Seit ein paar Tagen ist es amtlich: Die deutschen Akademikerinnen bleiben häufiger kinderlos als die Durchschnittsfrau (immerhin nicht so dramatisch, wie noch vor einigen Jahren behauptet). Im Westen verzichtet frau eher auf Kinder als im Osten. Analog zur Geburtenrate klafft die Lücke an Betreuungseinrichtungen zwischen den alten und neuen Bundesländern. Doch auch der Ausbau der Kindertagesstätten wird nicht alle Frauen zum Kinderkriegen animieren, meint Antje Schrupp. Das sei sogar positiv:
Kinderlos zu sein ist heute kein Stigma mehr, und dass Frauen auch ohne Kinder zufrieden sind und sich als vollwertig begreifen, ist definitiv ein Grund zur Freude. Anzunehmen, dass unter den Müttern der älteren Generationen ein gewisser Anteil ungewollt Mutter geworden war, ist sicher nicht abwegig. Der höhere Anteil kinderloser Frauen ist definitiv auch darauf zurückzuführen, dass ungewollte Mutterschaften heute viel seltener sind als früher. Und das ist auch gut so.
Stattdessen plädiert sie für eine Abkehr vom traditionellen Familienmodell:
Jeder Kinderwunsch einer Frau ist möglichst zu unterstützen, ob es nun das erste, zweite, dritte, vierte oder fünfte Kind ist. Keinesfalls brauchen wir noch mehr Fixierung auf die typische Vater-Mutter-zwei Kinder-Konstellation, sondern eine Vielfalt von Lebensformen, mehr Akzeptanz sowohl für Vielkind-Familien als auch für lesbische Mütter und schwule Väter und vor allem für die wachsende Gruppe der so genannten „Alleinerziehenden“ (die übrigens in den seltensten Fällen ihre Kinder tatsächlich „allein“ erzieht, sondern nur halt eben nicht im typischen Kleinfamilien-Rahmen).


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