellschaftskritischen Blick auf das „andere“, östliche Europa werfen. Was sind die konkreten Herausforderungen der Gleichberechtigung in Polen, wie können wir einen bulgarischen Macho erkennen und bekämpfen, welche Rolle spielen Homophobie und Gendermainstreaming in Rumänien? In der ersten Folge erzählt Silviu ein bisschen etwas über den Status Quo und was er sich von dieser Kolumne verspricht. Die Idee für diese Kolumne entstand übrigens zusammen mit Verena und einigen Gläsern Wein in der ungarischen Stadt Pécs. Wir freuen uns, mit Silviu einen neuen Kolumnisten begrüßen zu können, der neben „Im Osten nichts Neues?“ hoffentlich auch den ein oder anderen Beitrag als Quotenmann beisteuern wird. Willkommen!

Im Osten also nichts Neues? Nun, durchaus ändern sich die kulturellen und sozialen Verhältnisse in den zehn osteuropäischen EU-Ländern, gut 20 Jahre nach der Wende, immer noch sehr schnell. Es gibt in diesem Sinne also immer wieder was Neues im Osten. Vor allem die ambitionierte, urbane Mittelschicht will prinzipiell nicht nur in Sachen Auto, Haus und Lifestyle sondern auch etwa bei der verpassten sexuellen Revolution möglichst alles nachholen. Und der Konsens über die notwendige Modernisierung gilt theoretisch nach wie vor für alle Sphären des Lebens: Von der Gesetzgebung über die Medienlandschaft bis hin zu „modernen“ Sexstellungen und dem Vorbild der ebenfalls „modernen“ Karrierefrau.

Jedoch hat diese ständige Entwicklung ihre Probleme, ihre paradoxen Züge und ihre gute Dosis osteuropäische Bitter-Ironie. Ob ein Gay Pride in Warschau auf Druck der Katholischen Kirche nicht genehmigt wird oder der rumänische Präsident eine Journalistin „Muschi“ nennt, ob die gute alte Hausfrau immer noch im Fernsehen kocht und dabei uns allen auch mal ein paar „Weisheiten“ über Frauen mitteilt, ob ein örtlicher Mafioso in der bewundernden Gesellschaft von dünnen rosa tragenden Mädchen sein Machogehabe zeigt – das sind Zeichen einer regionsspezifischen Fragilität der neuen, „westlichen“ Gesellschaftsverhältnisse.

Jeden Monat werde ich versuchen, Euch über aktuelle osteuropäische Stories auf dem Laufenden zu halten, aber auch mit Euch relevante Hintergründe oder Trends zu kommentieren. Auf viele interessante Diskussionen!

Egészségetekre,
Euer Silviu, das neue Mannschaftsmitglied




Tags: , ,

Eintrag geschrieben: Montag, 6. Dezember 2010 um 10:33 Uhr unter Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



18 Kommentare

  1. Nele sagt:

    Es freut mich, dass ihr diese Region mit einer Serie besonders in den Blick nehmt.
    Ich frage mich allerdings, was ihr eigentlich mit „Osteuropa“ meint. Die Beispiele, die ihr genannt habt, sind entweder Südosteuropa oder Mittelosteuropa. Bitte macht nicht den gleichen Fehler, wie (so gut wie) alle deutschen Medien und betrachtet alles östlich von Oder und Neiße als einen monolithischen Raum. Gerade die Diskriminierungsmuster und -ursachen bezüglich Gender variieren doch erheblich.
    Und Silviu, meinst du wirklich, es geht bei der Feminismus-Entwicklung in ehemaligen sozialistischen Ländern rein um eine nachholende Entwicklung? Verläuft nicht die Entwicklung völlig anders als im „Westen“?

  2. Keks sagt:

    Jó napot kivanók.
    Da muss ich Nele zustimmen. Es freut mich sehr, dass es diese Reihe geben wird.
    Die Frage danach, was ihr mit „Osteuropa“ meint, finde ich auch sehr .. interessant. Die Situation in Polen ist doch nun eine völlig andere als die in Rumänien, die wiederum anders ist als die in Ungarn. Ich will Silviu Mihai nicht absprechen, dass er sich in allen angesprochenen Ländern auskennt. Es kommt nur ein bisschen rüber wie „Kennst du ein Land, kennst du alle“ – was sicherlich nicht die Absicht war.
    Die Aussage, dass hier die Feminismus-Entwicklung nachgeholt werden muss, finde ich auch nicht so schön. Es bekommt sehr schnell den Beigeschmack von „rückständig“. Und die Tatsache, dass Frauen arbeiten gehen und auch Karriere machen, wird bspw. in Ungarn als selbstverständlich angesehen – in der Hinsicht hat vielleicht Deutschland etwas nachzuholen?

  3. Stephanie sagt:

    Willkommen @Silviu

    Sind Themenwünsche erlaubt? Ich würde mich freuen, etwas über die Kleidungswahl östlich von Deutschland zu erfahren, da ich häufig in die selbe Falle stolpere: „osteuropäische“ Feminist_innen landen bei mir häufig aufgrund der Kleidungsweise (natürlich unterschiedlich, aber immer selbe Falle) im komplett falschen Topf. Ich versuche zwar diesen definitorischen Blick abzuschalten, würde mich jedoch über mehr Hintergrundinfos freuen – vielleicht fällt’s mir dann leichter.

  4. Keks sagt:

    Wie ist denn die Kleidungswahl von Feminst_innen in Deutschland? *neugierig ist*

  5. Stephanie sagt:

    @Keks
    Ich kann das nicht wirklich beschreiben, aber ich bemerke z.B. erst eine Kleidungswahl hinter der ich nichts feministisches erwarten würde und werde dann im Gespräch auf einen Akzent und Feminismus aufmerksam. Den Akzent würde ich östlich von Deutschland verorten und teilweise werden auch entsprechende Länder benannt.
    Woran erkenne ich „deutsche“ Feminist_innen… z.B. würde ich „Orsay“-Klamotten erstmal nicht an Feminist_innen vermuten. Das mag total falsch sein, aber so ticke ich halt. Pfennig-Absätze machen mich auch stutzig. Sowas halt. Darauf würde ich jetzt keine Rückschlüsse ziehen, auf die Kleidungswahl von Feminist_innen mit Migrationshintergrund östlich von Deutschland.

    Ich kann beides nicht so wirklich beschreiben… aber im Gespräch mit anderen, scheint dieses Wahrnehmungsproblem häufiger vorzukommen.

  6. Jules sagt:

    Schöne Idee, freu mich auf die ersten Artikel in dieser Kolumne.

  7. Nele sagt:

    @ Stephanie:
    Bist du eine Fashistin? An der Kleidung kann man wohl nicht wirklich auf die geistige Gesinnung schließen!

    Ich kenne einige osteuropäische Frauen, die sehr feminin sind. Und in Orsay-Klamotten und Pfennigabsätzen verdienen sie nun mal ihr Geld. Trotzdem sind sie intelligent, unterhaltsam, und lassen ihren Mann im Beruf stehen.

    Du solltest dich hier ernsthaft selbst hinterfragen, woher du deine Vorurteile hast.

    @ Silviu:
    Schön dich hier zu haben! Mich würde es besonders freuen, wenn du etwas über ungarische Frauen schreiben könntest. Soweit ich das bisher feststellen konnte sind diese besonders emanzipiert.

  8. Verena sagt:

    @Nele, auch wenn du anderer Meinung als Stephanie bist, solltest du deinen Ton ihr gegenüber mäßigen – vor allem, weil sie ja zugibt, dass es Vorurteile sind… und ich hoffe, das Wort Fashistin ist von Fashion abgeleitet und nicht von Faschismus…

  9. Silviu sagt:

    @Nele – Sehr gute Frage! Natürlich gibt es keine offizielle, essentialistische Definition von Osteuropa. Wie schon in dem kurzen Text angedeutet, werde ich mich eher aus pragmatischen Gründen auf die zehn osteuropäischen EU-Länder konzentrieren. Trotz aller Unterschiede sind m.E. die Situationen dort ähnlich genug, um diese Länder zum Thema der Serie zu machen. Selbstverständlich die man muss alles differenziert betrachten. Das werde ich mit dieser Kolumne ja versuchen.
    Was das Nachholungsargument angeht, glaube ich nicht, dass wir über eine völlig andere Entwicklung als im „Westen“ reden können. Osteuropäer/innen wiederholen natürlich nicht die gleichen Erfahrungen, die Westeuropäer/innen in den 60er Jahren gemacht haben. Allerdings lassen der öffentliche Diskurs und die Geschichte der letzten 20 Jahre keine Zweifel daran, dass sich die meisten Osteuropäer/innen eben keinen „Dritten Weg“, keine Experimente wünschen, sondern einfach eine „normale“, friedliche, westliche, kapitalistische, individualistische, nicht egalitäre Gesellschaft. Dem Wunsch müssen wir nicht unbedingt zustimmen, aber er ist da, und es gilt natürlich, daraus etwas Sinnvolles zu machen.

  10. Silviu sagt:

    @Keks – Du hast Recht: In vielen Hinsichten – und die Quote der Frauen, die arbeiten gehen, ist ein sehr gutes Beispiel und ein sehr interessantes Thema – muss eher die deutsche Gesellschaft nachholen, nicht die osteuropäische. Das hat natürlich historische Gründe, und es war eben der Staatssozialismus, der zu mehr Gleichberechtigung in Osteuropa geführt hat. Diesen Beitrag haben Osteuropäer/innen in den letzten 20 Jahren jedoch völlig unterschätzt.
    Die Rede von einem Nachholbedarf und von einem „Rückstand“ ist also keine einfache westeuropäische Interpretation der osteuropäischen Zustände. Sie ist ein Diskurs, den die meisten Osteuropäer/innen SELBST seit Jahren angenommen haben. Wir können den Diskurs kritisieren, was ich auch machen werde, aber nicht einfach ignorieren.

  11. wolf sagt:

    egészségedre! ich freue mich auf die neue kolumne.

  12. Nele sagt:

    Oh, es kann hier zu leichten Namensverwirrungen kommen. Mir fällt leider gerade auch nichts besseres ein als darauf hinzuweisen, dass die Kommentare mit Link im Namen meine sind und die anderen nicht…tut mir leid.

    Zur Kleidungsfrage: Interessantes Thema.
    Meine Erfahrung in Polen und in der Ukraine (interessanterweise in St. Petersburg eher weniger) ist, dass dort ein engeres Spektrum von Kleidung als „weiblich-normal“ angesehen wird. Mir ging es so, dass ich mit einem Auftreten, mit dem ich in Deutschland eigentlich noch nie irgendwie aufgefallen bin (und nur sehr selten als lesbisch gelesen werde), dort sofort als Westlerin gesehen wurde. (Was schon ein Privileg ist, denn das ist in der Regel angenehmer als dort als Lesbe gelesen zu werden oder sich anhören zu müssen: „Warum ziehst du dich denn an wie ein Junge?“) Natürlich lässt sich von der Kleidung nicht auf die Gesinnung schließen. Aber es hat doch erstmal was ausschließendes, wenn einfach weniger als „nicht auffallend“ angesehen wird als in Deutschland.
    Warum das so ist habe ich mir bisher mit einer Anti-Kolonialisierungs- bzw. Selbst-Orientalisierungs-Strategie erklärt. Zu Deutsch: „Wir müssen nicht alles übernehmen, was aus dem Westen kommt.“ oder „Ich bin eine emanzipierte Frau mit Karriere, ich habe es nicht nötig, mich dem westlichen Mainstream anzupassen.“ Das mit der Selbstorientalisierung spricht vielleicht eher für Frauen zu, die in Deutschland leben oder viel mit Deutschen / anderen Leuten aus dem Westen zu tun haben.
    Ansonsten hat jede Frau natürlich individuelle Gründe. @Stephanie: Warum fragst du besagte Feminist_innen nicht mal nach ihrer Meinung dazu? Es ist natürlich auch nochmal die Frage, was es dann für diejenigen heißt, feministisch zu sein/denken? Wie oben schonmal angedeutet, kann das ja auch was ziemlich anderes heißen, als was „der Westen“ (den es natürlich so überhaupt garnicht gibt) darunter versteht.

  13. Nele sagt:

    @Silviu: Zu „Osteuropa“: Ja, dieses pragmatische Ähnlichkeiten-Argument ist ja irgendwie auch erstmal intuitiv einsehbar. Falls Themenvorschläge nun denn erlaubt sind, würde mich interessieren, was denn deiner Meinung nach die Ähnlichkeit bezüglich Feminismus dieser Länder ausmacht und woher sie kommt. (Wahrscheinlich wird das wohl v.a. ein: „Was ist vom Staatssozialismus übrig geblieben?“ werden.)

    Zum „Nachhol-Diskurs“: Danke für die Erklärung. Wenn du das auf der Diskursebene siehst, dann kann ich deutlich mehr damit anfangen. Trotzdem ist es doch irgendwie interessant, wieso der Mainstream-Diskurs in den Ländern gerade auf dem Bereich der Gleichberechtigung wenig Nachhol-Bedarf sieht (Im Gegensatz zu allen anderen Bereichen.), sondern sich hier häufig bewusst vom Westen (bzw. der Vorstellung, die sie davon haben) abgrenzt. Interessanterweise wird das eben mit der höheren Erwerbsquote von Frauen begründet. Aber zumindest in meinem Verständnis von Gleichberechtigung gehört da noch ein wenig mehr dazu.

  14. Stephanie sagt:

    @Nele ohne Link
    Ich habe wirklich nicht gesagt, dass Klamotten als Indiz für Feminismus taugen, doch natürlich wird über Kleidung verschiedenes ausgedrückt. Ich glaube, die Codes könnten verschieden sein.

    @Nele mit Link

    @Stephanie: Warum fragst du besagte Feminist_innen nicht mal nach ihrer Meinung dazu? Es ist natürlich auch nochmal die Frage, was es dann für diejenigen heißt, feministisch zu sein/denken? Wie oben schonmal angedeutet, kann das ja auch was ziemlich anderes heißen, als was “der Westen” (den es natürlich so überhaupt garnicht gibt) darunter versteht.

    Warum frage ich nicht? Es hat zwei Gründe: Ich trau mich nicht und die besagten Feminist_innen bewegen sich nicht in meinem näheren Umfeld. Ich will auch nicht so ein „If you don’t educate me, how can I learn?“ Ding draus machen. Silviu schien auf Aufklärungsmission zu sein und somit vielleicht offen für die Frage. (Ich könnte sogar einen „Let me google that for you“ Link gut gebrauchen. Nach welchen Begriffen sucht eine_r da?)

    Die Feministinnen in meinem Umkreis hatten eigentlich keine auffällig anderen feministischen Positionen. Da habe ich bisher keinen Unterschied festgestellt. Kann natürlich an meinem Umfeld liegen oder an meinen Gesprächsthemen oder so.

  15. Neeva sagt:

    Was vielleicht auch eine interessante Frage wäre, inwiefern Ostdeutschland historisch-kulturell jetzt Ost- oder Westeuropa zuzuordnen ist.
    Nach meinem subjektivem Empfinden ist es ziemlich auf der Mitte zwischen Westdeutschland und z.B. Polen.

  16. Silviu sagt:

    @Nele – Zu Osteuropa: Die Ähnlichkeiten gehen auf den allgemeinen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Kontext zurück. Was die konkreten Probleme der Frauen in diesen Ländern sind, lässt sich nur verstehen, wenn wir viele andere Faktoren im Auge behalten. Und diese Kontextfaktoren finden wir eben überall in der Region. Die Liste kann natürlich nicht vollständig sein, aber dazu zählen, u.a.:
    1. Eine spezifische Struktur der politischen Landschaft, mit sehr starken, mehrheitsfähigen rechtsliberalen Parteien à la FDP, und fehlenden oder sehr schwachen linksalternativen Parteien à la Grünen.
    2. Eine intellektuelle „Elite“, die natürlich einen großen Einfluss auf die Medien hat, die aber im Großen und Ganzen ebenfalls rechtsliberale Politik macht, weil ihre Legitimität auf die antikommunistische Dissidenz zurückgeht. Daher einerseits ein starkes Engagement für Bürgerrechte, andererseits aber eine eher skeptische Grundeinstellung bezüglich große emanzipatorische Projekte. (Ich denke, das erklärt auch, warum der Mainstream-Diskurs in Sachen Gleichberechtigung manchmal wenig Nachholbedarf sieht.)
    3. Eine relativ große Rolle der meistens reaktionären „Nationalkirchen“ bei den öffentlichen Debatten.
    4. Das Fehlen eines „großen historischen Momentes“ in der nationalen Narrative, der die spätere feministische oder LGBT-Bewegung zumindest symbolisch und oberflächlich immer wieder hätte legitimieren können, wenn es ihn tatsächlich, wie in Frankreich (feministische Demos der 1930er, Studentenbewegung 1968) oder Deutschland, gegeben hätte.
    5. Das Erbe des Staatssozialismus: Eine höhere Erwerbsquote der Frauen, aber keine weiteren, besonders emanzipatorischen Ansatzpunkte.

  17. Mark sagt:

    Hoert sich gut an, werd ab und zu hier reinschauen. Silviu kenn ich seit einigen Jahren, gelesen hab ich von ihm zwar noch nichts aber ich hab ihn schon immer (wir kennen uns seit knapp zehn Jahren!!) fuer einen vielversprechenden Autor gehalten. Ein gut (aus)gebildeter Denker ist er jedenfalls. Also dann, bafta Silviu! Und: egészségedre!! :))

  18. Lara sagt:

    „Trotz aller Unterschiede sind m.E. die Situationen dort ähnlich genug, um diese Länder zum Thema der Serie zu machen“

    Sehe ich nicht so. Die Situation in Polen und Litauen finde ich mindestens genauso unterschiedlich wie Deutschland und Frankreich. Es gibt überdies ein sehr starkes Stadt-Land Gefälle, wobei letzteres in den meisten Besprechungen, die mir bekannt sind, entweder unterschlagen oder ausgeschlachtet wird. Man kommt an dem Vorwurf oder zumindest der Alarmglocke des Mainstreamings nicht umhin, wird doch Emanzipation in „Osteuropa“ gerne als „unterentwickelt“ betrachtet.

    Oft kommt es auch vor, dass Staaten Osteuropas als post-sozialistisch verstanden werden, um deren Gesellschaftsstruktur zu analysieren, dabei sind sie in vielerlei Hinsicht wohl eher jungkapitalistisch. Viele der Aspekte des „Andersseins“, die Touristen auf der Straße begegnen und dann in Stereotype umschlagen (z.B. körperbetonte Kleidung), sind stark durch die Entwicklung der letzten 20 Jahre bzw. radikalkapitalistischer Reformen und deren Folgen für das gesellschaftliche Leben geprägt. Aus diesem Grund würde mich eine Besprechung dieser Entwicklung der Transformationsstaaten am meisten interessieren.